Cinque Terre – Liebe auf den ersten Tritt

Unsere Norditalienreise endete in Lingurien mit meinem persönlichen Highlight den Cinque Terre. Nach dem ich vor einiger Zeit einen Artikel zu diesem Reiseziel gelesen hatte, war es um mich geschehen. Da musste ich hin! Die Cinque Terre, das sind fünf weltberühmte Fischerdörfer an der Küste Linguriens. Wie Schwalbennester schmiegen sich die bunten Häuschen in zerklüftete Felsklippen, auf steil abfallenden Terrassen wachsen Wein und Oliven. Kein Neubau ist zu sehen und die Luft ist rein und abgasfrei. Die unverfälschte Schönheit ist einem strengen Landschaftsschutz zu verdanken und der UNESCO, welche die gesamte Region zum Weltkulturerbe erklärte.

Die fünf Küstendörfer Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore lassen sich prima per Zug, Schiff oder zu Fuß erkunden – wir entschieden uns für letzteres.

Ganz anders als am Tag zuvor herrschte am Morgen unseres 13. Tages ein strahlend blauer Himmel und unser Ferienwohnungsanlage sah noch viel wundervoller aus.

Nach einem üppigen und äußerst leckeren Frühstück (leckeres Weißbrot, Rührei, Melone, Käse, Wurst, Cornflakes und so weiter) auf der Terrasse holte uns gegen 10 Uhr ein Bus vom Hotelparkplatz ab um uns in das 5 km entfernte Riomaggiore zu bringen. Die Italiener sind im Übrigen nicht nur Meister der Auobahnmaut, sie sind auch die erste Nation, welche für Wanderwege selbiges verlangt – und zwar bei den Cinque Terre. Für 5 Euro, kann man den ganzen Tag das Gebiet bewandern – für 10 Euro kann man noch dazu sämtliche Busse und Bahnen nutzen. Das Geld kommt der Landschaftspflege zu gute und wir haben es gerne bezahlt. In Riomaggiore angelangt, schauten wir uns zunächst in der Stadt um, bevor wir unsere Wanderung antraten. Es gibt zahlreiche Wanderwege in der Region, die bestimmt alle sehr schön sind. Wir entschieden uns für das „Einfachste“: Der blaue Wanderweg „Sentiero Azzuro“ verbindet alle fünf Städte „ganz unten“. Mit 5 1/2 Stunden Gehzeit und teils anstrengenden Passagen fürs erste genug. Der erste Teil des Weges, der Via dell‘ Amore, führte uns von Riomaggiore nach Manarola. Dieser war am besten besucht, denn er war mit einer Gehzeit von 30 Minuten angegeben und sehr gut ausgebaut. (Auf den späteren Wegen war es bereits bedeutend leerer.) Schon hier hatte man eine atemberaubende Aussicht über die beiden Dörfchen, die der Weg verband und das azurblaue Meer.

Manarola ist in eine Flussmündung gebaut und die kleinste der Terre. Von hier aus ging es weiter nach Corniglia. Leider stellten wir unterwegs fest, dass der Weg wegen abgerutschter Wegpassagen gesperrt ist und so mussten wir zurück ins Dorf und den Zug nehmen. Schade, aber nicht zu ändern.

Die Bahn fuhr 2 Minuten, da waren wir schon da – fast. Corniglia liegt 100 Meter über dem Meer und ist über eine Treppe mit dem Bahnhof und dem Strand verbunden. Also hieß es erstmal Treppen steigen. Der Wanderweg Richtung Vernazza (ca. 2 Stunden) führte uns zunächst durch das kleine Dörfchen und ab dann ging es erst einmal steil nach oben. Den „ganz unten“ stellte sich als „mehr oben“ als gedacht heraus. Dafür entschädigte die wunderschöne Aussicht alle Strapazen. In Vernazza, der angeblich schönsten „Terre“ machten wir mit einem leckeren Stück Pizza eine wohlverdiente Mittagspause.

Gestärkt traten wir zur letzten Etappe an. Der Weg nach Monterosso al Mare war ebenfalls nicht ohne, aber ebenso schön, wenn nicht noch schöner. Nach 1 1/2 Stunden erreichten wir den großen Strand der letzten der fünf Dörfer und stürtzten uns sofort zur Abkühlung in die Fluten. Das Paradis auf Erden. Leider haben wir am Strand zu viel Zeit vertrödelt, so dass wir unseren Zug nach Riomaggiore verpassten. Dadurch verpassten wir auch unseren Bus zum Hotel, so dass wir in Riomaggiore wohl oder übel auf den nächsten warten mussten. Um halb 9 waren wir zurück in unserem Ferienhäuschen – kaputt und glücklich. Auf unserer kleinen Terrasse aßen wir zu Abend und tranken eine Flasche leckeren Lambruscos. Beim Rauschen des Meeres und Sonnenuntergang ließen wir den abend ausklingen.

Übrigens: Da in US-Amerikanischen Reiseführern bei einer Europa-Reise empfohlen wird, mindestens zwei Tage für die Cinque Terre einzuplanen, wimmelte es nur so von ihnen. Daneben gab es alle erdenklichen Nationalitäten: Holländer, Japaner, Spanier, Südamerikaner…aber nur verhältnismäßig wenig Deutsche…nicht so wie sonst in Italien…Letzter Tag

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