Der See-Tempel Pura Ulun Danu Bratan

Der Pura Ulun Danu Bratan ist ein ursprünglich hinduistisch-buddhistischer Tempel am Ufer des Bratan-Sees. Unweit von Candikuning wurde der  Tempel im 17. Jahrhundert vom König Mengwi am südwestlichen Ende des Kratersees erbaut. Bekannt ist der Tempelkomplex für seine Meru, mehrstufigen Schreine, die auf zwei vorgelagerten Inselchen errichtet worden sind. Der größere Teil des großzügig angelegten Tempelkomplexes befindet sich dagegen am Seeufer. Ulun Danu bedeutet übrigens übersetzt Kopf des Sees.

Der Pura Ulun Danu Bratan ist einer der bedeutendsten Tempel Balsi und den Gottheiten Shiva, Brahma und Vishnu geweiht.  Der kleine dreistöckige Meru des Tempels ist Shiva und der größere 11-stöckige Meru ist Vishnu dem Welterhalter, in seiner Erscheinungsform als Seegöttin Dewi Danu, gewidmet.

In einer dem Tempel vorgelagerten Parkanlage befindet sich darüber hinaus eine buddhistische Stupa, die fünf meditierende Buddhas beheimatet. Buddha? – fragt ihr euch jetzt wahrscheinlich. Was hat Buddha im Hinduismus zu suchen? Aber: Gautama Buddha ist für die balinesischen Hindus eine Erscheinungsform Vishnus und somit ein Beispiel dafür, wie buddhistische Glaubenselemente in den balinesischen Hinduismus übernommen wurden.

Pura Ulun Danu Bratan ist ein wirklich traumhaft idyllisch gelegener Tempel. Natürlich haben das auch die Reiseveranstalter entdeckt. Der Tempel ist zwar längst nicht so überlaufen wie der Tanah Lot Tempel oder der Ulu Watu, jedoch zählt er schon zu einer der am häufigsten besichtigten Tempel auf Bali. Dennoch kann ich jedem Balireisenden nur einen Zwischenstop dort auf der Fahrt in den Norden empfehlen.

Und noch ein kleiner Tipp: Ich muss zugeben, dass wir uns viele Tempelanlagen angesehen haben, ohne uns groß vorher mit dem Reiseführer einzulesen. Mal davon abgesehen, dass der Pura Ulun Danu Bratan beispielsweise im Lonely Planet nur kurz in einem Nebensatz erwähnt wird. Oft sind wir dadurch ein wenig planlos durch die Tempelgelände geschlendert – die uns zwar gefallen, aber nicht viel „verraten“ haben. Mir ging es einige Male so, dass ich erst im Nachhinein beim Durchstöbern des Reiseführers oder – wie in diesem Fall – beim Schreiben des Reiseberichts die Geschichte und die religiösen Zusammenhänge des Tempels verstehe. Wie gerne würde ich mich jetzt noch einmal zurückbeamen und mir einige Details noch einmal genauer ansehen. Das werde ich mir auf jeden Fall für die nächste Reise merken!

Wie hat euch der Pura Ulun Danu Bratan Tempel gefallen? Oder seid ihr die ganzen Tempelbilder schon satt? Wieviel Kultur darf es auf Reisen sein?

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12 Kommentare

  • …es kann für mich nie genug sein Bilder anderer Länder zu sehen, ich verfolge alle deine Posts und bin davon begeistert, ich denke, ich sehe es niemals mehr selbst, so ist es um so besser für mich…wir sahen uns auch viele Tempel gern an und sie gefallen mir sehr…also, bitte weitermachen, danke!

    lG Geli

  • Hi Jana, bei uns wird es immer weniger Kultur im Urlaub dabei sein. Früher wollten wir alles sehen und haben und nur gehetzt, jede Minute nur auszunützen, ganz früh aufstehen und bis Abend nur anschauen ohne Ende. Irgendwann hat es uns nur kaputt gemacht und man erinnert sich an die Hälfte nicht mehr…Jetzt sagen wir, uns ist die Erholung wichtiger, wir schauen an, was wir können, was uns am meisten interessiert. In Städten bummeln wir gerne ziellos, schauen wir alles an, aber möchten nicht mehr wissen, was was und warum das ist, was eben ist. Also interessiert mich nicht mehr, wie die Kirche heißt und wer und warum sie gebaut hat…Wir möchten viel mehr die Natur genießen, besondere Pflanzen, Tiere in ihrem originalen Lebensraum anschauen, Landschaften, Küsten anschauen…so ist es bei uns. LG, Andy

    • Ja, Erholung ist definitiv ein wichtiger Faktor im Urlaub. Es muss ein gesundes Mittelmaß sein – finde ich. Ich stehe nie total früh auf, schlafe aber auch nicht bis in die Puppen. Manchmal schlendere ich gerne ungeplant durch eine Stadt – gucke mir aber immer ein paar Highlights raus, die ich unbedingt sehen möchte…
      Liebe Grüße, Jana

    • Uns geht es wie Andy,
      im Urlaub schlafen wir aus, Frühstücken lange, springen in den Pool und danach ins Meer und dann, so gegen Mittag, fahren wir zu einem, höchstens zwei Sachen, die uns am meisten interessieren. Wenn es dort schön ist, bleiben wir dort auch mehrere Stunden (zb bei Wasserfällen). Man sieht dann zwar nicht alles, aber hat sich erhohlt. Man kann ja wieder kommen, wenn man das Gefühl hat, dass man noch mehr sehen möchte. :)
      Lieben Dank für deine schönen Berichte! Lese immer wieder gerne auf deinem Blog :)
      Liebe Grüsse, Tatjana

  • Nein nein, es kann nie zu viele Tempel geben! :D
    Die Merus sind wirklich suuuper schön!

    Ich freu mich schon auf die weiteren Fotos!
    Liebe Grüße
    Christina

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