Abenteuer- vs Luxusurlaub – und warum sich beides nicht ausschließt

Man sagt ja so schön: Gegensätze ziehen sich an. Und das scheint bei mir nicht nur für meine Beziehung zu gelten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Freund und ich in vieler Hinsicht nicht unterschiedlicher sein könnten. Und trotzdem hält unsere Beziehung nun schon seit fast 15 Jahren. Aber auch beim Reisen scheinen mich die Gegensätze anzuziehen – schließlich dreht sich auf meinem Blog auch alles um „Abenteuer trifft Genuss“.

Gegensätze ziehen sich an – auch beim Reisen?

Abenteuer und Genuss – zwei Dinge, die auf den ersten Blick wohl wenig zusammenpassen sind für mich aber die perfekte Kombination, die das Reisen besonders machen. Denn warum muss man sich immer entscheiden, ob man nun Typ Abenteuer- oder Luxusurlaub sein soll? Warum muss ich mich entscheiden, ob ich lieber im Zelt unter dem Sternenhimmel oder im weichen Luxushotelbett schlafen möchte? Warum muss ich mich entscheiden ob ich abends am Straßenstand essen möchte, oder ein Fünf-Gängemenü bei Kerzenschein. Wenn ich doch (auf einer Reise) beides haben kann!

Vielleicht liegt es an unserem menschlichen Bedürfnis alles in Schubladen zu stecken, was nicht niet- und nadelfest ist. Aber dieser Art Schubladendenken stand ich schon immer auf Kriegsfuß. Schließlich ist das Leben doch viel schöner, wenn man mal nicht in das bewährte Muster passt. Ecken und Kanten statt Einheitsbrei eben. Und so geht es mir eben auch beim Reisen.

Abenteuer trifft Luxus auf meinen Reisen

Denn für mich gibt es nichts schöneres als morgens auf einen Fünftausender zu steigen und dann abends im Fünfsternehotel zu nächtigen. Das war zum Beispiel in der Atacama-Wüste in Chile der Fall. Im Torres del Paine Nationalpark bin ich mit meiner Schwester fünf Tage lang alleine mit Zeit und all unserer Verpflegung den W-Trek gewandert. Und danach im Backpackerlook im schicken Hotel Las Torres einzuchecken um den Nationalpark von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.

Auch auf meiner aktuellen Reise auf die Karibikinsel Saint Lucia war die Kombination aus Abenteuer- und Genuss wieder präsent. Nach unserer Nacht in der 3.500 Dollar Suite im Jade Mountain Resort (das schönste und teuerste Hotel in dem ich je übernachtet habe), haben wir im kleinen Guesthouse mit Zimmern ab 60 Euro übernachtet, das nicht einmal eine eigenen Location-Tag auf Instagram hat. Und soll ich euch was sagen: die Kombination war einfach perfekt!

Landestypischer Chame statt Einheitsbrei

Denn was die Unterkünfte auf meinen Reisen angeht, muss es nicht immer Luxus sein. Ganz im Gegenteil! Viele Luxushotels sind einfach total austauschbar und könnten überall in der Welt stehen. Viel mehr geht es mir darum, dass ein Hotel beziehungsweise eine Unterkunft das besondere Etwas hat. Darum, dass sie den Charme und Stil eines Landes widerspiegelt. Heimische Architektur und Materialien einsetzt. Das haben beide Unterkünfte erfüllt und so kann ich am Ende gar nicht sagen, welche Nacht mir insgesamt besser gefallen hat. Die Kombination macht für mich den Reiz aus!

Jagen kann man mich dagegen mit langweiligen Hotelketten wie Motel One, wo jedes Zimmer in jedem Land und jedem Hotel gleich aussieht. Das ist vielleicht noch für den Businesstrip nach Berlin okay, nicht aber auf Reisen, wo ich mich mich schönen Dingen und landestypischer Architektur umgeben möchte. Oft habe ich erlebt, dass gerade Mittelklassehotels dieses Kriterium nicht erfüllen. Hier habe ich nicht selten das Gefühl, dass alles irgendwie gewollt und nicht gekonnt ist. Natürlich kann man auch hier nicht alle Hotels über einen Kamm scheren, aber tatsächlich habe ich das schon öfter erlebt.

Nehmen wir das Hardrock Hotel zum Beispiel, in dem ich in Panama City übernachtet habe. Klar, hatte das Hotel eine tolle Aussicht auf die Stadt und das Essen war auch nicht schlecht. Aber irgendwie fehlte mir total das typische „Panama-Flair“, das ich in vielen Hotels in der Altstadt erlebt habe, an denen wir vorbeigekommen sind oder gegessen haben. Hätte ich es mir aussuchen können, hätte ich viel lieber in einem von diesen Übernachtet. Selbst ein kleines Gästehaus wäre mir lieber gewesen, als ein unpersönlicher Hotelklotz.

Aber auch der Umgang mit den Gästen ist mir in Sachen Hotel wichtig und oft ein Problem bei Mittelklassehotels. Während kleine Gästehäuser oft sehr persönlich geführt sind und man sich während seines Aufenthaltes quasi als Teil der Familie fühlt und im Luxushotel der Wunsch des Gastes an oberster Stelle steht, kommt der Service dazwischen oft zu kurz. Wie gesagt, das gilt natürlich nicht für alle Hotels, aber oft habe ich es genau so erlebt.

Vielleicht sollte ich mich aber lieber mit derartiger Verallgemeinerung zurückhalten. Schließlich ging es doch am Anfang dieses Beitrags um Schubladendenken und wie sehr ich das hasse. Und schwubs, schon bin ich selbst dabei fröhlich selbiges zu praktizieren. Ich denke aber, ihr wisst, was ich damit sagen möchte oder?

Gegensätze auf Reisen: Outdoor trifft Wellness

Aber nicht nur was die Hotels angeht, sondern auch die Aktivitäten auf Reisen, lasse ich mich nicht gerne in eine Schublade stecken. Und ich finde es großartig, wenn auch Hotels das nicht tun. Wenn es sich in einem Luxuhotel zum Beispiel nicht nur alles um Wellnessbehandlungen dreht, sondern man auch Mountainbiketouren buchen oder seinen Tauchschein machen kann. Eine Sache, die mir im bereits erwähnten Jade Mountain besonders gut gefallen hat. Und bevor ihr fragt: Ausführliche Blogposts zu unserer Reise nach Saint Lucia, unseren Unterkünfte (zwischen 60 und 3.500 Dollar die Nacht) sowie dem Jade Mountain, das wiederholt zu einem der besten Hotels der Karibik gewählt wurde folgen natürlich noch!

Ich selbst bin normalerweise auch eher Team Aktivurlaub. Ich liebe es zu Wandern, Fahrrad zu fahren, zu Tauchen oder zu Schnorcheln oder mit dem Mietwagen die Insel zu erkunden. Aber manchmal gibt es für mich auch nichts besseres als den ganzen Tag im Hotel-Spa oder am Strand zu verbringen, frische Kokosnüsse oder Prosecco zu schlürfen und mich einfach mal um nichts zu kümmern.

Und so wird sich auch in Zukunft alles auf dem Blog um die Kombination aus Abenteuerreisen und Luxusurlaub drehen. Aus Abenteuer und Genuss. Vielleicht ist dadurch nicht für jeden jeder Beitrag relevant. Aber das ist es ja auch so nicht und man kann es auch nicht immer allen recht machen.

Abenteuer trifft Luxus: Und ihr?

Vielleicht bin ich aber auch nicht die einzige, der es so geht. Vielleicht mögt auch ihr die Kombination aus Abenteuer und Genuss. Vielleicht checkt ihr ja auch nach einer Woche Abenteuerurlaub gerne in ein schönes Hotel ein und verbringt die letzten Tage eurer Reise am Strand. Das würde mich auf jeden Fall mal interessieren! Also lasst mir gerne mal einen Kommentar da, wie ihr das Thema seht und ob ihr vielleicht genauso tickt wie ich!

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6 Kommentare

  • Hallo Jana,
    das ist ein schöner Artikel und ich verstehe sehr gut, was du meinst! Als Luxusreisende lege ich keinen Wert auf die Anzahl der Sterne sondern auf zwei andere Dinge: perfekte Lage und individueller & herzlicher Service.
    Deshalb liebe ich alte Grand Hotels oder kleine Luxuslodges in der Größe 15-25 Zimmer bzw. Villen. Die großen Businesshotels sind mir auch viel zu anonym und wie du schon sagst „austauschbar“. Ich möchte mich an die kleinen Details, die Gespräche mit den Menschen und den Geruch erinnern. Erst kürzlich habe ich in Portugal in der Region Alentejo in einer Herdade – einem zum Hotel umgebauten Gutshof – ohne Sterne übernachtet und es war rundum perfekt und ganz besonders. Abenteuer ist ja auch eine ganz individuelle Vorstellung und Einschätzung. Ich weiß beispielsweise noch genau, wie aufgeregt ich vor meinem ersten Helikopterflug war. Für mich war das ein riesiges Abenteuer. Oder der Tag mit einem Aborigine im Outback Australiens, es war spannend und faszinieren und der Tag wurde bei einem guten Glas Wein in der Luxuslodge mit Blick in den Sternenhimmel abgerundet. Für mich schließen sich Abenteuer und Luxus also auch nicht aus.
    Viele Grüße
    Sabine

  • Für mich schließt es sich auch nicht aus. Für mich bedeutet Luxus schon einen eigenen Rückzugsort zu haben. Das Zimmer kann noch so winzig sein, es stört mich auch nicht das Bad zu teilen, aber Dorms im Hostel sind zum Beispiel so gar nicht meins – Das habe ich schnell für mich festgestellt. Außer ich bin mit einer ganzen truppe mehrere Tage unterwegs, da kommt beim Mehrbettzimmer so ein Klassenfahrtsgefühl auf und das fand ich in Australien zum Beispiel sehr cool. Privatzimmer bei fremden Leuten (danke Airbnb alles super easy buchbar heutzutage) finde ich auch super. Und gleichzeitig kann ich auch mal richtig Luxus gut vertragen und hab mir auf meiner großen Reise auch mal ein richtig schickes Zimmer mit Wellnessbereich gegönnt. Genau diese Mischung hat mich während der vier Monate begeistert. Mien Highlight war dann der Camper – Auto, Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer sowie Küche auf wenige Quadratmeter vereint war der Himmel auf Erden. Mein Luxus bestand dann aber in guten Campingplätzen mit sauberen sanitäten Anlagen :)

  • Liebe Jana,

    du sprichst mir aus der Seele! Ich selbst bin zwar kein Backpacker Typ und mag daher lieber „Luxus“ Unterkünfte, aber was will man mit all dem Luxus, wenn es nichts zu erleben gibt? Oft ist es leider so, dass die Luxushotels abgeschottet sind von der „Außenwelt“, sodass man gar nicht viel vom Land und der Kultur mitbekommt. Daher mag ich es, entweder vorher oder nachher einfach in eine günstige Unterkunft zu gehen, die mitten in der Stadt liegt.
    So bekommt man das Leben hautnah mit und hat einen ganz anderen Eindruck von dem jeweiligen Ort/Land.
    Wem das dann zu viel war, der kann danach dann im Luxushotel entspannen ;)

    Ich freue mich schon auf die Beiträge zu Saint Lucia! Das Hotel klingt jetzt schon traumhaft! Allerdings ist für mich immer das Preis-Leistungs-Verhältnis wichtig. Bei 3.500$ pro Nacht bin ich gespannt, was du dort geboten bekommen hast :)

    Liebste Grüße!!
    Vanessa

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