Gozo – Maltas kleine ursprüngliche Schwester

Wir hatten nun schon viel Malta erlebt in den vergangenen sechs Tagen nur eines stand noch aus – Gozo. Die Zeitschrift „Urlaub perfekt“ Sommer 2011 kürte die Insel zu den 12 europäischen Inseljuwelen und schrieb: „Die kleine Schwester Maltas ist ein echter Ruhepol und erste Adresse für alle Gestressten, die von einem Urlaub auf dem Land träumen. Außerdem lockt die sagenumwobene Calypso-Insel mit spannenden historischen Stätten und wunderschönen Tauchrevieren“. Wir ahnten schon, dass wir uns für einen Tag ziemlich viel vorgenommen hatten.

Frühstück, Buggiba Busterminal und mal wieder saßen wir in der Linie 11 nach Cirkewwa. Wie ich bereits hier berichtet hatte, setzt von dort die Gozo Ferry über. Doch weit kamen wir nicht: Aufgrund eines Motorschadens der „neuen“ Arriva-Busse, übrigens eine 100%iges Tochterunternehmen der…na?…ja, der Deutschen Bahn AG, blieben wir mitten auf der Strecke unweit von San Prawl-il-Bahar liegen. Und da die Busse ja eh schon voll sind, überfuhren die nächsten 3 Busse die Haltestelle, an der 30 winkende Touristen auf die nächste Mitfahrgelegenheit warteten. Der hilflose Busfahrer, der genauso wie wir fest saß schickte uns letztendlich zu einer Bushaltestelle etwa einen Kilometer die Straße entlang. An dieser treffen sich Busse aus unterschiedlichen Richtungen mit dem gemeinsamen Ziel Cirkewwa – höhere Chancen also, dass mal einer dabei ist, der uns mitnimmt. Und das dauerte gar nicht lange. Und so kamen wir erst gegen Mittag an der Fähre an – naja wenigstens die Urlaubskarten hatte ich während der Warterei geschrieben. Kurze Zeit später befanden wir uns bereits auf der Fähre mit dem Vorsatz noch das Beste aus dem Tag zu machen.

In Gozo angekommen hatten wir mal wieder Glück. Da auf Gozo der Bussverkehr mehr als spärlich ist, war unsere Überlegung, ein Ticket für den Hop-on-hop-off-Bus zu kaufen, der uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Malta bringen würde. Ich schätze mal aufgrund der fortgeschrittenen Zeit bot uns der Fahrer die Tour für 5 Euro statt 15 Euro pro Person an. Also nichts wie rein in den Bus.

Mit der roten Linie fuhren wir einmal quer über die Insel vom Bilderbuchhafen Mgarr (sprich: Imdscharr) über Xewkija (sprich: Tscheouki’ja), die älteste Stadt Gozos mit beeindruckender Kuppelkirche und die Hauptstadt Victoria, auch liebevoll Rabat genannt, nach Dwejra (sprich: Dueyra).

Die Bucht von Dwejra vereint gleich drei Sehenswürdigkeiten auf einmal: Den Fungus-Rock, ein Felsen vor der Bucht, das Azure Window, eine imposante Felsenformation, und ein grün schimmernder Salzwassersee, der durch eine Höhle mit dem Meer verbunden ist. Die Landschaft hier gleicht einer Mondlandschaft. Die Bucht ist besonders bei Tauchern sehr beliebt, von denen wir während unseres Aufenthaltes viele beobachten konnten.

Weiter ging es – diesmal mit der roten Linie vorbei am Handwerkerdorf Ta‘ Dbiegi und der Basilika von Ta’Pinu, einer Wallfahrtskirche, die eine der bedeutensten Kirchen Maltas darstellt und zum Nationalheiligtum erhoben wurde. Durch Victoria und vorbei an der berühmten Zitadelle fuhren wir in das kleine Fischerdorf Xledi (Schledi). Das in einer kleinen Fjordartigen Bucht gelegene Dorf ist mehr Ferienort als Fischerdorf, wenn auch ein schöner. Nachdem wir uns hier umgeschaut hatten nahm uns der Busfahrer wieder mit nach Victoria.

Auf Gozo sind alle Straßen sternförmig zur Hauptstadt ausgerichtet. So kommt man unweigerlich und ständig dort vorbei, wenn man die Insel umrunden möchte. Hier stiegen wir von der roten wieder in die blaue Linie und brausten nach Masalforn, einem netten Örtchen, das wieder einmal mehr einem Ferienort als einem „Fischerdorf“ gleicht. Trotzdem geht es auf Gozo deutlich ruhiger zu als auf Malta und auch die Badeorte sind immernoch beschaulich und wenig überlaufen.

Durch die fortgeschrittene Stunde mussten wir leider auf die Besichtigung zweier bedeutender Tempelanlagen, den Ggantija Tempel, verzichten und auch ein Bad in der schönen Ramla-Bay musste entfallen. So ging es zurück nach Mgarr und mit der Fähre zurück nach Malta. Die Fähre kostet übrigens 4,65 für Hin- und Rückfahrt. Bezahlt wird erst vor der Rückfahrt.

Fazit: Für einen Tag haben wir unglaublich viel von Gozo gesehen. Leider mussten wir auf einiges verzichten, weil die Hop-on-hop-off-Busse nur bis 17 Uhr fahren. Hier hätten wir – das erste Mal in diesem Urlaub – gerne einen Mietwagen gehabt, der uns mehr Freiheit und Flexibilität geboten hätte, sowohl was die Zeit angeht als auch die Wahl unserer Ausflugsziele.

PS: Vielen Dank noch einmal an den so unendlich netten Verkäufer an Dwejra, der mir für 8 Euro ein paar potthässliche Bade-Flipflops verkauft hat und es schamlos ausgenutzt hat, dass meine dort kaputt gegangen sind. Und dann noch die Dreistigkeit besitzen und zu fragen, ob ich denn mein Wechselgeld zurück haben möchte?Ja, Penner!

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