Walking on the Moon: Trekking auf den Bromo Vulkan

Es ist vier Uhr morgens als unser Guide Gede an die Bungalowtür klopft. Schnell in die dicksten Klamotten schlüpfen, die neuen Trekkingschuhe anziehen und aus der Tür treten. Es ist wirklich bitterkalt draußen. Im Dunkeln folgen wir Gede ins Dorf. Zunächst geht es per Jeep weiter, denn die Straße endet in Cemoro Lawang. Ich weiß, ich weiß, damit habe ich so ziemlich jeder Bergsteigerregel widersprochen, indem ich die ersten 2000 Meter mit dem Auto zurückgeleget habe.

Es ist stockdunkel und das einzige was wir sehen sind die Lichter des voran fahrenden Jeeps. Es holpert ganz schön und in Serpentinen geht es nun langsam nach oben. Wie gut dass wir nicht sehen, wie steil es rechts und links des Schotterwegs in die Tiefe geht. Ich sitze vorn, so dass mir nicht so schnell schlecht wird. Vor und sind ziemlich viele andere Jeeps – vermutlich wegen der indonesischen Schulferien. Denn der Gunung Bromo ist ein sehr heiliger Ort und ein beliebtes Ausflugsziel für die Einheimischen. Dann plötzlich kommt die Karawane zum stehen und wir sind da.

Ab hier geht es nun zu Fuß weiter – aber zunächst nicht auf den Vulkan, sondern zum Sunrisepoint, einem Aussichtspunkt, von dem man die Sonne über den Bergen aufgehen sehen kann. Dieser Teil der Tour hat mit Romantik leider wenig zu tun. Hunderte Jeeps parken am Straßenrand, hunderte Menschen pilgern den Weg entlang nach oben und hunderte Scooter fahren auf und ab um den Fußlahmen auch noch die letzten paar Meter zu ersparen. Das alles zusammen ergibt einen lauten, nach Abgasen stinkenden Cocktail. So hatte ich mir das natürlich nicht vorgestellt. Und auch Gede ist ganz überrascht von dem Trubel, der dort herrscht.

Nachdem wir ein paar Buden und Verkaufsstände passiert haben, erreichen wir den Aussichtspunkt. Auch hier wimmelt es nur so von Menschen. Schließlich erwischen wir dann doch einen guten Platz und warten…

Der Sonnenaufgang ist gigantisch und für einen kurzen Moment vergesse ich all dem Trubel um mich herum. Als dann jeder auch sein Foto geknipst hatte, entspannte sich die Situation auch zusehends und die ersten machen sich auch schon auf den Rückweg. Wir statt dessen schauen uns die Umgebung jetzt bei Tageslicht an. Denn die aufgehende Sonne ist längst nicht das spektakulärste, was der Aussichtspunkt zu bieten hat. Zur anderen Seite hin bietet er nämlich eine fantastischen Blick über die Tengger-Gebirgskette insbesondere den aktiven Vulkan Gunung Smeru, bei dem man noch regelmäßig Eruptionen beobachten kann.

Als ich mich für ein Foto nah an den Abgrund heranwage, kommen plötzlich lauter Indonesier auf mich zu und möchten sich für ein Foto zu uns stellen. Und so trotzte ich in die unterschiedlichsten Kameras lächelnd mit unterschiedlichsten Männern und Frauen dem Wind. Als ich dann endlich alleine vor dem Vulkan pose, bricht er plötzlich aus und eine Rauchwolke hängt über dem Krater. Gede erklärt mir später, dass man solch eine Eruption häufig gar nicht zu Gesicht bekommt. Manchmal passiert das alle viertel Stunde, manchmal einen ganzen Tag lang nicht. Was für ein Glück also!

Dann machen wir uns langsam auf den Weg zurück zum Jeep, nicht ohne ein paar Mal in Anbetracht der tollen Landschaft stehen zu bleiben. Denn wir wollen ja schließlich noch den Bromo-Vulkan besteigen. Auf der Fahrt zurück merken wir dann, wie steil es neben der Straße bergab geht. Wie gut, dass die Tour mittlerweile mit Jeeps und nicht mehr per Esel gemacht wird. Früher sind wohl regelmäßig Esel auf dem tiefen Schotter abgerutscht.

Nach einer etwa viertelstündigen Fahrt sind wir schließlich am Startpunkt der Vulkanbesteigung angekommen. Auch hier gibt es für Fußfaule wieder eine Alternative: Eselreiten. Das Angebot lehnen wir dankend ab und machen uns statt dessen zu Fuß auf den Weg um die letzten 300 Höhenmeter zum Krater zu bewältigen. Auf dem Weg heißt es dann immer wieder Eselausweichen, denn der Weg ist ziemlich schmal. Die Luft ist staubig und man bekommt sehr schwer Luft.

Vom Sauerstoffmangel und dem fehlenden Frühstück bin ich etwas schwindelig. Ein Stück Vanillepuddingbrötchen von Gede schafft Abhilfe. Weiter geht es unerbittlich nach oben, dabei immer einen Schritt vor und einen halben zurück. Unterwegs bieten sich jedoch fantastische Ausblicke die alle Strapazen vergessen lassen. Und schließlich sind wir auch schon am Krater angekommen und Blicken in die Tiefe.

Schließlich sind wir ganz froh als wir wieder im Jeep sitzen und Menschen und Staub hinter uns lassen. Als wir wieder im Ort ankommen merken wir erst, was für eine tolle Aussicht auf die Bergwelt dieser bietet. Wir machen noch ein paar Bilder mit Gede, unserem Fahrer, und dann geht es nichts wie unter die Dusche.

Wie hat euch der kleine Ausflug zum Bromo-Vulkan gefallen?

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8 Kommentare

  • Boah, die Fotos sind ja der Hammer. Also vor allem vom Sonnenaufgang über den Vulkankegeln. Und na klar hätte ich das auch gemacht. Nur der Blick rein in den Krater ist etwas gruselig… :) LG /inka

  • Ich habe die Tour auch gemacht und fand das irre. Der Sonnenaufgang war spektakulär und wir haben uns unsere Frühstückseier in irgendwelchen heissen Quell´chen gekocht ;O). Sehr sehr tolle Bilder. Meine sind längst nicht so schön. Liebe Grüße!

  • Hallo Jana, ich kann mich immer nur wiederholen, dir Fotos sind so toll, es gibt gar kein Wort dafür. Hauptsächlich die Vulkane beim Frühlicht!! Traumhaft schön! Ich habe dann doch nicht diesen Vulkan gedacht, wo in diesem Jahr meine Freunden waren, der war viel größer, mit mächtigen blauen Vulkansee im Krater und überall gelber Schwefel…Da musste man stundenlang zu Fuß raufmarschieren. Aber euer Vulkan war auch sehr schön. Ich bin doch ein Vulkanfan!!! Danke für das Erlebnis!! :-)
    Übrigens, ich habe dir einen Award weitergegeben, hier:
    http://reistdiemaus.blogspot.de/2012/09/blogaward.html
    LG, Flögi

  • Wow, ich möchte auch mal auf einen Vulkan steigen ! :) Ich habe bis jetzt nur normale Berge geschafft. Aber der Blick in den Krater ist wirklich grandios! :)

  • Wooow, wie immer ein genialer Bericht und der Vulkan ist wirklich toll! :D Ich bin froh, dass ihr euch auf den Vulkan begeben habt, um davon zu berichten, obwohl dein Freund nichts damit anfangen kann. Ein großes Dankeschön auch an ihn. ;-)

    Liebe Grüße
    Christina

    PS: Ich finde es gar nicht schlimm, dass du mit dem Jeep den Berg erklommen hast. *prust* Ich persönlich mag Bergsteigen überhaupt nicht. ^_^

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