De Biesbosch Nationalpark – Camping in Europas größtem Süßwassergezeitengebiet

De Biesbosch Nationalpark - Camping in Europas größtem Süßwassergezeitengebiet

Um eine Auszeit in unberührter Natur zu verbringen, umringt von glasklaren Flüssen, Seen und Weideinseln, auf denen sich zahlreiche Vögel tummeln, muss man gar nicht weit reisen: denn all das findet sich nicht weit entfernt im Nationalpark De Biesbosch in der niederländischen Provinz Brabant, der als Europas größtes Süßwassergezeitengebiet (manche sagen sogar weltweit) gilt. Der 1994 gegründete Nationalpark erstreckt sich über das vorgelagerte Mündungsdelta der Flüsse Rhein und Maas in die Nordsee auf einer Fläche von 12.000 Hektar. Die Fauna des Nationalpark lässt wegen seines Vogelreichtums nicht nur Hobby-Ornithologen-Herzen höher schlagen. Unter anderem Seeadler, Fischadler und der Eisvogel sind in De Biesbosch zu Hause. Auch der Biber fühlt sich so wohl, dass er zum Aushängeschild des Nationalparks wurde.

Was mich persönlich begeistert hat ist die Abgeschiedenheit und Stille, die man hier, unweit der Großstädte Rotterdam und Den Haag findet. Schon bei der Anreise mit dem Bulli in den Nationalpark fühlt man sich, als würde man mit jedem Kilometer die Zivilisation weit hinter sich lassen und in eine Welt eintauchen, in der die Natur noch intakt und der nächste Supermarkt meilenweit entfernt ist. Eine Welt, die ich sonst nur in den abgeschiedenen Gegenden dieser Erde kennengelernt habe. Aber hier? Mitten in einem der bevölkerungsreichsten Regionen der Niederlande?

Mein Übernachtungstipp: Der Naturcampingplatz Camping De Knotwilg

Dann, wenn man glaubt man wäre bereits längst im Nichts angekommen und um einen herum nichts ist als Feuchtwiesen und Seen, geht es links über einen kleinen Deich zu einem ganz besonderen Campingplatz. Der Naturcamingplatz De Knotwilg liegt mitten im Nationalpark an einem kleinen See, auf dem besonders in den Morgen- und Abendstunden hunderte Vögel auf Nahrungssuche sind. Direkt davor grast eine Schafsherde auf den Feuchtwiesen. Auf der anderen Seite des Zauns werden auf der Zeltwiese fleißig Zelte aufgebaut. Bei unserer Ankunft scheint das warme Abendlicht durch die Obstbäume und Büsche, die den Platz in wunderschöne naturbelassene Stellplätze unterteilen.

Wir finden einen schönen Platz unter einem Birnbaum. Mein Bulli ist direkt in bester Gesellschaft aus mindestens noch 10 weiteren historischen Campern, aus denen es bereits an allen Ecken und Enden brutzelt und nach warmem Essen duftet. Als es dunkel wird, knistert an der Feuerstelle ein Feuerchen in der kühlen Sommernacht. Die Besitzer Brigitte und Sjaak haben hier wirklich einen wunderschönen Ort geschaffen für alle, die eine Auszeit in der Natur verbringen wollen – ohne viel Schnickschnack, WLAN oder Dauercamper mit Zäunen und Gartenzwergen.

Der knapp 2 Hektar große Platz bietet Raum für 55 Plätze und ist zwischen Mai und Oktober geöffnet. Die geräumigen Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile (200 m²) sorgen für genug Abstand zum Nachbarn; Stromanschlüsse gibt es natürlich auch. Ein offenes Sanitärgebäude hinter dem Info-Gebäude bietet Toiletten, Duschen und Abwaschmöglichkeiten. Hunde sind auf dem gesamten Platz herzlich willkommen.

Am besten aber hat mir die freundliche und herzliche Atmosphäre gefallen, die unter den Campern herrschte. Man merkt einfach, dass der Campingplatz Naturfreunde anzieht, die rücksichtsvoll und freundlich miteinander umgehen. Nachts war es wunderbar ruhig und außer dem knistern des Feuers absolut nichts zu hören. Wenn Campingplätze doch nur immer so sein könnten!

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Wanderungen & Ausflugstipps im De Biesbosch Nationalpark und Umgebung

Auch wenn man in dieser schönen Umgebung eigentlich den ganzen Tag auf dem Campingplatz verbringen und die Natur genießen könnte, lohnt es sich den Nationalpark aktiv zu erkunden – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Kanu, das ihr direkt auf der Farm der Campingplatzbesitzer gegenüber vom Camp ausleihen könnt.

Übrigens: Der Nationalpark De Biesbosch verdankt seine Entstehung tatsächlich einer der schlimmsten Naturkatastrophen der Niederlande. Bei der sogenannten St.-Elisabeth-Flut im November 1421 brach der Deich und das gesamte Gebiet rund um die Stadt Dordrecht wurde überflutet. Insgesamt fielen 70 Dörfer und 10.000 Menschen der Katastrophe zum Opfer. Langsam zog sich die Flut zurück und in der Flussmündung entstand aus dem zerstörten Gebiet ein einzigartiges Biotop aus Schilf, Weiden und Feuchtwäldern.

#1 – Wanderung auf den Spuren des Bibers durch den Nationalpark

Mein erster Wandertipp führt euch auf den Spuren des Bibers vom Campingplatz zum Biesbosch Museum Island und entlang des Diepgats wieder zurück zum Ausgangspunkt. Unbedingt zu empfehlen ist ein Abstecher auf Naturpfaden durch das sogenannte De Pannekoek Gebiet, das ihr kurz vor der Museumsinsel erreicht. Wer mag und ohne Hund unterwegs ist kann anschließend dem Museum einen Besuch abstatten und mehr über die einzigartige Landschaft und ihre Entstehung erfahren. Es gibt auch ein Museumscafé, das ihr auch ohne Museumsbesuch besuchen könnt. Wir haben uns dort belegte Brötchen & Getränke für ein Picknick in der Sonne besorgt. Am besten hat mir der Rückweg entlang des Kanals Diepgat gefallen, an dem auch der Campingplatz liegt. Die knapp 13 Kilometer lange Wanderung ist perfekt, um einen Einblick in die vielfältige Landschaft des Nationalparks zu bekommen – für meinen Geschmack hat der Rundweg aber etwas zu viel Asphaltanteil.

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# 2 – Kanu fahren im De Biesbosch Nationalpark

Der Kanal Diepgat ist auch der ideale Ausgangspunkt für Kanutouren. Brigitte und Sjaak besitzen einen kleinen Verleih und sind euch gerne bei eurer Routenplanung behilflich und geben euch wichtige Hinweise was die Gezeiten angeht. Mein Tipp: In den frühen Morgen oder späten Nachmittagsstunden ist nicht nur das Licht am schönsten, sondern auch die Chancen am höchsten einen Biber in freier Wildbahn anzutreffen.

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#3 – Wanderung auf dem Jantjespad durch die Jantjesplaat

Der meiner Meinung nach schönste Wanderweg im Nationalpark führt auf dem sogenannten Jantjespad durch die gleichnamige Janthesplaat. Die gesamte, rund fünf Kilometer lange Wanderung führt über schmale Naturpfade und zahlreiche kleine Brücken mitten durch die Natur – mal entlang von kleinen Kanälen, mal über Feuchtwiesen und mal entlang von wunderschönen Seen. Besonders wenn ihr mit Hund oder Kindern unterwegs seid ist diese kleine Rundwanderung meine absolute Empfehlung!

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#4 – Ausflugstipp: Woudrichem

Nur rund 20 Minuten Fahrt entfernt liegt die alte Festungsstadt Woudrichem, die zu einer der schönsten Orte der Niederlande gewählt wurde. Die schönsten Blickwinkel entdeckt ihr, wenn ihr auf einem schmalen Pfad entlang der alten Festungsmauern spaziert: auf der einen Seite das Wasser, auf der anderen Seite die hübschen kleinen Häuschen mit liebevoll angelegten Stadtgärten und dazwischen nicht selten ein paar grasende Schafe. Aber auch die schmalen Gässchen sind einen Besuch wert. Seine militärische Bedeutung hat die Stadt übrigens seiner strategischen Lage zwischen den Provinzen Noord-Brabant, Zuid-Holland und Gelderland sowie den Flüssen Maas, Waal und Merwede zu verdanken.

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Bevor ihr die überwiegend autofreie Innenstadt wieder verlasst, kann ich euch eine Einkehr im De Pannekoekenbakker Woudrichem (Schapendam 7) nur ans Herz legen. Der Familienbetrieb serviert in einem Hausboot die verschiedensten Pfannkuchenkreationen – natürlich mit herrlichem Blick aufs Wasser.

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Ward ihr schon mal im De Biesbosch-Nationalpark und habt noch weitere Tipps? Oder habt ihr noch weitere Tipps für schöne, naturnahe Campingplätze in Holland? Dann lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

In Zusammenarbeit mit Visit Brabant

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