Luxemburg – eine Kleinstadt mit kosmopolitischem Flair

Wenn es eine Kleinstadt gibt die Großstadtflair versprüht dann ist es Luxemburg. Die Hauptstadt des gleichnamigen Staates zählt mit ihren 99.850 Einwohnern* gerade noch als Kleinstadt. Luxemburg ist eine Stadt der Gegensätze: Auf der einen Seite glänzt sie mit einer historischen Altstadt die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt – auf der anderen Seite ist sie Sitz von zahlreichen Einrichtungen der EU und wird nicht selten als Hauptstadt Europas bezeichnet. Nicht nur ihre Lage im Herzen Europas sondern auch ihre Mehrsprachigkeit macht sie zu einer kosmopolitischen Perle.

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Ich bin ein absolutes Großstadtkind. Auch wenn ich selbst aus einer Kleinstadt komme, fühle ich mich erst im Zentrum einer Großstadt so richtig wohl. Ich mag diesen Trubel und das immer etwas los ist. Diese Vorliebe wirkt sich natürlich auch auf die Wahl meiner Reiseziel aus. Auf jeder Reise zieht es mich mindestens einmal in die Großstadt. Nirgendwo sonst kann man auf so engem Raum so viel sehen und erleben. Aber auch die freie Natur liebe ich. Kleinstädte dagegen fristen bei mir eher ein reisetechnisches Schattendarsein.  Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: weniger Touristen, mehr einheimisches Flair und kürzere Wege machen auch mal einen Ausflug in die Kleinstadt lohnenswert. Welche fünf Gründe für eine Reise nach Luxemburg sprechen und was die Kleinstadt so alles zu bieten hab, zeige ich euch in meinem Beitrag zur Blogparade Kleine Städte:

1. Im Herzen Europas

Luxemburg ist einfach das perfekte Ziel für einen Wochenendausflug – denn es befindet sich quasi mitten in Europa. Köln beispielweise liegt 160 Kilometer entfernt und von Frankfurt aus sind es auch nicht mal 200 Kilometer bis in das Großherzogtum. Für mich völlig okay für einen samstäglichen Tagesausflug und als an einem schönen Wochenende im Februar dann tatsächlich einmal die Sonne zum Vorschein kam, war der Tag gekommen. Für mich als gebürtige Niedersächsin ist es immer noch unglaublich, dass man von Frankfurt (oder in diesem Falle Koblenz) in weniger als zwei Stunden im französischen, belgischen oder eben luxemburgischen Ausland ist. Denn so ein Ausflug über die „Landesgrenze“ hinaus ist doch immer wieder etwas besonderes.

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2. UNESCO-Weltkulturerbe

Da meine Reise nach Luxemburg alles in allem eine sehr spontane war, habe ich mich vorher gar keine großen Gedanken gemacht, was mich in der Stadt so alles erwarten würde. Ein Gang zur Touristenformation auf dem zentralen Place Gullaume II bringt einen Stadtplan und Klarheit. Ganz nebenbei befindet man sich somit bereits mitten im Herzen der Altstadt.

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Schon im Mittelalter war die Festung Luxemburg wegen ihrer Zentralen Lage zwischen Deutschland und Frankreich ein wichtiges Bollwerk. Auch heute noch kann man Teile der alten Festungsanlagen bestaunen, welche architektonisch mit der Altstadt verschmelzen, die 1994 von der UNESCO als „Weltkulturerbe der Menschheit“ erklärt wurde.

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Etwas ganz besonderes sind die sogenannten Kasematten. Die in den Felsen gehauenen Höhlen und Gänge wurden ursprünglich zu Verteidigungszwecken angelegt und sind ein Relikt der Festungsanlage der Stadt Luxemburg war. Diese können für ein geringes Entgelt besichtigt werden.

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In der Altstadt sticht besonders die Stadtresidenz des Großherzogs, der Palais Grand Ducal, mit ihrer Renaissance-Fassaden aus dem 16. Jahrhundert hervor. Die ebenso prachtvollen Innenräume können während der Sommermonate (leider nicht im Februar) besichtigt werden.

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3. Brücken und Panoramen

Wer mich und meinen Blog schon ein bisschen kennt weiß wie sehr ich Ausblicke liebe. Eine Stadt mit einem tollen Panorama hat bei mir sofort einen Stein im Brett. Und Luxemburg bietet wohl eins der wundervollsten Panoramen, die ich je gesehen habe. Die Stadt erhebt sich markant über den Petrus-Tal. Von der Oberstadt hat man eine fantastische Sicht auf die Unterstadt und umgekehrt.

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Dieser Lage geschuldet ist Luxemburg auch bekannt für seine großen Brücken, die sich über tiefe, enge Täler erheben. Sie verbinden die verschiedenen Plateaus, aus denen die Stadt besteht und bieten ebenfalls eine tolle Sicht auf die Stadt.

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4. Multikulti-Flair

„War das etwa deutsch?“ frage ich mich während ich das Pärchen am Nachbartisch bei ihrem Gespräch belausche. Bis dato hatte ich die Unterhaltung am Nachbartisch eher ins Französische verfrachtet. Da war es schon wieder! Ja, unsere Tischnachbarn sprechen einen Mix aus Französisch und Deutsch und wechseln wie zufällig mal in die eine, mal in die andere Sprache. Das fasziniert mich und ist auch besonders charakteristisch für Luxemburg, denn die Stadt ist ein multikultureller Schmelztiegel. 66 Prozent der Einwohner haben keinen luxemburgischen Pass. Aber auch die Luxemburger selbst sind echte Sprachtalente. Ihre Muttersprache, Luxemburgisch sprechen sie hauptsächlich im Alltag. Die Amtssprachen sind Deutsch und Französisch, wobei erste eher als Mediensprache dient und zweite vor allem in den zahlreichen häufig französisch geführten Cafés oder Restaurants zum Einsatz kommt.

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Sein multikulturelles Flair zeigt die Stadt auch in ihrer kulinarischen Ausrichtung. Hier paart sich gutbürgerliche deutsche Hausmannskost mit französischer Raffinesse. Zahlreiche Sterneköche aus dem Ausland haben in Luxemburg ein neues Zuhause gefunden. Ganz billig ist das ganze jedoch nicht: für einen schlichten Flammkuchen (nicht mal besonders gut) in einem kleinen Bistro legt man schon gut und gerne 10 Euro auf den Tisch. Das habe ich nicht mal im Elsass bezahlt.

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5. Stadtbummel

Last but not least eignet sich Luxemburg hervorragend für einen Stadtbummel. Ich gebe es zu: auch wenn ich eigentlich die totale Großstadtpflanze bin, zieht es mich zum Bummeln zunehmend in Kleinstädte beziehungsweise kleinere Großstädte. Hier ist das Angebot überschaubarer, der Trubel deutlich weniger und die Schlangen an der Kasse kürzer. Noch dazu habe ich das Gefühl, dass es sie in Kleinstädten noch gibt: diese kleinen Altstadtgässchen mit kleinen Läden und Boutiquen, die in der Großstadt schon längst der nächsten H&M-Filiale oder gar diesen riesigen, unpersönlichen Shoppingcentern gewichen sind. Luxemburg ist in dieser Hinsicht ein wahres Paradies.

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Und schließlich entdeckten wir auf dem trubeligen Place d’Armes umsäumt von zahlreichen Straßencafés noch diesen kleinen Trödelmarkt. Die frischen gebrannten Mandeln wanderten natürlich sofort ins Körbchen beziehungsweise in den Mund.

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Obwohl ich gar keine großen Erwartungen hat, hat mich Luxemburg wirklich positiv überrascht. Dieser Gegensatz aus Tradition und Moderne, aus verschiedenen Kulturen und dann noch diese Panoramen haben mich absolut begeistert. Und wenn sich dann noch auf dem Rückweg zum Auto so ein phänomenaler Sonnenuntergang bietet, bin ich nur noch hin und weg.

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Vielen Dank an die liebe Susi von Black Dots White Spots für die tolle Idee der Blogparade und ein Hoch auf die kleinen Städte dieser Welt. Vielleicht werde ich ja in Zukunft die ein oder andere Kleinstadt in meine Reiseplanung miteinbeziehen…

Seid ihr Landeier oder Großstadtkinder? Welcher Kleinstadt auf der Welt sollte ich unbedingt mal einen Besuch abstatten?

* Streng genommen ist eine Stadt mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern als „Mittelstadt“ zu bezeichnen. Das habe ich jetzt einfach mal großzügig überlesen…

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