Marrakesch Tipp: Die Maison de la Photographie

Rastlos streifen wir durch die verwinkelten Gassen der Medina, der Altstadt von Marrakesch. Wir verlieren uns im Getümmel bis uns die Stadt an einer ganz anderen Stelle wieder ausspuckt. Ein Feuer aus Sinneseindrücke prasselt auf uns ein und lässt uns kaum zur Ruhe kommen. Mitten in der Medina liegt die Maison de la Photographie. Das Museum ist in einem renovierten Riad untergebracht und bietet mit seiner Ruhe eine willkommene Abwechslung zum Trubel der Stadt – und das auch für Nicht-Kunstkenner und -Historiker.

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Fast hätten wir das Gebäude im Labyrinth der Stadt nicht gefunden. Ich weiß nicht, ob es an den falschen Maßstäben an unserer Karte liegt oder ob man Marrakesch in seiner Komplexität einfach nicht in einer Karte darstellen kann. Guckt man ein bisschen verloren in die Gegend drängt einem mit Garantie ein geschäftstüchtiger junger Marokkaner seine Hilfe auf – natürlich nicht ohne ein saftiges Trinkgeld dafür zu verlangen. Das lernen wir bereits in unseren ersten Stunden in Marrakesch und sind froh, als wir den Eingang zum Museum letztendlich finden, und dem Straßenwirrwarr für einen kurzen Moment entfliehen können.

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Ruheoase in der Medina

„Finally“ begrüßt uns der freundliche Mitarbeiter am Eingang des Museums. Sicher sind wir nicht die ersten, die sich auf der Suche des Museums verlaufen. „Finally“ antworten wir und betreten den Riad – ein traditionelles marokkanisches Haus mit einem Innenhof. Das Museum vermittelt mit einer wechselnden Fotoausstellung Eindrücke des alten Marokko aus der Pionierzeit der Fotografie. Während wir uns einfach von den faszinierenden Fotos in die Geschichte des Orients entführen lassen, entdecken Kunst- und Marokko-Kenner so manchen photographischen Schatz von hohem geschichtlichen Wert.

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Die beste Aussicht auf Marrakesch und den hohen Atlas…

Hat man von Kunst genug, kann man es sich auf der Dachterrasse gemütlich machen. Diese bietet einen fantastischen Blick über die „rote Stadt“ bis hin zu den schneebedeckten Atlas-Bergen. Bei einem Glas marokkanischem Minztee oder frisch gepressten Orangensaft kann man die Aussicht genießen und die Ausmaße der Großstadt auf sich wirken lassen.

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…mit fantastischem Essen

Als der Kellner an unserem Tisch mit zwei dampfenden Tontöpfen vorbei läuft, die hier in Marokko unter dem Namen „Tajine“ das Nationalgericht darstellen, verabschieden wir uns von allen Essensplänen für den Tag und ordern ein Tagesmenü, das aus marokkanischem Salat, einer Tajine de poulet au citron (Tajine mit Zitronenhühnchen) und einem Joghurt zum Nachtisch besteht. Und im Nachhinein kann ich sagen, dass das mit Abstand das beste Essen war, das wir auf unserer Marokko-Reise gegessen haben. Vielleicht lag es auch ein bisschen an der Atmosphäre und der warmen Nachmittagssonne auf unserem Rücken oder auch ein bisschen an der grandiosen Aussicht.

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Als wir nach zwei Stunden das Museum wieder verlassen fühlen wir uns wunderbar erholt und entspannt und bereit für den Abend in dieser verrückt coolen Stadt. Aber dazu dann beim nächsten Mal mehr.

Wissenswertes

Die Maison de la Photographie liegt in der Rue Ahal Fes in der Medina von Marrakesch, noch hinter der Médersa Ben-Youssef, der berühmten Koranschule. Von dort geht die Straße einfach nur gerade aus und findet das Museum auf der linken Straßenseite. Auch wenn es im Reiseführer so wirkt als würde das Museum direkt hinter der Schule liegen, ist man bis dorthin gut 5-10 Minuten unterwegs. Der Eintritt ist mit 40 DH (rund 3,60 Euro) nicht gerade günstig, allerdings kann man das Museum während des Aufenthaltes beliebig oft besuchen. Das Tagesmenü kostet mit 70 DH (rund 6,30 Euro) auch nicht gerade wenig, aber es ist es wert. Für alle diejenigen von euch, die Französisch können, gibt es weitere Informationen hier.

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