Eine Radtour nach Cuxhaven

Für unseren zweite Tag in Cuxhaven haben wir eine Radtour geplant. Also führt uns unser erster Weg zunächst in den Fahrradverleih, der gut 100 Meter die Straße hinunter liegt. Dort erstehen wir für 4,50 am Tag jeder ein gemütliches Hollandrad, mit dem wir die nächsten drei Tage die Gegend erkunden können. Es ist noch frisch, aber die Sonne scheint aus allen Knopflöchern als wir zu unserer Tour ins Stadtzentrum von Cuxhaven aufbrechen.

Der circa 15 Kilometer lange Radweg führt uns entlang der Küste über die Stadtteile Duhnen und Döse direkt zum Hafen von Cuxhaven. Zunächst geht es entlang der Dünenstraße durch die Cuxhavener Küstenheiden. Hier gibt es einen kleinen Aussichtsturm, der einen schönen Blick auf die Heide und das Watt bietet.

Der Radweg führt uns durch den Stadtteil Duhnen, wo wir die Küste für kurze Zeit verlassen. Duhnen ist ebenso wie Sahlenburg ein beliebter Ferienort. Uns gefallen die Strände sogar ein bisschen besser als bei uns. Auch der Ortskern besticht mit seinen kleinen Läden, Eisdielen und Cafés.


Wir wenden uns wieder in Richtung Küste, denn unser erstes Ziel für heute ist die sogenannte Kugelbake. Das aus Holz errichtete, etwa 30 Meter hohes Seezeichen ist das Wahrzeichen von Cuxhaven und seit 1913 sogar im Wappen der Stadt abgebildet. Der Ausdruck „Bake“ geht übrigens auf das Mittelalter zurück, in dem alle Seezeichen – sogar Leuchttürme – so bezeichnet wurden. An der Kugelbake befindet sich eine Surfschule, wo sich Kitesurfer aller Klassen in den Fluten versuchen. Die bunten Kites (Lenkdrachen) wirbeln nur so durch die Luft. An der Kugelbake können wir nun endlich auch den Schiffen zusehen, denn hier führt die Fahrrinne der Elbe entlang, in der auch bei Ebbe die Schiffe – sogar große Fracht und Containerschiffe – fahren können. Meine Schwester und ich müssen gleich die Füße in das kühle Wasser halten.

An der Küste entlang geht es weiter vorbei am Stadtteil Döse – links der Deich, rechts edle Villen und Hotels. Schließlich erreichen wir den Hafen von Cuxhaven.

So langsam meldet sich unser Appetit und wir suchen nach einem geeigneten Mittagsimbiss. Wir befinden uns am Hafen – hier eine Fischbude zu finden sollte kein großes Problem sein. Vorher aber schauen wir uns noch die großen Schiffe im Hafen und den alten Leuchtturm an.  Der sogenannte Hamburger Leuchtturm wurde zwischen 1802 und 1804 von der Freien und Hansestadt Hamburg, zu der damals das Gebiet gehörte, erbaut wurde. Auch er gilt als Wahrzeichen der Stadt Cuxhaven.

Ein paar Schritte in Richtung Innenstadt werden wir dann auch essenstechnisch fündig: Ein Fischstand mit langer Schlange direkt neben einem Crêpestand – für mich der Himmel auf Erden. Noch dazu ergattern wir eine schöne Bank in der Sonne mit Blick auf den Hafen. Während die anderen sich bereits in die Schlange einreihen, renne ich mit der Kamera hinter den vielen Möwen her, die sich hier in direkter Essensnähe sehr wohl fühlen. Scheu ist was anderes. Ich stärke mich mit einem Fischfrikadellenbrötchen und zum Nachtisch gibt es einen Crêpe. Der Crêpeverkäufer ist in Plauderlaune. Seine Tageszeit hat noch nicht begonnen – denn es ist erst 13 Uhr und die Kunden tummeln sich bei den fischigen Nachbarn. Also erzählt mir ein wenig über die Vogelarten, die sich hier am Hafen niedergelassen haben. Ich gebe zu es fällt uns schwer unser Sonnenplätzchen aufzugeben und unsere Radtour fortzusetzen…

Wir schnappen unsere Fahrräder und weiter geht die Fahrt – Nächster Halt: Fischereihafen. Hier befinden sich zahlreiche Fischrestaurants in einer langen Promenade aneinandergereiht. Hungrig sind wir nicht, aber wo sind denn nun die Fischkutter? In einem Hinterhof entdecken wir das Wasser – leider auf einem Betriebsgelände und wir dürfen nicht weiter. Aber den Fischereihafen merken wir uns zum Essen vor. Hinter diesem Hafen erstreckt sich übrigens Kilometer lang die Fischmehlindustrie. Das merken wir aber erst zu einem späteren Zeitpunkt – als wir den Weg noch einmal mit dem Auto abfahren. Nicht so nett ist vor allem der Geruch dort. Wie gut, dass wir am Fischereihafen davon nichts mitbekommen.

Nun geht es weiter in die Innenstadt von Cuxhaven. Wir kommen vorbei am Wasserturm, der zwischen dem Kaemmererplatz und dem Bahnhof liegt und als als das heimliche Wahrzeichen der Stadt gilt. Wie, noch ein drittes Wahrzeichen? Der 1897 gebaute Turm versorgte bis zum Jahr 2004 die Cuxhavener Haushalte mit dem nötigen Wasserdruck. Da der Wasserdruck für die immer höheren Ferienanlagen nicht ausreichte, wurde sein Dienst 2004 eingestellt. Als die Fußgängerzone beginnt, stellen wir unsere Fahrräder ab und gehen zu Fuß weiter. Heute ist Samstag und in der Innenstadt genießen nicht nur wir das schöne Wetter. Wir nehmen uns ein wenig Zeit für einen Stadtbummel. Ich werde sogar fündig und erstehe ein paar schöne Flipflops für den kommenden Baliurlaub. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Geschichte mit den kaputten Flipflops auf Malta? Daher kaufe ich auch gleich noch ein zweites Paar – günstige Bastflipflops.

In der Nähe der Fußgängerzone liegt das Schloss Ritzebüttel mit dem schönen Schlosspark. Man erreicht diesen über eine kleine Brücke. Im Schlosspark befindet sich das Schweizerhaus, eine kleine im Schweizer Stil renovierte Hütte, welche bei Veranstaltungen im Schlosspark auch als Umkleide für die Darsteller herhalten muss.

Langsam wird es Zeit für den Rückweg, unser kleiner Hund wartet schon sehnsüchtig auf unsere Rückkehr. Auf dem Rückweg fahren wir durch das Cuxhavener Innland und verkürzen damit den Weg auf circa 8 Kilometer. Bevor es nun endgültig zurück zur Ferienwohnung geht, schauen wir uns noch eines der vor-christlichen Hügelgräber an, die in der Region häufiger zu finden sind. Der Grabhügel „Galgenberg“ liegt kurz vor Sahlenburg.

Später am Nachmittag machen wir uns noch einmal auf den Weg. Diesmal geht es in die etwa fünf Kilometer entfernte Cuxhavener Küstenheide in der Nähe vom Örtchen Holte-Spangen. Wir haben diesen wunderschönen Flecken Erde bereits bei unsere Ankunft zufällig mit dem Auto entdeckt. Auf einem kleinen Hügel hat man einen schönen Ausblick auf die Landschaft und die vorbeiziehenden Reiter.

Nach dem Rückweg sind wir nun endgültig kaputt. Zum Abendessen gibt es frischen gebratenen Fisch vom Fischstand und dazu Kartoffelsalat. Wir gehen an diesem Abend früh schlafen, denn am nächsten Tag wartet etwas ganz besonderes auf uns: eine Fahrt zur Insel Helgoland. Ich war noch nie auf dieser Insel und bin gespannt, was mich dort erwarten wird.

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