Highlights zwischen Banff & Jasper – Auf dem Icefield Parkway durch Kanada

Kanada gehört schon lange zu meinen Sehnsuchtszielen. Vor allem die kanadischen Rockies in der Provinz Alberta haben es mir dabei angetan. Auch wenn es in Kanada sicher noch viel mehr traumhafte Regionen zu erkunden gibt, eignen sich die Kanadischen Rockies – genauer gesagt, der Icefield Parkway zwischen Banff und Jasper – perfekt für einen ersten Einblick in dieses wundervolle Land. Der Banff Nationalpark ist vom internationalen Flughafen in Calgary in nur zwei Stunden erreicht und man befindet sich bereits mitten in der Natur.

Kanada war für mich Liebe auf den ersten Blick. Schon als die Berge auf dem Weg Richtung Banff vor mir immer größer werden wusste ich: Kanada hat einen Platz in meinem Herzen sicher. Und dieser Eindruck hat sich über die Zeit nur noch mehr gefestigt. Die Seen, die Berge, die unbewohnte und unberührte Natur, die freundlichen Menschen und all die Tierwelt um mich herum, haben mich einfach nur umgehauen.

Auf dem Icefield Parkway von Banff nach Jasper

Für den Icefield Parkway beziehungsweise die Strecke zwischen Banff und Jasper (der eigentliche Icefield Parkway beginnt erst hinter dem Lake Louis) solltest du dir mindestens 4 Tage Zeit nehmen. Vor allem, wenn du noch einen Abstecher in den Yoho-Nationalpark vor hast. Besonders schön wird es nämlich meist erst, wenn du  Reisebusse und Ausflugsterrassen hinter dir lässt und zu Fuß in die kanadische Landschaft eintauchst. Dann bist du nämlich ruckzuck ganz alleine und kannst Berge, Seen und Tierwelt ungestört von anderen Touristen genießen.

Und weil ich zunächst völlig überfordert war, von der Vielfalt und Masse an Ausflugszielen, Seen, Tipps und Touren, möchte ich dir heute meine 15 Highlights zwischen Banff und Jasper vorstellen, wenn du – wie ich – keine 14 Tage für die Strecke Zeit (die man locker mit Aktivitäten füllen könnte) hast und trotzdem mehr erleben möchtest, als nur mit kurzen Fotostopps durch die Landschaft zu rauschen.

Lake Minnewanka

Kurz vor der Einfahrt nach Banff liegt der Lake Minnewanka, der größte See im Banff Nationalpark. Es ist mein erster Stopp auf dem Trip und nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was mich in den nächsten Tagen zwischen Banff und Jasper so erwarten wird. Da es schon später Nachmittag ist, treffen wir auf kaum andere Menschen und können die ersten Eindrücke bei einem kleinen Spaziergang am Seeufer auf uns wirken lassen. Wer mag kann auch eine Bootsfahrt buchen und die Aussicht auf die Berge vom Wasser aus genießen.

Vermillion Lakes

Kurz hinter Banff wartet schon der nächste See beziehungsweise die nächsten Seen auf dich, nämlich die Vermillion Lakes. Wer in Banff übernachtet sollte am besten früh Morgens (oder spät abends) kommen um den Sonnenauf- oder -untergang dort zu erleben. Wir waren kurz nach Sonnenaufgang dort und mit Ausnahme von ein paar asiatischen Touristen, haben wir die Morgenstimmung ganz für uns alleine genießen können. Ein ganz besonderes Erlebnis und da man in rund 10 Minuten von Banff dort hingefahren ist, muss man dafür nicht mal extrem früh aufstehen.

Banff Upper Hotsprings

Spätestens seit Island lasse ich auf Reisen keine heiße Quelle aus und in den kanadischen Rockies gibt es einige. Ich habe mir die Banff Upper Hotsprings rausgesucht, weil sie die perfekte Mischung aus toller Kulisse und guter Erreichbarkeit bieten. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch hier gilt: am besten früh Morgens zu Betriebsbeginn um 1o Uhr kommen, da hat man das Becken und den Blick auf die Berge fast für sich alleine. Später am Tag kann es hier richtig voll werden. Der Eintritt kostet übrigens nur 7 kanadische Dollar und ist somit vergleichsweise günstig. Das Thermalbad liegt oberhalb vom Banff nahe der Talstation der Banff Gondola, die man perfekt im Anschluss besuchen kann.

Bow Valley Parkway

Normalerweise würde die Fahrt auf dem Transcanada Highway nach Lake Louise rund 30 Minuten dauern. Auf dem parallel verlaufenden Bow Valley Parkway brauchst du zwar 45 Minuten, hast aber gute Chancen Bären und andere Tiere zu beobachten – gerade in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Ich habe dort meinen ersten (und einzigen) Grizzly-Bären gesehen und kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an den Moment denke, in dem ich ihn im Gebüsch herumklettern sah. Kleiner Tipp: Wenn du stehende Autos an der Straße siehst, kurz dahinter anhalten und schauen, wonach die anderen Reisenden Ausschau halten. So haben wir die meisten Tiere in Kanada entdeckt. Auch wenn du keine Tiere sehen solltest, ist die Straße landschaftlich reizvoller und man kommt am Johnston Canyon vorbei, dem nächsten Punkt auf der Liste.

Johnston Canyon

Der Johnston Canyon Hike klingt abenteuerlicher als er eigentlich ist. Denn es handelt sich vielmehr um einen angelegten, gut gehbaren Spazierweg von sechs Kilometern Länge, der selbst von Wandermuffeln gut geschafft werden kann. Deshalb gilt auch hier: Wer früh kommt, entgeht den Reisebusladungen und kann die Landschaft besser genießen. Der plötzliche Wintereinbruch mit Schneefall im Herbst tut sein übriges und so befindet sich außer unserem nur ein einziges anderes Auto auf dem Parkplatz. Der Weg führt durch den spektakulären Canyon vorbei an den Lower Falls zu den Upper Falls. Wer mag kann die Wanderung noch verlängern und zu den sogenannten Ink Pots laufen. Alles in allem ist der Johnston Canyon eine willkommene und spannende Abwechslung zu den Seen und Berglandschaften der Rockies.

Moraine Lake

Noch bevor du den Lake Louise erreichst, gelangst du zu einer Abzweigung, die in 16 Kilometern zu dem wohl schönste See im Banff Nationalpark führt: dem Moraine Lake. Seine türkis leuchtende Farbe und die Berglandschaft drum herum machen ihn zu einem Muss-Stopp im Nationalpark. Und so kommt es, dass gerade in den Sommermonaten die Zufahrtsstraße schon gegen Mittag gesperrt wird. Die Parkplätze am Ende der Straße sind nämlich limitiert und bevor Autos die ganzen 16 Kilometer zurücklegen müssen, um auf Grund Parkplatzmangels am Ende wieder umzudrehen, wird die Straße gleich ganz gesperrt, sobald der Parkplatz voll ist. Wenn das der Fall ist, fahr am besten zum Lake Louise weiter und komm später noch einmal zurück. Ab circa 5-6 Uhr sieht es meistens wieder besser aus. Und so war es auch bei uns. Abends zum Sonnenuntergang müssen wir die atemberaubende Szenerie während eines Spazierganges zum Viewpoint oberhalb des Sees mit nur wenigen anderen Besuchern teilen.

Lake Louise

Am Lake Louise sieht die Parkplatzsituation – zumindest außerhalb der Sommermonate – sehr viel entspannter aus. Auch hier führte der Wintereinbruch dazu, dass wir die Seepromenade fast ganz für uns alleine hatten. Von dort aus kann ich die Wanderung zum Lake Agnes Tea House nur empfehlen. Je weiter man sich nämlich vom Parkplatz entfernt, desto weniger Menschen begegnen einem. Während der Wanderung vorbei am Mirror Lake und einem Wasserfall bieten sich immer wieder Ausblicke auf den Lake Louise. Vom Tea House am Lake Agnes kannst du noch weiter zu den Gipfeln Big Behive oder Small Behive wandern. Lass dir aus Erfahrung gesagt sein: Es lohnt sich nur bei klarer Sicht! Insgesamt dauert die mindestens 9 Kilometer lange Wanderung (hin und zurück) etwa 3 Stunden.

Emerald Lake

Kurz hinter dem Lake Louise teilt sich die Straße. Links geht es weiter über den Transcanada Highway in Richtung Yoho Nationalpark, rechts führt die Straße über den Icefield Parkway nach Jasper. Der Yoho Nationalpark ist der dritte Nationalpark im Bunde der Kanadischen Rockies und er ist mindestens genauso schön wie seine größeren Geschwister Banff und Jasper. Gerne hätte ich mehr Zeit gehabt um noch mehr von der schönen Landschaft zu sehen, aber wenigsten ein Stopp am Emerald Lake musste einfach sein. Gegend Spätnachmittag ergattern wir noch kurz vor Geschäftsschluss ein Kanu und erkunden die atemberaubende Seenlandschaft vom Wasser aus. Mit 50 Dollar für eine Stunde Kanu fahren, ist es auf dem Emerald See auch noch vergleichsweise erschwinglich. Wer also eine Kanutour in den Rockies geplant hat, macht sie am besten hier.  Alternativ lässt sich der See auch innerhalb vom sechs Kilometern zu Fuß umrunden – perfekt für alle, die zu spät kommen oder sich das Geld für die Kanumiete sparen möchten.

Bow Lake & Bow Falls

Der zweite See nach dem Hektor Lake entlang des Icefield Parkways ist der Bow Lake. An der Simpson’s Lodge gibt es einen großen Parkplatz von wo aus die Wanderung zu den Bow Falls startet. Rund 12 Kilometer muss man für den Hin-und Rückweg einplanen, der zunächst entlang des Sees und dann später bergauf in die Berge führt. Dafür hat man die atemberaubende Seen- und Flusslandschaft fast ganz für sich alleine. Im Gegensatz zu den anderen Wanderungen ist diese nämlich um einiges weniger frequentiert und so kommt echtes “Into the Wild”-Feeling auf. Alleine deshalb kann ich die Wanderung nur empfehlen, auch wenn die Wasserfälle am Ende vergleichsweise enttäuschend sind.

Peyto Lake

Nach dem Bow Lake schließt sich der Peyto Lake an, einer der schönsten Seen im Banff Nationalpark, wie ich finde. Vom Parkplatz geht es zu Fuß über die Asphaltstraße nach oben, bis rechter Hand eine Abzweigung durch den Wald zu einer Aussichtsplattform führt. Über einen Pfad durch den Wald kurz unterhalb der Plattform kannst du den gleichen Blick allerdings auch ohne Geländer und Menschen genießen. Wer viel Zeit mitbringt, kann von hier aus in 1,5 Stunden zum Bow Summit wandern – von dort aus ist die Aussicht dann noch besser!

Columbia Icefield

Hinter dem Peyto-Lake wird der Icefield Parkway immer spektakulärer. Immer, wenn man gerade denkt, das geht doch nicht NOCH BESSER, wartet hinter der nächsten Kurve ein weiterer spektakulärer Ausblick. Dort, wo der Banff Nationalpark in den Jasper Nationalpark übergeht, tangiert die Straße das Columbia Icefield. Mehrere Gletscherzungen ragen fast bis an die Straße heran. Wer sich die Touristenabfertigung sowie die 90 Dollar für eine Tour auf den Gletscher sparen möchte (so wie wir) biegt hinter dem Besucherzentrum links ab. Vom Parkplatz kannst du in rund 15 Minuten zu einem Aussichtspunkt laufen, von wo aus du einen tollen Blick auf die Gletscherzunge hast und über Infotafeln allerlei Wissenswertes über den Gletscher, seine Entstehung und Zukunft lernst.

Sunwapta & Atabaska Falls

Weiter Richtung Jasper führt die Straße nun an zwei imposanten Wasserfällen vorbei: den Sunwapta und den Atabaska Falls, die beide Teil des gleichnamigen Flusslaufes sind. Ein kurzer Stopp inklusive Beine vertreten lohnt sich bei beiden allemal – auch wenn die Wasserfälle in Kanada meiner Meinung nach bei weitem nicht mit denen in Island mithalten können.

Valley of the Five Lakes

Kurz vor Jasper wartet dann noch ein kleines Highlight auf dich, nämlich das Valley of the Five Lakes. Ein rund 4,5 Kilometer langer Wanderweg führt zunächst durch den Wald und später vorbei an allen fünf Seen des Tals, von denen einer schöner als der andere ist. Kurz vor Sonnenaufgang teilen wir den Wanderweg nur mit drei/vier anderen Fotografen, was die Landschaft nur noch schöner und ursprünglicher macht. Ich kann mir kaum vorstellen, wie traumhaft die Seen wohl bei klarem Wetter sein mögen, wenn sie bei bewölkten Himmel schon so schön waren.

Maligne Canyon

Vorbei an Jasper führt der Yellowhead Highway schließlich zum Maligne Canyon und dem gleichnamigen See. Der Canyon liegt dabei ungefähr auf halber Strecke (25 Kilometer). Auf verschiedenen kürzeren und längeren Rundwegen kann die Schlucht von mehreren Brücken aus bestaunt werden. Wir entscheiden uns auf Grund der fortgeschrittenen Zeit für die zweitkürzeste Variante, die 4 Brücken einschließt. Es ist auf jeden Fall beeindruckend, wie sich das Wasser duzende Meter unter einem unter Tosen den Weg durch die enge Schlucht bahnt.

Maligne Lake

Auch wenn es ziemlich touristisch ist, lassen wir uns eine Bootsfahrt zur heiligen Spirit Island auf dem Maligne Lake natürlich nicht entgehen. Schließlich ist es DER Fotospot der kanadischen Rockies und auch in Echt mindestens genauso schön wie auf den Bildern. Die Tour umfasst einen kurzen Landgang zu einem Aussichtspunkt, bevor es über den spiegelglatten See wieder zurück zum Ausgangspunkt geht. Spirit Island liegt ganz am Ende des 22 Kilometer langen Sees und kann nur zu Fuß in einer langen Wanderung, mit dem Kanu oder eben per Bootstour besucht werden. Wenn man also irgendwo in den Rockies mal eine Bootsfahrt machen möchte, dann auf jeden Fall dort. Auch wenn die 65 Euro pro Ticket für die 90 minütige Tour nicht gerade ein Schnäppchen sind.

Anreise in die kanadischen Rockies

Am schnellsten erreichst du Banff und die kanadischen Rockies vom internationalen Flughafen in Calgary aus – nämlich innerhalb von 2 Stunden. Calgary wird unter anderem täglich von KLM mit dem neuen Dreamliner angeflogen. Der Flug von Amsterdam nach Calgary dauert keine acht Stunden und wer mag kann nach der Reise oder davor wie ich noch einen kleinen City Trip in Amsterdam dranhängen – der perfekte Kontrast zu der kanadischen Wildnis wie ich finde. Vor Ort ist man am besten mit dem Mietwagen unterwegs, den man direkt am Flughafen abholen kann. Lasst euch auf keinen Fall vom Personal beeinflussen, die euch einreden wollen, dass euer Auto zu “klein” sei um damit durch die Berge zu fahren. Die Bergpässe in den Alpen sind um eines krasser und da fährt man auch mit seinem normalen Kleinwagen rüber. Unser “zu kleines” Auto entpuppte sich übrigens letztendlich als Siebensitzer.

Warst du schon einmal in den kanadischen Rockies zwischen Banff und Jasper unterwegs? Was war dein Highlight und hast du vielleicht noch Ergänzungen? Ich freue mich auf dein Feedback!

Im Rahmen der #KLMTop10-Kampagne wurden meine Flüge nach Kanda von KLM gesponsert. Vielen Dank dafür!

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