Lofoten – 11 Aktivitäten & Fotospots auf den Nordlandinseln, die sich lohnen

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Beinahe hätte ich diesen Artikel mit „Vergesst Island, fahrt auf die Lofoten begonnen“. Aber eigentlich halte ich nichts von solchen Vergleichen und hey, das wäre auch nicht sonderlich fair meinem (nun) zweitliebsten Reiseziel in Europa gegenüber. Aber ja, nur drei Tage auf den Lofoten haben gereicht, meinem Alltime-Favorite Island den Rang abzulaufen. Denn die Lofoten vereinen all das, was ich an Island so liebe, sind dabei aber längst nicht so überlaufen. Schneebedeckte schroffe Berge, Lagunen und kleine Fischerdörfer mit roten Häuschen zeichnen die Lofoten aus und lassen mein Herz höher schlagen. Noch dazu hatten wir das Glück an zwei von drei Tagen Nordlichter am Himmel zu sehen. Welche Stops sich entlang der E10 zwischen Sørvågen und Svinøya (im Winter) auf jeden Fall lohnen, wo ihr die schönsten Fotos machen könnt und welche Aktivitäten einen Versuch wert sind, möchte ich euch heute verraten.

#1 – Haukland Beach

Etwa zehn Kilometer nördlich der Stadt Leknes befindet sich einer der schönsten und bekanntesten Strände der Lofoten: der Haukland Beach – gleichzeitig auch mein erster Stopp auf den Lofoten. Während er in den Sommermonaten durch sein fast schon karibisches Flair bekannt geworden ist, zeigt sich im Winter ein mindestens ebenso unwirkliches Bild: Verschneite Klippen und Berge hinter weißem (und schneebedecktem) Sandstrand und türkiesem Meer. Nachts ist der Spot ein beliebter Ort um Nordlichter zu sehen (und zu fotografieren), tagsüber könnt ihr hier nicht nur einen Fotostopp einlegen, sondern auch von dort in rund einer Stunde zum nahegelegenen Uttakleiv Beach wandern und so noch mehr von der faszinierenden Landschaft erkunden.

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#2 – Flakstad Beach

Die Lofoten sind ein Paradies für Fotografen. Quasi hinter jeder Kurve wartet ein anderes spektakuläres Fotomotiv. Ein besonders schönes findet ihr an einem kleinen, einsamen Strand direkt an der E10 bei Flakstad. Hier steht ein kleines rotes Häuschen vor einer dramatischen Bergkulisse – einer der schönsten Orte, die ich auf den Lofoten gesehen habe. Ein kurzer Stop in Flakstad selbst lohnt sich auf jeden Fall auch – alleine schön wegen der berühmten Kirche.

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#3 – Das Postkarten-Fischerdorf Nusfjord

Nusfjord ist ein norwegisches Fischerdorf, wie es im Bilderbuch steht. Die meisten Gebäude gab es schon zu der Zeit, als sich auf den Lofoten noch alles um den Fischfang drehte – also aus dem 18./19. Jahrhundert. Heute könnt ihr zwischen den meist rot oder gelb gestrichenen Häusern umherwandern oder sogar in ihnen übernachten. Zumindest aber lohnt sich eine kurze Kaffeepause mit heißen Waffeln im Restaurant Karoline direkt im Hafen um sich von dem eisigen Wind ein wenig aufzuwärmen.

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#4 – Sørvågen

Sørvågen liegt direkt an der E10 ganz im Süden der Insel Moskenesøy. Es ist nicht nur Sitz des Norwegischen Telekommunikationsmuseum, sondern auch besonders praktisch in der Nähe von Reine gelegen, was selbst als schönstes und bekanntestes Dorf der Lofoten gilt. In den kleinen roten Ferienhäusern von Smaken av Lofoten könnt ihr nicht nur super schön und super zentral übernachten, sondern auch eine RIP-Boat-Tour nach Reine und den gleichnamigen Fjord unternehmen.

Abends ging es dann auf Nordlichtjagt, wo wir oberhalb der Stadt an einem alten Leuchtturm den perfekten Spot fanden, der auch zu Fuß aus dem Ort erreichbar ist.

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#5 – Reine

Ich gebe zu: Als man uns die dicken Anzüge und Taucherbrillen aushändigte mit dem Hinweis, dass unsere Zodiac-Tour von der offenen See auf den ruhigeren Fjord verlegt wurde, dachte ich: „Ach, das ist doch eh nur für die Weicheier-Touristen!“ Als ich mich dann allerdings seekrank mit eiskaltem Meerwasser überall im Gesicht über meterhohe Wellen hüpfend wiederfand wusste ich: Nein, die Warnung war berechtigt. Und auch, dass ich den Rückweg lieber über den Landweg einschlagen und statt dessen noch einen Abstecher nach Reine unternehmen würde, was zu Recht als einer der schönsten Orte der Lofoten gilt. Das Dorf ist wirklich malerisch in eine Kulisse aus hohen, schneebedeckten Bergen und den Fjord eingebunden, die man auch vom Wasser aus genießen kann, wenn man nicht gerade wie ich versucht an Bord nicht zu sterben. Okay ich bin wohl auch einer dieser Weicheier-Touristen!

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#6 – Hamnøy

Hamnøy ist der direkte Nachbarort von Reine und vor allem für ein Motiv bekannt, das ihr direkt von der Brücke an der E10 aus fotografieren könnt. Dort nämlich liegt einem der Ort malerisch vor einer majestätischen Bergkulisse zu Füßen, die nicht nur uns, sondern auch das Team von National Geographic so begeistert hat, dass es es direkt aufs Cover des Heftes geschafft hat. Am schönsten ist der Spot natürlich früh am morgen, wenn die Sonne die bunten Häuser und den Berg dahinter in ein warmes, goldenes Licht taucht. Natürlich nur, wenn man so viel Glück mit dem Wetter hat, wie wir an diesem Morgen.

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#7 – Lofotr Viking Muesum

Zugegeben: Ich bin kein großer Museumsfan. Aber wenn ein Museum schon mehrfach den Preis für das beste Museum WELTWEIT gewonnen hat, dann muss ich dem ganzen doch mal einen Besuch abstatten. Es liegt in Borg und punktet mit einer riesigen Sammlung von Wikingerfunden aus ganz Skandinavien. Das Lofotr Wikingermuseum beherbergt unter anderem das größte Haus aus der Wikingerzeit, das je gefunden wurde. Die beeindruckende 83-Meter-Konstruktion ist in voller Größe rekonstruiert worden, direkt neben den Überresten des ursprünglichen Hauses. Besonders toll finde ich das Motto „lebendes Museum“. Denn durch Events und Aktionen wie ein traditionelles Wikinger-Lunch oder Bogenschieß-Workshop wird die Geschichte förmlich zum Leben erweckt und nicht so trocken vermittelt, wie in anderen Museen üblich. Wer sich für Geschichte interessiert, sollte hier auf jeden Fall einen Stopp einlegen.

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#8 – Gimsøy

Die Insel Gimsøy liegt eingekeilt zwischen den beiden Hauptinseln der Lofoten Austvågøya und Vestvågøy. Gimsøy unterscheidet sich landschaftlich sehr von den sonst sehr schroffen und bergigen Nordlandinseln. Statt dessen wird ein Großteil der Insel von einer arktischen Tundralandschaft dominiert, die von Toorfmooren bedeckt ist. Nur ganz im Südosten erhebt sich eine bis zu 760 m hohe Gebirgskette, die leicht zu erklimmen und einen tollen Ausblick auf die Insel verspricht. Auch die Strände der Insel sind lang und breit und von Dünen umgeben.

Durch diese landschaftliche Besonderheit wirkt Gimsøy viel lieblicher als die anderen Lofoten-Inseln und ist perfekt um die Gegend zum Beispiel auf dem Rücken der Pferde zu erkunden. Island-Pferde natürlich, denn die kommen hervorragend auch mit dem eisigen Klima der Lofoten klar. Damit das uns Reitern auch so geht stattet das Gut Hov Hestegård  neben der Reitausrüstung auch mit dicken Anzügen, Mützen und Handschuhen aus. Dick eingepackt reiten wir durch die Dünenlandschaft in den Sonnenuntergang hinein – ein wirklich einmalig schönes Erlebnis, auch wenn meine Füße nach den zwei Stunden im Sattel nur noch Eisklumpen sind.

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#9 – Henningsvær

Mit Henningsvær folgt auch schon das nächste Postkartendorf, das in der norwegischen Kommune Vågan auf zwei kleinen, vorgelagerten Inseln vor der Lofoten-Insel Austvågøya liegt. Ganz im Süden der Insel führt eine Brücke in den Ort, der nur 24 km von Svolvær entfernt liegt. Wegen seiner traumhaften vorgelagerten Riffe ist Henningsvær nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch  bei Tauchern und Schnorchlern berühmt-berüchtigt. Den schönsten Spot zum Sonnenuntergang habt ihr von einem Aussichtspunkt, der vom Ort ausgeschildert ist. Hier bietet sich nicht nur eine tolle Sicht über die zwei Inseln, sondern auch auf ein besonderes Kunstprojekt der Künstlerin und Sängerin Yoko Ono. ONOCHORD heißt der Leuchtturm, der die Botschaft „Ich liebe dich“ in die ganze Welt und das Universum tragen soll. Die Nachricht wird durch Yoko Onos eigenen Code gesendet, den Onochord, der aus einer Reihe von Lichtblitzen besteht: Ich (ein Blinzeln) Liebe (zwei Blinzeln) Du (drei Blinzeln).

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#10 – Nordlichter über der Gimsøysand Lagune

Einer der schönsten Orte auf Gimsøy ist die Lagunenlandschaft von Gimsøysand. Sie ist wegen ihrer geringen Wassertiefe nicht nur einer der besten Kitesurfspots der Lofoten, sondern zeichnet sich auch durch ihr fast schon karibischen Farben aus. Im Winter ist das Brackwasser allerdings gefroren. Statt zum Surfen ist sie nun ein wunderschöner Spot um die Nordlichter am Himmel zu beobachten. Es gibt nur wenig Lichtverschmutzung und durch das sanfte Höhenprofil der Insel bietet sich eine hervorragende Sicht über den ganzen Nachthimmel.

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#11 – Svolvær

Svolvær ist mit 4.000 Einwohnern die größte Stadt der Lofoten. Rund die Hälfte aller Inselbewohner wohnt hier. Die Stadt liegt im Südosten der Insel Austvågøy am Vestfjord auf der flachen, lang gestreckten Landzunge. Mittlerweile erstreckt sich die Stadt vom Festland auch auf die umliegenden Inseln Kjeøya und Svinøya sowie mehrere kleine Holme. Svolvær war unser letzter Stopp auf den Lofoten, denn hier liegt auch der größte Flughafen der Insel. Bevor es soweit war, ging es aber noch auf einen Fishing Strip mit XXLofoten. Auf einem traditionellen Holzboot ging es bei schönstem Sonnenschein hinaus aufs offene Meer. Trotz des eisigen Fahrtwinds kam durch die Sonne richtig Frühlingsstimmung auf – natürlich wieder nur dick eingepackt und speziellen Anzügen und mit Mütze, Schal und Handschuhen ausgestattet. Frühling á la Lofoten eben!

Nur vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt haben wir direkt am Wasser in den Ferienhäusern von Svinøya Rorbuer übernachtet. Als ich morgens die Gardinen vor meinem Fenster weg schob, konnte ich direkt auf das Wasser blicken. Schöner kann man doch gar nicht aufwachen oder?

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Lofoten Rundreise: Die beste Reiseroute?!

Alle Wege führen nach Rom auf die Lofoten, nur leider sind viele von ihnen ziemlich umständlich. Direktflüge gibt es keine, alle Flüge finden mit Zwischenstopp in Oslo statt. Für mich ging es von Oslo zunächst nach Bødø, einem schönen Ort auf dem norwegischen Festland, der auch eine Reise wert ist. Von dort führt der Weg entweder mit der Fähre oder dem Flugzeug auf die Lofoten. Für mich ging es von Bødø mit dem Flieger nach Leknes (LKN) . Zurück ging es dann von Svolvær (SVJ) mit zwei Mal umsteigen über Bødø und Oslo zurück nach Frankfurt. Durch diese Route konnten wir zunächst den Süden der Lofoten und dann den Norden erkunden und in den 2,5 Tagen dort das Maximum herausholen. Wenn ihr eine Lofoten-Reise plant, schaut euch unbedingt die Flugzeiten genauer an, denn viele Flüge gehen nur wenige Male pro Woche. Manchmal kann auch ein Umweg über Bødø, Tromsø, Harstad/Narvik oder gar Kiruna (Schweden) eine gute Option sein. Auf jeden Fall ist aber ein Mietwagen unabdingbar um all die schönen Orte entlang der E10 zu erkunden, Stoßzeiten zu meiden und überall halten zu können wo man will.

Warst du schon einmal auf den Lofoten bzw. Nordnorwegen und/oder hast du bereits Nordlichter mit eigenen Augen gesehen? Ab in die Kommentare damit!

Meine Reise nach Nordnorwegen fand auf Einladung von Visit Norway statt. Vielen Dank dafür!

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