Bolivien im Quadrat – Meine Reise via Instagram

Bolivien ist anders. Bolivien ist laut. Bolivien ist bunt. Bolivien ist wie ein einziger riesiger Markt. Und Bolivien hat das schlechteste Internet, das man sich vorstellen kann. Ich hoffe das gilt als Ausrede, warum ich mit mein Instagram Post für diesen Monat zwei Tage zu spät bin. Und warum es auf meinem Instagram-Profil für einige Tage seehhr ruhig war.

Zwei Wochen lang bin ich durch das faszinierende Land gereist, habe verschneite Andengipfel angeschmachtet, Flamingos beobachtet, die größte Salzwüste der Welt besucht, mich in wunderschönen kolonialen Städte verloren, La Paz und die gefährlichste Straße der Welt überlebt und schließlich die Sonne am Titicacasee genossen. Fakt ist: auch wenn Bolivien im Gegensatz zu seinen Nachbarn ohne Küste auskommen muss, ist das Land nicht minder interessant – sowohl landschaftlich (vom tropischen Amazonasgebiet bis zu 6.000 Meter hohen schneebedeckten Andengipfeln gibt es alles) als auch kulturell (das Land hat den höchsten Anteil indigener Einwohner ganz Südamerikas). Einen kleinen Eindruck möchte ich euch heute geben. Also nehmt euch eine Tasse (Coca-)Tee und genießt mit mir eine Reise quer durch das Land via Instagram.

Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa

Schon kurz hinter der Grenze zu Chile wartet der Nationalpark Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa mit bunten Seen, heißen Quellen Geysiren und Flamingos auf uns. Drei Tage ohne heißes Wasser, Internet und Handyempfang cruisen wir mit dem Jeep durch die wüstenartige Hochebene.

Bolivien-Instagram02Grenzübergang zu Chile auf knapp 5.000 Metern

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Die mineralreiche Laguna Verde

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Der Sol de Mañana Geysir

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Lama trifft Flamingos an der Laguna Colorada, die wegen ihres hohen Algengehalts besonders von weitem eine knallig rote Farbe hat.

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Arbol de Piedra, der Steinbaum

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Die Laguna Hedionda mit hunderten Flamingos

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Die Straßen im Nationalpark

Salar de Uyuni

Nach zwei Tagen auf Schotterstraßen kommen wir schließlich an der berühmten Salar de Uyuni an, dem größten Salzsee der Welt, der jedoch heute die meiste Zeit des Jahres völlig ausgetrocknet ist und eine bizarre weiße Wüstenlandschaft zurücklässt. Trotz Regenzeit war es während unserem Besuch dort überraschend trocken, so dass wir regelrecht nach Wasser suchen mussten. Normalerweise ist die Salzfläche in der Regenzeit von einem 10-20 Zentimeter hohen Wasserfilm überzogen.

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Auf der Isla del Pescado mitten in der Salzwüste

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Perspektivenspielereien in der Uyuni

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Skuriler Fotospot: der Zugfriedhof am Stadtrand von Uyuni

Sucré

So schön die Uyuni-Wüste ist, so wenig einladend ist die Stadt Uyuni selbst, die einst ein wichtiger Militärstützpunkt war (und noch immer so aussieht). Daher machen wir uns noch am selben Tag auf den Weg nach Sucre, der Hauptstadt Boliviens – eine Stadt die jeden in kürzester Zeit um den Finger wickelt. Ob es die von sanften Hügeln eingerahmte Lage, die gut erhaltene Kolonialachitektur, das im Vergleich zu La Paz oder der westlichen Andenregion milde Klima oder die bunte Kultur ist, kann ich nur schwer sagen. Fakt ist, dass jeder, der schon einmal dort war, sofort ins Schwärmen gerät, wenn von der Stadt die Rede ist.

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Blick auf La Paz vom Stadtteil Recoletta

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Die „weiße Stadt“ in ihrer vollen Pracht vom Nationalen Polizeibüro aus gesehen

La Paz

Glaubt man dem Reiseführer ist man eigentlich schon tot, wenn man nur den Busbahnhof von La Paz erreicht. Horrorgeschichten von Express Kidnapping, Raubüberfällen und Co  überschatten alle Vorfreude auf die Metropole, die auch als höchster Regierungssitz (auf 3.200) der Welt gilt. Dabei ist La Paz so interessant und vielschichtig, dass es viel zu schade wäre so wie viele Backpacker seine Zeit nur im Partyhostel (z.B. im dennoch empfehlenswerten Loki-Hostel) zu verbringen und nur hinauszugehen um einen der unschlagbar günstigen Alpaka-Pullis zu kaufen oder zum nächstgelegenen Geldautomaten zu gehen.

Wer sich ins Getümmel der Stadt stürzt, kann das wohl verrückteste Gefängnis der Welt sehen, die besten Empanadas gnießen und sich von einem echten Wahrsager seine Zukunft aus Cocablättern erzählen lassen. Und letztendlich gilt für La Paz nichts anderes als für jede andere Metropole Südamerikas oder der Welt: mit etwas Vorsicht und gesundem Menschenverstand kommt man meistens ziemlich weit und lebt auch nicht gefährlicher als zum Beispiel in Buenos Aires.

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Die beste Aussicht auf die Stadt kann nur genießen, wer sich seine Zukunft erzählen lässt

Tiwanaku

Nur eine kurze Fahrt von La Paz entfernt werden wir zum ersten Mal auf dieser Reise Zeugen der Präinkakultur. Die Historische Stätte Tiwanaku erinnert mit seinen Monoliten ein wenig an die Osterinsel und ist definitiv einen Tagesausflug aus La Paz wert. Mein Tipp: Unbedingt einen Führer nehmen, ansonsten läuft man an wichtigen „Steinhaufen“ vielleicht achtlos vorbei.

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Monolit in Tiwanaku

Die Yungas und ihre gefährlichste Straße der Welt

Ebenfalls nur eine kurze Busfahrt von La Paz entfernt liegt eine völlig andere Welt: Die sogenannten Yungas mit seinen subtropischen Regenwäldern und atemberaubenden Ausblicken eignen sich hervorragend um der kalten Stadt für ein paar Tage zu entfliehen und die gefährlichste Straße der Welt kennenzulernen. Per Mountainbike führen mehrere Anbieter aus La Paz ihre abenteuerlustigen Kunden auf der „Death Road“ in einer rasanten Downhill-Fahrt vom „La Cumbre-Pass“ auf ca. 4.650m Höhe nach Yolosa auf 1.100 Metern. Die Tour ist wegen ihrer faszinierenden Ausblicke und recht einfachen Streckenprofils auch für nicht (Mountain-)Biker geeignet, allerdings für selbige umso mehr.

Anders als für der Rest der Gruppe geht es für uns nicht sofort zurück nach La Paz. Wir genießen noch ein paar Tage die angenehme subtropische Wärme im Städtchen Coroico, das wie ein Adlerhorst auf 1.700 Metern am Ende der Death Road liegt. Umgeben von Coca, Tabak und Bananenplantagen könnte man fast vergessen, dass La Paz nur einen Katzensprung entfernt ist.

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Unterwegs auf der Death Road

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Wasser von oben und unten: Auf der WMDR bleibt kein Hintern trocken

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So schön ist Coroico

Titikakasee

Unsere letzte Station in Bolivien ist ebenfalls nicht weit von La Paz entfernt. Alleine wegen seines für uns seltsam klingenden Namen ist der Titicaca-See so ziemlich jedem ein Begriff. Der größte See Südamerikas liegt auf 3.800 Metern und gehört zur Häfte zu Bolivien und Peru. Auf der bolivianischen Seite lockt das Walfahrtsstädtchen Copacabana mit seiner hügeliegen, idyllischen Lage und der vorgelagerten Isla del Sol sowie dem selbst in der Regenzeit meist sonnigem Wetter. Auch wenn die Sonne täuschen mag: Nachts wird es mit Temperaturen um die 0 Grad bitterkalt und viele Unterkünfte haben kein zuverlässiges warmes Wasser. Brrrrhh!

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Aussicht auf Copacabana vom Pilgerberg Calvario

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So schön kann der Sonnenuntergang am Titicacasee sein

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Unterwegs im bergigen Süden der Isla del Sol auf über 4.000 Metern

Mit der Fahrt nach Puno und dem damit einhergehenden Grenzübertritt nach Peru haben wir nun das letzte Land auf unserer Reise erreicht. Drei Wochen bleiben uns noch um historische Inkastätten (u.a. Maccu Pichu) zu besuchen, durch das Lares-Tal zu wandern und uns dann schnell an die warme Küste des Landes zurückzuziehen um noch ein paar Sonnenstahlen zu genießen, bevor es Ende April zurück nach Hause geht. Ich freu mich drauf – also auf Peru und zu Hause!

Und, hattet ihr Bolivien schon auf eurem Reiseradar?

Instagram Travel Thursday im April



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20 Kommentare

  • Wunderschöne Fotos – wie immer ;-) Bolivien ist ein sehr spezielles Land, das mir in 6 Wochen auf Reisen durch das Land sehr ans Herz gewachsen ist. Du hast noch einmal mit Deinen Bildern meine Erinnerungen aufgefrischt. Nur Potosí habe ich noch vermisst ;-) LG, Madlen

    • Potosi haben wir übersprungen um mehr Zeit an den anderen Orten zu haben und nicht nur von A nach B zu hetzen… Manchmal muss man eben Prioritäten setzen… Vielen Dank für das Kompliment!

  • Hi Jana,
    damke für den Post und die grandiosen Bilder (machst du die wirklich mit dem Handy? Wenn ja mit welchen Modell?).
    Werde Mitte Mai selbst nach Bolivien fliegen und kanns nicht mehr erwarten! :)
    LG Steffi

  • danke für die wirklich eindrucksvollen bilder, die laguna mit den vielen flamingos war mir ein begriff, muss sehr schön für dich gewesen sein, eines tages möchte ich das auch mal „live“ erleben. peru würde mich ebenso reizen wie bolivien
    wünsche die noch viele viele tolle reisen
    lg

  • Danke für’s zeigen der vielen Fotos!
    Das mit der Death Road wäre nichts für mich – erschreckend dass sowas in anderen Ländern sicherheitstechnisch (ohne Leitplanken) zugelassen ist…

  • Pingback: Der Amerika Rückblick ins Netz April 2015 | Rapunzel will raus
  • Hej Jana,

    ich weiß gar nicht, was ich zu den Bildern sagen soll. Einfach so unfassbar schön!
    Und das Titelbild ist unglaublich <3

    Ich freue mich schon auf die ausführlichen Posts, und auch hoffentlich auch über einen Bericht 'Mädls allein in Südamerika' ;-)

    Liebe Grüße
    Manu

  • Liebe Jana – tolle Fotos hast Du auf Deiner Reise gemacht!!!! Ich bin im September auch in Peru / Bolivien (dort auf dem Condoriri Trek zum Huayna Potosi) und zum Schluss noch ein paar Tage in Chile in der Atacama-Wüste..
    Welche Erfahrung hast Du gemacht mit dem Telefonieren… ab und an würde ich natürlich gerne meine Lieben zu Hause anrufen. Gibt es Möglichkeiten SIM Karten zu kaufen (IPhone) und ist das Handynetz verbreitet?
    Freue mich auf Deine Antwort – lieben Dank
    Manfred

    • Ich habe immer über wlan also Skype oder Whatsapp telefoniert. Eine extra SIM-Karte hab ich nicht gekauft, weil wir dafür zu oft das Land gewechselt haben während unser Weltreise. Ich wünsch dir auf jeden Fall schonmal eine tolle Reise, LG Jana

  • Hallo Jana, dass die Bilder Spitze sind muss ich nicht weiter betonen. Ich bin 77 und möchte in 2017 für 1½ bis 2 Monate nach Bolivien (und ein Bisschen Peru) und suche noch einen Mitfahrer. Für entsprechende private Werbung unter den Mitgliedern der Deutsch-Iberoamerikanischen Gesellschaft brauche ich das eine oder andere Foto. Ich hoffe, du hast nichts dagegen, wenn ich auch eines von deinen Glanzbildern unter Angabe der Quelle verwende. Herzlichen Dank und liebe Grüße – Dieter

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