Meine Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps

Wie meine Fotoausrüstung auf Reisen aussieht, mit welcher Kamera ich meine Reisefotos mache und was meine Tipps zur Reisefotografie sind – das sind nach wie vor die meist gefragtesten Themen, die mich fast täglich auf dem Blog oder Instagram erreichen. Und ehrlich gesagt habe ich in den letzen zwei Jahren besonders was meine Fotoausrüstung angeht, eine ganz schöne Odyssee durchlaufen, bis ich eine Kamera bzw. Setup gefunden habe, mit dem ich vollends zufrieden bin und das ich jedem von euch uneingeschränkt empfehlen kann.

Welche Fotoausrüstung das ist, welche günstige Alternative ich auf Reisen empfehlen kann, wie ich meine Fotos bearbeite und was meine besten Tipps für schöne Reisefotos sind, möchte ich euch in diesem Artikel verraten – damit ihr nicht die gleiche Odyssee wie ich durchmachen müsst, sondern gleich mit der perfekten Fotoausrüstung in euer nächstes Abenteuer aufbrechen könnt!


Inhaltsverzeichnis: Fotoausrüstung & Reisefotografie-Tipps

Meine Kamera & Zubehör
Die beste Kamera für die Reisefotografie: Sony A7iii
Objektive für die Sony A7iii
Günstigere Alternative: Sony Alpha 6000er Reihe
Objektive für die Sony Alpha 6.300/6.000
Klein aber fein: Die Kompaktkamera Sony Cyber-Shot RX100
Für atemberaubende Luftaufnahmen: DJI Mavic Pro
Für Unterwasserabenteuer: Gopro Hero black

Reisefotografie : Meine Tipps für unvergessliche Reisefotos
#1 – Goldener Schnitt
 #2 – Vordergrund und Hintergrund
#3 – Zeitautomatik statt Vollautomatik
#4 – Fotografieren mit Selbstauslöser
#5 – Nutzt das warme Morgen- und Abendlicht
#6 – Auch bei schlechtem Wetter entstehen stimmungsvolle Reisefotos
#7 – Weitwinkel oder Tele?
#8 – Reisefotos für Instagram: Meine Tipps
#9 – Bewegungen verschwimmen lassen
#10 – Fotografiere in RAW

Reisefotografie & Bildbearbeitung: Meine Tipps
#1 – Sichert jeden Tag die Fotos von eurer Speicherkarte
#2 – Immer mehrere Speicherkarten dabei haben
#3 – Den eigenen Bearbeitungsstil finden / Presets
#4 – Fotobearbeitung in Lightroom
#5 – Empfehlenswerte Apps zur Bildbearbeitung
#6 – Bildarchiv in Lightroom


Fotoausrüstung auf Reisen: Meine Kamera & Zubehör

Von Canon über Fuji, Olympus und Sony, von MFT über APS-C zu Vollvormat, von Spiegelreflexkamera zu Systemkamera habe ich mehrere Modelle getestet um am Ende das für mich die perfekte Fotoausrüstung zu finden – und die heißt Sony Alpha 7iii bzw. A7iii!

Fotoausrüstung auf Reisen #1 – Die beste Kamera für die Reisefotografie: Sony Alpha A7iii

Zugegeben: die für mich beste Kamera zum Fotografieren auf Reisen ist eher etwas für fortgeschrittene (Hobby-)Fotografen. Schließlich ist auch für mich das Fotografieren kein Hobby mehr, sondern mein Beruf. Deshalb fotografiere ich seit nun gut einem halben Jahr mit der Vollformat-Systemkamera Sony Alpha A7iii. Für mich ist sie die perfekte Kamera auf Reisen, weil sie für eine Vollformatkamera relativ kompakt ist, den besten Autofokus hat, den ich bei einer Kamera je erlebt habe, mit dem richtigen Objektiv ein wunderschönes Bokeh (Unschärfeeffekt) zaubert und sie mich einfach noch in keiner einzigen Situation im Stich gelassen hat.

Ich habe zuvor als Fotoausrüstung eine Canon 600D, 80D und 6D MK II ausprobiert, eine Olympus OMD E-M5 und eine Fuji X20 und keine von Ihnen konnte mich annähernd so überzeugen wie die Sony A7iii. Ehrlich gesagt, wollte ich tatsächlich lieber eine Spiegelreflexkamera haben und habe mich generell vor dem Wechsel auf Sony gesträubt. Am Ende war ich letztendlich aber schon nach den ersten Testaufnahmen vollends überzeugt und die Sony seit dem das Herz meiner Fotoausrüstung.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Sony A7iii
Meine Fotoausrüstung: Die Sony A7iii + Sigma Art 35mm 1.4 Ojektiv

Objektive für Sony E-Mount / die Sony Alpha A7iii

Natürlich ist jede Kamera nur so gut wie ihre Objektive. Und wer sich schon einmal mit Sony Objektiven beschäftigt hat weiß, wie teuer die Originale von Sony sind. Glücklicherweise gibt es nun endlich auch eine wachsende Auswahl an Objektiven anderer Hersteller für den E-Mount von Sony. Ich selbst besitze drei davon in meiner Fotoausrüstung.

Mein absolutes Lieblingsobjektiv in meiner Fotoausrüstung ist das Sigma 35mm F1,4 DG HSM Art Objektiv (67mm Filtergewinde) für Sony-E Objektivbajonett. Diese Festbrennweite liegt aktuell bei unter 800 Euro und ist mein „Immerdrauf“-Objektiv, das ich fast in allen Sitationen nutze. Es ist mit der hohen Lichtstärke und der großen Blende von 1,4 perfekt für wunderschöne Unschärfeeffekte bei Portraits, aber auch perfekt für Landschaften und Straßenszenen. Und natürlich wegen der Lichtstärke super in Low Light Situationen wie blaue Stunde, Sonnenauf- und -untergang.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Sony A7iii + Sigma 35mm 1.4
Meine Fotoausrüstung: Immer dabei – die Sony A7iii

Mein zweitliebstes und ebenfalls häufig genutztes Objektiv ist das Sigma 20mm F1,4 DG HSM Art Objektiv für Sony-E Objektivbajonett (unter 800 Euro). Dieses benutze ich immer dann, wenn mir das 35mm „zu nah“ ist, also wenn ich beispielsweise mich von meinem Objekt nicht weiter entfernen kann z.B. um Fotos ganz auf das Bild zu bekommen oder bei Personenfotos in engen Gassen oder auf einem Berg. Auch perfekt ist das Objektiv um eine Landschaft möglichst ganzheitlich aufzunehmen oder um (kleine) Räume einzufangen.

Zwischen beiden Objektiven liegt das Sigma 24mm F1,4 DG HSM Art Objektiv (77mm Filtergewinde) für Sony-E Objektivbajonett (unter 800 Euro), das dieses Jahr sicher noch in meine Fototasche wandern wird und für das ich mich heute entscheiden würde, wenn ich mir nur ein erstes Objektiv zulegen würde.

Daneben habe ich noch das Tamron A036SF 28-75 mm F/2.8 Di III RXD-Autofokus, das einzige Zoom-Objektiv in meiner Sammlung und tatsächlich das, was ich am wenigsten nutze. Ich finde es zwar eigentlich nicht schlecht, aber trotzdem nicht so gut wie meine Sigma-Objektive. Wer aber ein praktisches Objektiv mit wenig Gewicht und unter 800 Euro sucht, dem kann ich das Tamron als Alternative zum Sony SEL-2470GM G Master Zoom Objektiv (24-70 mm, F2.8, Vollformat) für rund 2.000 Euro nur ans Herz legen.

Und last but not least plane ich gerade die Anschaffung des Sony SEL-100400GM G Master Super Telezoom Objektiv (100-400 mm, F4.5-5.6, OSS). Das Superzoom ist mit rund 2.500 Euro ziemlich teuer und vor allem für Tieraufnahmen z.B. auf Safari geeignet und leider gibt es aktuell noch kein günstigeres Pendant von Sigma oder Tamron für den Sony E-Mount.

Natürlich ist die Kamera mit aktuell über 2.000 Euro nur für den Body nicht gerade ein Schnäppchen und sicher nicht die richtige Fotoausrüstung für Fotografie-Neulinge oder Hobbyfotografen. Deshalb habe ich auch noch eine preiswerte Alternative, mit der ich auch sehr gerne und regelmäßig fotografiere, da es Julias & meine Backup-Kamera auf Reisen ist:

Fotoausrüstung auf Reisen #2 – Günstigere Alternative: Sony Alpha 6.000er Reihe

Wem die A7iii zu teuer und/oder zu schwer ist, für den habe ich mit der Sony Alpha 6.000er Reihe eine ideale Alternative. Die Kameras mit APS-C-Sensor reichen qualitativ fast an das Ergebnis der A7iii heran und sind für das Laien-Auge tatsächlich kaum zu erkennen. Die Sony Alpha 6.000 gibt es schon für rund 400 Euro – noch besser sind natürlich ihre Nachfolger 6.300 (für unter 800 Euro) oder 6.500 (für unter 1.400 Euro). Julia hat die 6.300er Variante in ihrer Fotoausrüstung, die wir auf gemeinsamen Reisen gerne als Backup-Kamera dabei haben.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Die Sony 6300
Tipp für eure Fotoausrüstung: die Sony A6300

Objektive für die Sony Alpha 6.300/6.000

Auch hier gilt: sowohl die 6.000 als auch die 6.300 oder 6.500 ist nur so gut wie das dazugehörige Objektiv. Und das ist im Falle der meisten Kit-Objektive eher schlecht und wird dem eigentlichen Potential der Kamera nicht annähernd gerecht. Da die Kameras der 6000er-Reihe als Kit allerdings oft nur wenige Euro mehr kosten, als der Body alleine, schadet es allerdings auch nicht, das Kit-Objektiv für den Anfang oder als Backup mitzuerwerben.

Ihr wahres Potential erschöpfen die Kameras der 6.000er Reihe erst mit einem guten Festbrennweiten-Objektiv, die noch dazu deutlich günstiger zu haben sind, als die Vollformat-Varianten. Nur rund 300 Euro zum Beispiel kostet das Sigma 30mm F1,4 DC DN Contemporary Objektiv (52mm Filtergewinde) für Sony-E Objektivbajonett, das ich sowohl auf Julias 6.300 liebe, als auch von meiner Olympus kenne. Hier ist zu beachten, dass ein 30mm-Objektiv auf einer Crop-Kamera wie der 6.300 deutlich „näher dran“ ist, als mein 35mm auf Vollformat.

Möchtet ihr mehr Bildausschnitt auf das Bild bekommen, kann ich euch nur das Sigma 16mm F1,4 DC DN Contemporary Objektiv (67mm Filtergewinde) für Sony-E Objektivbajonett, das wir ebenfalls auf Julias Kamera benutzen.

Wer gerne Tiere fotografiert, der kann mit dem Sony SEL-55210 Tele-Zoom-Objektiv (55-210 mm, F4.5–6.3, OSS, APS-C) für unter 250 Euro nicht viel falsch machen.

Und noch ein Hinweis für Sparfüchse: Die sogenannten „Contemporary“-Objektive von Sigma eignen sich leider nicht zur Verwendung auf der A7iii oder anderen Vollvormatkameras von Sony, auch wenn sie beide „für „E-Mount“ sind. Achtet beim Objektivkauf also immer auf den Zusatz „für Vollformat“, wenn ihr eine solche Kamera nutzt. Anders herum könnt ihr natürlich die Art Objektive für Vollformat auch auf eurer Kamera der 6.000er Serie nutzen. Wenn ihr allerdings nicht vorhabt, eure Fotoausrüstung irgendwann einmal auf Vollformat umzustellen, macht das preislich wenig Sinn, da die Objektive mehr als doppelt so teuer sind.

Fotoausrüstung auf Reisen #3 – Klein aber fein: Die Kompaktkamera Sony DSC-RX100

Neben meiner A7iii nutze ich aktuell nur noch eine weitere, Backup-Kamera, die perfekt ist für alle, die es noch kleiner und leichter mögen und auf Wechselobjektive verzichten können: Die Sony RX100er Reihe. Hierbei handelt es sich um eine Reihe super funktionaler und guter Kompaktkameras, die sich auch für die Erstellung von YouTube-Videos und Vlogs hervorragend eignen, da sie Super-Slow-Motion-Aufnahmen können und einen hervorragenden Bildstabilisator besitzen. Aber auch die Fotoqualität lässt sich absolut sehen. Ich selbst besitze die Sony DSC-RX100 V Digitalkamera (Stacked Exmor RS CMOS Sensor, 40-Fach Super-Zeitlupe, Anti-Distortion Verschluss, 24-70 mm zeiss Vario-Sonnar T) in meiner Fotoausrüstung (für aktuell unter 800 Euro). Das günstigste Modell, die Sony DSC-RX100 Mk1 gibt es für rund 300 Euro und das neuste Modell, die Sony DSC-RX100 Mk6, ist für über 1.000 Euro zu haben. Gerade wer auf Reisen jedes Gramm bei seiner Fotoausrüstung sparen und trotzdem nicht auf schöne, hochwertige Fotos weit abseits jedes Smartphones verzichten möchte, ist hiermit genau richtig!

Fotoausrüstung auf Reisen #4 – Für atemberaubende Luftaufnahmen: DJI Mavic Pro

Seit über zwei Jahren besitze ich zu meiner „normalen Fotoausrüstung“ auch noch eine Drohne für spektakuläre Luftaufnahmen. Auch wenn ich die Drohne nicht auf allen Reisen dabei habe, weil es in vielen Ländern mit den Fluggenehmigungen doch recht umständlich und schwierig ist, möchte ich sie heute nicht mehr missen. Ich selbst besitze die DJI Mavic Pro, die es schon für unter 1.000 Euro gibt. Das neuere, verbesserte Model, die DJI Mavic 2 Pro Drohne mit Hasselblad Kamera und variabler Blendenöffnung liegt bei knapp 2.000 Euro und ist aktuell auf meiner Wunschliste. Für unter 500 Euro bekommt ihr die DJI Spark, eine kleine Mini-Drohne, mit der ihr auch schon tolle Luftaufnahmen machen könnt und die noch dazu in jede Handtasche passt. Diese benutzt Julia zum Beispiel, schade ist allerdings, dass man mit ihr nur Fotos in JPG aufnehmen kann.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Beispielbild DJI Mavic Pro
Drohnenaufnahme aus Saint Lucia mit der DJI Mavic Pro

Fotoausrüstung auf Reisen #5 – Für Unterwasserabenteuer: Gopro Hero 5/7

Ebenfalls nur bei einigen Reisen dabei – nämlich immer dann, wenn Wasser im Spiel ist – aber dennoch wichtiger Bestandteil meiner Fotoausrüstung ist meine Gopro Hero black. Während ich noch mit der Gopro Hero 5 fotografiere, hat die neue Version, die Gopro Hero 7 einen großartigen, neuen Bildstabilisator mit verbaut, der sich bei Videoaufnahmen sehen lassen kann, wie ich kürzlich beim Tauchen in Saint Lucia feststellen musste. Auch hier wird dann wohl meinerseits wieder ein Upgrade fällig. Unbedingt empfehlen kann ich euch zur Gopro den Telesin Gopro Dome, mit der ihr spektakuläre „Halb/Halb-Aufnahmen“ über und unter Wasser machen könnt.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Die Gopro + Telesin Dome
„Halb/Halb“-Gopro Aufnahme mit Telesin-Dome (sogar noch mit der alten Gopro Hero 3)

Fotoausrüstung & Reisefotografie : Meine Tipps für unvergessliche Reisefotos

„Ich liebe deine Reisefotografie, mit welcher Fotoausrüstung machst du solche Aufnahmen?“ Diese Frage bekomme ich oft genug gestellt. Als wenn eine gute Kamera beziehungsweise Fotoausrüstung alleine genug wäre, um schöne Fotos zu erstellen. Denn selbst die beste Kamera bringt einem nichts, wenn man sie nicht richtig beherrscht oder (noch) kein Auge für Fotografie entwickelt hat. Ich würde sogar behaupten, dass jeder Profifotograf mit einem Smartphone bessere Bilder macht, als ein Anfänger mit dem besten Equipment. Aber keine Sorge: Das schöne an der Fotografie ist meiner Meinung nach, dass man sich immer weiterentwickeln kann und der Weg das Ziel ist. Selbst ich sehe bei meinen Bildern noch jedes Jahr beziehungsweise teilweise schon auf jeder neuen Reise, wie sich mein Skills verbessern. Man entwickelt sich eben immer weiter und das ist auch gut so!

Die meiner Meinung nach 10 wichtigsten Tipps, die ich in den letzten 9 Jahren als Bloggerin und Fotografin gelernt habe, möchte ich im Folgenden mit euch teilen:

Reisefotografie Tipp #1 – Goldener Schnitt

Der sogenannte „Goldene Schnitt“ oder auch „Drittelregel“ ist meiner Meinung nach die wichtigste Regel in Sachen Fotografie, die einem gerade am Anfang sehr viel weiterhilft um schöne und harmonische Reisefotos zu erzeugen. Egal, ob ihr Landschaften, Architektur, oder Menschen ablichtet, solltet ihr nach der Regel das Hauptmotiv etwas seitlich oder vertikal versetzt anordnen, damit das Foto besonders harmonisch wirkt. Am besten aktiviert ihr daher die „Drittellinien“ auf dem Display eurer Kamera und stellt sicher, dass euer Objekt sich auf einer dieser Linien befindet.

Bei Landschaftsaufnahmen sollte der Horizont beispielsweise entweder auf der oberen oder unteren Linie liegen, Personen positioniert ihr am besten auf die rechte oder linke Linie. Aber so wie alle Regeln ist auch der Goldene Schnitt nur dazu da, ab und an gebrochen zu werden. Zum Beispiel mag ich persönlich gerne Bilder die symetrisch sind und bei denen sich das Objekt direkt in der Mitte des Bildes befindet. Probiert am besten einfach aus, wie bestimmte Anordnungen auf dem Bild wirken.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Der goldene Schnitt
Reisefotografie Tipp: Der goldene Schnitt

Reisefotografie Tipp #2 – Vordergrund und Hintergrund

Eine weitere Grundregel, die ich bereits von meinem Vater gelernt habe, ist, dass jedes ausgewogene Bild einen Vorder- und einen Hintergrund benötigt. Wenn ihr also auf einem Berg steht und die Aussicht fotografiert, sieht das Bild manchmal sehr flach und langweilig aus. Habt ihr im Vordergrund jedoch ein bisschen Gras, eine Person, das Gipfelkreuz oder einen Baum, sieht das Bild gleich schon viel spannender und tiefer aus.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Vordergrund und Hintergrund
Reisefotografie Tipp: Vordergrund und Hintergrund machen ein Bild interessant

Reisefotografie Tipp #3 – Zeitautomatik statt Vollautomatik

Generell tun sich besonders Anfänger der Reisefotografie schwer, sich von den Bequemlichkeiten des Automatikmodus zu trennen. Viel zu groß ist die Angst am Ende mit unscharfen, unter- oder überbelichteten Bildern nach Hause zu kommen. Viel zu groß ist die Angst vor all den Zahlen wie Iso, Blende und Verschusszeit, die oft mehr für Verwirrung sorgt, als sie hilft.

Mein Tipp: Versucht statt der Vollautomatik den Moduls „Zeitautomatik“. Hier müsst ihr euch nur auf einen Parameter, die Blende, konzentrieren und eure Kamera wählt ISO und Verschlusszeit so, dass das Bild in der Regel gut belichtet ist. Diesen Modus benutze ich fast ausschließlich und korrigiere manchmal ISO und Helligkeit des Bildes über die Belichtungskorrektur, die meist in Stufen +/-3 einstellbar ist. Bei der ISO achte ich generell darauf, dass sie möglichst nicht über 1.000 liegt um Bildrauschen zu vermeiden.

Ansonsten konzentriere ich mich auf die Blende, die ich in der regel sehr groß = kleine Zahl wähle. Denn eine große Blende sorgt für schön freigestellte Personenaufnahmen – am liebsten verwende ich hier 1.4. Noch dazu ist sie perfekt in Low Light Situationen wie Sonnenauf- oder -untergang, weil sie in kurzer Zeit viel Licht auf den Sensor lässt.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Blendenautomatik
Reisefotografie Tipp: Fotografieren mit Zeitautomatik

Eine kleine Blende = hohe Zahl (also 11+) sorgt dagegen dafür, dass möglichst das ganze Bild scharf wird. Das finde ich in der Regel aber recht langweilig – ist aber natürlich Geschmackssache. Eine kleine Blende sorgt dafür, dass bei Gegenlichtaufnahmen ein „Sonnenstern“ entsteht und ihr könnt sie gepaart mit einem Stativ dafür nutzen, um Wasser zum Beispiel an einem Bach „verschwimmen zu lassen“.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: kleine Blende
Reisefotografie Tipp: Kleine Blende für „Sonnensterne“

Reisefotografie Tipp #4 – Fotografieren mit Selbstauslöser

Gerade wenn es um Personenaufnahmen geht, hat man es als Alleinreisender nicht immer leicht. Auch wenn ich am liebsten mit Begleitperson reise, sind einige Aufnahmen hier auf meinem Blog & auf Instagram mit dem Selbstauslöser und ggf. einem Stativ entstanden. Und quasi alle Bilder von Julia und mir zusammen sowieso. In diesem Artikel habe ich euch bereits verraten wie ihr tolle Reiseaufnahmen mit Stativ und Co von euch selbst macht.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Selbstauslöser
Reisefotografie Tipp. Tolle Reisefotos mit Selbstauslöser

Reisefotografie Tipp #5 – Nutze das warme Morgen- und Abendlicht

Generell ein guter Tipp für stimmungvolle Reisefotografie ist das warme und weiche Morgen- und Abendlicht zu nutzen – also die zwei Stunden nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Da wirken besonders Portraits am schönsten. Tatsächlich entstehen sicher 80 Prozent meiner Aufnahmen in diesem Zeitfenster. Das Fotografieren zur Mittagszeit versuche ich zu vermeiden, wenn es sich auf Reisen vermeiden lässt.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Morgenlicht und Abendlicht
Reisefotografie Tipp: Morgen- und Abendlicht

Reisefotografie Tipp #6 – Auch bei schlechtem Wetter entstehen stimmungsvolle Reisefotos

Oft glaubt man ja gerade als Anfänger, dass man für schöne Reisefotografie strahlend blauen Himmel benötigt. Ehrlich gesagt ist aber gerade das die schwierigste Situation beim Fotografieren. Ein paar Wölkchen machen jedes Foto gleich viel schöner und selbst düstere Wolken, Nebel und Regen können auf Reisefotos spannender aussehen als ein langweilig stahlblauer Himmel. Bei schlechtem Wetter hilft es beispielsweise, sich bei den Motiven auf (bunte) Details zu konzentrieren und vielleicht sogar ein paar Makroaufnahmen von Regentropfen und Co zu machen.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Schlechtes Wetter
Reisefotografie Tipps: Auch bei schlechtem Wetter entstehen tolle Reisefotos

Reisefotografie Tipp #7 – Weitwinkel oder Tele?

Meine liebsten Objektive fallen alle in den Bereich Normal bis Weitwinkel. Wenn es nicht um die Aufnahme von Tieren oder anderen weit entfernten Objekten geht (wo ihr zwangsläufig ein Teleobjektiv braucht) ist ein Weitwinkelobjektiv generell für Reisen am praktischsten. Denn so bekommt ihr am meisten von der Landschaft eingefangen.

Reisefotografie Tipp #8 – Reisefotos für Instagram: Meine Tipps

Auch wenn für schöne Instagram-Fotos eigentlich genau das gleiche gleiche gilt für die Reisefotografie, solltet ihr für die Produktion von Instagram-Content noch ein paar Dinge mehr beachten. Zum Beispiel solltet ihr eure Fotos für Instagram immer im Hochformat schießen und im Format 4/5 zuschneiden, welches dem maximalen Instagram-Format entspricht. So wird euer Bild im Feed größer angezeigt und bekommt statistisch gesehen mehr Aufmerksamkeit. Daneben kommen Fotos mit Personen drauf (also in der Regel man selbst) besser an als Landschaftsfotos. Mehr dazu lest ihr in meinem Artikel Instagram für Beginner: Meine 10 Tipps für den Start.

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Reisefotografie Tipp #9 – Bewegungen verschwimmen lassen

Um Bewegungen in euren Aufnahmen verschwimmen zu lassen, benötigt ihr ein Stativ, eine möglichst kleine = hohe Blende (16-22) und möglichst kein helles Licht. Dann könnt ihr das Wasser von Wasserfällen, die Brandung oder sich schnell bewegende Autos, Menschen oder andere Objekte stimmungsvoll verschwimmen lassen. Noch besser geht das, besonders tagsüber, mit einem sogenannten Graufilter, der der Kamera quasi vorgaukelt es wäre dunkel und so längere Verschlusszeiten möglich macht, bei denen das Bild ohne den Filter schon weiß = überbelichtet wäre.

Fotoausrüstung auf Reisen & 10 Reisefotografie-Tipps: Bewegungen verschwimmen
Reisefotografie Tipp: Wasserfälle und Co verschwimmen lassen

Reisefotografie Tipp #10 – Fotografiere in RAW

Wenn ihr tiefer in die Welt der Fotografie eintauchen und besonders in der Nachbearbeitung alle Möglichkeiten offen haben wollt, dann fotografiert nicht standardmäßig in JPG sondern in RAW. Speichert die Kamera nämlich ein Bild im JPG ab, macht sie bereits eine Art „Vorbearbeitung, bei der einige Bildinformationen bereits verloren gehen. Deshalb sehen JPG-Aufnahmen auf den ersten Blick vielleicht schöner aus, ihr habt aber in Sachen Bearbeitung mit den unbearbeiteten Dateien (RAW) mehr Spielraum und Möglichkeiten.

Besonders Dinge wie Weißabgleich, heller und dunkler machen des Fotos und Verschiebung der Farbregler, geht bei einem JPG-Foto nur sehr eingeschränkt und sorgt oft für Bildrauschen. Auch wenn ihr Presets von anderen Bloggern nutzen wollt, solltet ihr eure Kamera auf RAW umstellen. Das kann heute eigentlich selbst die kleinste Kompaktkamera. Wichtig ist hier, dass ihr jedes Foto vor der Verwendung erst bearbeiten müsst. Wollt ihr das nicht, könnt ihr auch zeitgleich in RAW+JPG fotografieren. Zur Bearbeitung nutze ich Adobe Lightroom, was meiner Meinung nach das beste Tool zur Bildbearbeitung ist. Zum Anfang könnt ihr Lightroom auch in der kostenlosen App auf dem Smartphone nutzen. Mit dieser könnt ihr übrigens sogar mit dem iPhone RAW-Fotos aufnehmen.

Fotoausrüstung & Reisefotografie: Meine Tipps zur Bildbearbeitung & Datensicherung

Eigentlich könnte ich dem Thema Bildbearbeitung einen ganz eigenen Artikel widmen, allerdings möchte ich es nicht versäumen euch zusätzlich zu mein er Fotoausrüstung auch an dieser Stelle ein paar kleine Tipps mit auf den Weg zu geben, die mir gerade am Anfang sicher weiter geholfen haben.

Reisefotografie & Bildbearbeitung Tipp – #1 – Sichere jeden Tag die Fotos von deiner Speicherkarte

Wie auch Festplatten sind Speicherkarten sensible Datenträger, die – besonders auf Reisen – gerne einmal kaputt gehen. Schließlich herrschen auf Reisen nicht gerade immer die besten Bedingungen. Sand, Salzwasser, Regen, Wärme, Kälte, Schnee – all das kann eurer Speicherkarte ganz schön zusetzen. Ich kann euch deshalb nur empfehlen jeden Abend die Dateien vom Tag auf der Festplatte oder sogar in der Cloud zu sichern. Ich habe selbst mehr als einmal Fotos und Videos durch eine defekte Speicherkarte verloren. Wenn es schon zu spät ist, hat mir bei Fotos immer die Tools TestDisk & PhotoRec geholfen, welche die meisten Dateien wiederherstellen konnten.

Reisefotografie & Bildbearbeitung Tipp #2 – Immer mehrere Speicherkarten dabei haben

Neben der täglichen Datensicherung, solltet ihr auf Reisen auch immer mehrere Speicherkarten dabei haben. Geht mal eine davon kaputt, könnt ihr wenigstens mit einer anderen weiter fotografieren. Manche Kameras, wie meine Sony A7iii haben sogar gleich zwei Speicherkartenslots, wo ihr ein Foto gleich auf beiden Karten sichern könnt.

Reisefotografie & Bildbearbeitung Tipp #3 – Den eigenen Bearbeitungsstil finden / Presets

Noch so ein Thema über das ich gleich einen eigenen Artikel füllen könnte, ist das Thema Bildbearbeitung, Presets beziehungsweise den eigenen Stil finden. Ich selbst arbeite schon seit mehreren Jahren mit meinen eigenen Presets, die ich mir nach und nach erstellt und immer weiterentwickelt habe. Wenn ich heute noch einmal anfangen würde, dann würde ich mir wohl ein Preset-Pack von einem Instagrammer kaufen, dessen Stil mir gefällt und dieses auf die eigenen Bedürfnisse anpassen und weiterentwickeln. Generell gilt hier wie so oft: Inspirieren ist toll, kopieren eher weniger.

Reisefotografie & Bildbearbeitung Tipp #4 – Fotobearbeitung in Lightroom

Ich bearbeite wie die meisten Fotografen wohl auch, meine Fotos mit Adobe Lightroom. Leider gibt es hier nur noch die Abo-Version mit monatlicher Zahlweise, ganz lange habe ich noch die Vollversion genutzt , die einmalig um die 100 Euro gekostet hat. Auch wenn man hier noch ältere Versionen bekommt, werden die RAW-Dateien neuer Kameras in diesen Versionen nicht mehr unterstützt, so dass auch ich wohl oder übel in die Abo-Variante wechseln musste.

Reisefotografie & Bildbearbeitung Tipp #5 – Empfehlenswerte Apps zur Bildbearbeitung

Neben Lighroom Desktop und der kostenlosen Lightroom Mobile App nutze ich – besonders zur Bearbeitung von Bildern und Videos fü Instagram Stories folgende Apps: VSCO, Snapseed und Picmonkey. Die können in Sachen Bildbearbeitung – besonders im Fall von VSCO – oft schon sehr viel und sind perfekt, wenn es mal schnell gehen muss. Oft nehme ich kleine Korrekturen, die mir erst im Nachhinein auffallen, schnell noch mit diesen Apps vor, bevor ich mein Bild z.B. auf Instagram poste.

Reisefotografie & Bildbearbeitung Tipp #6 – Bildarchiv in Lightroom

Ein Grund weshalb ich Lightroom so liebe ist die oft unterschätzte Funktion der Bildarchivierung. Seit dem ich die Software nutze, also seit 2014, habe ich in meinem Archiv alle Bilder von sämtlichen Festplatten gesammelt auf einen Blick. Möchte ich ein Bild nochmal bearbeiten, muss ich nur das Bild heraussuchen und so feststellen, auf welcher Festplatte es ist, die entsprechende Festplatte heraussuchen und kann auf dem Stand der letzten Bearbeitung loslegen. Das finde ich super praktisch! Und ich bin mir sicher, dass ich anders schon längst den Überblick verloren hätte.

Generell kann ich euch nur ans Herz legen, nach einer Reise die Bilder auszusortieren und nicht mehr benötigte Varianten des gleichen Motivs zu löschen. Gerade RAW-Fotos nehmen unheimlich viel Platz weg und je kompakter euer Bildarchiv ist, desto besser.

Ich hoffe dieser ausführliche Artikel hat euch weitergeholfen und ein paar Tipps für eure Reisefotografie und Fotoausrüstung gegeben. Bei Fragen zum Thema Fotoausrüstung und Co hinterlasst mir gerne einen Kommentar und verratet mir doch gerne auch mit welcher Kamera ihr aktuell fotografiert!

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