Keine Rheinkultur 2012

Eigentlich wollte ich euch schon seit geraumer Weile von der letzten Rheinkultur 2011 berichten und euch Lust auf die Veranstaltung im Jahr 2012 machen. Eigentlich! Denn letztes Jahr im November musste ich leider erfahren, dass es dieses Jahr keine Rheinkultur mehr geben wird und so schwelge ich heute gemeinsam mit euch ein wenig in den Erinnerungen der letzten beiden Jahre. Die Rheinkultur  war ein von 1983 bis 2011 jährlich in der Bonner Rheinaue stattfindendes eintägiges Open Air-Musikfestival mit freiem!!! Eintritt.

Mit durchschnittlich etwa 170.000 Besuchern in den letzten Jahren zählt es zu den größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland. Meine erste Rheinkultur erlebte ich 2010. Nach dem Fussball-WM Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien besuchten wir mit Freunden gemeinsam das Festival. Obwohl in diesem Jahr mit 60.000 Besuchern nicht mal halb so viele Zuschauer in den Rheinauen feierten, war ich schon im vorletzten Jahr begeistert. Wir schauten uns Max Herre und die Band Madsen an (entschuldigt die schlechte Fotoqualität).

Auch 2011 waren wir wieder dabei. Eine Woche vor unserem Italientrip machten wir uns diesmal schon gehen Mittag auf nach Bonn. Um 15 Uhr spielte die Punkrockband Itchy Poopzkid, die ich sehr gerne mag. Ihr bekanntester Song ist „Why still bother“ Da wir schon nachmittags Probleme hatten einen Parkplatz zu finden, scheuchte ich meinen Freund nur so übers Festivalgelände um ja nichts von der Band zu verpassen. Nach diesem gelungenen Einstieg besorgten wir uns erst einmal Getränke und wechselten von der „Roten Bühne“ zur „Blauen Bühne“. Während es bei Itchy Poopzkid trotz Nachmittag regelrecht voll war, standen an der Blauen Bühne fast keine Menschen. Da wir kein Programm hatten wussten wir nicht, was dort nun kommen würde.

Und wir hatten Glück: Es war die ziemlich unbekannte schwedische Indierockband Friska Filjor, von denen ich mir schon vor dem Festival bereits die CD angehört hatte. Wir hatten also geniale Plätze und feierten bei schönem Wetter mit der Band. Und es lief so weiter: Immer noch an unseren genialen Plätzen lauschten wir der deutschen Rockband Jupiter Jones, die spätestens seit Ihres Songs „Still“ in aller Munde sind (Ich sage nur Gänsehaut!) und der deutschen Hiphopband Blumentopf, die eine megageile Show hinlegten. Danach kam der Topakt Razorlight, die ebenfalls super waren. Ihren Song „America“ performten Sie bei einem wunderschönen, blutroten Sonnenuntergang.

Um 10 Uhr bewegten wir uns nach sechs Stunden das erste mal vom Fleck. Jetzt „schnell“ zur Toilette und etwas Essen und Trinken. Dabei schlängeln wir uns von hinten wieder zurück zur Roten Bühne. Zur ebenfalls grandiosen Musik der Band The Subways tanzen wir auf dem Rasen in die Nacht hinein. Auch Dick Brave And The Backbeats, von denen wir leider nur die Schlussakkorde mitbekamen waren klasse. Leider konnte ich die ebenfalls tolle Punkrockband Royal Republic nicht erleben, da diese parallel zu Blumentopf auf der Roten Bühne gespielt haben. Aber so ist das nun mal bei einem Festival…

Die Rheinkultur 2011 war somit das phänomenalste Konzerterlebnis das ich je erlebt habe. Kaum zu fassen, dass das alles gratis war. Schon 2011 war lange nicht sicher, ob das Festival stattfinden würde. Durch den Verkauf von VIP-Bändchen wurde die Veranstalterkasse aufgebessert und der Besucherknick vom Vorjahr ausgeglichen. Aber alles scheint für das Jahr 2012 nicht geholfen zu haben. Die Gründe des Veranstalters die Rheinkultur 2012 abzusagen sind angeblich vielfältig. Zum einen wird die mangelnde Unterstützung der Stadt Bonn kritisiert, die das Festival zu Werbezwecken nutzt, den Veranstaltern jedoch zunehmend Steine in den Weg legt. Zum anderen werden auch finanzielle Aspekte genannt. Schuld könnte die von Jahr zu Jahr wachsende Gruppe an alkoholisierten Jugendlichen sein, die an diesem Tag für mehrere Ausschreitungen sorgte. Schade, für mich wird die Rheinkultur damit als wundervolles Erlebnis in Erinnerung bleiben.

Bye Bye, oh du liebe Rheinkultur, wir werden dich vermissen!!!

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2 Kommentare

  • Oh wow! Hört sich wirklich genial an und sehr schade, dass es nicht mehr stattfindet.
    Bei uns gibt's nur ein 3 tägiges Open Air in der Nähe, dass natürlich viiiiiiel kleiner ist. Meistens hab ich da auch noch Urlaub und bin nich vor Ort. ;-) Schlechte Bedingungen also für Open Air… vielleicht klappts ja dieses Jahr. ^_^

    Liebe Grüße
    Christina

  • Ja das war wirklich toll! Stimmt, auch die Rheinkultur kollidierte leicht mit dem Urlaub, letztes Jahr passte das ganz gut, da wir erst eine Woche später weggefahren sind :)

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