Göttingen oder auch: 36 Grad und es wird noch heißer…

Stellt euch vor ihr seid unterwegs in einer fremden Stadt und es ist einfach viel zu heiß. Jede Faser eures Körpers lechzt nur noch nach Erfrischung. Und dann scheißt ihr auf Kultur und Sightseeing und fahrt statt dessen an den Badesee. Einfach so. Genauso ging es mir vor ein paar Wochen in Göttingen. Da mag das Städtchen noch so hübsch sein – und das ist es, schließlich war ich nicht zum ersten Mal dort und bin immer wieder fasziniert von den süßen Fachwerkhäuschen und den mittelalterlichen Gässchen – da will man einfach nur noch rein ins kühle Nass.

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Für einen perfekten Hochsommertag braucht es nicht viel: Fahrräder, ein paar liebe Menschen und ein möglichst stehendes Gewässer in dem sich planschen lässt. Vor allem in Göttingen benötigt man ersteres, da es weder U- noch S-Bahn gibt und so nur schwerlich ohne fahrbaren Untersatz von A nach B kommt.

Rudern am Kiessee

Ein wunderschöner See hat Göttingen noch innerhalb der Stadtmauern zu bieten: den Kiessee. Herrlich von Schilf umwachsen und mit einem retromäßigen Ruder- und Tretbootverleih. Für 12 Euro kann man sich zu viert wunderbar auf dem klaren Wasser treiben lassen. Einen großen Nachteil hat der sonst perfekte See aber, und das ist auch genau der Grund, warum dieser an einem solchen Sommertag nicht überlaufen ist: es herrscht nämlich striktes Badeverbot. So müssen wir uns während unser Rudertour mit Wasserschlachten und Füße-reinhalten begnügen.

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36 Grad am Wendebachstausee

Da so ein perfekter Sommertag ja nicht ohne Baden enden kann, geht es nach der Rudertour weiter. Über grüne Felder und vorbei an Bachläufen und Weizenfeldern geht es weiter raus aus der Stadt. Etwa fünf Kilometer hinter dem Ortsschild befindet sich unser Ort der Begierde: der Wendebachstausee – ein großer See in dem Baden erlaubt ist und er nicht einmal etwas kostet. Eine DLRG-Station sorgt für Sicherheit und einen knorrigen alten Steg gibt es auch noch dazu.

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Der See ist wunderschön idyllisch in einer Senke gelegen und von herrlichem Grün umgeben. Nur zu pingelich sollte man nicht sein. Der Stausee ist an den meisten Stellen keine zwei Meter tief und so kommt man häufig unfreiwillig mit dem schlickigen Boden in Kontakt. Möchte man vom Steg ins Wasser springen (was ich persönlich leidenschaftlich gerne tue) sollte man das ganze sicherheitshalber in der Froschtechnik tun. Wer weiß was sich unter dem ganzen Morast noch so alles verbirgt.

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36 Grad und es wird noch heißer…

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Was ist so ein Tag am See ohne die obligatorischen Pommes. Für mich sind sie der Inbegriff eines Badetags und gehören einfach zum Sommerkomplettpaket dazu. Das praktische: am Wendebachstausee versorgt eine kleine Pommesbude samt WC-Wagen die hungrigen und durstigen Badegäste. Was für ein Service! Man sollte jedoch nur nicht zu lange warten – besonders mit dem Pipi machen. Gegen 18 Uhr werden sowohl der Toilettenwagen als auch die Bude per Trecker abgeholt. Und wenn das noch nicht Perfektion genug ist, gibts zum Sonnenuntergang noch ein kühles Bierchen. Tja, wenn der Sommer in Deutschland so herrlich ist, dann braucht man kaum noch wegfahren. Und auch mein Fernweh lässt mich für einige Zeit mal komplett in Ruhe…vorerst.

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Die Welt gehört dem, der sie genießt.

Und soll ich euch was verraten: Statt der geplanten Party verbringen wir den ganzen Abend mit Mädelstratsch, Skiurlaub planen (verrückt ich weiß :-D) und Hugo nonstop auf dem Balkon. Noch um Mitternacht bei Temperaturen jenseits der 25 Grad draußen sitzen zu können, das Glück hat man sonst ja nur im Urlaub. Und das wir das Kulturprogramm gestrichen haben, habe ich nicht eine Sekunde bereut.

Habt ihr schon mal einen Städtetrip komplett am Stand oder See verbracht weil es einfach zu heiß war? Oder kämpft ihr euch brav durch das Kulturprogramm? Was gehört für euch zu einem perfekten Hochsommertag dazu?

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4 Kommentare

  • Die erste Reaktion von „ihm“ war: „Wo war Jana denn in Göttingen schwimmen? Der Kiessee ist da eher ungeeignet!“ Aber als ich ihm deinen Artikel gezeigt habe, war dann alles klar. ;-)
    Klingt super, würde ich auch gerne mal machen! Wie ich heute erfahren habe, kann man bei dem kleinen Weiher, der bei uns fast um die Ecke liegt, auch Tretboot fahren. Das muss ich mir mal genauer ansehen…

    Liebe Grüße
    Jessi

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