Von Marrakesch in die Wüste: Glamping-Auszeit im Scarabeo Camp

Eine Nacht in der Wüste verbringen, das wünscht sich so ziemlich jeder Marrakesch-Besucher. Schließlich liegt die Sahara ja quasi um die Ecke!? Weit gefehlt. Wer wirklich einen Ausflug in die Sahara beziehungsweise die Erg Chebbi, wie das Gebiet in Marokko heißt, machen möchte, der muss sich mindestens 8 Stunden im Bus den Hintern platt sitzen. Doch es gibt eine Alternative für alle, die weniger Zeit haben oder aufwenden möchten: nur 45 Minuten Fahrzeit von Marrakesch entfernt liegt in der Agafay-Wüste das Scarabeo Camp. Ein Wüstencamp wie aus dem Bilderbuch.

Einziger Wermutstropfen: Bei der Agafay-Wüste handelt es sich um eine Steinwüste. Sie sieht zwar genauso endlos weit aus, wie die Sandwüste, aber eben ohne den Sand. Echtes Wüstenfeeling gibt es aber trotzdem! Und nachdem ich beide Ausflüge bereits gemacht habe, kann ich nur sagen: Spart euch die lange Anreise, wenn ihr nur einen Städtetrip nach Marrakesch macht und macht euch auf den Weg nach Agafay. Habt ihr dagegen mehr Zeit und wollt noch mehr vom Land sehen (als nur die Wüste): dann ist der Trip in die Erg Chebbi genau das richtige für euch.

Von Marrakesch in die Wüste in nur 45 Minuten

Als unser Fahrer nach 35 Minuten Fahrzeit nach Links in eine Schotterstraße einbiegt frage ich mich nur: Und wo soll hier die Wüste sein? Rechts und links grasen Schafe auf den (zugegeben kargen) Wiesenflächen und noch erinnert nichts an eine Wüste. Das sollte sich aber in den nächsten 10 Minuten ändern. Auf der staubigen Pistenstraße kurven wir um eine Bergkuppe herum und dann ganz plötzlich liegt sie vor uns: die Steinwüste Agafay. Und das Scarabeo Camp, was in den nächsten 24 Stunden unser Zuhause sein wird. Nachdem ich schon so viele Bilder bei Instagram von diesem wunderschönen Ort gesehen hatte, bin ich nun also endlich hier.

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24 Stunden offline

Und in Echt sieht das Camp noch viel viel schöner aus, als auf den Bildern. Mit einigem Abstand verteilen sich die weißen Zelte auf die Wüstenhügeln. Am Fuße des Hügels (um den wir gerade noch herumgefahren sind) liegt das Herzstück des Camps – nämlich der Gemeinschaftsbereich in Form eines offenen Zeltbereichs wo wir zunächst einmal ein Glas marokkanischen Minztee eingegossen bekommen. Erst einmal ankommen. Was einem in Anbetracht der Umgebung auch nicht schwer fällt. Ein Blick aufs Handy verrät: kein Internet. Für einen Tag werde ich also mal ganz offline sein. Und das Scarabeo Camp entpuppt sich als idealer Ort für eine solche Auszeit. Kein Lärm, kein Geräusch dringt in meine Ohren, während ich nur da sitze, meinen Tee schlürfe und die Umgebung in mich aufsauge. Gerade nach der stressigen Zeit vor meiner Abreise nach Marrakesch und den Tagen in der doch eher hektischen Metropole Marrakesch eine sehr willkommene Abwechslung.

Als wir dann zu unserem Zelt gebracht werden, fühle ich mich schon total tiefenentspannt. Und mir ist verdammt heiß. Denn anders als Marrakesch, was im März gerade mal angenehm warm daherkommt, ist es in der Mittagszeit hier in der Wüste regelrecht heiß. Also nichts wie rein in die Sommerklamotten (das stört hier in der Wüste ja niemanden) und rein in den Urlaubsmodus. Unser Zelt entpuppt sich als geräumiges „Zimmer“ mit Doppelbett, Sofaecke und einem eigenen Bad!!! mit Dusche und Ecotoilette. Alles ist in hellen Farben gehalten und geschmackvoll boho-mäßig dekoriert – genau das hatte mich ja bereits auf Instagram so begeistert.

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Wir schnappen uns die zwei bereitgestellten Strohhüte und suchen uns ein schattiges Plätzchen im Freien unter einem Sonnensegel. Halt Stopp – zuvor gibt es natürlich noch ein Mittagessen, bestehend aus größtenteils kalten arabischen Tapas – bei der Hitze genau das Richtige.

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„And then she rode into the sunset…“

Als es gegen Abend wieder kühler wird, beginnt es sich im Camp plötzlich zu regen. Schon von weitem sehen wir den Kamelguide und seine zwei Kamele näher kommen. Sie waren eigentlich für ein anderes Pärchen gekommen, aber wir dürfen dann auch noch eine kleine Runde auf den Rücken der gutmütigen Geschöpfe drehen. Ich bin immer ein wenig hin und hergerissen, was solche Kameltouren angeht, aber schließlich sind die Kamele in Nordafrika ja das was bei uns die Pferde sind. Nutz- und Reittiere. Und so genieße ich den kurzen Ritt gen Sonnenuntergang, wo es nur noch mich, das Kamel und die Wüste gibt. Zurück im Camp trinken wir noch einen Minztee mit dem Kamelguide, bevor sich dieser dann wieder auf den Heimweg ins Dorf macht.

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1.001 Sterne

Wir beschließen den Sonnenuntergang von dem Hügel oberhalb des Camps zu beobachten und machen uns auf den Weg. Die Luft ist angenehm kühl und der Weg viel kürzer als gedacht. Und schon stehen wir da: wie Mufasa, zu Füßen das Camp und die ganze Wüste breitet sich vor unseren Augen aus. Es ist mal wieder eins dieser magischen Reisemomente, die man einfach für immer in seinem Herzen behält.

Von Marrakesch in die Wüste: Glamping-Auszeit im Scarabeo Camp

Als wir zurück ins Camp kommen, dämmert es bereits. Also lassen wir uns auf einen der Sitzhocker im Gemeinschaftsbereich nieder und genießen ein Glas Weißwein als Sundowner. Während wir einfach so dasitzen, unseren Wein schlürfen bricht die Nacht in der Wüste herein. Wo eben noch das Sonnenuntergangsrot den Himmel dominierte, sind jetzt Millionen Sterne zu sehen. Wir können uns gar nicht satt sehen und hätten beinahe das Abendessen deswegen verpasst. Noch nie habe ich in meinem leben so viele Sterne und Sternbilder gesehen!

Von Marrakesch in die Wüste: Glamping-Auszeit im Scarabeo Camp

Das Mittagessen war ja schon gut, aber das Abendessen haut mich dann regelrecht von den Socken. Als Vegetarierin bin ich ja mittlerweile recht gewöhnt mich mit Vorspeisen und Beilagen durchs Leben  Reisen zu schlagen, aber in Scarabeo Camp war das kein Thema. Im Gegenteil: Meine Tajine (so heißen die typischen marokkanischen Schmorgerichte aus dem Lehmtopf) war die beste, die ich während meiner ganzen Reise gegessen habe. Davor gab es eine sowieso vegetarische Couscous-Suppe und sogar noch ein leckeres Dessert on top. Und das alles bei Kerzenschein, denn Strom und Licht gibt es im gesamtem Camp nicht. Wüstenluft macht müde, scheint mir – und so findet nach unser romantischer Abend (den ich übrigens gemeinsam mit meiner Schwester verbringe, die ich auch dieser Reise begleitet) ein doch recht frühes Ende.

Morgens in der Wüste

Die Morgenstunden sind neben dem Abend einfach die schönsten Zeiten in der Wüste. Es ist noch angenehm kühl und die Luft klar und erfrischend. Trotzdem scheint die Sonne bereits aus allen Knopflöchern und es verspricht wieder ein schöner Tag zu werden. Nachdem wir alle Sachen gepackt haben, geht es erst einmal zum Frühstück. Während wir uns Kaffee, Omelette, Obst und andere Köstlichkeiten schmecken lassen, saugen wir jeden Sonnenstrahl in uns aus. Schließlich werden wir heute Abend bereits zurück im kalten Deutschland sein. Kaum zu glauben, dass wir jetzt noch entspannt in der Wüste frühstücken. Auch das ein großer Vorteil an der Nähe zu Marrakesch. Denn nach dem Frühstück braucht es keine 40 Minuten, dann sind wir zurück in der Zivilisation und am Flughafen Marrakesch um unseren Flug nach Deutschland zu erwischen.

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Fazit & Preise

Ich kann jedem nur empfehlen bei einem Marrakesch-Städtetrip eine kleine Wüstenauszeit einzulegen. Gerade wer auf Boho-Chic, helles Design und liebevolle Einrichtung steht und auch mal 24 Stunden ohne Smartphone und Laptop auskommt, kann ich das Scarabeo Camp nur ans Herz legen. Eine Nacht für 2 im Zelt gibt es ab 180 Euro (inklusive Halbpension). Der Transfer kostet um die 50 Euro pro Strecke, kann aber natürlich auch privat organisiert werden.

Hast du schon einmal eine Nacht in der Wüste verbracht? Und wenn ja wo?

Noch mehr Tipps für Marokko gefällig?

Oder noch nicht genug von Wüstenliebe? Wie wärs mit:

Vielen Dank an das Scarabeo Camp für die Einladung & die wunderschöne Auszeit.

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