Steinhuder Meer – von Fischbrötchen und Kindheitsträumen

Mit den Lieblingsorten aus der Kindheit verhält es sich oft so: entweder man ist enttäuscht, weil man sie irgendwie viel toller in Erinnerung hatte (so geht es meinem Freund übrigens bei der Süßigkeitenabteilung in der Metro) oder man bekommt die selben leuchtenden Augen, die man schon als Kind bekam (okay der Vergleich hinkt etwas, denn mein Freund bekommt immer noch ein bisschen leuchtende Augen in besagtem Gang). Beim Steinhuder Meer ist es auf jeden Fall eindeutig letzteres.

Was das Steinhuder Meer mit Florida gemeinsam hat

Der größte See Nordwestdeutschlands in der Nähe von Hannover war schon als Kind mein absolutes Lieblingsausflugsziel. Kein Wunder, denn ein Besuch bestand aus Fischbrötchen-Essen, Baden bei 27 Grad Wassertemperatur im Sommer (der See ist so flach, dass er sich superschnell erwärmt und Badewannentemperatur bekommt) und Fahrradabenteuern entlang seines Ufers.

Bei meinem letzten Heimatbesuch und Temperaturen um die 30 Grad Marke war also schnell klar, wo es hingehen sollte. Schließlich sollte der Freund ja auch endlich mal das Sehnsuchtsziel meiner Kindheit kennen lernen. Übrigens neben Florida, wo ich auch unbedingt hin wollte, seit meine Freundin dort mal Urlaub gemacht und eine Delfinshow!! besucht hat (wie sich doch die Perspektiven ändern können).

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But first: Fischbrötchen in Steinhude

Und so ging es an diesem warmen Spätsommertag mit zwei Autos und vier Fahrrädern in Richtung Hannover. Früher war ich oft dort, weil meine Großeltern dort wohnten, aber seit sie nicht mehr leben sind die Hannover-Besuche selten geworden. Eigentlich müsste ich auch da unbedingt nochmal hin, schließlich habe ich nicht wenige Ferien dort in der „Großstadt“ verbracht.

In Steinhude angekommen, stellen wir wie schon früher die Autos auf dem Großparkplatz ab und machen uns mit den Rändern auf den Weg in den Ortskern. Erste Station: Die Fisch- und Aalräucherei Schweers, wo wir uns erst einmal für ein frühes Mittagessen direkt am Seeufer niederlassen.

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Was früher ein ganzer Tagesaussflug war, ist  heute locker in zwei Stunden (reine Fahrzeit) zu schaffen – nämlich eine komplette Umrundung des Sees mit dem Fahrrad, die rund 30 Kilometer misst. Noch dazu ohne Höhenunterschiede, denn die Landschaft rund um das Steinhuder Meer ist platt wie eine Flunder. Vielleicht mochten wir als Kinder den See als Fahrradsausflugsziel auch deshalb so viel lieber als den Harz.

Jedenfalls braucht man sich als Erwachsener nicht hetzen und kann auch erst einmal mit einem Mittagessen die Tour beginnen. Nach dem Essen schauen wir uns noch ein wenig die Uferpromenade an und schwelgen in alten Erinnerungen bis wir uns schließlich auf unsere Räder schwingen und zur Umrundung gegen den Uhrzeigersinn aufbrechen.

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Immer wieder unterbrechen lohnenswerte Aussichtspunkte die Fahrt, zu denen man oft nur zu Fuß über Holzstege gelangt. Hier erfährt man ganz nebenbei noch ein paar Dinge über den See und seine Flora und Fauna, die man im besten Falle auch live und in Farbe zu sehen bekommt. Auch der Radweg ist alles andere als langweilig. Mal führt er über weite Felder vorbei an alten Bauernhöfen, mal durch dichte Birkenwälder, mal direkt am Seeufer entlang.

Badestopp in Mardorf

Plötzlich taucht auch schon der Strand von Mardorf vor uns auf, dem zweiten größeren Ort am Steinhuder Meer, der ziemlich genau auf der gegenüberliegenden Seite von Steinhude liegt. Gefühlt kaum erst losgefahren ist also jetzt schon die Halbzeit der Tour erreicht und damit der obligatorische Badestopp. Mardorf besitzt nämlich einen wunderschönen Sandstrand, den man bei entsprechendem Wetter unbedingt auskosten sollte.

Also nichts wie raus aus den Fahrradklamotten (die zugegebener Maßen in Anbetracht der leichten Tour etwas over-the-top sind) und rein in die Badesachen. Das Steinhuder Meer hat tatsächlich eine Maximaltiefe von drei Metern und vom Ufer aus kann man vielerorts hunderte Meter weit in den See hinein laufen, bevor man nicht mehr stehen kann. Soweit bin ich ehrlich gesagt gar nicht gekommen. Nach dem Bad gibt es noch ein Stieleis und einen kleinen Spaziergang (mit Yogaeinheit) auf dem Steg bevor die Tour in die zweite Runde geht.

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Durch weite Wiesen und Felder

Hinter Mardorf verabschiedet sich der Radweg zunächst für ein längeres Stück vom Seeufer und führt statt dessen durch weite Feldlandschaften im Hinterland des Sees. Es ist bereits Nachmittag und so sind die meisten Urlauber schon bei ihrem Feierabendgetränk in der Unterkunft angekommen – jedenfalls begegnen wir hier hinten nur noch wenigen anderen Radfahrern und Wanderern. Dafür treffen wir auf andere Zeitgenossen, wie Gänse, die in großen Kolonien die mohrige Sumpflandschaft bewohnen. Und Kühe.

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Das Beste kommt zum Schluss: Der schönste Platz am Steinhuder Meer

Nachdem wir den Hagenburger Kanal, einen kleinen Zulauffluss, passiert haben nähern wir uns langsam wieder dem Seeufer und fast auch schon dem Ende der Tour. Doch die schönste Sicht auf den See steht noch aus. Die erwartet uns an der Mündung des kleinen Kanals in den See. Vor uns breitet sich ein weiter Blick über die spiegelgatte Seelandschaft aus, die gerade jetzt in den frühen Abendstunden in ein besonders schönes Licht getaucht wird.

Wir setzen uns auf eine der zahlreichen Bänke und genießen für einen Moment die friedliche Atmosphäre, bevor wir das letzte Stück nach Steinhude antreten.

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Wenig später erreichen wir nach vier Stunden unseren Startpunkt Steinhude. Leider haben die kleinen Geschäfte im historischen Mühlenviertel der Stadt bereits geschlossen, sonst hätte ich sicher noch den ein oder anderen Blick riskiert. Und so holen wir nur unser bereits am Mittag reserviertes Fischpaket für den Abend ab und machen uns auf den Heimweg.

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Auch wenn ich mit dem Steinhuder Meer zahlreiche Kindheitserinnerungen verbinde und der Ort so für mich natürlich eine ganz besondere Bedeutung hat, kann ich auch ganz objektiv sagen, dass er wirklich mit den Brandenburger oder Mecklenburger Seen mithalten kann, die ich bisher besucht habe.

Wenn ihr also mal in Hannover und umgeben sein solltet und das Wetter mitspielt, kann ich einen kleinen Abstecher nur empfehlen. Ganz besonders natürlich wenn ihr nicht nur Radfahren und Baden sondern auch Stand-up-Paddeln wollt. Das geht dort nämlich auch ganz großartig und ich habe mir beim Anblick der anderen SUPer nichts sehnlicher als mein Board gewünscht. Aber man kann ja schließlich nicht alles haben. Dem Freund hat es übrigens auch gut gefallen. Damit wäre dann auch bewiesen, dass die Faszination nicht nur an meine eigenen Kindheitserinnerungen geknüpft ist.

Habt ihr auch so einen Ort aus eurer Kindheit, den ihr heute noch gerne besucht? Und kennt ihr das Steinhuder Meer vielleicht sogar?

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5 Kommentare

  • Ich habe fast 5 Jahre direkt in Steinhude gelebt und wurde nie warm mit dem „Dorfleben“. Es ist schön da auf jeden Fall, aber bei gutem Wetter haben wir eher vor den Touristenströmen reißaus genommen. Ich bin einfach mehr Großstadt- als Landkind, aber wenn du mal eine schöne Hannover-Tour machen willst – da bin ich dabei und zeig dir die heute schönsten Ecken! Denn hier fühle ich mich absolut wohl und angekommen! PS: Das Steinhuder Meer habe ich in den 5 Jahre vielleicht höchstens 10x besucht. Eigentlich nur wenn Freunde das erste Mal da waren, ein paar Mal zur Umrundung an Vatertag und das war’s – dabei lag es Luftlinie keinen Kilometer von der Wohnung entfernt….

    • Echt jetzt? Wie krass! Ja ich glaube wenn man nicht irgendwie Wassersport macht oder so nutzt sich das schnell ab. Und auf dein Angebot komme ich bei Gelegenheit sehr gerne zurück!

  • Als Kind habe ich auch schon mal Urlaub am Steinhuder Meer gemacht. Inzwischen wohne ich seit Februar in Hannover, habe es aber noch nicht geschafft dorthin zu fahren. 😀

  • Pingback: Wochenrückblick 36/2016 – Island-Vlogs, Ehrenburger & Shopping - AmandoBlogs.comAmandoBlogs.com
  • Ich wohne schon seit über einem Jahr in Hannover und war trotzdem noch nie am Steinhuder Meer. Oft vorgenommen und dann doch nicht geschafft. Dank deines Artikels kenne ich nun immerhin die besten Plätze und habe mir nun ganz fest vorgenommen, im Frühjahr einen Ausflug zu starten.

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