Skifahren lernen am Wilden Kaiser in nur zwei Tagen?

„Und jetzt geht´s ab auf die Piste!“ „Was? Wie? Jetzt?“, quietsche ich ein wenig schriller als eigentlich geplant. Mein Skilehrer Patrick nickt mir aufmunternd zu. „Glaub mir, ich sehe, dass du soweit bist!“ Soweit bin, soweit bin – ich stehe seit einer Stunde auf Skiern beim Skifahren lernen am Wilden Kaiser und das die größte Zeit einer Kinderschlange am Schlepplift, denn außer Patrick, seinen Kollegen und eben mir, gibt es keinen anderen Erwachsenen am Übungshang im Tal. Ich merke, wie mein Herz immer stärker und stärker klopft je näher wir der Bergstation kommen.

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Skifahren lernen am Wilden Kaiser – Meine ersten Pistenkilometer

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich es als echtes Harzer Mädel geschafft habe, mich als Kind eisern vorm Skifahren zu drücken. Und eigentlich weiß ich auch gar nicht, warum ich mich so gedrückt habe. Naja, eigentlich weiß ich es schon: ich bin ein ganz großer Schisser, und das war ich schon immer! Mit dem einzigen Unterschied, dass es heute irgendwie ein kleiner Mann in meinen Kopf geschafft hat, der mir ins Ohr flüstert: tu es, mach es, probiers aus! Meistens mag ich den kleinen Mann, denn er lässt mich Dinge erleben, die ich mir früher nie getraut hätte. Gerade jetzt würde ich ihn aber am liebsten von seinem hohen Ross schubsen, denn schließlich bin ich es, die nach einer Skistunde am Abgrund steht und sich da jetzt irgendwie herunter stützen muss. Wäre ich doch nur bloß beim Langlaufen geblieben! Patrick muss meine Angst spüren und redet beruhigend auf mich ein. Und auch ich muss feststellen, dass es nach den ersten paar Kurven gar nicht so schlimm ist und eigentlich auch gar nicht viel schwieriger als eben am Übungshang. Ehe ich mich versehe sind die ersten zwei Stunden vergangen und ich habe meine erste blaue Piste gefahren. Ich bin stolz wie Bolle!

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Skifahren lernen am Wilden Kaiser: Morgenstund hat Muskelkater im Mund – und schöne Sonnenaufgänge

So ein Skitag beginnt früh. Eigentlich fällt mir das Aufstehen im Urlaub ja nicht so schwer – wäre da nicht der Muskelkater, der von meinen Waden das Bein hinauf zieht. Es hilft nichts – noch bevor die Uhr auf 8 steht bin bereits in alle Skischichten geschlüpft und bereit zum Frühstück. Draußen beginnt es langsam zu dämmern und der Rauhreif taucht die Landschaft in ein zartes Weiß? Ja, genau, es ist Januar und in Tirol liegt kein Schnee. Jedenfalls im Tal nicht. Wie gut, dass oben auf dem Berg das strahlende Weiß auf mich wartet. Dank Schneefällen in der vergangenen Woche und ein bisschen Unterstützung durch die Schneekanonen ist der Pistenbetrieb davon ungefährdet und sogar die Talabfahrt ist möglich. Diese zu schaffen ist mein heutiges Etappenziel – denn ich war gefühlt die einzige Skifahrerin die mit Sack und Pack am Tag zuvor mit der Gondel die Talfahrt angetreten ist.

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Skifahren lernen am Wilden Kaiser: Jetzt wirds ernst!

Man könnte ja nun meinen, ich hätte jetzt schon ein paar Stunden auf den Alpinskiern hinter mir und würde entspannt am zweiten Tag auf die Piste fahren. Leider ist es bei mir genau umgekehrt. Denn heute wird es gleich zur Sache gehen und die Schonfrist ist vorbei. Die ersten Schwünge sind noch sehr wackelig, aber ich komme schnell wieder in den Trott vom Vortag hinein. Die blaue Piste macht mir inzwischen richtig Spaß und ich kenne die schlimmsten Stellen. Wie diese eine Kurve, in der es mich bei der zweiten Abfahrt kräftig hingelegt hat. „Das gehört dazu“, findet Patrick. Er sei froh, dass ich den ersten Sturz nun auch hinter mich gebracht habe.

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Skifahren lernen am Wilden Kaiser: Meine erste rote Piste

„Komm wir nehmen diesmal den anderen Lift“ ruft mir Patrick zu und ich steuere auf das andere Tor zu. Erst als wir im Lift sitzen, dämmert es mir. „Was ist denn das für eine Piste, die wir jetzt fahren?“, frage ich vorsichtig. „Eine Dunkelblaue“ antwortet Patrick. Auch wenn ich noch ein absoluter Newbee bin, was das Skifahren angeht, weiß ich doch, dass es nur blaue, rote und schwarze Pisten gibt. Patrick hat seine eigene Klassifikation. „Du kannst sie auch gerne als rosarot bezeichnen“, schlägt er mir vor. Mir ist dunkelblau lieber und schon müssen wir auch schon raus aus dem Lift und rein ins „Verderben“. Glücklicherweise startet die eigentlich rote Piste nicht viel steiler als die blaue zuvor und so werde ich immer sicherer. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich hier gestern die „Profis“ habe runterbrausen sehen, und jetzt fahre ich da selbst runter. Von brausen kann man bei mir aber nicht sprechen – ich fahre so langsam, dass ich manchmal sogar mit den Stöcken Anschwung nehmen muss. Für mich ging alles trotzdem rasant schnell und ehe ich mich versehe, bin ich auch schon wieder unten am Lift angekommen.

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Die Zeit vergeht im Flug und ruckzuck sind die zwei Stunden um. Erst jetzt realisiere ich wirklich, dass ich gerade tatsächlich in vier Stunden Ski fahren gelernt habe. Okay, ich bin langsam und ja, ich fahre noch ziemlich viel im Pflug – aber ich komme eine rote Piste runter, und das ganz ohne Angst.

Skifahren lernen am Wilden Kaiser: Die Belohnung

Nach der ganzen Aufregung habe ich mir das Mittagessen wirklich verdient. Und zwar nicht nur irgendein Mittagessen – sondern eins auf dem Gipfel. Denn der Berg, an dem ich die letzten zwei Tage so herum gefahren bin, ist die Hohe Salve, mit 1.828 Metern Höhe zwar kein hoher, aber dafür ein fantastischer Panoramaberg. Im Winter ist die Hohe Salve Teil des Skigebiets „Skiwelt Wilder-Kaiser/Brixental“, es gibt mehrere Gipfelabfahrten zu den umliegenden Orten. Auch wenn ich längst noch nicht soweit bin, eine der schwarzen Pisten vom Gipfel runter zu fahren, wollte ich mir die Aussicht nicht nehmen lassen, und noch dazu gibt es dort oben ein leckeres Gipfelrestaurant, in dem man mit Blick auf die umliegenden Berge die Sonne genießen kann. Auch wenn es weiter unten noch diesig ist, scheint hier oben meistens aus allen Knopflöchern die Sonne und vor lauter Staunen komme ich kaum dazu meine Kartoffel-Pfifferlingsuppe zu essen.

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Nachdem ich den Gipfel per Seilbahn wieder verlassen habe, wird es Zeit mein Tagesziel ins Auge zu fassen: die Talabfahrt. Ich muss zugeben, das Skifahren ist nochmal ein bisschen anders, wenn nicht immer der liebe Patrick rückwärts vor mir her fährt. Ganz auf mich allein gestellt, versuche ich alle guten Ratschläge zu befolgen, die er mir die letzten zwei Tage gegeben hat. Als ich schließlich die Talstation erreiche, bin ich einfach nur froh. Plötzlich schmerzt mir jede Faser meines Körpers und meine Beine fühlen sich an wie aus Zement. Erhobenen Hauptes und mit einem Grinsen auf dem Gesicht spaziere ich in den Skiverleih und gebe meine Ausrüstung für heute ab. Jetzt kann ich Skifahren – naja wenigstens ein bisschen.

Ski fahren lernen am Wilden Kaiser als Erwachsener?

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: Zum Skifahren lernen ist es nie zu spät. Ich habe mir ganz lange eingeredet, dass es sicher nichts für mich sei und was soll ich sagen: ich hatte echt unrecht! Wer genauso wie ich nur für ein paar Tage das Skifahren ausprobieren möchte, oder wer vielleicht seit vielen vielen Jahren wieder zurück auf die Bretter möchte, dem kann ich das Programm Zurück auf die Ski nur empfehlen. Das Komplettpaket wird heute in vielen Regionen Tirols angeboten und beinhaltet ein Komplettpaket aus Unterkunft, Skipass, Skier und jeweils vier Privatlehrerstunden. Für mich hat die Zeit auch als Neueinsteiger völlig gereicht um die ersten Schritte zu lernen und zu merken: ICH WILL MEHR! Ich muss aber dazu sagen, dass ich schon vor zwei Jahren mit dem Skating (Langlauf) angefangen habe, was mir natürlich schon die Grundtechniken und ein Gefühl für Skier unter den Füßen vermittelt hat. Ich weiß nicht, wie weit ich gekommen wäre, wenn ich vorher noch niemals auf Skiern gestanden hätte. Für mich steht auf jeden Fall fest: Ich bleibe dabei!

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Wenn ihr übrigens wissen wollt, wie es meiner Reisegefährtin Susi als Wiedereinsteigerin ergangen ist, dann schaut mal auf ihrem Blog black dots white spots vorbei.

Vielen Dank an Tirol Werbung und den Tourismusverband Wilder Kaiser für die Einladung nach Söll zum Skifahren lernen am Wilden Kaiser und natürlich ganz besonders an Patrick, der mich in nur vier Stunden fit für die Piste gemacht hat.

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