Sonnenuntergang am Meerestempel Tanah Lot

Der Tempel besitzt die Authentizität einer Bühnenkulisse,“ das sagt der Lonely Planet so liebevoll über den Meerestempel und nimmt mir mit dieser ernüchternden Aussage ein bisschen die Freude auf dieses doch sehr touristische Reiseziel. Auch wenn die Felsen auf denen der Meerestempel thront zu mehr als einem Drittel künstlich ist – für die Balinesen ist der Pura Tanah Lot trotzdem einer der bedeutendsten Tempeln und DER bedeutendste Meerestempel überhaupt. Und für mich – um das kurz vorwegzunehmen – einer der schönsten Orte auf Bali.

Ebenso wie der Pura Luhur Ulu Watu wird Tanah Lot mit dem Bramanenpriester Dang Hyang Nirartha in Verbindung gebracht. Die balinesische Tradition besagt, dass jeder Seetempel in Sichtweite des nächstliegenden erbaut werden soll – aus diesem Grund bilden die Seetempel entlang der südwestlichen Küste eine Art Perlenschnur.

Gut, alleine die zahlreichen Andenkenläden und Händler machen deutlich, was für ein beliebtes Ausflugsziel der Tempel ist. Aber wir sind das freundlich bestimmte Neinsagen ja bereits gewöhnt. Und glaubt mir: Der Tempel ist es aber sowas von wert! Bei Ebbe kann man den Tempel zu Fuß erreichen, jedoch ist ein Besucht  für Ausländer nicht gestattet. Ist vielleicht auch gut so – die ganzen Besucher würden diesen spirituellen Ort bloß kaputt machen. Und so bleibt uns nur der Blick vom Ufer aus…

Habt ihr bemerkt, wie sich das Wetter verändert hat? War es im zentralen Bergland noch kühl, neblig und feucht, strahlt an der Südküste die Sonne aus allen Löchern. Wir entfernen uns ein wenig von den Touristenmassen und spazieren an der Küste entlang nach Osten.

Ganz nebenbei erleben wir den schönsten Sonnenuntergang unserer gesamten Indonesienreise und vielleicht sogar überhaupt. Ich gerate beim Anblick der Bilder direkt wieder ins Schwärmen. Ich hoffe ihr seht mir das Fotopensum nach.

Zur Zeit sind in Indonesien gerade Schulferien. Da der Tempel einer der bedeutendsten Heiligtümer für die indonesischen Hindus darstellt, treffen wir entsprechend viele Schulklassen, welche dem heiligen Tempel einen Besuch abstatten. Zu diesem Besuch gehört das obligatorische Foto mit internationalen Travellern, das die kleinen für ihre Freunde daheim knipsen. Also lächeln wir ein paar mal in diverse Handykameras in mitten diverser indonesischer Teenies. Die Freude wollen wir ihnen natürlich nicht verwehren.

Wir wollen uns schon beinahe auf den Rückweg machen, da sehen wir wie diesen atemberaubenden Sonnenuntergang, ein Stückchen westlich vom Tempel. Die Sonne bricht plötzlich hinter den Wolken hervor – hinter denen sie zwischendurch immer mal wieder verschwunden ist – und beschert uns diesen gigantischen Sonnenuntergang, der gerade wegen der Wolken so traumhaft aussieht.

Nun wird es aber endgültig dunkel und wir machen uns auf den Weg zurück zu unserem Fahrer – den wir übrigens nur als „Montag“ kennen. Gede hat uns ihn so vorgestellt, weil sein richtiger Name auf Indonesisch eben „Montag“ bedeutet. Auf dem Rückweg nach Kuta schlafe ich vor Erschöpfung ein. Da an diesem Tag viele Zeremonien statt gefunden haben, brauchen wir ziemlich lange für den Weg. Im Hotel angekommen genießen wir unseren vorerst letzten Abend in Kuta, denn am nächsten Tag werden wir mit Sack und Pack unsere Reise in den Norden Balis antreten – natürlich mit Gede.

Fazit: Der Pura Tanah Lot ist für mich keineswegs eine obligatorische Touristenfalle, sondern ein eindrucksvoller Tempel, dessen Besuch sich besonders bei Sonnenuntergang lohnt – auch wenn sich zu der Zeit natürlich auch die meisten Touristen auf dem Gelände aufhalten. Uns hat der Tanah Lot den vielleicht schönsten Sonnenuntergang überhaupt beschert…

Wie hat euch der Ausflug zum Pura Tanah Lot gefallen?

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