Wir erkunden den Süden Kretas

An diesem Tag wollen wir den Süden Kretas, westlich von Agia Galini erkunden. Unser erstes Ziel ist die etwa 70 Kilometer entfernte Festung Frangokastello aus dem 14. Jahrhundert. Das mächtige sandfarbene Kastell erbauten die Venetianer zum Schutz gegen die Piraten und die rebellischen Sfakioten. Sfakion ist ein 15 Kilometer entfernter Nachbarort. Frangokastello liegt an einem schönen, flachen Strandabschnitt, der dadurch besonders für Kinder gut geeignet ist. Touristisch ist der Ort noch wenig erschlossen. Einen richtigen Ortskern gibt es nicht, nur ein paar verstreute Tavernen und Wohnhäuser an der Straße von Sfakion zum Kastell.

Auf Kreta sind aber alleine schon die Autofahrten durch das Inland ein Erlebnis. Wir vermeiden die großen Straßen und kommen vorbei an kleinen Ortschaften, Eseln und imposanten Fernblicken.

Nach einer ausgiebigen Besichtigung des Kastells und einem schönen Tag am Strand starten wir zu unserem zweiten Ziel an diesem Tag, welches uns schon auf der Fahrt nach Frangokastello angelacht hat – die Bucht von Plakias. Die Stadt ist einer der betriebsameren Ferienorte an der Südküste und lockt durch die ansässige Jugendherberge auch jüngeres Publikum an. Gute Lokale, schöne Wanderstrecken, ein großer Sandstrand sowie zahlreiche ausgezeichnete Strände in der Umgebung machen Plakias bei Pauschalurlaubern und Individualtouristen gleichermaßen beliebt. Mit Picknick bewaffnet genießen wir an dem feinen Sandstrand einen herrlichen Sonnenuntergang. Übrigens merken wir schon, dass die Saison langsam zu Ende geht – es ist inzwischen Ende August und deutlich leerer geworden als noch zu Reisebeginn.

Am nächsten Tag brechen wir auf um den Süden Kretas, östlich von Agia Galini zu erkunden. Unser erste Station ist die minoische Fundstätte Festos, die neben Knossos als zweitwichtigste minoitische Palastanlage auf Kreta gilt. Der Ausblick von hier auf die Messara-Ebene und den Psiloritis ist einzigartig und traumhaft. Die ältesten Relikte stammen aus der Zeit zwischen 1900 bis 1850 vor Christus. Festos ist im Gegensatz zu Knossos lange nicht so überlaufen und von Agia Galini nur eine kurze Autofahrt entfernt.

Nachdem wir uns ausgiebig auf dem Gelände umgesehen haben, fahren wir weiter zur Ruinenstadt Gortis. Die Überreste der römischen Inselhauptstadt liegen zu beiden Seiten der Hauptstraße zwischen Heraklion und Festos. Nur ein kleiner Teil der Ruinen ist touristisch erschlossen, besonders lohnenswert ist ein Spaziergang im Olivenhain südlich der Straße. Überall sind hier Relikte zu finden. Wir picknicken unter Olivenbäumen mit frischem Gemüse, Weißbrot, Oliven und Feta-Käse. Gestärkt machen wir uns auf den Weg nach Matala.

Matala war früher einmal der InTreff auf Kreta. Bizarre Felswände mit unzähligen Höhlen waren einmal römische Grabstätten und dienen der Hippiebewegung in den 60er Jahren als Behausung. Leider hat Matala durch die touristische Erschließung einiges an seinem Charme verloren und im Zentrum ist ein riesiger kitschiger Markt entstanden. Der Sandstrand hingegen ist wundervoll und die Felsformationen absolut sehenswert. Starker Wind und unruhige See machen das Bad in den Mittelmeerfluten zum Erlebnis.

Nächste Station ist der Kommos-Beach. Hier befindet sich eine archäologische Ausgrabungsstätte direkt am Meer – Kommos soll einmal der Hafen von Festos gewesen sein und wartet ebenfalls mit zahlreichen minoischen Steinrelikten auf. In Kommos und Umgebung brüten zahlreiche Karettschildkröten und so wimmelt es am Strand nur so von markierten Schildkrötennestern. Sonnenschirme sind hier verboten. Ebenso wie das Baden an diesem Tag – auf Grund des Sturms hängt die rote Fahne und wir begnügen uns mit einem ausgedehnten Strandspaziergang.

Unsere letzte Station an diesem Tag ist der Kokkinos Beach. In einer familiären Taverne speisen wir fürstlich mit Blick auf den Strand und die untergehender Sonne.

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