Der Berg ruft – Eine Gratwanderung hoch über dem Walchensee

Eine der schönsten Wanderungen der Alpen befindet sich direkt vor der Münchner Haustür. Ausgangspunkt ist der Walchensee, der mit seiner fast schon unnatürlich türkiesen Farbe schon eher nach Kanada passt. Dort, zwischen Walchensee und Kochelsee liegen die Gipfel Herzogstand und Heimgarten, welche durch eine herrliche Gratwanderung verbunden sind. Genau das richtige Maß an Anforderung und Wandergenuss zeichnet den Weg aus. Zwischendurch bieten sich immer wieder fantastische Blicke auf die beiden Seen und die umliegende Alpenwelt.

Es gibt ein paar Dinge, für die ich München liebe. Zum Beispiel wenn man an einem schönen Sonntag Morgen um 7 Uhr in der S-Bahn auf Gleichgesinnte trifft. Wir alle haben nämlich ein Ziel: die Berge. Und da steht der Münchner auch mal früh auf. Das gefällt mir. Der Zug bringt uns vom Hauptbahnhof in knapp einer Stunde nach Kochel am See. Von hier aus geht es mit dem Bus über einen kleinen Pass zur Talstation der Herzogstandbahn direkt am Walchensee. Wir verlieren keine Zeit, denn wir wollen vor der ersten Busladung in der Seilbahn sitzen, die uns hinauf zum Berggasthaus Herzogstand bringt.

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Auf den Herzogstand (1731m)

Die Terrasse des Gasthofes bietet ein herrliches Panorama auf den Walchensee, der im warmen Morgenlicht in seinem sattesten Türkies schimmert. Bevor die Busladung das Bergasthaus erreicht, sind wir auch schon auf dem Wanderweg unterwegs, der uns zunächst auf den Herzogstandgipfel führt.

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Gratwanderung zum Heimgarten (1790m)

Nach einer kurzen Verschnaufpause beginnt schließlich der eigentliche Gratweg. Ein Schild weißt den Wanderweg als Klettersteig aus, ich vermute um die ganzen „Stöckelschuhtouristen“ abzuschrecken, welche sich auf dem Herzogstand tummeln.

Das Schild scheint jedenfalls zu wirken, denn ab jetzt begegnen wir nur richtigen Wanderern. Es wäre gelogen zu sagen, dass wir den Weg ganz für uns alleine hatten, aber an einem Sonntag Morgen hätte ich es mir wirklich schlimmer vorgestellt. Immer auf dem Grat schlängelt sich der schmale Pfad in leichtem Auf und Ab durch die Landschaft. Ein paar Stellen sind mit Drahtseilen gesichert. Viele ausgesetzte Stellen erfordern neben Trittsicherheit auch Schwindelfreiheit. Wer beides mitbringt wird mit herrlichen Ausblicken auf die Alpenlandschaft und die beiden Seen belohnt.

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Die letzte halbe Stunde bis zum Heimgartengipfel hat es in sich. Ein paar Verschaufpausen lohnen sich aber alleine um einen Blick zurück zu werfen, und die bereits zurückgelegte Wegstrecke zu bestaunen. Durch die ausgesetzte Gratlage des Weges, kann man seinen Verlauf genau beobachten. Auch der Walchensee, der zwischenzeitlich hinter den Bergspitzen verschwunden war, rückt wieder ins Blickfeld.

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Am Ende des Weges wartet nach rund eineinhalb Stunden das Gipfelkreuz auf uns. Der Walchensee liegt uns in seiner ganzen Pracht zu Füßen und entlohnt für Strapazen. Besonders die Hitze macht uns an diesem Sommertag zu schaffen. In der Heimgartenhütte, die geschützt ein wenig unterhalb des Gipfel liegt, gibt es daher erst einmal eine ausgiebige Pause.

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Talwanderung zum Walchensee

Statt den gleichen Weg zurück zu wandern, entscheiden wir uns für den Abstieg zum Walchensee. Der Weg ist mit rund zweieinhalb Stunden angegeben und führt auf weiterhin schmalen aber einfacheren Pfaden in Richtung Tal. Viele Bäume sorgen für Schatten, den wir bei Temperaturen um die dreißig Grad mehr als gebrauchen können. Dennoch sind unsere Köpfe hochrot, als wir schließlich gegen Nachmittag den See erreichen.

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Ich hatte gelesen, dass der Walchensee auf Grund seiner Tiefe selbst im Sommer zum Baden ziemlich kalt ist, doch das stellt sich als Irrtum heraus. Der Badestrand unweit der Seilbahnstation ist voll belegt und der Fußtest ergibt Badetemperatur. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass wir so überhitzt sind. Obwohl wir unsere Badesachen vergessen haben, hält uns nichts mehr an Land und wir springen einfach so in die erfrischenden Fluten. Ich kann mir keinen besseren Ausklang für einen Wandertag vorstellen.

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Wir genießen die Zeit bis zum nächsten Bus am Ufer mit einem kühlen Radler und dann geht es auch schon wieder zurück in Richtung München. Auch die Tatsache, dass der Bus Verspätung hatte und ich so fast meinen Zug nach Frankfurt verpasst hätte, ändert nichts daran, dass dieser Tag sicher einer der schönsten des Sommers war und die Wanderung – jedenfalls meiner Meinung nach – eine der schönsten der gesamten Alpen.

Toureninfos

Länge: 9 Kilometer

Hinkommen: Mit der Bahn von München nach Kochel, mit dem Bus von Kochel zum Walchensee, mit der Seilbahn auf den Herzogstand

Start: Berggasthof Herzogstand, Bergstation Herzogstandseilbahn

Dauer: circa 4 Stunden

Endpunkt: Talstation Herzogstandbahn

Meine Wanderroute als Google Maps-Karte: Wanderung Herzogstand – Heimgarten

Welches ist deine liebste Alpenwanderung? Hast du noch Tipps für weitere Ausflugsberge, die gut von München zu erreichen sind?

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