Ein Tag in Helsinki: Auf Stippvisite bei den Wikingern

„Na da haben deine Landsmänner aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen!“. Meine finnische Freundin lacht, als ich ihr von meiner ersten Begegnung mit einer Horde „bierhortender“ Finnen auf der Fähre von Stockholm nach Helsinki erzähle. Ihr Mann hat hat dafür nur eine Entschuldigung: Es wären halt die Nachfahren der Wikinger. Entsprechend gespannt war ich, als die Fähre im Hafen von Helsinki verließ und in Richtung Altstadt schlenderte. Gerade mal sechs Stunden hatte ich Zeit, um einen ersten Eindruck von der „Wikingerhauptstadt“ zu bekommen.

10.00 Uhr Spaziergang vom Hafen zum Dom

Die Sonne scheint und es weht nur eine leichte Briese als ich am Wasser entlang dem imposanten Gebäude des Doms entgegenlaufe. Schon vom Hafen aus kann man die riesige Kuppel hinter den Häusern hervorblitzen sehen. Bis jetzt ist von den Wikingern nicht viel zu spüren. Überhaupt wirkt Helsinki überraschend freundlich und einladend an diesem warmen Tag im April. Nur die kahlen Bäume lassen erkennen, dass sich das Land gerade aus dem Winterschlaf erhebt.

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11.00 Uhr Soumenlinna

Schnell bin ich auch schon wieder zurück im Hafen, denn die Altstadt Helsinkis ist wirklich winzig und man bekommt schnell einen ersten Eindruck. Ich löse eine Fahrkarte für die Fähre nach Soumenlinna, der berühmten Finnen- oder Schwedenburg, die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Neben der Festung gibt es auf der vorgelagerten Insel vor allem eins: viel Natur. Und genau die Wünsche ich mir bei diesem Traumwetter. Mehr als drei Stunden vertrödele ich beim Schlendern über die Insel, die mich an einigen Stellen mehr an Hobbiton als an eine Festung erinnert. Wie schön muss es hier erst im Sommer sein, wenn alles grünt und blüht.

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13:00 Uhr Mittagessen auf dem Markt

Spazieren macht hungrig. Um etwas leckeres zu Essen aufzutreiben brauche ich nicht lange zu suchen. Auf dem Markt direkt am Hafen von Helsinki gibt es zahlreiche kleine Stände mit leckeren Fischgerichten, die für finnische Verhältnisse sogar noch relativ bezahlbar sind. Unbezahlbar dagegen ist der tolle Blick auf die Schiffe und den Hafen, den man dabei genießen kann. Und Tee sowie Kaffee gibt es zu jedem Essen gratis.

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13.30 Uhr Uspenski-Kathedrale

Nach dem Essen besuche ich Helsinkis zweiten imposanten Kirchenbau, der mir bereits bei der Hafeneinfahrt aufgefallen ist. Die die Kathedrale der finnisch-orthodoxen Diözese Helsinkis und von Innen noch prächtiger – um nicht zu sagen kitschiger – als man es von außen erahnen kann. Von ihrem Hügel hat man eine tolle Sicht auf den Hafen und bis hinüber zum Dom, dessen Weiß in der Mittagssonne erstrahlt.

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14:00 Uhr Spaziergang durch die Innenstadt

Da mir der Fahrplan des öffentlichen Nahverkehrs nur Rätsel aufgibt, entscheide ich mich zu Fuß zum Hafenterminal zu laufen. Denn meine Fähre nach Tallinn fährt nicht am gleichen Terminal ab, an dem ich auch angekommen bin. Auf dem Weg komme an der Haupteinkaufsmeile sowie an dem gigantischen Bau des Hauptbahnhofs vorbei. Auch hier noch keine Spur von Wikingertum, sondern gewohnt skandinavisch schick.

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14.30 Uhr Temppeliaukio-Kirche

Nach etwa einer halben Stunde erreiche ich die Temppeliaukio-Kirche. Wer jetzt denkt: schon wieder eine langweilige Kiche, der hat weit gefehlt. Denn bei der Temppeliaukio-Kirche handelt es sich um ein spektakuläres, in den Fels geschlagenes Gebäude, dessen Bau weltweit durch die Medien ging. Vielleicht etwas verrückt, aber ziemlich cool! Noch verrückter ist Santas Minimarket, der gegenüber der Kirche auf durstige oder neugierige Touristen wartet. Ein bisschen spinnen sie also doch, die Finnen.

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15:00 Ab zum Strand

Vorbei am orthodoxen Friedhof und dem Helsinkier Stadtstrand spaziere ich nun zum Hafen. Hier befinde ich mich plötzlich nur noch in Gesellschaft von joggenden, radfahrenden und spazierenden Einheimischen, welche die Gegend als Naherholungsziel nutzen.

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16:00 Boarding

Gerade noch rechtzeitig erreiche ich meine Fähre nach Tallinn und treffe auch wieder auf die verrückten Finnen, welche die Fahrt nach Tallinn ebenfalls als Alkoholbeschaffungsausflug nutzen. Ein Gutes hat das Ganze: Mit so vielen Wikingern an Board wird es nie langweilig. Das kann auch meine Finnische Freundin nur bestätigen…

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Ward ihr schon mal in Helsinki? Welche verrückten Eigenschaften habt ihr bei den Finnen beobachtet? Und was halten wohl Menschen aus anderen Ländern an uns für verrückt?

Vielen Dank an die Tallink Silja, die mich auf dieses Ostseeabenteuer eingeladen haben.

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