Auf Hotelzeitreise im Marriott Frankfurt – Hippygirl oder Luxusqueen?

Auf Hotelzeitreise im Marriott Frankfurt

Mit 17 war ich fest davon überzeugt in der falschen Zeit geboren zu sein. Ich schüttelte meine Dreads (die ich ein paar Tage später immer wieder mühsam herauskämmte) zu dem Sound der Doors oder Beatles, trug Schlaghosen und spielte morgens nach dem Aufstehen mit der ersten Zigarette in der Hand ein paar Takte auf meiner Gitarre. Heute, gute zehn Jahre später, bin ich dann doch froh im Hier und Jetzt zu leben, denn anderenfalls gäbe es meinen geliebten Blog hier (und so manch Anderes) nicht und ich könnte ich diese Zeilen maximal in einem Buch publizieren.

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Und doch hat die Zeit der wilden 70er bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Denn auch wenn die Dreads längst der Vergangenheit angehören und ich bereits vor neun Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe, liebe ich es weiterhin zu den Rock n Roll Klängen der Hippyära zu tanzen und auch sonst verdanken gerade wir Frauen dieser Zeit unheimlich viel. Frankfurts Wurzeln als Mainhatten sind ebenfalls in den 70er Jahren begründet (was die linke Bewegung der Zeit jedoch weniger freute). Vielleicht ein Grund mehr für mich in der heutigen Zeit zu leben – alleine schon der grandiosen Ausblicke wegen.

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Zwischen 1976 und 1978 jedenfalls war das Westend Gate, was der Ottonormalverbraucher eigentlich nur unter dem Namen des Hauptpächters nämlich dem Marriott Frankfurt kennt, das höchste Gebäude Deutschlands. Auch wenn es das schon lange nicht mehr ist – die Inneneinrichtung des Gebäudes ist auch heute noch original den 70ern entsprungen. Höchste Zeit für das Hotel, dies zu ändern. Zeitgleich zum Wolkenkratzer Festival durfte ich mir einen exklusiven Eindruck vom Umbau machen und dabei auf eine kleine Zeitreise gehen.

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Marriott Frankfurt: Zeitreise in die 70er Jahre

In meiner ersten Nacht im Marriott Frankfurt reiste ich zurück in die 70er Jahre. Witziger Weise wohne ich in Frankfurt nur 5 Minuten vom Hotel entfernt und sehe es sogar von meinem Küchenfenster aus. Im Inneren war ich bis dato noch nie – umso mehr freute ich mich auf das vor mir liegende Wochenende. Nach dem Check-In (natürlich wie gewohnt mit meinem heiß geliebten Rucksack – so viel zum Thema Luxusqueen) ging es in den 27. Stock. Dass man eine gute Aussicht hat ist im Marriott Frankfurt selbstverständlich, da der Hotelteil des Gebäudes erst im 22. Stock beginnt. Damit ist die gute Aussicht inklusive – jedenfalls wenn man ein Zimmer mit City Blick hat. Das hatten wir und ich bin mal wieder einfach nur überwältigt vom Anblick meines Mainhattens. Was im Zimmer sonst noch so ins Auge sticht: der grüne Blümchenteppich und der alte Röhrenfernseher machen die 70er Jahre tatsächlich allgegenwärtig.

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Marriott Frankfurt: Nur Fliegen ist schöner

Mein Highlight an diesem Abend: wir durften aufs Dach!!! und dann auch noch bei Sonnenuntergang. Das ist mal wieder einer der Momente wo ich mein Riesenglück als Bloggerin gar nicht recht fassen kann. Einer der Securitys brachte uns hinauf aufs höchste Dach, wo sonst lediglich Vögel und Techniker hinkommen. Wie ein kleines Kind rannte ich von rechts nach links – glücklicherweise habe ich nicht aus versehen eines der Kabel mitgerissen, die auf dem Dach verlaufen. Ja, hier kommt man sonst definitiv nicht hinauf. Oh mein Gott, war das schön!!

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Marriott Frankfurt: Guten Morgen Mainhatten!

Auch am nächsten Morgen meinte es das Wetter gut mit uns. Die ersten Sonnenstrahlen weckten mich recht früh und ich kam nicht umhin mir meine Kamera zu schnappen und den Sonnenaufgang festzuhalten. Noch vom Bett aus kann man die Skyline bewundern. Ich bin fasziniert…

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Morgens im Bad begegnete mir das nächste Relikt aus den 70ern – eine Badewanne! in einem Hotelzimmer? Das hab ich bisher noch in keinem Hotel erlebt. Dann ging es 27 Stöcke tiefer zum Frühstück – das war dann wieder aus dem 21. Jahrhundert und das ist auch gut so. Ich schätze in den 70ern hatten die Hotels noch lange nicht den Frühstücksstandard, den wir heute gewohnt sind. Obwohl das Marriott Frankfurt bis zu 1.200 Personen beherbergen kann (zumindest wenn alle 600 Zimmer doppelbelegt sind) ist der Frühstücksraum überraschend klein und gemütlich. Wie immer konnte ich mich bei all den Frühstücksoptionen gar nicht entscheiden. Besonders das riesige Obstbuffet gefiel mir – aber auch die frisch gemachten Pancakes waren nicht zu verachten.

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Marriott Frankfurt: Hinter den Kulissen

Gut gestärkt ging es dann auf Hotelführung. Nachdem wir ja schon am Vorabend das Dach erkundet haben, durften wir nun einen Blick hinter die Kulissen des Hotels werfen. Neben den nach außen sichtbaren Hotelteilen wie dem Ballsaal oder den Veranstaltungsräumen, durften wir auch die für den Gast unsichtbaren Teile des Hotels – Mitarbeiterkantine, Küche und Co – besuchen. Es ist quasi wie eine unsichtbare Parallelwelt, die dort existiert. Richtig süß fand ich das Blackboard in der Kantine, das von den Azubis mit lieben Sprüchen und Zeichnungen versehen wurde.

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Der Männertraum im Meetingbereich: Pipi with a view

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Dann wurde es schmutzig – wir gingen direkt auf die Baustelle. Denn der Umbau des Hotels erfolgt größtenteils während des laufenden Betriebs, ohne dass die Gäste davon etwas mitbekommen. Sonst wäre ja auch unsere Zeitreise kaum möglich gewesen. In jeweils drei Etagen wird zeitgleich gebaut, begonnen wurde im obersten Stockwerk. Zur Zeit sind die Bauarbeiten etwa auf der 35. Etage angekommen. Um die Gäste und den Hotelbetrieb nicht zu stören ist ein ausgeklügelter Bauplan nötig. Nur innerhalb von drei Stunden jeden Tag zwischen 14 und 17 Uhr sind lärmintensive Baumaßnahmen erlaubt. Das führt dazu, dass in Zimmern in denen noch das größte Baustellenchaos herrscht, bereits schon die Löcher für die Wandgemälde gebohrt sind. Und nicht selten kann es passieren, dass man nachts gemeinsam mit einem ausrangierten Fernseher in die Lobby fährt. Beim Verschrotten des Mobiliars durften wir leider keine Hand anlegen, schließlich wird ein Großteil davon seinen Lebensabend in Estland verbringen. Das freut mein Ökoherz!

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Marriott Frankfurt: Zurück im Hier und Jetzt – und das ist auch gut so

Nach der Tour konnten wir es kaum erwarten unsere neuen Zimmer in Empfang zu nehmen. Diesmal verschlug es uns in den 41. Stock. Schon im Flur lässt der Teppich-Geruch – und natürlich auch die Optik! – erkennen, dass hier alles frisch renoviert ist. Und tatsächlich: unser neues Zimmer war der Knüller. Allein schon die neue, taupe-farbene Wandfarbe in Kombination mit den hellbeigen Polstermöbeln und den schlichten dunklen Holzschränken lässt das Zimmer gleich tausendmal größer und eleganter wirken. Was uns Blogger am sofort ins Auge fiel: endlich gibt es Steckdosen am Bett. Auch wenn ich schon alleine der Allergie wegen nicht zum Teppichfreund werde: hier stimmt einfach das Gesamtbild.

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Marriott Frankfurt: Fußball, Fast Food und Freudentaumel

Was in keinem guten amerikanischen Hotel fehlen darf ist eine Sportsbar. Und was passt sich da besser als abends gemütlich 41 Stockwerke hinab zu fahren und gepflegt bei ein paar Bier und Fast Food das Champions Leaque Finale auf der Leinwand zu gucken. Schon um kurz nach 8 ist jeder einzelne Platz belegt und die Stimmung super. Da fällt es dann auch nicht ganz so auf, dass ich mich fußballtechnisch eigentlich gar nicht so gut auskenne und eher zu den Gelegenheitsguckern gehöre. Meine Erklärung, dass ich für die Bayern sei, weil ich da die Spieler kennen würde (ist ja auch quasi die halbe Nationalmannschaft) stieß bei vielen Herren auf Unverständnis. Tja das ist halt Frauenlogik und der Neuer ist ja auch ein ganz Netter.

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Marriott Frankfurt  – Mein Fazit

Auch wenn ich an diesem Wochenende meine Stadt nicht verlassen habe, fühlt sich das Wochenende im Marriott Marriott Frankfurt  trotzdem an wie Urlaub – mit dem unschlagbaren Vorteil am „Abreisetag“ lediglich den fünfminütigen Heimweg vor sich zu haben. Es war toll, meine Stadt mal wieder aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben. Eigentlich müsste man so etwas viel öfter machen… Und eines ist mir auch mal wieder klar geworden: wie bin ich doch froh, dass wir das Jahr 2013 schreiben und nicht 1973 – aber das brauche ich euch wohl sicher nicht zu erzählen… Ein Hoch auf Handys, Internet, Digitalkameras, günstige Flüge, WordPress und schnieke Hotelzimmer!

Was sind für euch die tollsten Erfindungen des 21. Jahrhundert?

Offenlegung: Vielen Dank an das Marriott Frankfurt, die mir nicht nur ein tolles Hotelzimmer zur Verfügung gestellt, sondern auch einen exklusiven Blick hinter ihre Kulissen gewährt haben. Meine Meinung ist und bleibt meine eigene.

 
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13 Kommentare

  • Wow, wow, wow! Ich bin mal wieder hin und weg von Frankfurt! Tolle Bilder und tolle Story! Nur den letzten Teil kann ich so nicht gelten lassen. Ich bin grundsätzlich gegen die Bayern! Und du meinst wohl den Neuer… ;-)

    Bussi

     
  • Der Teppich ist gar nicht so 70ies, wie Du glaubst. In USA (und Marriot ist eine US-Kette) wirst Du so gemusterte Teppiche in jedem zweitem etwas besseren Hotel finden. Selbst, wenn sie gerade erst eröffnet wurden. Amerikaner lieben es halt etwas plüschiger und kitschiger ;-)

     
    • Ja der Teppich stammt auch erst aus dem Jahr 1991 – trotzdem ist der für mich total 70er Jahre Style :-D da lobe ich mir das neue Modell!!

       
  • Hallo Jana,

    das Marriott fehlt mir noch in der Liste der Frankfurter Hotels ;-) Zwei Stück haben wir jetzt schon durch und ich bin immer noch begeistert (siehe bald im Blog). Frankfurt hat für uns den Vorteil, dass wir in zwei Stunden dort sind, und es einfach so viel zu sehen gibt und sich daher eine Hotelnacht lohnt.

    Im Mariott werden wir sicherlich auch mal vorbeischauen, auch weil man dort (wie im Radisson Blu) eine tolle Skylinesicht hat. Das liebe ich so sehr :-)

    Bin übrigens immer wieder aufs Früchstück gespannt – man gewöhnt sich so schnell an die tollen Sachen, dass man sie sich auch für zu Hause wünscht. Aber damit wäre auch die ganze Exklusivität weg.

    Also, lieber in eines der tollen (Frankfurter) Hotels fahren und die Momente genießen…

    Viele Grüße,
    Alex

     
    • Schau unbedingt mal vorbei – im September sind sie mit dem Umzug fertig und dann kommen alle Gäste in den Genuss der neuen Zimmer :-)
      LG Jana

       
  • Ich mag ja viel mehr als Hotels die Ausblicke. Und Frankfurt ist eine Stadt, die muss man mal von oben gesehen haben. Um das Happening mit dem Dach beneide ich dich. Das klingt so nach Stadt der Engel… Haach…

     

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