München „like a local“ – ein Instagram-Tagebuch

Vielleicht hat es der ein oder andere bereits mitbekommen: Ich war am Wochenende in München. Nun muss ich vorweg gestehen: Ich bin kein großer München-Fan. Zum einen kann ich mit der Schickimicki-Atmosphäre nur wenig anfangen und die unfreundliche Art so manchen Münchner Uhrgesteins geht mir auch ziemlich auf die Nerven. Aber wie ich feststellen musste, hat München auch seine coolen Seiten – sei es an der Isar oder im englischen Garten wo alles plötzlich wunderbar grün und die Leute so herrlich aktiv sind. Und da wären noch die Berge…

Frühstück auf Münchner Art

„Du gehst echt mit deinen Freunden morgens Weißwurst frühstücken?“, frage ich meine Freundin etwas verdutzt. Ich hielt das immer für eine absolute Tourisache. Aber nein, die Münchner treffen sich tatsächlich an einem Samstag Morgen zum Weißwurst-Frühstücken. Noch verdutzter bin ich, als ich an jedem Tisch mindestens zwei Biere stehen sehe. Morgens um 11. Die beste Weißwurst gibt es in der Gaststätte Großmarkthalle, wo sich kein Tourist hinverirrt. Dafür nehmen wir auch die Fahrt von einem Ende der Stadt ins andere Ende in Kauf. Und ja, ich habe tatsächlich auch ein Bier bestellt.

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So sieht ein bayrisches Frühstück aus: Weißwurst, viel süßer Senf, Brezeln und Weißbier

Eine Radtour an der Isar

Nach dem Frühstück beschließen wir spontan zwei Fahrräder zu leihen und in die nahe gelegenen Isarauen zu fahren. Ich bin fasziniert wie schnell man vom Innenstadtlärm mitten im grünen landet. Die Isar gleicht an manchen Stellen einem reißenden Bergfluss – an manchen Stellen sieht sie aus wie ein Mangroven-bewachsener Fluss in Südostasien. Trotz des mittelmäßigen Wetters begegnen wir lauter sportlichen Münchnern – was der Stadt gleich ein paar Bonuspunkte verleiht.

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München-Dschungel

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Am Isarufer

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Streetart unter einer Brücke

Es bleibt sportlich: Der englische Garten

An der Isar führt uns der Weg bis zum englischen Garten. Eines der touristischsten Dinge, die wir an diesem Wochenende unternommen haben, war wohl unser Besuch bei den Eisbachsurfern. Ja, in München kann man Surfen, nämlich auf der Welle, die sich durch Hindernisse im Flussbett des Eisbaches bildet. Um hier zu surfen, muss man schon ziemlich gut sein, denn schließlich hat hier – anders als im Meer – das Wasser ein appruptes Ende, nämlich rechts uns links in Form von Betonwänden. Mehr als eine Stunde vergeht, ehe wir uns von den gutaussehenden Surferboys losreißen können.

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Surfen Surfern zusehen macht hungrig und so landen wir schließlich im Seehaus Biergarten mit Brezeln, Essiggurken und Obatzter und natürlich dem nächsten Bier.

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Café mit tierischem Kuschelfaktor

Vom Englischen Garten geht es dann weiter ins Stadtzentrum von Schwabing. Denn hier gibt es ein besonderes Café, dem wir unbedingt einen Besuch abstatten wollen: dem Café Katzentempel. Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich um Deutschlands erstes Katzen-Café. Ganz nach japanischem Vorbild kann man sich hier zu vegetarischem/veganen Kafee- und Kuchenspezialitäten eine Portion tierischer Kuschel- bzw. Spieleinheiten holen. Auch als Hundetyp bin ich von dem Konzept begeistert. Und der Kaffee kostet auch nicht mehr als in den anderen Cafés drumherum. Nur draußen sitzen kann man logischer Weise leider nicht.

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Sundowner

Zum Sonnenuntergang genehmigen wir uns schließlich Bier Nummer Drei im Café Vorhölzer, einem Dachcafé der Uni München, mit einem herrlich (untouristischen) Blick auf die Stadt und machen uns dann in der Dämmerung spontan auf den Weg zum Olympiaberg, welcher ebenfalls einen grandiosen Blick auf die Stadt und das Tollwood-Festival bietet, was zur Zeit im Olympia-Park stattfindet. Es handelt sich um ein eher alternatives Festival mit Speisen und Getränken aus aller Welt sowie zahlreichen Konzerten und Events. Hier endet dann auch unser „Local-Tag“ in München.

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Sonntag in München: Der Berg ruft!

6:20. So ein Sonntag in München beginnt früh. Jedenfalls wenn man in die Berge möchte. Und das wollen neben uns auch zahlreiche andere Münchner die mit Wanderschuhen, Paddeln und Co um sieben Uhr morgens zwischen ein paar Schnapsleichen in der S-Bahn stehen. Unser Ziel ist der Walchensee, den ich unangefochten zur Nummer Eins der schönsten Seen Deutschlands kröne. Oder seid ihr anderer Meinung? Nach einer wunderschönen aber schweißtreibenden Wanderung, gibt es nichts schöneres, als in die kühlen türkiesen Fluten zu springen und sich ein wohlverdientes Feierabendbier zu genehmigen.

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Und so endete mein Wochenende in München. Ich bin mal wieder fasziniert, dass man wirklich jeder Stadt etwas abgewinnen kann, wenn man sich nur darauf einlässt. Und soll ich euch was sagen: Ich habe gestern schon meinen nächsten Trip nach München gebucht. Denn seit dem ich seit fünf Jahren davon spreche einmal zum Oktoberfest zu fahren, mache ich nun Nägel mit Köpfen! Das mit dem Biertrinken habe ich ja schon ein bisschen geübt. Und vielleicht habe ich mich auch ein bisschen in die Stadt verliebt. Aber pssst!

Mögt ihr München? Oder seid ihr vielleicht sogar Münchner und habt noch (untouristische) Tipps, was man in München unbedingt machen sollte?

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20 Kommentare

  • Ah, endlich wird das Dirndl mal ausgeführt! :-)

    Nein, nach Bayern und auch nach München zieht mich nichts. Ich habe da ja sogar Familie und meide dieses Bundesland trotzdem. Ich hoffe nur, dass wir da nicht irgendwann hinziehen müssen…

    Liebe Grüße
    Jessi

  • :)) Warte erst mal auf die Schnapsleichen beim Oktoberfest! Wirklich nicht angenehm. Meine Tochter ist ein waschechtes „Münchener Kindl“, dort geboren – aber auf die „Wies’n“ bekamen mich da schon keine 10 Pferde! Und Tracht sollte man da auch lieber moegen…aber abgesehen davon ist die Gegend wirklich schoen.
    ♥nic

  • Sehr nett geschrieben ;-) Ich wollte eigentlich nie nach München ziehen, aber jetzt bin ich schon sieben Jahre hier und nenne mich Wahlmünchnerin ;-) Das was du beschrieben hast, liebe ich an dieser Stadt! Dein Bild von den mystisch grünen Isar-Auen gefällt mir am besten, jedes Mal wenn ich vorbei radel fliegt der Isar ein Handkuss zu. Die Wiesn ist super, außer Samstags, Sonntags ist der beste Tag, dann ist nicht so voll und weniger Touris. Die Berge vor der Türe sind auch mein liebstes Ausflugsziel, hier .habe ich über ne Tour auf den Jochberg, auch am Walchensee berichtet.
    Ein Tipp ist das Dreimühlenviertel ein süßes Viertel mit dörflicher Anmutung, erst im Restaurant Bavarese bayerisch oder italienisch essen, schön draußen sitzen und danach über die Straße ins Valentinsstüberl, eine Boazn ohne Schickis, mit ein paar Hipstern und sonst ganz normalen entspannten Leuten, und dort Liquid Cocain trinken ;-) liebe Grüße*thea

  • Hüstell. Hüstellllllll, man kannst schon ganz gut in München aushalten :-) Wenn du Tipps für München brauchst, sag Bescheid.

  • Ich muss sagen – ich mag München sehr gerne. Vor allem, wenn man mit Freunden unterwegs ist die dort leben oder gelebt haben. Dann fällt einem die unfreundliche Schickeria gar nicht mehr so auf :) Und an das Frühstück konnte ich mich auch gut gewöhnen, da ich deftive Frühstücke liebe. Nur das mit dem morgendlichen Bier habe ich sein lassen – das genieße ich dann doch lieber ab dem Nachmittag im Biergarten. Bei schönem Wetter ist München wirklich ein Traum und hat tolle Ecken zum Relaxen! Das Katzencafé hat mich jetzt mehr als begeistert – da muss ich beim nächsten Mal unbedingt hin!

  • Bei München bin ich auch eher zwiegespalten – aber die Stadt hat auch viele schöne & coole Aspekte! Man muss sie nur für sich entdecken.

  • Schön geschrieben! Selbst ich als Münchner bin manchnal am Zweifeln, ob der Hype gerechtfertigt ist. Leben tut es sich aber ganz gut hier :-). Viele Tipps zu München findest Du auf meinem Blog. LG, Karin

    • Hallo Karin, ich denke auch es lässt sich bei euch sicher gut aushalten :-) Auf deinem Blog schaue ich gerne mal vorbei! Viele Grüße, Jana

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