Meine erste Wiesn – Ein Instagram Tagebuch

Auch wenn man es manchmal fast vergessen könnte: Die Wiesn ist weit mehr als nur ein großes Saufgelage in den Festzelten. Die Wiesn sind auch ein riesengroßer Rummel mit Karussels, Zuckerwatte, leckeren bayrischen Spezialitäten, Luftballons und Biergärten. Und beim Gedanken an diese unfassbare Atmosphäre wenn hunderte Leute gemeinsam die Wiesen, sich selbst und das Leben feiern, bekomme ich jetzt noch eine Gänsehaut. Ja, die Wiesn hat auch ihre Schattenseiten. Aber bei so viel Spaß, nehme ich ein paar Alkoholleichen gerne  in Kauf.

Ein „ganz normaler“ Wiesn-Samstag am Italienerwochenende

Schon bei der Ankunft am Münchner Hauptbahnhof merkt man, dass während der Wiesn nichts normal ist. Neben den üblichen Trachten, die es überall an Jedermann zu bewundern gibt, kann man mit ein wenig Glück auch die ausgefallensten Kostüme entdecken. Im Hauptbahnhof locken Last-Minute-Trachtenstände mit Billigdirndln zum Schnäppchenpreis. Genauso sehen sie auch aus. Glücklicherweise liegt mein Dirndl bereits in meinem Rucksack bereit und ich kann mir den Dirndl-Shoppingstress getrost sparen.

Am nächsten Morgen geht es dann endlich um die Wurst beziehungsweise auf das Festgelände auf der Thersienwiese. Trotz Italienerwochenende ist vormittags noch alles verhältnismäßig ruhig und man kann entspannt einen ersten Überblick über das Gelände bekommen.

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Nachdem ich mich schweren Herzens von den hübsch anzusehenden Kettenkarrussels und dem Riesenrad trennen konnten, geht es erstmal auf die Oide Wiesen, einer Art historischen Augabe des Oktoberfestes. Zwar zahlt man für das abgetrennte Gelände drei Euro Eintritt, kann aber dafür jedes historische Fahrgeschäft für einen Euro ausprobieren. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

Ich muss zugeben: Die Zeiten in denen ich noch ohne zu zögern in jedes noch so Angst einflößende Gefährt gestiegen bin sind längst vorbei. Die Fahrgeschäfte auf der Oide Wiesen sind daher genau nach meinem Geschmack. Dazwischen gibt es eine Ausstellung über das Leben der Kirmesaussteller vergangener Zeiten und diverse wunderhübsche Orgeln zu bestaunen. Und natürlich Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und Bier en masse beziehungsweise Maß.

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Gegen Nachmittag wird es dann langsam ernst: Durch die guten Beziehungen meiner Wiesnbegleitung sind wir an einen netten Tisch in der Brauerei-Box des Hofbräu-Festzeltes gekommen und können nun in Ruhe das Treiben bewundern und auch einen ungewohnten Blick von Oben auf die Massen werfen. Und das ist auch ganz gut so. Nicht umsonst meiden viele Münchner das sogenannte Italienerwochenende. Hier erreichen Grabschen und Baggern den Höhepunkt.

Wir genießen dagegen entspannt eine Bayrische Vorspeisenplatte, das beste Brathändl, was ich je gegessen habe (wirklich!!) und natürlich jede Menge Bier. Irgendwie scheint auf den Wiesn die Zeit schneller zu laufen, denn ehe ich mich versehe ist es auch schon 11 Uhr und Robbie Williams kündigt mit „Angel“ das Ende des Wiesn-Tages an.

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Ein typischer Wiesn-Sonntag

Nachdem der erste Tag so entspannt verlief sind sich meine Wiesnfreunde einig, dass ich aber auch nochmal die „richtigen Wiesn“ mitbekommen sollte. Also geht es am Sonntag gleich wieder rund. Aber bevor es ins Zelt geht, will ich unbedingt noch ein paar Wiesn-Leckereien probieren.

Aus den Plänen wurde nicht viel: Das gute Wetter hält uns länger als geplant im Biergarten des Knödelzeltes fest (yummi!) und viel Zeit bis zu meiner Abreise verbleibt nicht mehr. Also gibts statt Zelt noch eine Runde Lachhaus und eine Portion Kaiserschmarrn zum Nachtisch und dann ist mein Wiesn-Wochenende auch schon wieder vorbei. Während die Sonne gerade untergeht, schlendern wir in Richtung Bahnhof. Nur widerwillig steige ich in den Zug – ich glaube das geht auch vielen meiner Mitreisenden so, die ein bisschen wehmütig aus dem Fenster starren und der vorbeiziehende Landschaft zuschauen. Vielleicht sind sie aber auch einfach nur betrunken. Für die Münchner jendenfalls sind die Wiesn gerade mal halb rum. Und morgen wartet schon wieder ein neuer Wiesn-Tag.

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Und wie war es nun?

Ich habe es eingangs ja schon angedeutet: ICH MAG DIE WIESN! Eigentlich war ich mir von Anfang an sicher, dass ich das Oktoberfest mögen würde. Wie kann man historische Fahrgeschäfte, Riesenräder, bayrische Leckereien und diese riesengroße Party auch nicht mögen? Ich kann verstehen, dass der Trubel sicher nichts für jedermann ist. Aber ich persönlich liebe mein Dirndl, liebe die Fahrgeschäfte, liebe das Essen und auch diese unheimliche Dynamik, dieses Kribbeln, wenn das ganze Festzelt zu „Angel“ von Robbie Williams den Wiesntag beendet. Auf die nächsten Wiesen 2015!

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Wie stehst du zum Oktoberfest? Verrat es mir in den Kommentaren!

Instagram Travel Thursday Linky im Oktober

Nach intensiver Beratung mit meinem lieben Co-Hosts des deutschsprachigen #IGTT, Travelita und Individualicious, haben wir uns entschlossen der englischen Version des #IGTT zu folgen und ebendiesen ab sofort monatlich statt wöchentlich zu hosten.

Für euch bedeutet dies, dass wir künftig an jedem ersten Donnerstag im Monat einen neuen #IGTT-Beitrag und somit den neuen Linky veröffentlichen. Ihr habt nun also ein volles Monat für euren Artikel zum #IGTravelThursday und könnt so noch kreativer an die Sache herangehen.  Wie gehabt könnt ihr euren Artikel rund um die Themen „Reisen & Instagram“ dann dem Linky hinzufügen und in den Beiträgen anderer Blogger schmökern. Wenn ihr dennoch öfters als einmal pro Monat einen #IGTT-Artikel veröffentlichen wollt, könnt ihr einfach einen weiteren Artikel dem monatlichen Linky hinzufügen.

Wir freuen uns, den deutschsprachigen #IGTT ab sofort in neuer Form gemeinsam mit euch weiterzuführen und bedanken uns an dieser Stelle auch für eure tollen Beiträge und euer Engagement in den letzten Wochen! Und jetzt: Vorhang auf für den Oktober-Linky!



Ich bin Co-Host des #igTravelThursday-Blogprojekts in Deutschland. Hast du auch Lust mitzumachen? So gehts: 1. Blogpost über Instagram und Reisen schreiben – 2. Einen Link zur einem der #igTravelThursday Hosts setzen – 3. Deinen Blogpost hier oben hinzufügen (bitte nur Artikel von diesem Monat) – Weitere Infos findest du HIER. Gerne kannst du mich auf Instagram live auf meinen Reisen begleiten. Du bist selbst auf Instagram aktiv? Tagge deine Reisefotos jeden Donnerstag mit dem Hashtag #igTravelThursday und werde Teil des Projekts.

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23 Kommentare

  • Hallo Jana,

    wie schön, endlich mal wieder einen begeisterten Bericht über die Wiesn zu lesen, denn hier in München ist es oftmals schon fast „in“, die Wiesn nicht zu mögen – zu voll, kein Volkfest mehr, zu teuer, Trachtenkarneval….

    Und Du hast ja so recht, dass es sehr viel mehr ist. Vor allem gibt es so viele Stände und Attraktionen, die es einfach liebenswürdig machen – das Teufelsrad, der Flohzirkus, der Schichtl, die Appetitsemmeln…

    Viele Grüße

    Daniela

    • Ja, Miesmacher gibt es immer wieder. Am liebsten in Kombination mit „früher war alles besser“. Wir leben nunmal nicht in der Vergangenheit und daher lass uns doch die Gegenwart genießen!!!

  • Ist irgendwie ein bisschen wie Karneval… ;-) Eigentlich eine riesige ausgelassene Party mit Tradition, für viele aber nur Saufen und Schnelle-Beute-Machen.

    Sonnige Grüße
    Jessi

  • wunderhübsche Jahrmarkt Bilder. Ich liebe einfach jegliche Art von Fahrgeschäften, obwohl ich diese ungern fahre, aber zuschauen, fotografieren und den witzigen Durchsagen lauschen finde ich sagenhaft. Riesenrad und Kettenkarussel sind auch so schön traditionell.
    Hier in Stuttgart hat ja auch das Cannstatter Volksfest begonnen… das muss dann nochmals für eine Bildersession herhalten.
    Liebe Grüße
    Regina

  • Ich sehe es wie du! Es gibt die dunkle Seite der Wiesn aber auch so viel schönes! Man muss es nur entspannt angehen. Ich habe den Sonntag auch mit Kaiserschmarrn in der Sonne vorm Schützenzelt verbracht, und gehe immer wieder gerne hin. Liebe Grüße *thea

  • Yeah, sehr cool! :-)
    Einmal auf die Wiesen zu gehen, hatte ich eigentlich schon länger vor, aber es wurde mir von Freunden ausgeredet. ;D Zu nervig ist mir das Vorbestellen für einen Tisch (das man am besten ein Jahr vorher machen sollte) und das exakte 1 Brathennl, 2 Maß und um 11:00Uhr seid ihr draußen. Aber sonst ware ich sofort dabei: Dirndl, leckeres Essen und Fahrgeschäfte! Juhu!

    Liebe Grüße
    Christina

    • Also ich finde es toll! Das Tisch reservieren sollte man tatsächlich spätestens im Frühjahr machen. Um 11 Uhr machen auf der Wiesn halt alle Zelte zu – das reicht aber für meinen Geschmack, wenn man teilweise seit morgens dort ist. Das man nur zwei Maß und ein Hendl kriegt halte ich für ein Gerücht – das habe ich anders erlebt… Ich kann dir nur ans Herz legen die Wiesn mal selbst zu erleben. Und unter der Woche bekommst du auch noch ohne Reservierung einen Platz!!!

    • Um 11 Uhr draussen? Ich kenne nur Reservierungen ab Mittags – und da ist Pflichtabnahme 1 Hendl und 2 Mass. (Darfst aber natürlich gerne mehr konsumieren) – musst aber zwischen 16-17 Uhr den Platz räumen.
      Weil dann kommt die Abendreservierung dran und die geht bis Ende.
      Nächstes Jahr kommst mal an nem Donnerstag, da wird das ganz relaxt :-)

  • Tolle Bilder! Wir waren auch diese Woche bei unserer Australischer-version, „Perth Royal Show“ – ich habe auch jetzt viel Angst beim riesen Rollercoasters oder so was – schoen Karussell fahren mit meinem Sohn war mir diesmal viel lieber! Mag aber immer noch Zuckerwatte essen!

  • Hallo Jana,

    mein Freund und ich leben seit vielen Jahren in München. Er ist sogar ein gebürtiger Münchner. Ich habe Deinen Blogbeitrag zur Wiesn wirklich sehr genossen. Da wir uns zur Zeit auf einer Asien- und Australienreise befinden, vermisse ich die Wiesn natürlich auch ein bißchen, obwohl ich zugeben muss, dass die Wiesn vor 10 – 15 Jahren noch sehr viel mehr Charme hatte und nicht so überfüllt und kommerziell war. Damals war es einfach gemütlicher. Nichtsdestotrotz geniessen wir gerade sehr unsere Auszeit von München und Deutschland und berichten darüber in unseren Reiseblogs http://www.mplx.de/Blog und http://www.mplx.de/Fremdgesteuert.

    Vielen Dank für Deine Eindrücke.

    Viele Grüße,

    Bea

  • Hallo Jana,
    schön das es dir in unserer Stadt zur Wiesn gefallen hat. Das schöne mitnehmen und das nicht so schöne für diesen Tag ignorieren, geht ganz gut.
    Nur…… wenn du jeden Tag zur Arbeit mit den öffetlichen Verkehrsmitteln musst oder mit dem Auto unterwegs bist…..dann kann das schon mal mega mäßig nerven. Vorallem dann, wenn dir die Menschen einfach so vors Auto hüpfen. Oder du natürlich keinen Parkplatz kriegst, vor deiner Haustür täglich Glasscherben auf deine Füße warten und die Schule neben an das Gebäude vorsorglich mit einem Bauzaun seit 3 Jahren absperrt. Warum? Naja… nur soviel, es ist billiger als jedes Jahr die Fassade neu streichen zu lassen :-)
    Aber was solls, die Wiesn ist eine riesen Gaudi und man sollte sie auf alle Fälle einmal selbst erlebt haben. Möchte euch natürlich nicht den Spass daran verderben, nur mal ein kurzen Blick hinter die Kulissen….

    Schöne Grüsse und weiterhn viel Spass wo immer du auch unterwegs bist

    Gruss
    Wolfgang

    • Klar, das man als Anwohner genervt ist kann ich verstehen. Aber so ist das nunmal bei Großveranstaltungen. Ich würde mir glaube ich niemals in München eine Wohnung in Wiesnreichweite suchen :-D

  • Schöne Eindrücke von der Wiesn. Seit Jahren möchte ich ja nun auch schon dahin. Irgendwann klappt das sicher auch mal. Ich möchte mir auch endlich einen eigenen Eindruck davon verschaffen. Dirndl vorhanden :)

    Liebe Grüße
    Christina

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