Winterurlaub mit Hund – Erfahrungsbericht & meine Tipps

Monatsupdate November 2019 auf sonne-wolken.de

Winterurlaub mit Hund? Geht das? Genau diese Frage habe ich mir vor meiner ersten Winterreise in die Berge auch gestellt. Und wie so vieles beim Thema Hund & Reisen ist alles immer sehr individuell verschieden. Jeder Hund ist anders, so wie auch jeder Mensch anders ist. Das macht das Tipps geben natürlich nicht leichter. Was für meinen Hund Melli funktioniert, muss nicht für andere Hunde funktionieren. Trotzdem möchte ich euch gerne von meinen Erfahrungen im (ersten) Winterurlaub mit Hund berichten und meine Tipps teilen. Für einige von euch wird das ganze Thema vielleicht banal sein, für andere ist der ein oder andere Hinweis dabei, an den sie nicht gedacht haben. Und manchmal hilft es auch einfach nur von den Erfahrungen anderer zu lesen – gerade wenn der eigene Hund gerade erst eingezogen ist und man sich noch nicht sicher ist – was geht mit Hund, was nicht? So ging es zumindest mir und so geht es mir, jetzt nach fast einem Jahr mit Hund, immer noch in Situationen, die für uns noch Neuland sind.

Wie immer gilt: Teilt gerne eure Erfahrungen in den Kommentaren! Es interessiert mich sehr ob ihr schon einmal mit eurem Hund im Winterurlaub ward und wie eure Erfahrungen waren!

Winterurlaub mit Hund: Die Wahl des Reiseziels

Generell stellt sich erst einmal die Frage, was man unter Winterurlaub versteht. Ich meine hier vor allem eine Reise im Winter in die Berge und damit in den Schnee und zwar in Gebiete, in denen man auch Skifahren kann. Denn das gehört für mich zu einem „echten“ Winterurlaub dazu. Klar könnt ihr im Winter auch in wärmere Länder in Südeuropas reisen, aber das ist für mich dann kein richtiger Winterurlaub.

Eine Reise in den Schnee kann mit Hund nur unter einer Voraussetzung zum Erfolg werden: Euer Hund muss sich im Schnee genauso wohl fühlen wie ihr. Die meisten Hunde, die ich kenne lieben – so wie Melli – den Schnee. Und springen voller Freude durch die weiße Pracht. Es gibt aber auch Hunde, die sich bei kalten Temperaturen und Niederschlägen generell lieber im Haus verkriechen und gar nicht nach draußen möchten. Das mit einem solchen Hund ein Winterurlaub nicht für alle Seiten positiv verlaufen kann, sollte klar sein. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Ist euer Hund vielleicht schon älter, kann gut vier bis fünf Stunden alleine bleiben während ihr draußen den Schnee genießt und ihr kuschelt den restlichen Tag gemütlich auf der Couch, kann auch ein solcher Hund Gefallen am Winterurlaub finden.

Winterurlaub mit Hund
Winterwandern mit Hund in Serfaus-Fiss-Ladis auf dem Panorama-Genussweg

Wichtig ist beim Reisen mit Hund im Allgemeinen, dass ihr euren Hund und seine Bedürfnisse kennt und danach auch eure Reise ausrichtet. Das bedeutet oft einen Kompromiss zu finden, mit dem ihr und euer Hund gut leben könnt.

Skiurlaub mit Hund: Familienfreundlich = Hundefreundlich?!

Grundsätzlich halte ich gerade für den ersten Winterurlaub mit Hund ein Reiseziel beziehungsweise Skigebiet für sinnvoll, das auf Familien ausgerichtet ist. Denn die Familienorientierung schließt auch oft den Hund mit ein. Es gibt an solchen Orten neben dem Skifahren meist eine große Bandbreite an Winteraktivitäten, an denen oft auch ein Hund Spaß hat. Wie ausgewiesene Winterwanderwege, auf denen ihr gemeinsam mit eurem Vierbeiner die verschneite Winterlandschaft erkunden könnt. Noch dazu geht es in Familienskigebieten ruhiger zu, es gibt weniger (lauten) Apréski und die gesamte Stimmung ist entspannter. Ein Beispiel für so ein Skigebiet ist Serfaus-Fiss-Ladis.

Mit „Hund und Kegel“ in den Winterurlaub

Auch solltet ihr bei der Wahl des Reiseziels die Anfahrtszeit berücksichtigen – je nach dem natürlich wie gut und lange euer Hund Auto fahren kann – und auf der Fahrt entsprechend viele Pausen machen. Da die meisten Winterurlaubsziele am besten mit dem eigenen Auto erreicht werden können, ist die Anreise mit Hund auf jeden Fall schon einmal kein Problem – solange euer Hund das mitmacht natürlich. Bei mir war die Reise nach Serfaus circa 6 Stunden lang. (Lange) Autofahrten sind für Melli kein Problem. Wir haben allerdings nach drei Stunden eine längere Pause gemacht, sind von der Autobahn abgefahren und dort im Grünen circa eine halbe Stunde spazieren gegangen. Das tat nicht nur Melli gut, sondern auch uns. Den Stress mit Hund und Wintergepäck und vielleicht sogar Skiausrüstung in der Bahn zum Urlaubsziel zu fahren, würde ich mir glaub ich eher nicht antun.

Winterurlaub mit Hund: Die passende Unterkunft finden

Der Winterurlaub mit Hund steht und fällt natürlich mit der geeigneten Unterkunft. Grundsätzlich sind sowohl (bestimmte) Hotels als auch Ferienwohnungen für einen Skiurlaub mit Hund empfehlenswert. Ich identifiziere haustierfreundliche Hotels immer durch den entsprechenden Filter bei Booking.com oder Airbnb. Hier findet ihr zum Beispiel alle Hotels & Ferienwohnungen in den Österreichischen Alpen, in denen Haustiere erlaubt sind.

Trotzdem empfehle ich euch vor der Buchung noch einmal im Hotel anzurufen und abzuklären, zu welchen Bedingungen die Mitnahme eines Hundes erlaubt ist. Manchmal sind nur in manchen Zimmern beziehungsweise Zimmern mancher Kategorien die Mitnahme eines Haustieres erlaubt. Manchmal ist ein Hund nur in bestimmten Bereichen des Hotels erlaubt und zum Beispiel nicht im Restaurant. Kann euer Hund nur schlecht (im Hotelzimmer) alleine bleiben, sind diese Infos besonders wichtig. Manchmal fallen auch für einen Hund zusätzliche Kosten an, die entweder einmalig oder pro Tag bezahlt werden müssen.

Generell habe ich die Erfahrungen gemacht, dass Hotels in den Alpen alleine wegen des Sommertourismus sehr auf Hunde eingestellt sind und sie in vielen (auch besseren) Hotels erlaubt sind.

Meine Tipps: Haustierfreundliche Hotels in den Alpen

Folgende haustierfreundliche Hotels habe ich bereits selbst besucht und kann ich uneingeschränkt empfehlen:

Winterurlaub mit Hund
(Winter)Urlaub mit Hund im Hotel Weisses Kreuz in Südtirol

 Winterurlaub mit Hund: Was gehört ins Gepäck

Auch was ihr für euren Winterurlaub mit Hund im Gepäck haben solltet ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Folgende Dinge dürfen bei uns auf (Winter-)Reisen nicht fehlen:

  • EU-Heimtierausweis bei Reisen ins Ausland
  • Hundefutter für die entsprechende Anzahl Tage (bei Melli kommt auf Reisen hochwertiges, kaltgepresstes Trockenfutter in den Napf)
  • Leckerlis für unterwegs & zum Belohnen
  • faltbare Hundenäpfe für Wasser & Futter
  • Hundetrinkflasche
  • ein bis zwei Spielzeuge (bei uns reicht meist ein Ball in einem alten Socken)
  • Kaustangen (für jeden Tag eine, zur abendlichen Entspannung)
  • Hundedecke (bei mir ein größerer Schal, der leicht und kompakt ist und in jeden Rucksack passt)
  • Geschirr und mehrere Leinen (kurze Führleine, Flexileine, Schleppleine, Joggingleine) -> bedenkt bitte, dass in Österreich eine generelle Leinenpflicht gilt!
  • Leuchthalsband (da es im Winter ja früh dunkel wird und Melli sonst mit ihrem schwarzen Fell schnell übersehen wird)
  • ein leichter Hundemantel (bei Hunden wie Melli mit zu wenig oder keinem Unterfell)
  • kleines, leichtes Handtuch
  • Bürste
  • für die Autofahrt: Anschnallgurt und autogeeignetes Geschirr

Wie ihr steht sind wir insgesamt recht leicht unterwegs obwohl da beim Herunterschreiben doch recht viel zusammengekommen ist. Da ich auf Reisen mit Melli generell viel an der frischen Luft bin, schläft sie im Hotelzimmer eigentlich fasst die ganze Zeit und braucht nicht viel Spielzeug und Co. Schlafen tut Melli im Hotelzimmer entweder in vom Hotel bereitgestellten Körbchen (vorher abklären!) oder auf ihrer Decke auf einem Sofa oder Sessel im Zimmer. Da ist sie generell sehr unkompliziert.

Winterwandern mit Hund

Die meisten Hunde lieben es im Schnee zu tollen und deshalb ist das Winterwandern der ideale Wintersport, den ihr gemeinsam mit euren Hunden erleben könnt. Ein paar Dinge müsst ihr beim Winterwandern mit Hund allerdings berücksichtigen: Das Wandern im (tiefen) Schnee ist für euren Vierbeiner deutlich anstrengender als auf normalem, unverschneiten Boden. Das solltet ihr bei eurer Routenplanung entsprechend berücksichtigen. Aber da es auch für uns Menschen im Schnee deutlich anstrengender ist, solltet ihr euch beim Winterwandern eh auf kürzere Routen konzentrieren. Gleiches gilt für längere Kletterpartien auf der Route. Die sind nicht nur wegen der Glatteisgefahr für uns Menschen im Winter gefährlicher, sondern auch mit (insbesondere größeren) Hunden schwieriger. Generell kann es nicht schaden die Energiereserven des Hundes unterwegs durch einen kleinen mitgebrachten Snack wieder aufzufüllen.

Wie schon erwähnt gilt in Österreich aber auch in Nationalparks ein Leinenpflicht, der ihr auf jeden Fall nachkommen solltet. Außerhalb dieser Orte ist ein Freilauf nur für sehr gut erzogene Hunde empfohlen, da die Waldtiere – insbesondere im Winter – ihre Ressourcen schonen müssen und nicht von jagenden Hunden aufgespürt werden sollten. Am sichersten beim Wandern in schwierigem Gelände sind elastische Joggingleinen, die sowohl den Menschen als auch den Hund vor Rückstößen schützen. Diese könnt ihr in schwierigem Gelände auch an einem Bauchgurt befestigen und habt so die Hände zum Klettern oder eure Wanderstöcke frei. Falls euer Hund zum Beispiel einem Reh den Berg hinab nachspringen sollte, werdet ihr durch eine solche Leine nicht so schnell von den Beinen gerissen.

Hüttenbesuche auf einer Winterwanderung tun nicht nur euch sondern auch eurem Vierbeiner gut um eure Knochen aufzuwärmen. Aber nicht in jeder Hütte sind Hunde erlaubt. Ruft deshalb am besten vor der Tour in der entsprechenden Hütte an und fragt, ob ihr euren Hund mitbringen könnt. So vermeidet ihr Enttäuschungen! Wenn Hunde erlaubt sind nehmt auf jeden Fall ein kleines Handtuch mit um den Hund und seine Pfoten vom Schnee zu befreien.

Apropos Pfotenpflege: Wenn ihr die Pfötchen eures Vierbeiners vor der Winterwanderung mit Vaseline oder Kokosöl eincremt, bleiben Schneeklumpen weniger schnell an den Ballen hängen. Auch vor Salz und Streugut sind die Pfötchen so besser geschützt. Nach der Tour solltet ihr trotzdem die Füße gründlich mit warmen Wasser abspülen. Hierbei nicht die Zwischenräume vergessen!

Noch ein Hinweis: In manchen Skigebieten dürfen Hunde die Lifte und Gondeln nur mit angelegtem Maulkorb benutzen. Hier erkundigt ihr euch am Besten schon vor der Reisen und übt das Tragen vorher.

Winterurlaub mit Hund
Winterwandern mit Hund kann so schön sein!

Schneeschuhwandern mit Hund

Das Schneeschuhwandern ermöglicht es euch auch abseits von gespurten Winterwegen bei größeren Schneemengen zu Fuß unterwegs zu sein. Sobald ihr wisst, wie ihr euch die Schneeschuhe unterschnallt, könnt ihr auch auf eigene Faust mit eurem Hund losziehen. Hierbei ist ein Wandernavi oder eine Wander-App wie Outdooractive mit der entsprechenden Route unerlässlich damit ihr euch im verschneiten Gelände nicht verlauft.

Ich selbst bin mit meinem Hund Melli noch nicht gemeinsam Schneeschuhwandern gegangen. Grundsätzlich ist es aber mit Hund problemlos möglich, wenn ihr bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Wenn keine Leinenpflicht herrscht und der Hund den Freilauf beherrscht ist es am besten den Hund frei laufen zu lassen. Sinnvoll könnte das Kommando „Spur“ sein, mit dem ihr dem Hund beibringt hinter euch in einem gewissen Abstand in eurer Spur zu laufen.

Abstand ist hier das Zauberwort, denn die spitzen Zacken an den Schneeschuhen können für den direkt hinter euch laufenden Hund zur Gefahr werden. Das merken die meisten Hunde allerdings schnell von selbst. Wenn der Hund nicht frei laufen kann oder darf, müsst ihr mit einer elastischen Joggingleine mit Bauchgurt arbeiten, die dem Hund genug Spielraum bieten muss um Abstand zu euch zu halten.

Noch ein Hinweis: Es sollte klar sein, dass sowohl Schlepp- als auch Jogging- und Flexileinen NUR an einem Geschirr und NICHT am Halsband befestigt werden dürfen!

Skifahren mit Hund?!

Hunde sind auf Grund der hohen Verletzungsgefahr in den meisten Skigebieten nicht auf der Piste erlaubt. Das solltet ihr natürlich respektieren. Wenn ihr also mit eurem Vierbeiner nicht abseits der Pisten zu einer Skitour aufbrechen wollt, was mit entsprechendem Training natürlich grundsätzlich möglich ist, sollte der Hund am besten im Hotelzimmer oder der Ferienwohnung bleiben, solange ihr Skifahren geht. Das geht natürlich nur, wenn eurer Hund auch entsprechend lange entspannt alleine bleiben kann.

Länger als fünf bis maximal sechs Stunden sollte ein Hund aber alleine wegen seiner Bedürfnisse nicht alleine gelassen werden. Das gilt insbesondere in Hotelzimmern, in denen sich der Hund nicht so sehr zu Hause fühlt wie in den heimischen vier Wänden. Ich empfehle euch, auch im Urlaub das Alleinebleiben erst zu üben und den Hund in jedem neuen Hotelzimmer erst einmal nur für wenige Minuten alleine zu lassen. Klappt das gut, steht eurem (halben) Skitag nichts mehr im Wege.

Bevor ihr ins Skigebiet aufbrecht, sollte der Hund natürlich seinen Morgenspaziergang bekommen. Wenn ihr dann gegen Mittag zurück vom Skifahren seid bleibt noch genug Zeit für einen gemeinsamen Winterspaziergang mit eurer Fellnase. So habt ihr alle etwas von eurem Winterurlaub!

Rodeln mit Hund

Auch das Rodeln mit Hund ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Zum einen sollten Hunde wegen der hohen Verletzungsgefahr nicht an einen Rodel gebunden werden. Freilauf ist wie bereits erwähnt nur an einigen Orten möglich und auch nur, wenn euer Hund Freilauf und sicheren Rückruf beherrscht. Da ein Schlitten ziemlich schnell werden kann, sollte euer Hund entsprechend fit, groß genug und schnell sein um mithalten zu können.

Generell würde ich euch das Rodeln vor allem abschnittsweise im Rahmen einer Winterwanderung mit Hund empfehlen. Da ich mit Melli den sicheren Freilauf noch übe, kommt das Rodeln für uns aktuell nicht in Frage.

Meine Tipps für den Winterurlaub mit Hund

Zusammenfassend möchte ich hier noch einmal alle meine Tipps zum Winterurlaub mit Hund für euch zusammenfassen:

  • Vor jeder Reise sollte ihr euch Fragen: Ist mein Hund zu Hause vielleicht besser aufgehoben?
  • Halbtags Skifahren – halbtags Winterwandern – wer mit Hund in den Skiurlaub fährt muss Kompromisse eingehen
  • Auch das Alleinebleiben in einem (neuen) Hotelzimmer will gelernt sein
  • Achtet darauf, dass euer Hund nicht friert, Stichwort: Hundedecke & Hundemantel sonst drohen Erkältungen & Blasenentzündungen
  • Vorsicht vor Schneegastritis, wenn euer Hund zu viel Schnee frisst; lieber (warmes) Wasser dabei haben
  • Pfötchen vor dem Winterwandern mit Vaseline oder Kokosöl eincremen & nach der Tour mit warmem Wasser säubern
  • Sehen und gesehen werden – ein Leuchthalsband macht euren Hund für andere Menschen erkennbar
  • Hunde sind auf den Skipisten tabu
  • Hunde niemals an einen Schlitten binden!
  • In Österreich & Nationalparks herrscht Leinenpflicht, an die ihr euch halten solltet
Winterurlaub mit Hund
Viele Hunde – wie mein Hund Melli – lieben es durch den Schnee zu laufen

Habt ihr noch Fragen zum Thema Winterurlaub mit Hund? Schreibt auch gerne eure Erfahrungen in die Kommentare!

More from Jana

Peru im Quadrat – Meine Reise via Instagram

Manchmal fühlt es sich an, als wären die vergangenen Monate nur ein...
Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.