Auf Reisen in Kontakt mit Locals kommen? {Tipps & Interview mit Travel Pal}

Was unterscheidet Reisen vom normalen „Urlaub machen“? Für mich ist das vor allem auch der Einblick in die fremde Kultur anderer Länder, mit der man im All-Inklusive-Resort nur höchst selten in Berührung kommt. Gerade hier in Mexiko wird einem bewusst, wie unterschiedlich Reisen doch so ausfallen können. Während die vielen Pauschaltouristen, mit denen wir im Flugzeug saßen vermutlich nichts von dem wundervollen Land, seiner Landschaft und seinen Leuten mitbekommen haben, erkundeten wir mit einem Mietwagen die ganze Halbinsel Yukatan. Und das führt mich auch gleich schon zum Thema – nämlich wie man am besten auf Reisen mit Einheimischen in Kontakt kommt – eine Frage, die ich auf diesem Blog regelmäßig gestellt bekomme und die ich heute beantworten möchte – inklusive eines kleinen Interviews mit dem Gründern von Travel Pal, einer App, die den Kontakt mit Lokals noch viel einfacher machen möchte.

Tipp #1 – Die Sprache lernen

Der wohl wichtigste Tipp um auf Reisen nicht nur mit anderen Reisenden, sondern auch mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen ist die Sprache zu sprechen oder sie zumindest lernen zu wollen. Wenigstens ein paar Worte in der lokalen Sprache sind meist wahre Eisbrecher. Gerade in Mexiko ist mir besonders aufgefallen, wie sehr sich die Einheimischen über das bisschen Spanisch freuen, das ich spreche. Anders als zum Beispiel im Rest Lateinamerikas, wo gute Spanischkenntnisse meist einfach vorausgesetzt werden. Vielleicht liegt es an den ganzen amerikanischen Touristen, die sich meist weniger Mühe geben, ein paar Worte in Spanisch zu sprechen und einfach penetrant auf Englisch losplappern.

Tipp #2 – Mit dem eigenen Auto unterwegs sein

Auch wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist anstatt im klimatisierten vollverspiegelten Tourisbus, hat in der Regel viel mehr Anknüpfungspunkte für Begegnungen mit Einheimischen. Sei es an der Tankstelle, der Verkehrskontrolle, an der Raststätte oder vor allem an abgelegeneren Orten, an denen die Busse nicht vorbei kommen. Oder aber in der Autowerkstatt wenn der Reifen plötzlich platt ist oder andere Problemchen auftreten. Spätestens hier legt man dann auch sämtliche Vorurteile ab, wenn der Polizist einen fürs zu schnell Fahren nur eine nette Verwarnung ausspricht und der Automechaniker für das Reifenaufpumpen nicht mal ein Trinkgeld akzeptiert.

Tipp #3 – Lokale Verkehrsmittel nutzen

Wer nicht mit einem Mietwagen unterwegs sein kann oder möchte (es gibt ja auch Länder in denen das einfach nicht viel Sinn macht), dem kann ich nur empfehlen, die einheimischen Busse zu benutzen. Statt der Luxusbusse habe ich auf meiner Reise durch Südamerika  vor allem die normalen Linienbusse der Locals benutzt. Gerade während langer Nachtbusfahrten erfährt man so viel von einem Land und seinen Bewohnern.

Tipp #4 – Langsam reisen

Ebenfalls ziemlich logisch: je langsamer man in einem Land reist und je länger man Zeit an einem Ort verbringt und entsprechende Routinen entwickelt, desto eher kommt man auch mit den Menschen in Kontakt. Nachbarn, die Bedienung im Lieblingscafé und so weiter beginnen einen Wiederzuerkennen und sind oft interessiert an der eigenen Geschichte. Reist man dagegen jeden Tag in eine neue Stadt, ist man immer wieder ein Fremder und es entsprechend schwer Kontakte zu knüpfen.

Tipp #5 – Gastfreundschaftsnetzwerke wie Couchsurfing, Airbnb und Co

Bereits in meinem Artikel zum Thema Leben statt nur Reisen habe ich es schon erwähnt: für mich sind Airbnb und Co auf Reisen die beste Art um mich in einer neuen Stadt / einem fremden Land zu Hause zu fühlen und auch mit Einheimischen in Kontakt zu kommen, Insider Tipps abzustauben und einen Einblick in die Kultur zu bekommen. Airbnb und Couchsurfing sind hier ja bereits etabliert, aber jetzt geht eine neue App noch einen Schritt weiter: TravelPal besitzt zudem noch ein Sprachtool, mit dessen Hilfe man sich als Reisender auch mit Menschen unterhalten kann, deren Sprache man nicht spricht. Außerdem geht es nicht nur um das reine Anbieten von Schlafplätzen. Was die Gründer mit der App erreichen wollten und wie sie hilft auf Reisen mit Einheimischen in Kontakt zu kommen, verraten sie im Interview:

Was genau bietet Travel Pal Reisenden wie mir und wie unterscheidet sich die App von bestehenden Angeboten wie Couch Surfing oder Airbnb?

Travel Pal hat eingebaute Sprachwerkzeuge, um eine leichtere Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität zu gewährleisten. Das kommt in der Form von sogenannten Sprachführern, zugeschnitten auf Reisende, durch welche man buchstäblich sofort beginnen kann sich in einer fremden Sprache zu unterhalten, zusätzlich findet man auch andere Übersetzungswerkzeuge.

Der größte Nachteil bei Couch Surfing ist die Begrenzung auf Nutzer, die in Englisch kommunizieren können und dadurch wird eine große Anzahl an Menschen, die sich nicht in Englisch verständigen können ausgeschlossen, besonders Menschen in ländlichen Gegenden und Kleinstädten, in denen Englisch eher weniger verbreitet ist.

Des Weiteren ist Couch Surfing speziell auf das Finden einer Unterkunft ausgelegt. Bei Travel Pal ist es einfach jemanden zu „hosten“, auch wenn man selber keine Unterkunft anbieten kann, den hierbei geht es nicht primär um eine Schlafmöglichkeit, sondern auch darum, andere in seiner Umgebung herumzuführen, Ratschläge an Reisende zu geben, sich zu treffen etc. Wir glauben, dass dadurch mehr Menschen ermutigt werden sich selber als würdigen Gastgeber zu sehen, auch wenn diese keine Unterkunft anbieten können.

Im Vergleich zu Airbnb legt Travel Pal seinen Fokus auf die soziale Komponente. Tavel Pal verfolgt die Mission die Welt näher zusammen zu bringen. Das ist dadurch möglich, dass es Menschen einfacher gemacht wird sich gegenseitig kennen zu lernen. Es geht bei Travel Pal nicht um das Teilen von Wohnungen/Apartments, ohne Interaktionen zwischen den Parteien. Ganz nebenbei ist Travel Pal gratis verfügbar.

Wie kamt ihr auf die Idee zu Travel Pal? Gibt es eine Geschichte dahinter? Was ist eure Vision?

Bei unserer App-Reihe (Hello Pal, jetzt Travel Pal, und zukünftige Apps) dreht sich alles um die Mission die Welt näher zusammen zu rücken. Wir wollen Barrieren zwischen Menschen aus unterschiedlichen Ländern abbauen, durch vereinfachte Kommunikation zwischen diesen und einfacheres Reisen/Treffen. Ich (KL Wong, CEO) habe ebenfalls einen internationalen Hintergrund (geboren in Malaysia, in UK studiert, in Hong Kong gearbeitet, momentan in China lebend, und ebenfalls viel um die Welt gereist), dadurch ist mir klar, dass viele Probleme zwischen Menschen unterschiedlicher Nationen und Herkunft ganz einfach durch Mangel an Verständnis und Kommunikation entstehen. Wir wollen versuchen alles tun, was wir können, um zu helfen diese Probleme zu verringern.

Gerade als Frau muss man bei Bekanntschaften aus dem Netz in der heutigen Zeit vorsichtig sein. Was tut ihr um die Sicherheit vor allem eurer weiblichen User zu gewährleisten?

Das ist etwas, was wir sehr ernst nehmen. Wir stellen ein Bewertungs-/Feedback-System zu Verfügung, um Nutzern zu helfen, die andere Partei zu bewerten. Da Travel Pal gerade erst auf den Markt gebracht wurde, gibt es dazu noch nicht viel zu berichten, da der Erfolg solch eines Systems sich erst nach einiger Zeit zeigt. Wir werden auch mit der nächsten Aktualisierung umfassendere Verifizierungsfunktionen einführen, welches ebenfalls ein Vertrauenssystem beinhaltet, basierend auf Telefon-, Ausweisverifizierung etc. (dazu unten mehr*). Jedoch verlassen wir uns dabei letztendlich auf unsere Nutzer, welche, durch die Hilfe unserer Werkzeuge, auf sich selber achten, und Vorsicht und gesunden Menschenverstand anwenden.

Bei der Verifikationsfunktion, die wir diese Woche einführen, handelt es sich um einen Vertrauenswert. Diesen erhält man durch verschiedene Verifizierungsschritte (Handynummer, E-Mail und Ausweisdokumente). Umso mehr man vorweisen kann, umso höher ist der Vertrauenswert. Dementsprechend kann dann auch der Filter für das Finden von Pals und um gefunden zu werden angepasst werden. So kann man dann einstellen, dass jemand mit einem „niedrigen“ Vertrauenswert einen nicht kontaktieren kann. Viele Betrüger nutzen Fake-E-Mails zum Registrieren, diesen wird es durch den Zwang mehrere Verifizierungsschritte zu durchlaufen schwer gemacht.

Interessiert? Dann lade dir Travel Pal kostenlos für Android oder iOS herunter!

Noch Fragen an mich oder die Travel Pal Gründer? Dann ab in die Kommentare damit!

in Zusammenarbeit mit Travel Pal

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2 Kommentare

    • Absolut nicht. Es hat überhaupt garnichts damit zu tun, sondern ist das englische Wort für „Einheimische“, das ich eher sperrig finde. Und das hat nichts mit irgendwelcher Ethnie zu tun!!! Wenn ich beispielsweise in Barcelona bin, freue ich mich z.B. in meiner Airbnb-Wohnung ein Gespräch mit meinen Gastgebern zu führen über die Stadt und das Leben dort und ein paar Tipps zu bekommen. Was hat das bitte mit rassistischer Unterdrückung zu tun?

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