Maison Sonne & Wolken – oder auch: Ein neues Kapitel

Wer mir auf Instagram folgt wird unschwer mitbekommen haben, dass sich mein Leben in den letzten Monaten um ein Abenteuer der anderen Art dreht, was nichts mit Reisen, Wandern oder dem Draußensein im Allgemeinen zu tun hat, nämlich dem Abenteuer Wohnungskauf beziehungsweise Wohnungsrenovierung. Statt auf Berge bin ich auf Leitern geklettert, habe mir die Farben der Natur in meine eigenen vier Wände geholt und Holz nicht nur im Wald bewundert, sondern auch auf meinen Fußboden gelegt und zu Möbeln verarbeitet. Dabei habe ich gemerkt, dass mein Herz nicht nur für die Abenteuer vor der Haustür schlägt. Auch in meinen eigenen vier Wänden liebe ich schöne Dinge, mag es Neues zu lernen und auszuprobieren und mich in immer neue DIY-Abenteuer zu stürzen. Und da die großen und vor allem kleinen Abenteuer ja schon immer der Schwerpunkt meines Blogs waren und sind, möchte ich euch auch auf diese Reise ein Stückchen mitnehmen.

Maison Sonne & Wolken: Wie alles begann…

Unser Wohnungsabenteuer verdanken wir dem Zufall. Ich glaube ja ans Schicksal und dass alles zur richtigen Zeit kommt. Keine Woche später, nachdem ich mit meinem Freund am Frühstückstisch saß und wir über unsere Zukunft sprachen und dass wir uns beide in mittelfristiger Zukunft ein Eigenheim wünschen, erfuhren wir von Bekannten, dass sie ihre Wohnung verkaufen, um in ihr neues Haus zu ziehen. Und dann ging plötzlich alles viel schneller als gedacht: Eine Besichtigung und ein paar Banktermine später war alles klar: diese Wohnung wird unser neues Zuhause werden.

Die Wochen und Monate bis zur Schlüsselübergabe kamen mir unendlich lang vor. Fast täglich saß ich mit dem Grundriss da und malte mir aus, wie unser Zuhause mal aussehen könnte. Mein größter Wunsch: geöltes Parkett in der ganzen Wohnung zu verlegen. Denn auch im Inneren meiner vier Wände hört bei mir die Liebe zur Natur nicht auf: Ich liebe warme, natürliche Farben wie Beige, Braun und gedecktes Grün und Materialien wie Holz, Sisal und Jute. Gesagt, getan. Als wir am 12.7. die Schlüssel bekamen, entschieden wir auch die Türen und Zargen mit Buchendekor zu entfernen und sie gegen weiße auszutauschen.

Die ersten Renovierungstage waren für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich war mir nicht sicher ob es richtig war, meinen Kopf durchzusetzen und Boden und Türen zu erneuern und ob ich den Aufgaben, die damit einher gehen würden, gewachsen war. Es war ein bisschen so wie der Moment vor einer großen Reise, wo einem auch plötzlich ganz mulmig wird, wenn man im Flieger sitzt und weiß, dass es kein Zurück mehr gibt. Und genauso wie bei einer solchen Reise lösten sich die Gefühle mit jedem kleinen (Arbeits-)Schritt mehr und mehr in Luft auf, den wir unserer Traumwohnung entgegen kamen. Nachdem der alte Vinyl- beziehungsweise Laminatboden sowie die Türen und Zargen entfernt waren stand zunächst das Streichen auf dem Programm.

Dabei ließ ich mich in Sachen Farbwahl ziemlich spontan treiben und war froh, dass mein Freund so viel Vertrauen hatte, mich einfach machen zu lassen. Auch bei der Wahl des Parketts hatte ich ziemlich freie Hand und war total nervös bei der Entscheidung, die man ja schließlich nicht so oft im Leben fällt. Erst hatte ich die Sorge, dass natürlich geöltes Eichenparkett eventuell zu dunkel sein könnte, aber da unsere Wohnung generell sehr hell ist, passt es wirklich perfekt. Es ist übrigens das “Haro Parkett Landhausdiele Eiche Tirol strukturiert” geworden. Wie viel Unterschied beim Verlegen ein hochwertiges Parkett im Vergleich zu einem günstigen Laminat macht, welches wir in der alten Wohnung verlegt haben, hätte ich niemals gedacht. Ich habe nämlich durch das hochwertige Klicksystem die gesamten 130 Quadratmeter komplett alleine verlegen können!

Schlafzimmer Makeover

“Oh das ist aber dunkel”, war die Reaktion meiner Eltern auf meine Farbwahl fürs Schlafzimmer, in dem ich mit der Wohnungsrenovierung begonnen habe. Es wurde nämlich ein dunkles Anthrazit-Grau, mit dem ich die Wand hinter unserem Bett und rund um die Eingangstür gestrichen habe. Das schöne an Anthrazit: Es ist super dezent und wirkt je nach Tageszeit manchmal leicht bläulich, manchmal leicht grünlich. Noch dazu sieht es wundervoll zum Eichenparkett und zu unseren weißen Möbeln aus, die das Schlafzimmer dominieren. Noch dazu wollte ich einen farblichen Akzent als Kontrast zu den gigantischen Glastüren unseres Einbauschranks schaffen, der so sehr dezent in den Hintergrund rückt. Noch schöner sieht es jetzt aus, wo auch unsere Türen eingebaut sind. Der Farbton passt einfach toll zu unseren weißen Kassettentüren, die wir uns für unsere Wohnung ausgesucht haben.

Den Einbauschrank haben wir mit der Elevarli-Serie von Ikea gefüllt, die sich durch Echtholz-Bambus-Regalböden und ein Gestell aus Metall auszeichnet. Dieses System habe ich durch zugeschnittene Bambusbretter aus dem Baumarkt ergänzt, damit wir im Schrank noch Platz für den Fernseher haben, der meinem Freund super wichtig ist. So kann ich ihn ganz einfach hinter den Schiebetüren verschwinden lassen, wenn er nicht gebraucht wird.


Weitere Pläne: Aktuell warten wir jetzt noch auf unser größeres Bett. Unser jetziges ist nur 1,40 Meter breit und schon über 15 Jahre alt. Dieses wandert dann in unser Gästezimmer, das aktuell mein Säge und Bastelraum ist. Sobald das neue Bett da ist gehe ich auch das Thema Nachttischlampen an, die wir zur Zeit noch nicht haben. Darüber hinaus überlege ich, die Glastüren des Einbauschranks mit einer dezenten Fototapete zu tapezieren.

Studio / Arbeitszimmer Makeover

Nach dem Schlafzimmer war das Studio dran, das mit seiner großen Fensterfront und der überdachten Loggia davor von Anfang an einer meiner Lieblingsräume in der neuen Wohnung war. Unsere Vorbesitzer hatten hier ihr Schlafzimmer. Da der Raum aber keine Türen hat und uns zu groß als Schlafzimmer war, wird daraus nach und nach mein kleines Kreativstudio beziehungsweise Arbeitszimmer entstehen. Mein Arbeitsplatz ist nunmal der Raum in der Wohnung, an dem ich die meiste (Wach-)zeit verbringe und daher ist es ein absoluter Traum, einen so schönen Raum mein Arbeitszimmer nennen zu können. Ich habe schon einige Pläne im Kopf, aktuell ist davon noch nicht wirklich viel umgesetzt, da uns hier die Möbel fehlen, die ich teils selbst bauen möchte und teils auch größere Investitionen sind, wie zum Beispiel eine gemütliche Sitzecke. Hier möchte ich mir mit der Auswahl gerne Zeit lassen und nichts überstürzen.

Nur das Farbkonzept steht bereits: Passend zur Wandfarbe, bei der ich mich für ein dezentes Wüstenbeige entschieden habe, das die Konturen des Raumes wundervoll unterstreicht, soll auch der Raum in Beigetönen in Kombination mit Weiß gehalten werden. Größeres Kopfzerbrechen (als die Wahl der Wandfarbe) bereitete mir das Treppengeländer aus Edelstahl, dass den Raum sehr dominiert und so gar nicht in mein Farb- und Einrichtungskonzept passte. Auf die – vielleicht etwas unkonventionelle – Lösung kam ich per Zufall und ich bin immer noch sehr glücklich darüber: und zwar umwickelte ich den Handlauf mit Sisal (quasi wie ein Kratzbaum für Katzen) und lackierte das Gitter darunter in weiß, so dass es fast mit der Wand dahinter verschmilzt. Weil uns das ganze so gut gefallen hat, haben wir letztendlich auch das Edelstahlrohr, was wir ursprünglich tapezieren wollten, mit dem Sisal umwickelt. Und was soll ich sagen: Ich liebs!

Weitere Pläne: Für meinen Arbeisplatz möchte ich mir zwei Schreibtische mit Eichenplatte bauen, die gegenüber gestellt werden. So kann ich hier auch mal zusammen mit Gästen oder meinem Freund arbeiten und habe genug Ablagefläche, wenn ich zum Beispiel meine Steuer mache und Belege und Rechnungen sortiere. An den Dachbalken würde ich gerne eine Schaukel anbringen, die ich nutzen kann um über Konzepten zu brüten und Ideen zu entwickeln. Auf der anderen Seite soll eine Boho-Sitzecke entstehen, von der bisher nur ein Sessel existiert. Hier habe ich noch keine konkreten Pläne außer dass das Sofa (wegen Hund) recht robust sein sollte. Nicht so einfach, wenn das Farbkonzept beige ist. Aber ich schätze mal es wird irgendetwas in die Richtung hellbraun/taupe – vielleicht aus Cord – und möglichst mit waschbaren Bezügen.

Makeover Bad oben

Mein Sorgenkind bei der Renovierung der oberen Etage war (neben dem Geländer) das Bad. Das ist nämlich ganze fünf Meter lang und hat tiefe Dachschrägen. Die Grundfliesen sind weiß und völlig okay, allerdings haben sie durch das viele Weiß und die Anwesenheit von Waschmaschine und Trockner eher den Charme einer Waschküche. Mit einem abwaschbaren Outdoorläufer in 3,50 Länge und mit schwarz-weißem Muster wurde das Raumgefühl gleich schon viel besser. Körbe aus Naturmaterialien, Pflanzen sowie eine Waschtischablage aus Eichenholz mit Baumkante bringen warme Farbe in den Raum, die ich so mag.

Weitere Pläne: Mit den kleinen Mitteln konnte ich das Raumgefühl schon sehr viel verbessern. Da das Bad genug Platz bietet unsere Wäsche unter der Schräge zu trocknen, wünsche ich mir einen schönen Wäscheständer aus Holz, der dann auch dauerhaft aufgebaut bleiben kann. Der Lack an der Holzvertäfelung an der Dachschräge platzt leider an einigen Stellen ab, deshalb müssen wir diesen in naher Zukunft erneuern. In diesem Zuge möchte ich auch die gemusterte Zierfliesenleiste angehen, die mir nicht gefällt. Aktuell überlege ich, ob ich sie in einem Grauton  lackieren oder bekleben soll. Vielleicht hat ja jemand von euch damit Erfahrungen gemacht? Dann schreibt es gerne in die Kommentare! Für Waschmaschine und Trockner werde ich eine Holzverkleidung bauen, eventuell sogar mit Vorhang. Gerne würde ich auch irgendwann die gemusterten Duschwände austauschen. Hier schwebt mir eine durchsichtige Glaskabine mit schwarzer Umrandung vor. Unter dem Waschbecken hätte ich gerne einen Waschtisch mit einer Holzplatte mit Baumkante. Und ich könnte mir vorstellen, das Bidet irgendwann zu verkleiden oder entfernen. Ihr seht, Pläne gibt es für dieses Bad genug…

Wohn-/Esszimmer Makeover

Nach der oberen Etage ging es an die untere. Die größte Herausforderung im Wohnzimmer waren dabei die vielen Ecken, die das Verlegen von Parkett und Fußleisten zu einem Abenteuer gemacht haben. Ganze 16 sind es nämlich! Ebenso abenteuerlich war der Austausch der Deckenlampe in unserem Erker, der fünf Meter hoch ist. Vom Farbkonzept habe ich mich für ein gedecktes Grün ohne Blaustich entschieden. Unser Wohnzimmer bleibt also wie das vorherige auch beim Dschungelthema. Viele Pflanzen und Möbel aus dunkelbraunem Holz und Metall runden das Raumkonzept ab. Die grüne Wandfarbe war zugegeben mutig, ich liebe es aber, wie sie aus dem Raum etwas besonderes macht und wie toll unser beiges Sofa davor aussieht.

Weitere Pläne: Hinter der Couch möchte ich eine Holzablage bauen, die nicht nur die Heizung verkleidet, sondern uns auch die Möglichkeit bietet, mal ein Glas abzustellen. Außerdem werden dort die zwei Lautsprecher unseres Soundsystems Platz finden. Ansonsten bin ich total zufrieden mit dem Raum.

Küchenmakeover

Bei der Küche hatten wir ziemliches Glück, dass wir die Küche der Vorbesitzer übernehmen konnten, die gut in Schuss und vollfunktionsfähig ist. Einen Raum zu haben, in dem kaum etwas zu tun ist und der von Anfang an benutzbar ist, war wirklich Gold wert. Das einzige was wir bisher in der Küche geändert haben sind die Wandfarbe und die Küchengriffe. Die vormals gelben Wände haben wir weiß gestrichen. Darüber hinaus haben wir die Edelstahl-Griffe gegen schwarze ausgetauscht. Noch zwei Hakenleisten an die Wände und einen abwaschbaren Outdoor-Teppich auf den Boden – schon war unsere jetzige Küche fertig. Nur meinen Traum einer Echtholzarbeitsplatte musste ich vorerst aufgeben, da die nicht zum Dekor der aktuellen Küchenschränke gepasst hätte. Aber wer weiß, was sich hier in Zukunft noch ändert…

Weitere Räume

In der unteren Etage gibt es noch drei weitere Räume, mit denen ich mich bisher noch nicht wirklich viel beschäftigt habe. Das Gästezimmer ist – wie bereits erwähnt – aktuell mein Sägezimmer und das wird auch bis Ende Oktober so bleiben. Dann nämlich wird unser neues Bett geliefert, und wir müssen Platz für das Alte schaffen.

Auch im Bad unten habe ich noch nicht viel gemacht, außer es durch Holzablagen über der Toilette, dem Waschtisch und der Fensterbank sowie schwarze Akzente etwas wärmer und gemütlicher zu machen. Auch hier gibt es eine Fliesenzierleiste, die nicht so wirklich meinem Geschmack entspricht. Mal sehen wann und ob ich das angehe.

Im Flur hat sich ebenfalls noch nicht viel getan. Hier sind lediglich zwei Glaslampen, unsere Telefonbank sowie die Kleiderstange aus messingfarbenen Stahlrohren eingezogen. Um mehr Stauraum –  vor allem für Schuhe und Schals – zu schaffen und den Platz unter der Treppe optimal auszunutzen, plane ich gerade einen kleinen Ikea-Hack und bin jetzt schon gespannt wie es mir gelingt. Darüber hinaus hätte ich gerne noch eine schmale Gaderobe über der Heizung am Eingang.

Das letzte Zimmer in der Wohnung ist das Arbeitszimmer meines Freundes. Hier halte ich mich komplett aus der Gestaltung raus.

Von der Reisebloggerin zur Handwerkerin?

Seit der Schlüsselübergabe sind nun bereits zweieinhalb Monate vergangen, und wir wohnen bereits sechs Wochen in unseren neuen vier Wänden. Erst seit einer Woche haben wir Türen und Zargen, (die ich übrigens auch selbst gesetzt habe) und es bröselt uns nicht mehr beim Vorbeigehen der Putz aus der Wand.

Auch haben wir uns erst diese Woche um die Übergangsprofile gekümmert, also die Stellen, an denen das Parkett auf die anderen Böden in Küche und den Bädern trifft oder wir eine Dehnungsfuge einbauen mussten. Es ist wirklich verrückt, wie viel fertiger diese kleinen Details die Wohnung machen.

Wenn mir das Handwerken mal über den Kopf wächst, schaue ich mir meine Instagram-Story-Highlights zu den einzelnen Räumen an und kann es kaum glauben, was wir dort alles geschafft haben. Bis alle Pläne umgesetzt sind, wird sicher noch einige Zeit vergehen, aber das macht nichts. Ich habe Gefallen an DIY-Projekten gefunden und liebe die Abwechslung zu meiner sonst so kopf- und schreibtischlastigen Arbeit. Auf meinem Instagram-Profil werde ich wegen der vielen positiven Resonanz meine großen und kleinen Heimwerkerprojekte auf jeden Fall weiter teilen. Schließlich dreht sich dort nicht immer alles ums Thema Reisen.

Auch habe ich beschlossen, in Zukunft auch mal das ein oder andere Bild zu diesem Thema zu posten. Hier auf dem Blog soll sich weiterhin alles vor allem um das Reisen drehen, aber ich schließe auch nicht aus, in Zukunft mal ab und an mal über ein Einrichtungsthema zu schreiben. Mein Post zu den winterharten Balkonpflanzen kam auf jeden Fall sehr gut an. Ihr könnt mir ja gerne mal sagen, was ihr davon halten würdet.

Und jetzt erzählt mir gerne mal von euren Einrichtungsprojekten! Macht ihr gerne Dinge selbst oder holt ihr euch Hilfe? Oder ist euch eure Einrichtung vielleicht wie mir früher egal und ihr spart jeden Cent fürs Reisen? Ich persönlich hab ja festgestellt, dass ich gerade als Reisebloggerin einen Rückzugsort brauche, auf den ich mich freue und zu dem ich immer wieder gerne zurückkehre. Wie seht ihr das?

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1 Kommentar

  • Aaaaaah ich liebe es einfach so. Deine Stories haben mich so inspiriert und Mut gemacht für unser Eigenheim, das wir uns bald mal zulegen wollen – ich konnte so oft sehen wie viel möglich ist, das war einfach toll. Freu mich immer auf die Handwerker-Stories von dir.
    Lg Sabrina

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