Abenteuer Peru – Rundflug über die mysteriösen Nazca-Linien

Ich hatte ja schon viel gehört, über die Rundflüge über die Nazca-Linien in Peru. Vielen soll so übel geworden sein, dass sie nur gehofft haben, dass der Flug bald vorbei ist. “Sensibelchen!” dachte ich bloß und freute mich auf die bevorstehenden 30 Minuten in denen ich endlich die sagenumwobenen Nazca-Linien zu Gesicht bekommen sollte. Und dann kam alles ganz anders…

Aliens oder Nazca-Kultur?

Ich bin mir sicher, dass es irgendwo da draußen in dem riesigen Universum noch anderes Leben gibt. Rein statistisch erscheint mir das nur logisch. Weniger logisch finde ich die zahlreichen Berichte von unbekannten Flugobjekten und mysteriösen Kornkreisen die man hier auf der Erde eben diesen in die Schuhe schiebt. Eben wie die Nazca-Linien.

Auch wenn man nur schwer glauben kann, dass die teilweise bis zu 20 Kilometer langen schnurgeraden Linien und Gebilde in der Wüste von Peru wirklich von Menschenhand geschaffen wurden und zwar von einer Kultur, die vor 2.000 Jahren gelebt hat, heißt das für mich nicht automatisch, dass Aliens im Spiel gewesen sein müssen. Ich kann mir genauso wenig vorstellen, wie Menschen vor Tausenden von Jahren die riesigen Steine zu Pyramiden zusammengefügt haben.

Und so treibt mich nicht der Glaube an Außerirdische sondern die Faszination für die alte Nazca-Kultur, die noch vor Christus die Einöde um Nazca bevölkert haben und für die gigantischen Scharrbilder verantwortlich sein soll in die karge peruanische Einöde der Atacama-Wüste.

Um die Linien nicht zu zerstören darf die Gegend der Linien heute nicht mehr betreten werden. Viel zu empfindlich sind die sogenannten Geoglyphen, die aber auch so irgendwann einfach vom Wüstensand zugedeckt sein werden. Eigentlich ein Wunder, dass sie eine so lange Zeit überdauert haben.

Wer die Linien also sehen möchte, muss sich entweder auf einen eigens dafür angelegten Aussichtsturm begeben oder eben in die Luft.

Aussichtsturm oder Rundflug?

Wenn mich erst einmal etwas fasziniert und gepackt hat, dann lässt es mich nicht mehr los. Und ein zwei Sandgebilde von einem Turm erahnen zu können, reicht dann einfach nicht. Da muss schon ein Rundflug her. Doch stellt sich die Frage: sind die Flugzeuge tatsächlich so unsicher wie unser Lonely Planet Südamerika behauptet?

Die Neugier ist schließlich stärker als die Bedenken und ich entscheide mich für Aero Paracas, der Anbieter mit der längsten Erfahrung und der auch im Lonley Planet als Bester hervorgehoben wurde. Natürlich ist er auch der teuerste. Aber das nehme ich gerne in Kauf um sicher wieder am Boden anzukommen.

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“Bloß nichts vorher essen”, stand als Tipp im Internet und so knurrte mir der Magen bis es nach Sicherheintseinweisung, Wiegen und Warten endlich in die Luft geht. Sechs Personen passen in ein Flugzeug – also zwei Piloten und vier Passagiere. Das mit den zwei Piloten ist übrigens nicht bei jeder Airline so und ein Grund für den höheren Preis bei Aero Paracas, den ich gerne bereit bin zu zahlen.

Es beginnt alles ganz harmlos: Wir bekommen unsere Kopfhörer aufgesetzt und dann startet die kleine Maschine gen Himmel. Ich bin fasziniert, wie sehr sich das Flugerlebnis in so einem kleinen Flugzeug doch von den großen unterscheidet und beobachte fasziniert, wie die Stadt Nasza unter mir immer kleiner wird.

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Dann geht es Richtung Wüste. Während ich noch heimlich die Mimosen aus dem Internet belächele nähern wir uns dem ersten Scharrbild: dem Killerwal mit einer Größe von runf 62 Metern. Auf der anderen Seite eröffnet sich der Blick auf ein mehrere Kilometer langes Trapez.

Und damit beginnt die Achterbahnfahrt!

Damit jeder von uns Passagieren die Figur im Sand auch optimal und im richtigen Winkel erkennen kann, fliegen die Piloten abenteuerliche Achten bei denen ich wechselseitig in stabiler Seitenlage liegend gegen meine Schwester oder die Bordwand gedrückt werde.

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Das Trapez (man beachte den Neigungswinkel des Flugzeugs!)

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Der Killerwal

Ich hatte ja immer geglaubt ich hätte einen robusten Magen, aber so robust ist er dann doch irgendwie nicht. Ich versuche tief durchzuatmen, mich in meinem Sitz zu entspannen und meine Augen auf die Bilder unter mich zu konzentrieren. Jetzt ist der Astronaut dran, der jeden Alien-Therorie-Anhänger glücklich macht. Er befindet sich auf einem kleinen Berghang und ist verhältnismäßig leicht zu erkennen.

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Der Astronaut

Andere Bilder sind da schwerer wahrzunehmen – zumindest wenn man berücksichtigt, dass ich nach drei Flugmanövern kaum mehr sagen kann wo oben und unten ist.

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Der Affe

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Der Kolibri

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Die Spinne

Mitten durch das Areal führt eine Landstraße, die einen Eindruck vermittelt WIE GROSS die Nasza Linien tatsächlich sind. LKW und Häuser wirken dagegen wie kleine Spielzeuge. Die größte Tierformation ist der Condor mit einer Flügelspannweite von über 300 Metern. Wahnsinn!

Übrigens vertritt man heute die Ansicht, dass die Linien damalige Prozessionswege der alten Nazca Kultur darstellen die in den Jahren zwischen 800 und 200 v. Chr. in der kargen Gegend gelebt haben.

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Der Condor

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Der Papagei

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Der Reiher

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Der Baum & Die Hände oder das Küken

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Das Alien

Dann ist der Spuk auch schon vorbei und das Flugzeug nimmt – zum ersten Mal seit 20 Minuten die mir wie eine halbe Ewigkeit vorkamen – eine ruhige Flugposition ein. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich darüber nicht froh war. Und so kann ich die wackeligen Knie nach dem Aussteigen aus der kleinen Maschine auch nur zum Teil auf die Aufregung schieben, die Nazca Linien endlich mit eigenen Augen gesehen zu haben.

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Bin ich masochistisch veranlagt wenn ich sagen würde, dass ich es trotzdem immer wieder machen würde?

Nazca-Linien-Rundflug: Infos & Tipps

Wer sich für prähistorische Kultur interessiert und einen robusten Magen hat oder eventuelle Übelkeit nicht abschreckt, der auf dem Weg von Lima nach Cusco problemlos einen Zwischenstopp in Nazca einlegen. Fast alle Busse die zwischen den Städten hin und herpendeln halten in der Stadt. Auf der Hauptstraße gibt es verschiedene Büros der einzelnen Fluggesellschaften. Ich kann auf Grund meiner Recherche und den eigenen Erfahrungen Aero Paracas nur empfehlen. Der 30 minütige Flug hat uns 80 Euro gekostet, der Listenpreis liegt aber deutlich höher. Daher am besten einfach am Vortag vorbei schauen und direkt vor Ort buchen und einen guten Preis verhandeln. Natürlich sind die Chancen dafür in der Nebensaison höher.

Würdest du ins Flugzeug steigen um die Nazca-Linien mit eigenen Augen zu sehen?

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9 Kommentare

  • Haha, großartig und sehr gerne gelesen. Weia, ich habe ja auf Schiffen nicht das geringste Problem, dafür aber seltsamerweise regelmäßig im Auto bei kurvigen Straßen (?) und bei Achterbahnen sowieso, sowas wäre daher wohl auch weniger etwas für mich gewesen. Aber es hat sich gelohnt, die Figuren sind ja irre!
    Liebe Grüße
    /inka

    • Ja, manchmal muss man da eben durch für das Erlebnis und die Story! Zumindest Übergeben hab ich mich nicht müssen und das ist ja schonmal was! :-D Für die Fotos waren die Schleifen natürlich super, da so meine Schwester und ich beide eine Chance hatten ein gutes Foto zu machen…

  • Wow, abenteuerlich! Ich habe auch in kleinen Fliegern normalerweise keine Probleme, aber das hört sich übel an. So ein bisschen, wie wenn ein Segelflugzeug die ganze Zeit Kreise fliegt, um an Höhe zu gewinnen. Da wird mir auch schlecht…

    Von den Linien habe ich im Buch “Warum Tee im Flugzeug nicht schmeckt und Wolken nicht vom Himmel fallen: Eine Flugreise in die Welt des Wissens” gelesen und finde sie jetzt durch deine Fotos noch viel cooler. Das Buch kann ich übrigens sehr empfehlen! :-)

    Sonnige Grüße
    Jessi

  • Haha, danke für diesen großartigen Artikel. Ich finde Berichte über angebliche Aliens und scheinbar magische Orte immer spannend. In England gibt es ja ganz viele Steinkreise, die wie z. B. Stonehenge wirklich von Menschen errichtet wurden. Einigen dieser Orte werden magische Fähigkeiten nachgesagt. Ich habe das belächelt. Aber als wir dann mutterseelenallein vor einem Stein mit Loch standen, der beim durchkrabbeln Heilung, Gesundheit und Eohlbefinden verspricht, hab ich mir fast in die Hose gemacht. Allein den Stein zu berühren, dazu den pfeifenden Wind und die dunkel aufziehenden Wolken am Himmel …. Hui, also dieser Ort war wirklich magisch :-)

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