Oahu Travel Guide – Strände, Wanderungen & Ausflugsziele im Herzen von Hawaii

Kein Wunder, dass die Insel Oahu auch als Herz von Hawaii bezeichnet wird – schließlich beginnen und enden hier die meisten Hawaii Abenteuer. Aber Oahu ist nicht nur die Eintrittspforte für die meisten Reisenden, Oahu liegt auch noch zentral mitten in der Inselgruppe – mitten im Herzen also. Größen-technisch ist Oahu die drittgrößte hawaiianische Insel, aber mit Abstand die bevölkerungsreichste. Übersetzt bedeutet Oahu übrigens so etwas wie Versammlungsplatz und das trifft natürlich vor allem auf Honolulu zu, die Hauptstadt von Hawaii und damit dem 50. Bundesstaat der USA.

Wenn die meisten von Oahu hören, denken sie vor allem an Wolkenkratzer und den Waikiki-Beach, der Hawaii einst berühmt gemacht hat. Aber die Insel hat noch so viel mehr zu bieten als nur Wolkenkratzer und überfüllte Strände. Wer sich nämlich ein bisschen von dem Schmelztiegel im Südwesten wegbewegt, findet schroffe Bergrücken, undurchdringlichen Dschungel und einsame Strände – oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt. All meine Tipps für Oahu möchte ich dir in diesem Artikel verraten.

Für wen ist Oahu das Richtige?

Wegen seiner großen Vielfalt ist Oahu eigentlich für jeden die richtige Insel. Wer sich einsames Inselleben wünscht, findet im Norden und Osten die perfekten Bedingungen, wer pulsierendes Nachleben und kulinarische Highlights sucht, sollte mindestens ein paar Tage in Honolulu bleiben. Auch Wanderer und Aktivurlauber kommen auf Oahu ganz auf ihre Kosten. Es ist eben für jeden etwas dabei. Ich mag besonders die Mischung: An einem Tag kann ich in stylischen Cafés frühstücken, durch den Dschungel wandern, auf Berge klettern und abends in einer schicken Bar den Tag ausklingen lassen. Das ist Urlaub wie ich ihn mir wünsche.

Ich kann auf jeden Fall jedem Hawaii-Reisenden nur empfehlen ein paar Tage auf Oahu zu bleiben, sich vom langen Flug zu erholen und erst dann auf eine der weiteren hawaiianischen Inseln (z.B. Kauai) aufzubrechen. Ich selbst war am Anfang und am Ende jeweils vier Tage auf Oahu (dabei einmal im Norden und einmal im Süden und ich hätte durchaus auch noch länger dort bleiben können.

Übrigens: Hier geht es zu meinen Tipps für euren Hawaii Urlaub inklusive Inselguide und Routenvorschläge für 2-3 Wochen und hier zu meinem Kauai Travel Guide!

Oahu: Anreise & Herumkommen

Da sich der internationale Flughafen von Hawaii auf Oahu befindet, kommen fast alle Hawaii-Reisenden zuerst dorthin. Zahlreiche Airlines fliegen die Inselgruppe an – wir selbst sind mit Delta geflogen und haben für unsere Flüge im November mit Umstieg in L.A. keine 800 Euro bezahlt. Es lohnt sich also nach Schnäppchen Ausschau zu halten. Ehrlich gesagt war ich selbst total verwundert, dass man so günstig nach Hawaii fliegen kann – ich dachte immer das wäre so ein „out of reach“-Reiseziel.

Vor Ort führt – wie eigentlich in den gesamten USA – nichts an einem eigenen Mietwagen vorbei. Wir haben unseren Jeep Wrangler über Sunny Cars gebucht. Ehrlich gesagt ist ein Geländewagen absolut nicht nötig um auf Oahu herumzukommen, aber ich wollte schon immer mal einen fahren und wo geht das besser als auf Hawaii. Schließlich ist es dort das beliebteste Mietwagenmodell. An Sunny Cars schätze ich besonders die Alles-Inklusive-Leistungen wie Unbegrenzte Kilometer, Vollkaskoschutz mit Erstattung der Selbstbeteiligung, Erstattung von Schäden auch an Glas, Dach, Reifen, Unterboden inklusive Ölwanne und Kupplung, so dass ich mir keinen Kopf um eventuelle Schäden machen muss. Hier gilt allerdings Vorsicht: Die lokalen Vermieter suggerieren einem oft, dass man all diese Extras nicht hätte! Am besten den Mitarbeiter einfach darauf hinweisen, dass alle Schäden durch die Versicherung in Deutschland abgedeckt sind.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Da auf Hawaii im Allgemeinen häufig Autos von Kleinkriminellen aufgebrochen werden, solltet ihr keine Sachen im Auto liegen lassen und eure Wertsachen immer bei euch tragen beziehungsweise gleich in der Unterkunft lassen!

Die schönsten Ausflugsziele & Aktivitäten auf Oahu

Das Straßennetz auf Oahu ist gut ausgebaut. Auch wenn die Insel nicht gerade klein ist, gelangt man fast überall innerhalb von einer Stunde Fahrtzeit hin. Es ist also nicht wirklich nötig, die Unterkunft auf Oahu zu wechseln. Dennoch fand ich es ganz schön, während meiner Reise einmal im Süden und einmal im Norden unter zukommen um so den unterschiedlichen Flair der Regionen zu genießen. Ich mag den trubeligen Südosten rund um Honolulu, aber auch den entspannten Surfervibe im Norden. Diesen Kontrast merkt man besonders stark, wenn man jeweils ein paar Tage vor Ort verbracht hat. Das ist aber natürlich Geschmackssache. Meiden würde ich persönlich die Gegend um Waikiki-Beach, weil dort nicht nur die Strände überfüllt sind, sondern alles auch noch mega teuer ist – vom Hotel, über Restaurants bis hin zu Shops.

Die schönsten Strände auf Oahu

Oahu ist einfach die perfekte Insel für einen Strandurlaub. Es gibt unzählige Palmen-gesäumte einsame Buchten und Strände, von denen ich selbst natürlich nur ein paar besuchen konnte. Je weiter ihr nach Norden fahrt, desto schöner werden sie in der Regel. Hier kommen ein paar Empfehlungen von Stränden, die mir persönlich sehr gut gefallen haben.

Lanikai Beach

Lanikai Beach liegt im Osten von Oahu und wird oft als schönster Strand der Insel beziehungsweise einer der besten der Welt beschrieben. Natürlich äußert sich das auch an den Besucherzahlen. Auch wenn der Strand diesbezüglich nicht zu vergleichen ist mit Waikiki-Beach, ist er dennoch ziemlich gut besucht. Es lohnt sich aber auf jeden Fall den weißen Sandstrand mit dem wörtlich übersetzen Namen „Himmlischer Ozean“ für einen Badetag zu genießen. Am schönsten ist das natürlich nach den Anstrengungen des Pillbox Hikes (siehe Wanderungen weiter unten), der ganz in der Nähe startet. Oder ihr leiht euch ein Kajak und brecht zu einer Tour zu den sogenannten Mokes auf, den zwei vorgelagerten Zwillingsinseln, die das ikonische Wahrzeichen des Ofrtes sind. Wer dagegen den Strand ganz für sich alleine haben will, sollte früh morgens zum Sonnenaufgang kommen.

Laniakea Beach

Laniakea Beach an der Nordküste ist auch als Turtle Beach bekannt. Allerdings darf der Strand nicht mit dem Turtle Beach Resort verwechselt werden, dass sich weiter südlich befindet, der zu dem größten und einzigen Resort im Norden der Insel gehört. Dort gibt es nämlich schon lange keine Schildkröten mehr. Wohl aber am Laniakea Beach, denn da ist es fast schon selten, wenn dort nicht gerade eine Schildkröte zum Sonnenbaden am Strand liegt. Die Hawaiianusche Honu, die grüne Meeresschildkröte, zählt zu den gefährdeten Arten – allerdings sollte es sich so oder so von selbst Verstehen mindestens drei Meter Abstand zu den majestätischen Tieren zu halten und sie nicht zu stören. Um dies sicherzustellen, gibt es am Laniakea Beach freiwillige Helfer, die die Besucher über die Schildkröten informieren und mit einem roten Seil die No-Go-Zonen markieren. Auch die Nationale Ozeanische und Atmosphärische Verwaltung (NOAA) hat Hinweisschilder aufgestellt. Der Strand selbst ist eher klein und steinig, aber schön von Palmen gesäumt.

Kalaeoio Beach Park

Der Kalae’o’io Beach Park ist meiner Meinung nach der perfekteste Postkartenstrand auf Oahu. Der unscheinbare Sandstrand befindet sich direkt am Kamehameha Highway an der Ostküste von Oahu. Direkt hinter dem palmengesäumten Strand ragen die hohen grün bewachsenen Berge herauf, die so typisch für die Insel sind und bilden ein perfektes Postkartenpanorama. Trotz seiner Schönheit sind hier vor allem Einheimische im Wasser.

Kawela Bay

Kawela Bay ist einer der abgelegensten Strände auf Oahu. Er liegt ganz in der Nähe des Turtle Bay Resorts an der North Shore und ist nur über einen kurzen Spaziergang entlang eines ausgeschilderten Pfads durch den Wald zu erreichen. Aber alleine der Weg lohnt sich schon, denn ihr kommt direkt an einem riesigen Banyan Baum vorbei, der schon Drehort verschiedener Filme und Serien, wie zum Beispiel „Lost“ war. Der Strand selbst ist ein perfekter Ort zum Entspannen. Das Wasser ist ruhig (selbst im Winter, wenn überall an der Nordküste hohe Wellen herrschen) und türkisblau und der schmale Sandstrand wird von Kokospalmen und Eisenholzbäumen gesäumt, so dass ihr immer ein schattiges Plätzchen findet.

Hanauma Bay

Hanauma Bay ist einer der beliebtesten und meistbesuchten Strände im Süden von Oahu. Allerdings geht es dabei nicht so sehr um den Strand, sondern um die Unterwasserwelt. Denn das Naturschutzgebiet in Form von vorgelagerten, flachen Korallenriffen ist der Lebensraum von 300 verschiedenen hawaiianischen Fischarten. Und so kommen die meisten Besucher zum Schnorcheln hierher. Auch die Chance auf Schwimmen mit Schildkröten ist hier sehr hoch – allerdings vor allem in den frühen Morgenstunden direkt nach Sonnenaufgang, wo es noch nicht so voll ist und sich ein Besuch am meisten lohnt.

Cockroach Cove

Umgeben von den Klippen mit versteckten Höhlen und klarem,türkisen Wasser ist die kleine Bucht eher ein Geheimtipp unter den Stränden im Süden. Er liegt direkt neben dem Halona Blowhole, auf dessen Parkplatz ihr auch euer Auto parken könnt. Von dort aus führt ein Treppenweg direkt hinab zum Strand.

Makapu’u Beach

Alleine schon der Ausblick vom Makapuu Point Lookout über die Westküste und die grünen Hügel im Hintergrund ist einen Stopp wert. Aber auch der Strand selbst, der aus verschiedenen kleinen Buchten besteht und zu dem ein Spazierweg hinab führt, lohnt sich. Im Winter habt ihr hier sogar die Chance Wale vor der Küste zu entdecken – das natürlich vor allem vom Lookout.

Sunset Beach

Beim Sunset Beach ist der Name Programm. Er liegt an der Nordküste und ist bei Surfern sehr beliebt. Wer nicht surft, sollte am besten zum Sonnenuntergang kommen und sich bei einer frischen Cocosnuss der Magie der hawaiianischen Sonnenuntergänge hingeben.

Rocky Point Beach

Der Rocky Point liegt zwischen Pipeline Beach und Sunset Beach und ist ein weiterer berühmter Surferstrand. Seinen Namen verdankt er den Lavasteinen, die auf dem Strand verstreut liegen. Der Rocky Point wird vor allem von Einheimischen besucht und ist perfekt um selbige beim Surfen zu beobachten oder die Kraft der hohen Wellen am Wasserrand zu erleben.

Sharks Cove

Shark’s Cove ist ein Lavagesteinstrand an der North Shore und Teil des Pupukea Beach Park. Beliebt ist er nicht nur wegen seiner spektakulären Unterwasser-Felsformationen, sondern auch wegen der vielfältigen Unterwasserwelt, die sich in selbigen tummelt. Die vielen bunten Fische könnt ihr sogar schon ohne Schnorchel von der Wasseroberfläche bewundern. Ab und an schauen auch eine Meeresschildkröte oder harmlose Weißspitzen-Riffhaie vorbei. Wegen der spitzen Lavasteine & Seeigel empfiehlt sich das Tragen von Badeschuhen!

Waikiki Beach

Einst ein Rückzugsort für die hawaiianische Königsfamilie im 19. Jahrhundert, ist der Strand des gleichnamigen Stadtteils von Honolulu der beliebteste und touristische Strand der Insel. Ich persönlich war sehr enttäuscht. Auch wenn ich schon vorher wusste, dass der Strand von Hochhäusern gesäumt wird und das Gegenteil von ruhig sein würde, fand ich auch das Flair dort (zum Beispiel im Vergleich zur Copacabana in Rio, die ebenso beliebt und viel besucht ist) nicht besonders schön und „hawaiianisch“. Für mich gehört Waikiki Beach nicht zu den schönsten Stränden auf Hawaii und ich würde mir einen Besuch beim nächsten Mal sparen.

Noch mehr Strände auf Oahu

Weitere empfehlenswerte Strände auf Oahu:

  • Haleiwa Beach –  Während die meisten Strände an der North Shore selbst für fortgeschrittene Surfer eine Herausforderung sind, eignet sich diese Bucht perfekt für Anfänger und zum Baden
  • Waimea Beach –   ist für seine riesigen Wellen im Winter bekannt und ideal um zu dieser Zeit den besten Surfern der Insel zuzusehen. Im Sommer kann man hier auch Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen
  • Electric Beach – verdankt seinen Namen dem nahegelegenen Elektrizitätswerk und ist damit absolut kein Postkartenstrand. Ein Besuch lohnt sich vor allem wegen der Unterwasserwelt, denn hier haben gute Schwimmer die Gelegenheit mit Schildkröten und Delfinen zu schnorcheln.

Die schönsten Wanderungen auf Oahu

Wie schon eingangs erwähnt ist auch Oahu, wie wahrscheinlich alle hawaiianischen Inseln, ein Paradies für Wanderer und Kletterer. Es gibt zahlreiche Wanderungen zu Aussichtspunkten, auf Klippen, Berge und durch den Dschungel, so dass für jede Könnerstufe und jeden Geschmack etwas dabei ist.

Lainkai Pillbox Hike

Die Lanikai Pillbox Hike oder auch Kaiwa Ridge Trail ist einer der einfachsten Wanderwege auf Oahu der in Lanikai auf der Ostseite der Insel startet. Vom Start des Trails bis zur zweiten Pillbox (ehemalige Bunker) sind es rund 0,6 Meilen. Je nach dem, wo ihr geparkt hat, kommt noch einmal ein gutes Stückchen hinzu. Der eigentliche Startpunkt der Wanderung befindet sich in einer kleinen Seitenstraße, die vom Ka’elepupu Drive abzweigt – direkt gegenüber dem Mid-Pacific Country Club. Weiter oben steht dann ein kleines Schild, das auf die Pillbox-Wanderung hinweist. Wegen des ersten steilen Anstiegs zu Beginn wird die Wanderung als mittelschwer eingestuft, ist aber – gerade im Vergleich zu anderen Hikes auf Oahu – sehr einfach und kann auch von wenig geübten Wanderern gemeistert werden, wenn sie gute Schuhe dabei haben.

Nach dem ersten Anstieg geht die Wanderung auf einem recht breiten Kammweg nach oben, der bereits tolle Ausblicke über die Küste von Lainkai bietet sowie die vorgelagerten Zwillingsinseln. Die zwei Bunker bieten tolle Fotomotive und spenden an heißen Tagen auf der Rückseite ein wenig Schatten. Wer mag kann dem Wanderweg noch weiter folgen, aber wir haben danach den Rückweg angetreten um noch ein wenig Zeit am Lainkai Beach zu verbringen. Übrigens ist diese Wanderung besonders zum Sonnenaufgang wunderschön.

Olomana Three Peaks Hiking Trail

Die drei Gipfel von Olomana werden auch als die drei Zinnen von Oahu bezeichnet. Der Olomana Hiking Trail ist allerdings weniger ein Hike als ein Klettersteig und wirklich nur etwas für erfahrene Wanderer bzw. Kletterer.  Ich selbst kraxele schon seit dem ich laufen kann in den Alpen auf die Berge und trotzdem war der Olomana Hike der schwerste Wanderweg, den ich je gegangen bin. Und ich habe gerade einmal den ersten Gipfel erreicht und das auch nur knapp denn ich bin circa 5 Meter unterhalb der Spitze umgedreht!

Wer sich der Herausforderung stellt, sollte auf jeden Fall wissen was er tut, wissen wann es Zeit ist umzudrehen und die Wanderung nur bei gutem, trockenem Wetter in Angriff nehmen. Der Start des Hikes liegt Luana Hills Golf Club. Parken könnt ihr auf der Auloa Road vor und nach der Brücke, von dort aus geht es zu Fuß zunächst entlang der Straße weiter. Ihr passiert eine Wachhütte und seht wenig später auf der linken Seite den Einstieg in den Trail, der durch ein Schild markiert ist. Bis zum ersten Gipfel sind es nur rund 1,5 Kilometer, aber die gehen steil bergauf. Der Weg nimmt dabei an Schwierigkeit zu. Am Anfang geht es durch einen matschigen Wald und später entlang des Felskammes immer weiter hinauf.

Die ersten Kletterpassagen kommen erst auf dem letzten drittel des Weges. Wer den ersten Gipfel geschafft hat (aber auch schon etwas darunter) kann eine fantastische Aussicht auf den Rest des Weges und die Landschaft des Lu’ward werfen. Nach dem ersten Peak wird der Weg noch schwerer, wer es sich zutraut kann so weit gehen, wie er es schafft. Wichtig ist, dass der Weg zurück nur über den gleichen Weg führt und ihr also genügend Kraft für den Rückweg aufsparen müsst.

Bei mir war wie gesagt der Weg kurz unterhalb des ersten Peaks zu Ende, nachdem ich in einem Panikanfall dachte ich müsste hier oben sterben. Nachdem ich mich selbst beruhigt habe, sind meine Schwester und ich vorsichtig wieder nach unten geklettert und waren sooo froh als wir die schlimmsten Stellen geschafft hatten. Hätte ich einen Klettergurt gehabt und hätte es Möglichkeiten zur Sicherung gegeben, wäre der Hike an sich für mich kein Problem gewesen. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass mich ein falscher Griff, ein altes Seil oder ein wackeliger Tritt mich 400 Meter in die Tiefe befördert hätte, habe ich lieber aufgegeben – egal wie kurz ich vor dem (ersten) Gipfel war.

Crouching Lion Hike

Der Crouching Lion Hike ist eine kurze, aber steile Wanderung, die atemberaubende Ausblicke auf die malerische Kahana Bay, die Stadt Kaaawa und die steinigen Klippen von Pu’u Manamana bietet. Leider ist der Trail offiziell geschlossen, was an manchen Tagen auch von der Security kontrolliert wird. Am ersten Tag, als wir in der Gegend waren, hatte ich leider meine Wanderschuhe im Hotel stehen lassen. Wir haben ein Pärchen getroffen, die den Hike soeben mit ein paar Einheimischen gemacht haben, die ihnen versichert haben, dass man den Hike immer noch gehen kann.

Als wir am nächsten Tag wieder kamen, stand allerdings ein Polizeiauto am Start des Trails, weswegen wir die Wanderung leider selbst nicht machen konnten. Ich kann mir immer noch nicht erklären, wie solch ein moderater Trail geschlossen wird, während der Olomana-Trail weiterhin geöffnet hat. Wer die Wanderung trotz Verbot auf eigenes Risiko machen möchte, sollte auf jeden Fall vorher prüfen, ob an dem Tag kontrolliert wird um teure Bußgelder zu vermeiden.

Moanalua Valley Trail zu den Stairway to Heaven (legal!)

Der wohl bekannteste und trotzdem verbotene Hike auf Oahu sind die Stairway to Heaven. 3.922 Stufen führen einen imposanten Gebirgskamm hinauf. Ursprünglich wurden die Treppen 1942 von der US-Marine als streng geheimes Gebäude für die Übertragung von Funksignalen an im Pazifik fahrende Schiffe gebaut. Die Treppen wurde dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, bis sie 1987 wegen Baufälligkeit für unsicher gehalten wurden. Heute läuft man Gefahr bis zu 1.000 Dollar Strafe zu zahlen, wenn man die Stufen verbotener Weise erklimmt.

Es gibt aber eine legale Alternative, mit der ihr den gleichen Blick über die Stufen bekommt: nämlich der Moanalua Valley Trail. Dazu müsst ihr diesen nach rund 2.4 Meilen (4 Kilometer) nach links verlassen. Zurück geht es dann auf dem gleichen Trail, so dass ihr insgesamt 8 Kilometer auf steilen, matschigen Pfaden zurücklegen müsst. Ich selbst hab den Weg noch nicht gemacht, er steht aber auf jeden Fall auf meiner Liste, wenn ich das nächste Mal auf Hawaii bin.

Noch mehr Wanderungen findet ihr in folgendem empfehlenswerten Blogpost mit den 10 schönsten Wanderungen auf Oahu.

Weitere Ausflugsziele & Aktivitäten auf Oahu

Alle weiteren Ausflugsziele, die keine Wanderungen oder Strände sind, möchte ich euch im Folgenden vorstellen. Man kann viele von ihnen ganz einfach in kleinen Roadtrips verbinden – zum Beispiel entlang des Kalaniana’ole Highway (72) und des Kamehameha Highway (83) den Süden und Osten und sogar bis in den Norden. An die Westküste habe ich es leider nicht geschafft, aber auch hier lohnt sich ein Roadtrip auf der 93.

Honolulu

Honolulu ist wirklich eine beeindruckende Metropole. Den schönsten Blick auf die Stadt habt ihr vom Diamond Head, auf den der gleichnamige Crater Hike in rund 30 Minuten führt. Ganz in der Nähe beginnt übrigens auch der Manoa Falls Trail, der durch den Dschungel zu den Manoa Falls führt. Leider kann man in ihnen nicht baden. Was mir an Honolulu im Gegensatz zu Waikiki besonders gefallen hat ist das China Town, wo wir bei The pig and the lady hervorragend und völlig untouristisch vietnamesisch gegessen haben (viele vegane Optionen!) sowie der Iolani Palace, der einstige Königspalast der hawaiianischen Königsfamilie.

Pearl Harbor

Bei einer Reise nach Hawaii führt kaum etwas an einem Besuch von Pearl Harbor vorbei. Der Eintritt auf das Gelände sowie in zahlreiche Ausstellungen ist kostenlos, für einen Besuch der Schiffe wird allerdings ein üppiges Eintrittsgeld verlangt.

Hoomaluhia Botanical Gardens

Sobald man den Palmen gesäumten Eingang zu den Hoomaluhia Botanical Gardens passiert, fühlt man sich wie in den Film Jurassic Park versetzt. Durch den Botanischen Garten führt eine Straße, die ihr während der Öffnungszeiten von 9 bis 16 Uhr kostenlos befahren könnt. Der gesamte Park ist 400 Hektar groß und wird von zahlreichen Wanderwegen durchzogen. Aber alleine schon die Fahrt mit dem Auto durch den Park ist so schön, dass wir gleich zweimal dort waren. Auch wenn der Park unzählige Fotomotive bietet – anhalten mitten auf der Straße ist verboten. Das war früher mal anders, was zahlreiche Fotos bei Instagram beweisen. Einen ebenso schönen, alternativen Fotospot findet ihr ganz am anderen Ende des Parks (Sackgasse), wo ihr bei euren Fotos auch keinen anderen Autos im Weg steht.

Kalaniana’ole Highway Roadtrip

Wenn ihr dem Kalaniana’ole Highway von Honolulu nach Osten folgt, erwartet euch eine der schönsten Roadtrips der Insel. Entlang der Straße warten zahlreiche Viewpoints zum Coco Crater oder den Spitting Caves sowie der Makapuù Lookout mit fantastischen Ausblicken über die Küste und das Inland. Wer mag kann auf der Landstraße entlang der Ostküste nach Norden weiterfahren und zahlreiche Postkartenstrände besuchen.

Noch mehr Ausflugsziele & Aktivitäten auf Oahu

  • Lulumahu Falls
  • Heilkopter-Rundflug (ohne Türen)
  • Kualoa Ranch Zipline
  • Surfen lernen am Waikiki oder Haleiwa Beach

Übernachten & Frühstücken auf Oahu

Für mich ist Airbnb (25 Euro Rabatt auf eure erste Buchung) auf die beste und preiswerteste Lösung um auf Hawaii im Allgemeinen und Oahu im Speziellen zu übernachten. Die angebotenen Zimmer oder Wohnungen sind sowohl schöner als auch preiswerter als alles, was ich an Hotels so gesehen habe und noch dazu habt ihr die Möglichkeit durch den Zugang zu einer Küche eure Reisekosten im Rahmen zu halten. Wir haben für vier Nächte in einem Vorort von Honolulu übernachtet und für weitere drei Nächte in Haleiwa an der North Shore.

In Honolulu haben wir im ruhigen Stadtteil Kaimuki in der wunderschönen Wohnung im Urban Jungle Style von Cara gewohnt. Zum Frühstücken kann ich euch das ARS Cafe in Kaimuki sowie das berühmte ARVO Café in Downtown Honolulu empfehlen. Einkaufen könnt ihr super in der nahe gelegenen Kahala Mall. Cara war einfach der netteste Airbnb-Host, den ich je hatte und ihre französische Bulldogge ist einfach zuckersüß.

Der Garten in unserer wunderschönen Airbnb in Honolulu
Frühstück im ARVO Café

In Haleiwa haben wir – ebenfalls etwas außerhalb – in einem Beachhouse (nicht am Strand!) mit Workspace für digitale Normaden gewohnt. Das Haus war super schön und neu, allerdings die Zufahrt über eine ungepflasterte Straße gerade im Dunkeln etwas unheimlich. Nach kurzer Zeit haben wir uns aber auch daran gewöhnt und wirklich gefährlich ist es auch nicht. Trotzdem waren uns die rund 15 Minuten zu Fuß ins Stadtzentrum im Dunkeln nicht geheuer, so dass wir lieber das Auto benutzt haben. Besonders gefallen hat uns allerdings die WG-Atmosphäre mit zwei großen Küchen und netten Gesprächen mit unseren Mitbewohnern. Zum Frühstücken kann ich euch in Haleiwa nur das vegetarische The Beet Box Cafe mit zahlreichen herzhaften und süßen Frühstücksoptionen oder die Smoothie-Bowls im The Sunrise Shack nahe des Sunset Beachs empfehlen. Auch lecker sind die Smoothies bei 1979Hawaii.

Smoothie Bowls bei The Sunrise Shack
Frühstück im Beet Box Café

Habt ihr noch Fragen zu Oahu und meinen Tipps oder noch weitere Empfehlungen? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

Disclaimer: Ein paar Links in diesem Artikel sind Affiliate Links, bei denen ich eine kleine Provision erhalte, ihr aber nicht mehr zahlt. Der Mietwagen wurde uns von Sunny Cars kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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6 Kommentare

  • 2004 war ich nach dem Abi auf Oahu und ärgere mich noch immer, dass Digitalkameras damals noch nicht üblich bzw. extrem teuer waren. Ich habe nur einige „Normale“ Bilder, die mehr und mehr an Qualität verlieren, bzw. nie eine sonderlich gute hatten ^^ Offenbar muss ich irgendwann mal wieder hin, denn ich fand es wunderschön! Damals war ich aber so gar kein Wanderfan, was ich jetzt definitiv nachholen würde.
    Mich hat damals Pearl Harbour sehr mitgenommen und beeindruckt. Und auch der Zoo direkt am Diamond Head war toll, weil er sehr naturbelassen war und wenig sichtbare Zäune oder gar Käfige hatte. Hier habe ich auch meine erste und bisher letzte Hyäne gesehen. Auch wenn man das weniger auf Hawaii erwartet – Aber der Zoo macht’s möglich ^^

  • Wow, vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht! Wir fliegen in einigen Tagen von Kanada aus nach Hawaii und werden Ohau und Kauai besuchen. Wir sind schon sehr gespannt, die Bilder sehen auf jeden Fall traumhaft aus!
    Viele Grüße aus Vancouver, Tobi und Imke

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