Drei-Seen-Wanderung: Wintertraum auf der Turracher Höhe

Auch wenn ich mittlerweile Gefallen an Skifahren und Langlaufen gefunden habe – an einem perfekten Wintertag mit Unmengen Neuschnee und herrlich blauem Himmel ziehe ich oft die eigenen Füße dem Wintersport vor – es sei denn man zählt Winterwandern dazu. Nie kann man die unberührte Winterlandschaft so wunderbar erkunden wie auf Schusters Rappen – und noch dazu Unmengen an Fotos schießen.

Denn anders als auf Skiern kann ich zu Fuß die Landschaft regelrecht in mich aufsaugen, anstatt mich nur darauf zu konzentrieren, einigermaßen „galant“ über die Loipe zu gleiten oder die Piste hinabzukommen. Und Pisten haben meist mit unberührter Winterlandschaft eh wenig gemeinsam. Mein erklärtes Wintersportziel ist es ja, in Zukunft einmal Skitouren gehen zu können, aber bis es so weit ist (und ich gut genug Skifahren kann), müssen eben erst einmal die Füße herhalten.

Die Turracher Höhe bietet neben Pisten und Co auch ein breites Netz an Winterwanderwegen. Besonders schön und typisch für das Seenland Kärnten ist die Drei-Seen-Runde, die in rund sieben Kilometern um die drei Seen der Turracher Höhe, Turracher See, Grünsee und Schwarzsee, führt. Was man bei der Planung einer Winterwanderung beachten sollte ist das deutliche Plus an Energie, das für einen Wanderkilometer aufgewendet werden muss. Für die sieben Kilometer, die man im Sommer zügig in einer guten Stunde zurücklegen kann, ist man im Winter gerne mal Zweieinhalb unterwegs.

Die Seerunde beginnt direkt am Hotel Hochschober und ist mit einem roten Holzschild ausgeschildert. Zunächst entfernen wir uns vom Turracher See und folgen ein Stück der Straße, dann aber schnell auf einem Waldweg den Wanderschildern in Richtung Grünsee. Der Weg ist gut präpariert und so gewinnen wir schnell an Höhe.

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Nach etwa zwei Kilometern stoßen wir auf den Grünsee, den kleinsten der drei Seen. Im Sommer zeichnet er sich durch seine grüne Farbe aus – heute ist der See nur durch seine weite ebene Fläche und ein kleines Wasserloch im Eis zu erahnen. Von einem kleinen Steg hat man eine tollen Ausblick auf die unberührte Schneefläche.

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Immer wieder passieren wir kleine Holzhüttten, die teilweise sogar an Feriengäste vermietet werden. Mein großer Traum ist es ja, einmal in meinem Leben Weihnachten in so einer kleinen Hütte mitten in den Bergen zu verbringen. Ich glaube mit der Turrach habe ich dafür die passende Location gefunden.

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Ein paar Minuten nach dem wir den See hinter uns gelassen haben, weist unser Wegschild nach links mitten in den Wald hinein. Nachdem wir bisher bequem auf dem präparierten Winterwanderweg laufen konnten, müssen wir uns nun unseren Weg durch den Tiefschnee bahnen. Vielleicht hätten wir doch besser zu Schneeschuhen greifen sollen. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Wir folgen dem, was wir als Weg erahnen können und stoßen glücklicherweise wenig später wieder auf einen präparierten Weg, dem wir weiter in Richtung Schwarzsee folgen.

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Kurz bevor wir zum ersten Mal die Skipiste kreuzen, wandern wir durch ein kleines Holzhüttendorf, das mit perfekt für meinen Weihnachtstraum erscheint. Man wohnt mitten in der Natur und hat trotzdem die Skipiste direkt vor der Nase. Ein Traum!

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An der Sonnenalm überqueren wir schnellen Schrittes die Skipiste. Hier bietet sich auch die Möglichkeit zur Einkehr. Die vielen Skier im Schnee verraten, dass das gerne von den Skifahrern angenommen wird. Trotz Wochenende ist die Piste übrigens angenehm leer. Ein bisschen sehnsüchtig schaue ich den Skifahren jetzt doch hinterher, denn auf der Piste herrschen durch den Schneefall am Vortag ideale Bedingungen.

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Hinter der Alm erreichen wir schließlich den Schwarzsee, der deutlich größer ist als sein kleiner Bruder. Um den See herum führt eine breite Loipe, die von einigen Langläufern bevölkert wird.

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Nachdem wir das Seeende erreicht haben, stehen wir wieder einmal vor einem Wegweiser, der geradewegs in den Wald hinein zeigt. Nach ein paar Schritten sind wir bereits hüfthoch im Tiefschnee versunken und kehren um. Statt dessen entscheiden wir uns für die Abkürzung, die uns noch einmal halb um den See führt und dann entlang Skipiste hinab zum Turracher See führt. Auf unserem Weg kommen wir wieder an einer herrlich gelegenen Blockhütte vorbei, die eine tolle Sicht auf den See freigibt.

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Schließlich erreichen wir nach gut zwei Stunden wieder den Ort und unser Hotel, wo wir uns noch am Mittagsbuffet stärken und schweren Herzens die Heimfahrt antreten. Auch wenn wir erst mitten in der Nacht zu Hause ankommen, haben wir unsere Entscheidung, noch ein bisschen länger das Winterwonderland zu genießen, nicht eine Sekunde bereut.

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Nachwandern

Die Drei-Seen-Runde ist die perfekte Halbtagestour für alle, die den Winterzauber auch mal abseits der Pisten erkunden möchten. Während der rund 7 Kilometer müssen nur knapp 200 Höhenmeter überwunden werden. Wem das noch zu anstrengend ist, der kann die Runde zu einer Ein- oder Zwei-Seen-Runde verkürzen. An einigen Stellen sind gerade bei hohen Schneehöhen Schneeschuhe von Vorteil – aber kein Muss.

Hier findet ihr die genaue Wegbeschreibung. Einen Wander- und Loipenplan gibt es darüber hinaus vom Tourismusverein Turracher Höhe.

Was verbindet ihr mit Kärnten? Ward ihr schon mal in Winter dort? Und legt ihr im Winterurlaub auch mal einen pistenfreien Tag ein?

Mein Aufenthalt auf der Turracher Höhe wurde vom Hotel Hochschober unterstützt. Vielen Dank dafür.

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