Lovina – von schwarzen Stränden und Weltmeisterträumen

Lovina ist das absolute Gegenteil von Kuta. Beschaulich geht es hier zu. Große Häuser, Massen- und Partytourismus sucht man vergeblich. Statt dessen findet man Fischerboote, ein ruhiges Meer und einen leeren, wenn auch nicht so weißen Sandstrand. Ein idealer Ort um mal die Seele baumeln zu lassen, ein gutes Buch zu lesen und sich vom aufregenden Süden Balis zu erholen. Lovina ist eigentlich keine richtige Stadt. Es ist mehr die Region im Norden Balis, bestehend aus mehren kleinen Dörfern. Der Name Lovina ist Abkürzung von „Love Indonesia“. Eigentlich ungewöhnlich, dass sich gerade dieser ruhige Ort als Liebeserklärung an Indonesien preist. Neben Ruhe und Enspannung bietet Lovina vor allem eins: Delfine.

Diese schwimmen zwar vor der gesamten Küste von Bali herum, aber hier im Norden ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, die intelligenten Meeresbewohner in freier Wildbahn beobachten zu können. Warum sie sich gerade hier wie nach einer inneren Uhr zur Sonnenaufgangszeit blicken lassen, weiß niemand so genau. Die Chance freilebende Delfine zu sehen, lassen wir uns natürlich nicht entgehen und buchen die Dolphin Watching Tour gleich für den nächsten Morgen. Nachdem wir nur kurz unsere Sachen im Hotelzimmer abgeworfen haben, machen wir uns zunächst auf den Weg in die „Stadt“ um gemeinsam mit Gede zu Abend zu essen. Ich muss natürlich erst einmal den Strand inspizieren, aber da wir seit dem Morgengrauen nichts gegessen haben, sind wir entsprechend hungrig.




Der Freund wünscht sich Pizza und so lassen wir uns auf der Dachterrasse einer kleinen Pizzeria nieder. Von hier genießen wir die Abendsonne und einen traumhaften Blick auf die Umgebung. Anders als in Südbali ist die Landschaft hier grün und hügelig. Die Reisfelder schließen sich teilweise direkt an die Küste an.





Wir sitzen noch lange auf der Terrasse und quatschen über Gott und die Welt. Und ich entdecke meine Liebe zum Wassermelonensaft, den ich in den nächsten Tagen noch öfter trinken werde. Die frischgepressten Säfte sind sowieso ein kulinarisches Highlight auf Bali. Ich weiß, ich weiß „Cock it, peel it oder forget it“ – ich gestehe, ich habe mich den ganzen Urlaub nicht an das ernährungswissenschaftliche Mantra für Tropenreisen gehalten. Aber ich habe es nicht bereut. Mein Magen muss wohl sehr robust sein.

Kurz vor Sonnenuntergang machen wir uns dann auf den Rückweg zum Hotel. Leider weiß ich dessen Namen nicht mehr. Gede hat es uns ausgesucht, der Besitzer ist ein Bekannter von ihm. Wir bekommen das schönste Zimmer, frisch renoviert und mit Klimaanlage. Leider werden wir hier nicht lange bleiben, denn morgen schon geht es weiter nach Java.





Bevor die Sonne untergeht, mache ich noch einen kurzen Abstecher zum Strand, welcher direkt hinter dem Hotel beginnt, um die Sonnenuntergangsstimmung mit meiner Kamera festzuhalten.


Wir gehen früh schlafen, denn am nächsten Tag geht es schon früh raus. Erst um drei Uhr nachts – denn die deutsche Mannschaft spielt im EM Halbfinale gegen Italien. Anders als in Kuta empfangen in Lovina nur sehr wenige Haushalte internationales Fernsehn. Hier braucht man dafür eine spezielle Satelitenschüssel, die sich nicht viele leisten können. Ein Bekannter von Gede jedoch hat so ein Ding und so schleppen wir uns im Halbschlaf ins Nachbarhaus um das Spiel live mitzuverfolgen. Gede ist ein absoluter Fußballnarr und hat sogar ein bisschen Geld auf den Sieg der Deutschen gesetzt. Wir werden alle enttäuscht: Unsere Mannschaft spielt in der ersten Halbzeit so schlecht, dass wir uns entschließen wieder ins Bett zu gehen. Um halb 6 geht es nämlich schon wieder raus aus den Federn, zur Delfintour. Ich bin schon sehr aufgeregt!

Wie gefällt euch Lovina? Könntet ihr euch vorstellen, dort einen entspannten Urlaub zu verbringen? Oder seid ihr doch mehr für das quirlige Kuta mit Surferwellen und Beachclubs?

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