Laufen mit Hund – meine Tipps & Erfahrungen + Trainingsanleitung

Laufen mit Hund

Rund fünf Monate ist es nun her, als ich mit dem Laufen mit Hund gestartet bin. Nachdem ich im letzten Jahr (dem ersten Jahr mit Hund) neben den Gassigängen und einigen Wanderungen praktisch keine Zeit für Sport gefunden habe wusste ich: es muss ein Ausdauersport her, den ich gemeinsam mit meinem Hund Melli ausüben kann. Ein Sport, der uns beiden Spaß macht und der mich im Alltag keine (große) zusätzliche Zeit kostet. Ein Sport, bei dem wir gemeinsam die Natur genießen können und den wir auch auf gemeinsamen Reisen problemlos ausüben können. Und was liegt da näher als das Laufen mit Hund?


Achtung: Während der aktuellen weltweiten Corona-Pandemie ist es wichtig weitgehend zu Hause zu bleiben (#wirbleibenzuhause #stayathome). Allerdings ist auch nach dem aktuellen Stand zumindest in Deutschland das Laufen an der frischen Luft alleine und mit Personen aus dem gleichen Haushalt (ebenso wie die Gassirunden mit dem Hund) erlaubt und empfehlenswert. Warum also nicht die Situation für einen gemeinsamen Laufanfang mit Hund nutzen?


Laufen mit Hund

Als ich vor knapp einem Jahr meinen Hund Melli adoptiert hatte, war mir nicht klar, das gerade meine körperliche Fitness darunter leiden würde. Denn auch wenn ich seit dem ohne Probleme täglich auf meine 10.000 Schritte komme reicht das für mich nicht, um mein persönliches Fitnesslevel aufrecht zu erhalten geschweige denn zu steigern. Neben den zwei Gassirunden am Tag war es mir zeitlich einfach nicht möglich, wie sonst üblich, ins Fitnessstudio zu gehen, ein Homeworkout zu machen oder mit dem Rennrad zu fahren.

Das wurde mir mehr als schmerzlich bewusst, als ich in diesem Winter beim Skifahren nicht so wie sonst problemlos stundenlang auf der Piste durch hielt, sondern meine Beine schon nach einer Stunde intensiven Fahrens so müde waren, dass ich kaum noch die Ski gedreht bekam. Und ich fasste den Entschluss, dass es dringend Zeit zu handeln ist. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass mir im Sommer ein großes Bergabenteuer in Graubünden bevorsteht, für dass ich dringend meine Form verbessern muss.

Schon vor diesem einschneidenden Erlebnis beim Skifahren hatte ich bereits zwei / drei Mal gemeinsam mit dem Hund die Laufschuhe geschnürt. Auch wenn Melli Spaß dabei hatte, wollte bei mir der Funke nicht richtig überspringen. Was letztendlich dazu beigetragen hat, dass ich das Laufen mit Hund lieben gelernt habe und wie Melli und ich es geschafft haben unsere gemeinsamen Läufe in nur 10 Wochen von 3 auf bis zu 15 Kilometer zu steigern, möchte ich in diesem Artikel mit euch teilen.


Laufen mit Hund: Grundvoraussetzungen

Ihr wollt auch mit eurem Hund das Laufen anfangen? Prima, allerdings solltet ihr und euer Hund ein paar Grundvoraussetzungen erfüllen, damit euer gemeinsamer Laufeinstieg auch zum Erfolg wird beziehungsweise überhaupt möglich ist.

Laufen mit Hund

1. Euer Hund hat Spaß am Laufen

Grundsätzlich lieben (fast) alle Hunde Bewegung. Trotzdem hat nicht jeder Hund (gleich viel) Spaß am Laufen. Mit Melli habe ich dahingehend sehr viel Glück. Schon auf den ersten Spaziergängen, die wir gemeinsam erlebt haben, liebte sie es mit mir ein Stückchen zu sprinten und auch mit anderen Hunden spielt sie gerne Laufspiele.

2. Euer Hund ist ausgewachsen

Um das Laufen mit Hund zu beginnen sollte euer Vierbeiner auf jeden Fall ausgewachsen sein. Der Bewegungsapparat – also Muskeln, Knochen, Sehnen und Bänder – von heranwachsenden Hunden sind noch nicht für eine solche intensive Bewegung ausgelegt und es drohen bleibende Schäden. Grundsätzlich gilt: ein kleiner Hund ist spätestens mit einem Jahr ausgewachsen, ein großer mit eineinhalb Jahren. Melli war tatsächlich schon mit 7 Monaten ausgewachsen, als wir sie adoptiert haben, aber das wussten wir damals ja noch nicht. So oder so ist es hier sinnvoll, lieber etwas länger zu warten als zu kurz.

Dennoch gilt: je früher ihr euren Hund (spielerisch) ans Laufen gewöhnt desto besser. Es spricht absolut nichts dagegen auch mit einem Welpen während der Gassirunde oder im Garten schon spielerische Läufe über ein paar Meter zu üben.

3. Euer Hund bringt die körperlichen Voraussetzungen mit

Allgemein kursiert ja oft das Gerücht, dass nur große Hunde zum Laufen mit Hund geeignet sind. Oft ist aber gerade das Gegenteil der Fall. Denn große Hunde tragen oft auch viel Gewicht mit sich, was beim Laufen erst einmal bewegt werden will. Und selbst kleinste Hunde wie der Chihuahua können mit entsprechendem Training locker Distanzen bis zu 10 Kilometern bewältigen.

Viel wichtiger ist der individuelle Körperbau eures Hundes. Hunde mit verhältnismäßig kurzen Beinen (wie Corgi oder Dackel) oder platten Nasen (wie Mops, Bulldogge, Pekinese, Boxer, Shih Tzu) bringen oft nicht die anatomischen Voraussetzungen, die sie zum Laufen mit Hund brauchen. Aber auch hier gibt es individuelle Unterschiede. Mir begegnet beispielsweise regelmäßig eine Läuferin mit einer französischen Bulldogge, die super viel Spaß am Laufen zu haben scheint und auch keine Atemprobleme zeigt. Da hilft nur ausprobieren!

Bei Mischlingen (wie Melli) hilft es, sich mal die grundsätzliche Statur des Hundes anzuschauen. Generell gilt: schlanke, drahtige Hunde sind oft ausdauerndere Läufer als bullige, schwere. Bei Melli bin ich mir ziemlich sicher, dass in ihr irgendeine Laufrundrasse steckt, da sie fast schon eine windhundartige Körperstatur hat, das Laufen mehr liebt als alles andere und dabei auch so schnell werden kann, dass noch kein anderer Hund mithalten konnte. Trotz ihrer geringen Schulterhöhe von 40 Zentimeter und dem Fliegengewicht von sieben Kilogramm muss sie beim gemeinsamen Laufen lediglich entspannt neben oder vor mir her traben. Apropos Traben: Jeder Hund besitzt wie wir Menschen auch ein Wohlfühltempo, was einem lockeren Trab entspricht. Schon beim Gassigehen merkt man bei Melli, dass dieses Tempo deutlich über dem normalen Gehtempo liegt und sie also regelmäßig anhalten und auf mich warten muss.

4. Euer Hund beherrscht die grundlegenden Kommandos

Egal ob mit oder ohne Leine – ein paar Grundkommandos sollte euer Hund schon beherrschen, damit ihr das Laufen mit Hund entspannt angehen könnt ohne Angst zu haben, dass euch euer Vierbeiner bei der ersten Hundebegegnung von den Beinen reißt oder im Wald das erstbeste Reh jagt, statt dem Weg zu folgen. „Bei Fuß“  und „Stopp“ sind wohl die wichtigsten Kommandos, die eure Fellnase beherrschen sollte, bevor ihr mit ihm das Laufen beginnt. Soll der Hund (teilweise) unangeleint mit euch Laufen gehen, ist ein sicherer Rückruf essentiell. Da Melli diesen noch nicht (99-prozentig) beherrscht, gehe ich persönlich nur angeleint mit ihr Laufen.


Laufen mit Hund: Die Ausrüstung

Das schöne am Laufen ist ja, dass man nur wenig Ausrüstung benötigt. Ein paar bequeme Laufschuhe & -Socken und schon kann das Laufabenteuer starten. Viel mehr braucht ihr auch beim Laufen mit Hund nicht. Meine Outdoor-Favoriten in Sachen Ausrüstung habe ich ja bereits in einem anderen Artikel mit euch geteilt. Hier möchte ich gerne meine Lauffavoriten mit euch teilen.

 

 

Absoluter Game Changer war für mich auf jeden Fall die Joggingleine für (kleine) Hunde, welche ich mit einem Gurt an meinen Hüften befestigen kann und so die Hände frei habe. Wichtig hierbei: Eine solche Laufleine darf NUR am Geschirr und nicht am Halsband befestigt werden. Generell würde ich ein Geschirr grundsätzlich empfehlen, wenn ihr mit eurem Hund laufen gehen wollt.

Den Laufrucksack von Salomon habe ich mir erst kürzlich für längere Touren (im Sommer) zugelegt, auf denen ihr für euch und euren Hund auf jeden Fall Wasser dabei haben solltet. Bei kürzeren Touren auf denen ihr selbst kein Wasser benötigt, könnt ihr ansonsten auch an einem Fluss, Bach oder Teich anhalten und den Hund trinken lassen. Unbedingt ins Gepäck gehört wie auch beim Gassi gehen ein (paar) Kotbeutel. Insbesondere wenn ihr eine Laufleine benutzt kann sich euer Hund für sein großes Geschäft im Wald nicht so weit von euch entfernen, und die Chance, dass seine Hinterlassenschaften nah am Wegesrand landen, ist ziemlich hoch. Auch wenn ihr normalerweise vor der Laufrunde Zeit einplanen solltet, in der sich der Hund lösen kann, weiß ich aus Erfahrung, dass in Sachen Hundeverdauung nicht immer alles nach Plan verläuft.


Laufen mit Hund: So startet ihr euer gemeinsames Lauftraining

Zugegeben: Ich bin kein Fan von strickten Trainingsplänen und höre beim Sport im Allgemeinen eher auf mein Bauchgefühl. Gerade beim Laufen mit Hund empfiehlt es sich, keine großen Ziele zu setzen sondern spielerisch an das Lauftraining heranzugehen und zu schauen, wohin es euch führt. Und ehrlich gesagt hilft es zumindest auch mir selbst, denn wenn ich zu verbissen und leistungsorientiert an das Laufen herangehe, dann nimmt es mir auch ganz schnell den Spaß an der Sache.

Mal ehrlich: Wann fällt euch das Loslaufen leichter? Wenn ihr euch vornehmt zwanghaft 10 Kilometer durchzulaufen oder wenn ihr einfach mal loslauft und schaut, wie ihr euch fühlt? Wenn es okay ist mal ein Stückchen (oder auch die ganze Runde) zu gehen. Wenn es okay ist die Runde heute mal kürzer zu machen. Wenn es aber auch okay ist noch ein Stückchen länger zu laufen.

Laufen mit Hund

Ein empfehlenswerter Artikel mit wertvollen Tipps, den ich auch in den ersten Wochen meines Laufeinstiegs mit Hund gelesen habe ist dieser Artikel meiner Bloggerkollegin Kathrin. Sie beschreibt darin sehr schön, wie sie ihren Lauf(wieder)einstieg im letzten Jahr ohne Druck und mit viel Bauchgefühl geschafft hat – und zwar bis zum 35 Kilometer Ultralauf. Sie hat mich darin bestätigt, dass ich mit meinem „Laufen nach Gefühl“ auf dem richtigen Weg bin und mir die Angst vor Distanzen über 10 Kilometern genommen. Was spricht denn schließlich auch dagegen, wenn man sich beispielsweise eine Runde von 15 Kilometern vornimmt, so lange läuft wie es sich gut anfühlt und den Rest der Strecke schnell geht?

Aber fangen wir mal von vorne an mit drei grundlegenden Schritten, wie ihr das Laufen mit Hund am besten und einfachsten angehen könnt:

Schritt #1 – Gassi gehen mit Laufschuhen

Der erste Schritt um das Laufen mit Hund zu starten, sollte immer sein die normale Gassirunde von nun an mit Laufschuhen (und -Klamotten) zu absolvieren. Das gibt euch die Möglichkeit spielerisch mit dem Hund mal ein paar hundert Meter zu laufen und zu schauen, wie es dem Hund gefällt und wie er sich dabei verhält. Dafür benötigt ihr nicht einmal eine spezielle Laufleine und wenn ihr die Laufdistanzen kurz haltet, könnt ihr dieses „Training“ bereits mit eurem Junghund probieren. Insbesondere wenn auch ihr noch nie oder schon länger nicht mehr gelaufen seid, ist dieses Vortraining auch für euch und eure Muskulatur ideal, um euch an die Belastungen beim Laufen zu gewöhnen. Klappt das gut, könnt ihr immer mehr und längere Laufintervalle einbauen.

Laufen mit Hund

Schritt #2 – Aufbau- und Gewöhnungstraining

Das richtige Lauftraining beginnt dann mit Schritt 2. Im Rahmen des sogenannten Aufbau- und Gewöhnungstraining könnt ihr die Laufintervalle soweit steigern, dass ihr während eurer Laufrunde immer rund 5  Minuten lauft und dann wieder 5 Minuten geht. Am besten bleibt ihr zunächst bei der Länge eurer normalen Spaziergänge. Schritt für Schritt könnt ihr dann die Laufzeit erhöhen und die Gehzeit verringern oder die Runde selbst verlängern.

Wichtig ist hierbei, dass ihr immer euren Hund und seine Signale im Auge habt. Ab diesem Trainingsschritt halte ich eine spezielle Laufleine für sinnvoll. Die Rückfederung erspart euch und eurem Hund den harten Rückstoß der entsteht, wenn die Leine gespannt wird. Gerade am Anfang wird euer Hund öfter mal abrupt stehen bleiben um zu schnüffeln oder lossprinten, wenn er etwas interessantes sieht. Wenn euer Hund Spaß am Laufen hat, wird er jedoch schnell verstehen, dass die Gassirunden, bei denen ihr eure Laufsachen anzieht und ihn an die Laufleine anklickt anders sind, als andere Gassirunden.

Laufen mit Hund

Bei Melli hat es auch ein paar Trainings gebraucht, bis sie verstanden hat, dass auf dieser Runde gelaufen wird und wir nicht an jedem Baum anhalten und schnüffeln. Umso wichtiger ist es an diesem Punkt, dass ihr neben der Laufrunde täglich mindestens eine weitere Gassirunde einplant, in der der Hund ungestört schnüffeln kann. Das ist im Aufbautraining noch nicht so wichtig, wenn auf 5 Laufminuten 5 Gehminuten folgen, aber je länger die Laufintervalle sind und je kürzer die Gehzeiten, desto wichtiger wird es.

Ebenfalls wichtig ist es ab diesem Punkt vor der Laufrunde Zeit einzuplanen, in der der Hund sich lösen kann. Aber auch hier ist jeder Hund anders. Da Melli schon wenn ich die Laufleine hole Feuer und Flamme ist und wie wild losrennen will, plane ich diese Zeit während der Laufrunde meistens nach circa einem gelaufenen Kilometer ein. Dann gebe ich ihr das Kommando, dass sie sich jetzt lösen kann. Am wichtigsten ist es aber, die Signale des Hundes zu lesen und zu verstehen. Ich weiß mittlerweile genau, wann Melli mal muss und kann meine Laufroutine dahingehend anpassen.

Schritt #3 – Ausdauertraining

Am einfachsten ist das Lauftraining mit Hund, wenn ihr und euer Hund in etwa das selbe Leistungsniveau habt. Da ich das letzte Mal vor vier Jahren regelmäßig Laufen war und Melli wie bereits erwähnt ein sehr lauffreudiger Hund ist, war im Training eigentlich immer ich „das schwächere Glied“. Das macht das Training natürlich viel leichter und ihr seid schnell an einem Punkt, dass ihr eure Laufrunde so gestalten könnt, dass ihr selbst einen Trainingseffekt erzielt.

Wenn ihr selbst jedoch bereits ausdauernde Läufer seid, müsst ihr euch das Laufen mit Hund so vorstellen, als würdet ihr mit einem Freund laufen gehen, der komplett untrainiert ist. Auch Hunde können Muskelkater bekommen und benötigen ein Ausdauertraining, um mit euch problemlos über mehrere Kilometer durch den Wald zu laufen. Wie schnell das geht ist bei Hunden ebenso individuell verschieden wie bei uns Menschen. Ich kann immer wieder nur dazu appellieren seinen Hund gut zu beobachten und die Zeichen zu erkennen, die er uns durch sein Verhalten sendet.

Es kann sicher manchmal frustrierend sein, wenn ihr selbst noch fit seid, euer Hund aber anzeigt, dass er jetzt lieber langsamer Laufen, Gehen oder schon nach Hause möchte. Aber ähnlich wie bei einem menschlichen Laufpartner sollte sich die Intensität der Aktivität immer nach dem Schwächeren richten. Schließlich spricht ja auch nichts dagegen, nach der Laufrunde mit dem Hund noch eine Extrarunde alleine dran zuhängen um euch selbst so richtig auszupowern.


Laufen mit Hund: Meine persönlichen Tipps

An dieser Stelle ein kurzer Disclaimer: Ich bin kein ausgebildeter Lauftrainer und auch kein Hundecoach – ich gebe lediglich meine Tipps und Erfahrungen weiter, die ich in den letzten Monaten gesammelt habe und das Wissen, was ich mir vor unserem Laufeinstieg angelesen habe. Ich habe zwar mal die Ausbildung zum Fitnesstrainer begonnen (aber leider nie beendet) und hatte in meinem Studium und der Arbeit als Ernährungswissenschaftlerin in den ersten Jahren nach dem Studium viel mit dem Thema zu tun, eine Expertin bin ich aber nicht.

Folgende persönliche Tipps möchte ich euch trotzdem noch auf den Weg geben:

#1 – Lauft möglichst auf weichem Boden

Wenn ich hier vom „Laufen mit Hund“ spreche meine ich eigentlich immer eine Art von Trailrunning. Ich wohne direkt am Wald und all meine Laufrunden finden fast ausschließlich auf weichem Waldboden, auf schmalen Pfaden sowie bergauf- und bergab statt. Das war auch schon früher so – nur dass das Trailrunning heißt, wusste ich damals nicht. Diese Art des Laufens ist auch für den Hund perfekt, da langes Laufen auf Asphalt und Schotter die Ballen eures Hundes verletzten kann.

Laufen mit Hund

Versucht also möglichst auf naturbelassenen Pfaden zu laufen und verwendet bei längeren Asphaltabschnitten gegebenenfalls eine Pfotencreme um die Fußballen eures Hundes vor Verletzungen zu schützen. Aber auch für euch ist diese Art des Laufens viel gesünder. Ihr schont nicht nur eure Gelenke, sondern verhindert durch die wechselnden Belastungen in unebenem Gelände einseitige Belastungen und verbrennt deutlich mehr Kalorien beim Laufen. Ebenfalls toll am Trailrunning: Alles ist erlaubt und gerade bei starken Steigungen oder sehr unwegsamen Gelände ist es völlig okay beziehungsweise sogar notwendig und sinnvoll, mal eine Gehpause einzulegen.

Wichtig ist, dass ihr bei Läufen im Gelände entsprechende Trailrunning-Schuhe (meine s.o.) verwendet, da die normalen Laufschuhe für das Laufen auf Asphalt ausgerichtet sind und euch auf Trails oft nicht den richtigen Halt geben.

#2  – Plant Trinkpausen ein

Gerade bei steigenden Temperaturen ist es wichtig, zumindest für euren Hund entsprechende Trinkpausen einzulegen. Da es bei mir überall entsprechende Wasserquellen in Form von Bächen und Flüssen gibt, halte ich immer dann, wenn Melli hechelt oder ich ihr einfach nur Wasser anbieten möchte, und führe sie zum Flussufer. Lauft ihr in Gegenden ohne natürliche Wasserquellen kann ich euch die Verwendung eines Laufrucksacks nur ans Herz legen, um die Wasserversorgung eures Hundes sicherzustellen.

#3 – Nicht mit vollem Magen laufen

Was für uns Menschen gilt, gilt auch für unsere Hunde: Ihr solltet also niemals direkt nach dem Füttern mit eurem Hund laufen gehen, sondern mindestens zwei bis drei Stunden Abstand zu den Mahlzeiten einhalten. Bei uns gibt es das Futter sowieso immer nach dem Gassigang.

#4 – Belohnt mit Worten und nicht mit Leckerlis

Wenn ihr euren Hund während der Laufrunde für richtiges Verhalten belohnen wollt, dann tut dies mit Worten und nicht mit Leckerlis, da der Hund sich beim Laufen daran verschlucken könnte. Generell solltet ihr euren Hund besonders am Anfang sehr viel bestätigen, wenn er gewünschtes Verhalten zeigt. Ich bestätige Melli bis heute noch regelmäßig, wenn sie wie gewünscht vor mir an gespannter Jogging-Leine (quasi wie beim Zughundesport Canicross) läuft. Das hat sich bei uns als beste Lösung herauskristallisiert.

Ich habe festgestellt, dass Melli ungerne neben mir läuft, was ich zuerst angestrebt hatte. Statt dessen will sie entweder vor mir oder hinter mir (quasi in meiner Spur) laufen. Im Normalfall finde ich es besser, wenn sie vorläuft, damit ich sie sehen kann und merke, wenn sie mal muss oder Pausen machen möchte. Laufen wir jedoch auf schwierigen Pfaden bergab gebe ich ihr ein Kommando, dass sie hinter mir in meiner „Spur“ laufen soll. Damit vermeide ich, dass sie mich zu schnell den Berg hinab zieht.

#5 – Findet euer gemeinsames Wohlfühltempo

Das A und O am Laufen mit Hund ist ein gemeinsames Wohlfühltempo zu entwickeln. Wie wir Menschen hat auch der Hund ein Wohlfühltempo beim Laufen – meist in Form eines lockeren Trabs. Natürlich sind auch kurze Abschnitte mit schnellerem oder langsamerem Tempo möglich, aber am besten ist es einen gemeinsamen Kompromiss zu finden, der für euch beide passt. Bei Melli und mir passt das glücklicherweise gut. Ich merke, dass sie gerne mal für ein paar hundert Meter schneller läuft und dann wieder in ihren gemütlichen Trab zurückfällt. Ich versuche mich so gut es geht dahingehend anzupassen und schnellere Sprints immer dann einzubauen, wenn auch Melli danach ist.

Laufen mit Hund

#6 – Sorgt für genügend Ausgleichsspaziergänge

Wie bereits erwähnt ist es wichtig, neben dem Laufen mit Hund für genügend Ausgleichsspaziergänge zu sorgen, auf denen der Hund nach Herzenslust schnüffeln kann. Wir laufen aktuell etwa drei-bis viermal pro Woche – damit bleiben noch rund 10 Spaziergänge auf denen Melli spannenden Gerüchen nachgehen kann und sich dabei die Zeit lassen kann, die sie braucht.


Laufen mit Hund: Vorteile & Nachteile

Für mich ist – wie eingangs erwähnt – das gemeinsame Laufen mit Hund die optimale Lösung um meinen Sport und die Spaziergänge mit dem Hund zu verbinden. Und ich bin dankbar, dass Melli ebenfalls viel Spaß daran hat. Dennoch wünsche ich mir ab und zu auf meiner Laufrunde alleine unterwegs zu sein. Zum Beispiel wenn wir gerade drauf und dran sind einen Rekord für ein Streckensegment zu knacken und Melli abrupt stehen bleibt oder uns andere Mensch-Hund-Teams entgegen kommen. Oder wenn ich an einem Tag Bäume ausreißen könnte, Melli aber nach 5 Kilometern den Eindruck macht, dass sie lieber nach Hause möchte. Das ist aber eher selten der Fall und es überwiegen für mich die Vorteile.

Laufen mit Hund

Vorteile

  • Zeitersparnis da ihr Gassigehen & Sport verbinden könnt
  • Gemeinsame Erlebnisse und Erfolge stärken die Bindung des Mensch-Hund-Teams
  • Ihr müsst nicht alleine Sport machen und seid damit motivierter
  • Da ihr eh raus müsst, fällt die Motivation zum Laufen leichter

Nachteile

  • Ihr müsst euch beim Laufen in puncto Länge und Tempo nicht nur nach euch und eurem Befinden richten, sondern auch nach eurem Hund
  • Je öfter und länger ihr lauft, desto mehr Bewegung wird euer Hund künftig brauchen und das gegebenenfalls auch einfordern (kann aber auch ein Vorteil sein, da ihr so leichter am Ball bleibt)

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Habt ihr noch Fragen zum Thema Laufen mit Hund? Wie sind eure Erfahrungen zu dem Thema? Ich würde mich freuen in den Kommentaren von euch zu lesen!

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2 Kommentare

  • Hey liebe Jana, das sind super gute Tipps und Denkanstöße.Ich finds so toll, mit Hund zu laufen. Leider komme ich immer nur in den Genuss, wenn ich meine Eltern besuche. Aber immerhin! Freu mich sehr, dass dir mein Artikel ein bisschen geholfen hat. :-)

    Liebe Grüße
    Kathrin

    • Danke <3 Ja das hat er in der Tat, insbesondere dein Ratschlag mehr auf das Bauchgefühl zu hören und sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Das ist beim Laufen mit Hund noch wichtiger als alleine finde ich :-)

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