Marrakesch – Meine Do´s and Don´ts

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Marrakesch. So herrlich anders. Mehr Exotik, Fremde und Tausend-und-eine-Nacht-Gefühl kann man in vier Flugstunden kaum erleben. Marrakesch hat mich umgehauen und begeistert. Marrakesch hat mich süchtig gemacht nach dem Orient mit seinen fremden Gewürzen, bunten Farben und exotischen Gerüchen. In keiner anderen Stadt treffen Tradition und Moderne so ungefiltert aufeinander. Eselskarren treffen auf Porsche-Wagen. Was sollte man bei einem ersten Besuch in der roten Stadt machen und was besser lassen? Hier kommen meine Do´s and Don´ts!

Mal raus aus Marrakesch? Meine Empfehlung: 3 Tage Wüstensafari Tour von Marakkesch in die Erg Chebbi

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Do Die Koutoubia-Moschee, die größte Moschee Marrakeschs bestaunen.

Don´t Die Koutoubia-Moschee betreten. Denn das darf man als Nicht-Moslem leider nicht.

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Don´t Auf dem Djemaa el Fna sich ein überteuertes Henna Tattoo andrehen lassen. Besonders vorsichtig sollte man bei den als neu angepriesenen schwarzen Farben sein. Das Zeug ist oft übelst gepanscht. Das möchte man lieber nicht auf der Haut haben.

Do Auf dem Djemaa el Fna bei einem frisch gepressten Orangensaft das Treiben beobachten. Aber bloß keine Fotos von den Gauklern machen, für die muss man nämlich immer bezahlen.

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Do Den Sonnenuntergang von einem der Dachcafés am Djemaa el Fna erleben. Der Platz macht in der Abenddämmerung eine wahre Transformation mit. Die Gaukler weichen hunderten von Garküchenständen. Dieses Schauspiel kann man am besten von oben beobachten. Daneben stehen die arabischen Geschichtenerzähler und um sie herum eine riesige Menschentraube. Das muss man einfach erlebt haben.

Don´t In diesen Cafés mehr als nur einen Pfefferminztee trinken. Denn sie sind überteuert und die Qualität des Essens ist nicht so wirklich gut.

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Don´t An dem Stand essen der am aufdringlichsten wirbt.

Do Statt dessen besser dort niederlassen, wo die Marokkaner auch essen. Die Nummer 14 wurde mir von einem in Marokko lebendem Deutschen empfohlen, den ich im Flugzeug kennengelernt habe. Wenn man es mal geschafft hat einen der begehrten Sitzplätze zu ergattern bekommt man ungefragt verschiedene Soßen sowie Brot hingestellt. Dazu bestellt man dann Fisch und/oder Tintenfischringe nach Belieben. Günstiger und besser kann man kaum essen. Und noch dazu verirrt sich kaum ein Tourist an den Stand.

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Do Die schönste Aussicht auf Marrakesch von der Dachterrasse der Maison de la Photographie genießen.

Don´t Sich auf dem Weg dorthin nicht von den angeblichen „Nicht-Touristenführern“ nerven lassen. Das Museum ist eigentlich ganz leicht zu finden – auch wenn die Distanzen auf der Karte manchmal nicht stimmen.

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Do Eine Tagine essen. Tagines sind typische Marokkanische Tongefäße in denen das Nationalgericht der Marokkaner zubereitet wird. Mein Favorit: Die Chicken-Tagine mit Zitrone. Yummi!

Don´t Aus Angst vor Durchfall nicht in den kleinen Garküchen am Straßenrand essen. Die Hygienebedingungen sind meistens wirklich gut und werden vor allem auf dem Djemaa el Fna stark überwacht.

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Don´t Gleich an den ersten Ständen in den Souks (überdachte Märkte, in denen die Handwerker/Händler ihre Waren verkaufen) sein Geld ausgeben.

Do Je weiter man in das Gewirr aus Ständen eintaucht, desto authentischer werden die Waren. Je dunkler die Ecke, desto besser meist das Angebot. Und falls man sich mal verirrt, findet man auf jeden Fall wieder zum Djemaa el Fna zurück.

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Don´t Den ersten Preis akzeptieren, den der Händler vorschlägt. Handeln gehört in Marokko einfach dazu.

Do Handeln, handeln, handeln! Wenn die Verkäufer um ihre Existenz und der der Familie jammern, ist man nahe am tatsächlichen Preis dran. Manchmal lohnt es sich auch sich abzuwenden und weiterzugehen. Der Händler kommt wahrscheinlich hinterher und die Verhandlungen gehen weiter.

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Do Die maurischen Saadier-Gräber neben der Kasbah-Moschee besuchen. Ein schmaler Gang führt zu den Mausoleen in denen sich die Gräber von sieben Sultans und 62 Angehörigen der Saadier-Familie befinden. Diese sind prunkvoll mit Carrara-Marmor und Mosaik- und Stuckwerk verziert und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Don´t Sich von den vielen Menschen abschrecken lassen, die auch einen Blick in die „heiligen Hallen“ werfen möchten.

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Do Die Störche in den Ruinen des Badi Palastes besuchen.

Don´t Die fabelhafte Aussicht von der Aussichtsterrasse verpassen.

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Do Zeit nehmen um den Bahia Palast zu besuchen.

Don´t Von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten eilen. Die wahre Schönheit der marokkanischen Baukunst liegt im Detail. Wunderschöne Mosaike und verzierte Türen entdeckt man nur mit der nötigen Ruhe.

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Do Sich immer wieder im Straßengewirr verlaufen und dann doch zufällig dorthin zu gelangen, wo man eigentlich hin wollte.

Don´t Auf die Karten im Reiseführer vertrauen. Und Straßenschilder suchen. Die gibt es nämlich nicht.

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Und auch jetzt – fast zwei Monate nach meiner Reise nach Marokko – sitze ich da und mir fehlen mir noch immer die Worte meine Erfahrungen und Erlebnisse in Marrakesch zu beschreiben. Ich warte noch immer vergeblich, dass sich die Fülle aus Eindrücken und Emotionen in ein großes Ganzes fügt. Fest steht: Marrakesch ist definitiv keine Stadt in die man sich auf den ersten Blick verliebt. Es ist keine einfache Stadt. Es ist nicht immer alles wunderschön und entspannt. Marrakesch bringt einen an seine Grenzen – aber genau das mag ich an ihr. Und wie schon ein arabisches Sprichwort sagt:

Humor und Geduld sind zwei Kamele, mit denen du durch jede Wüste kommst.

Auch durch Marrakesch.

Welche Stadt hat euch an eure Grenzen gebracht? Und wenn ihr schon einmal dort wart: Wie habt ihr Marrakesch erlebt? Sind arabische Städte alle so?

PS: Mein Übernachtungstipp für Marrakesch: Das Riad Hadika Maria

PPS: Marokko nur mit Handgepäck? Kein Problem! Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie und warum ich nur mit Handgepäck reise, dann leg ich dir meine Video-Reihe Nur mit Handgepäck reisen ans Herz!

PPPS: Kostenlos Geldabheben in Marokko und weltweit mit der DKB Visa Kreditkarte – mein Reisebegleiter seit 2009!

32 Kommentare

  • Ein toller Bericht… auf jeden Fall fernwehfördernd 🙂 Und vieles, wie das Handeln, Märkte und Pseudotouristenführer kann man ebenso auf viele andere arabische Städte anwenden 🙂
    LG Farina

  • Liebe Jana!
    Ich wollte dieses Jahr eigentlich nach Marokko, hat dann aber doch nicht geklappt. Deine to dos sind super! Die hebe ich mir dann für die verschobene Reise auf, denn ich will da unbedingt hin, jetzt noch viel mehr!! An meine Grenzen gebracht haben mich zwei ganz unterschiedliche Städte: einmal New York, die Stadt wo man nie ganz „runter“ kommt, und die Eindrücke ständig auf einen Niederprasseln und dann Pushkar – die indische Pilgerstadt, bei der im Reiseführer steht: Nie auf einen falschen Priester reinfallen und entgegen aller Vorsichtsmaßnahmen sitzt man am Shcluss am heiligen See und lässt sich Bindis auf die Sitrn malen 😀 Und trotzdem sind es so tolle so faszinierende Plätze, an die ich oft denken muss. lg*thea

    • Das mit New York kann ich bestätigen! Das war das erste Mal, dass mich eine Stadt überfordert hat und ich mich erst mal „eingewöhnen“ musste.

      Liebe Grüße
      Jessi

      • Würde mir sicher nicht anders gehen. Witzig, Marrakesch und New York könnten unterschiedlicher gar nicht sein und trotzdem haben sie eins gemeinsam 😉

    • Schade, dass es bei dir mit Marokko nicht geklappt hat… Oh ja die Geschichte aus Indien ist wohl typisch für Asien 😉 Trotzdem schöne Erinnerungen! Liebe Grüße, Jana

  • Alleine als junge Frau nach Marrokko reisen? Do oder Don’t?
    Was sagst du dazu?
    Hatte vor erstmal nach Marrakesch ins Hostel zu gehen und von dort aus eine mehrtägige Wüstentour zu buchen. Und danach mal schauen… nun machen mir Freunde aber ein ungutes Gefühl.

    • Hallo Julia, die Idee mit dem Hostel ist prima – da bekommst du ganz schnell Anschluss. Solange du dich bei der Wüstentour einer Gruppe anschließt definitiv DOOOOO! Liebe Grüße, Jana PS: Meine Freunde/Kollegen haben mir auch ein ungutes Gefühl gemacht und hinterher habe ich mich geärgert, dass mich das so runtergezogen hat und das ohne Grund!!!

      • Genau diese Antwort habe ich mir gewünscht, danke! 🙂
        Welchen Transport würdest du denn vom Flughafen zur Unterkunft empfehlen?

        • Hey Julia, wir wurden auf dem Hinweg von Hotel abgeholt und auf dem Rückwemg haben wir uns ein Taxi rufen lassen – daher weiß ich leider nicht, ob es noch andere Möglichkeiten gibt vom Flughafen in die Stadt zu kommen… Ich wünsche dir auf jeden Fall eine tolle Reise und ganz viel Spaß!!! Liebe Grüße, Jana

  • Super Idee mit den Do´s and Dont´s – und auch die Bilder geben einen so guten Eindruck von der Stadt! Marrakesch steht nämlich ziemlich weit oben auf unserer Reise-Wunschliste 🙂
    Hmm… eine Stadt, die uns auf den ersten Blick etwas überfordert hat… was den Verkehr und die Eindrücke angeht, war vielleicht Kalkutta… wir waren so ungefähr vor einem Jahr dort; in einer Affenhitze, das erste Mal in Indien. da brauchten wir schon ein paar Tage, um wirklich anzukommen 😉

    • Das Kalkutta überfordert glaube ich gerne. Nach ein paar Tagen hat man sich dann aber plötzlich so sehr dran gewöhnt, dass man sich fragt, was am Anfang das Problem war, oder? Liebe Grüße, Jana

  • Sehr schöne Fotos. Glücklicherweise sind nicht alle Städte in Marokko so aufgedreht wie Marrakesch. Wer runterkommen will, nimmt sich eine Auszeit in Essouira oder fährt mal in die Berge in Richtung Ouaneskra-Tal. Nachdem ich ein paar Mal in Marrakesch war, hatte ich den Dreh für mich mit dieser Stadt raus. Ich bin immer wieder gerne dort und lasse mich verzaubern!

  • OHHHH so ein toller Bericht mit super Tipps!
    Marrakesch steht schon lange auf meiner Reiseliste und wenn es soweit ist, werde ich mir diesen Artikel nochmal genauer zu Gemüte führen 🙂

    Liebst,
    Julia

  • Hallo Jana, hab noch nie einen treffenderen Bericht über Marrakesch gelesen als deinen. Grooooooßartig! 🙂 Die Stadt bringt mich immer wieder an meine Grenzen, und ich war nun schon unzählige Male da. Aber keine Stadt liebe ich mehr <3
    Viele arabische Städte erlebt man so reizvoll, so bunt, so traditionell und modern zugleich. Immer gemeinsam haben Sie die Gastfreundschaft und Offenheit! Und trotzdem hat jede Stadt immer was Einzigartiges…. Essaouira das Meer und die Musik, Marrakech die Hitze des Südens und das flammende Rot, Tanger als das Tor nach Europa und Afrika… usw usw….. Marrakech ist unbeschreiblich – und jeder Versuch, die Eindrücke in Worte zu fassen, scheitert. Die Faszination über diese Stadt verstehen nur die, die bereits dort waren. Deshalb mein Tipp an alle Interessierten: uuuuunbedingt hinfliegen, günstig ein Hostel Nahe des Jemna El Fna beziehen, die Stadt auf eigene Faust erkunden und Nachts auf der Dachterrasse des Riads/ Hostels die Tipps anderer Reisender aufsaugen! <3

  • Hi Jana,

    tausend Dank für deine gut geschriebenen Berichte.. Ich bereite mich auf meine Reise nach Marokko vor.. Wollte da schon immer mal hin, bin selbst Muslim mit türkischen Wurzeln in Deutschland geboren. 😉

    Grüße…

  • Hallo! Super Bericht und ich kann mich da nur anschließen. Die Stadt ist der Wahnsinn. Ich bin 29 und war für 5 Nächte mitten in der Medina in einem Riad. Da ich mich möglichst anpassen wollte und als alleinreisende Frau nicht noch mehr auffallen wollte, trug ich meist lange Kleidung. War rückblickend sehr gut so. An 2 Abenden trug ich etwas auffälligeres und knapperes und wurde nur angemacht und teilweise minutenlang von Männern verfolgt. Trotzdem kann ich nur jeden ermutigen sich auch alleine zu trauen. Es muss einem aber klar sein,dass es nicht einfach ist,aber diese Stadt entlohnt einen. Ich hatte bei meinem Abschied ein Tränchen im Auge, weil ich es dermaßen beeindruckend, märchenhaft,exotisch und chaotisch empfand. Fahrt hin,solange es noch so authentisch ist.

  • Hi Jana,
    Danke für den schönen Beitrag zu Marrakesch. Ich werde die Stadt im nächsten Jahr besuchen und wollte vorher abklären, ob ich als blonde Frau allein in der Stadt joggen gehen kann?
    Viele Grüße Franziska

    • Liebe Franziska, gerne, freut mich, dass er dir gefällt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das problematisch sein könnte – ich bin aber auch nicht blond 😉 Aber ich denke, wenn du die wuselige Altstadt meidest, warum nicht… Liebe Grüße und dir jetzt schon eine tolle Reise, Jana

  • Vielen Dank für den tollen Bericht.
    Ich plane im März eine Woche Marokko. Man liest über das Land entweder begeisterte oder total abschrekende Berichte.
    Daher bin ich bisher auch noch verunsichert.

    Hast Du in Marrakesch Französisch gesprochen?

    • Ich kann leider kein Französisch, das über Hallo, Bitte und Danke hinaus geht. Das meiste habe ich mit ein paar Brocken Englisch, Französisch und Händen und Füßen gelöst, das geht schon irgendwie 😉

  • Hallo Jana,

    danke für deine Tipps! Ich war letzte Woche in Marokko und kann dir größtenteils zustimmen! 🙂

    Nur den Stand mit der Nummer 14 sollte man sich zweimal überlegen,vor allem wenn man einen sensiblen Magen hat wie ich (der Fisch war wohl nicht mehr ganz so frisch wie wir gehofft hatten).

    Viele Grüße

  • Huhu,
    ich hab mal eine Outfit Frage 😉
    Woher ist denn das weiße Tunika Kleid, welches du mit leggins und Schal trägst?
    Wir fliegen nächste Woche auch nach marokko und ich suche noch eine Alternative zu Jeans und T-Shirt bei 30 Grad 😉
    Liebste Grüße,
    Saskia

  • Liebe Jana,

    merci für den tollen Beitrag! Ich fliege Ende der Woche nach Marokko und bin schon ganz aufgeregt. Nachdem ich ein etwas mulmiges Gefühl hatte durch besorgte Freunde und Familie freue ich mich nun aber wieder! Ich zerbreche mir grade aber immer noch den Kopf darüber, wie wir uns in dem Altstadtgewusel am besten orientieren. Hast du Tipps für einen detaillierten Marrakesh Stadtplan, oder ist das eh aussichtslos? Und habt ihr ganz alleine die Stadt erschlossen, oder eine guided Tour gebucht? Das Angebot ist ja übergroß..

    Und … ich hab überlegt meine geliebte Nikon zu hause zulassen, aus ‚Sicherheitsgründen‘, ich habe keine Lust ohne meine Kamera die Rückreise antreten zu müssen, aber wie ich sehe hattest du auch eine ‚wertvollere‘ Kamera im Gepäck?
    Was meinst du dazu? 🙂

    Allerliebste Grüße!
    Leonie

    • Hallo Leonie, Marrakesch haben wir auf eigene Faust erkundet, aber für die Erkundigungen des Umlands eine Tour gebucht (s. Tourentipp im Artikel). Nein, ein Stadtplan hat uns wenig weitergeholfen, da dort viele Straßen einfach nicht verzeichnet sind. Ich hatte meine Spiegelreflex-Kamera natürlich dabei, hab aber im Stadtgewusel oft auf meine kleinere, aber nicht weniger teure Fuji X20 zurückgegriffen… Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen und wünsche dir eine tolle Zeit in Marokko!!!

  • Seit wenigen Tagen bin ich nun wieder zurück in Deutschland mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck. 5 Tage waren es nun in Marokko, auch wenn es mir viel länger vorkommt. Die Tage waren lang und voller Programm und doch gab es auch Phasen der Entspannung und Stille. Gerne möchte ich euch erzählen, was ich so erlebt habe. Vor allem an meine dreitägige Wüstentour werde ich noch lange denken.
    Direkt nach Ankunft am Flughafen in Marrakesch wurden meine Mutter und ich von unserem Fahrer von Caravane de Reve abgeholt worden. Witzigerweise war unser „Guide“ bereits im gleichen Flieger wie wir, sodass wir uns schon vorher einmal gesehen haben.
    Jedenfalls ging es dann direkt los im Geländewagen Richtung Wüste. Auf dem Weg stoppten wir in Zagora, einer Stadt am Anfang der Wüste, um einen Café zu trinken und noch viel beeindruckender mitten irgendwo im Atlasgebirge. Dort gönnten wir uns eine Tajine mit tollen marokkanischen Oliven und Fladenbrot. Auf der Dachterrasse konnten wir den 360 Grad Blick bestaunen – und das ganz alleine, denn es war weit und breit kein anderer Gast.
    Dann ging es weiter stundenlang durch das Gebirge. Ab und an machten wir Pausen, um die Umgebung zu bestaunen. Die Landschaft wurde langsam karger, bis wir endlich mit einem platt gesessenen Hintern und spät am Abend im Wüstencamp ankamen.
    Wir waren die einzigen Gäste, sodass wir nach einem kraftbringenden Minztee auch für uns ein Abendessen serviert wurde. Anschließend war dann auch Schlafenszeit. Die Sterne strahlten so hell am Himmel, wie ich es zuvor noch nie erlebt habe. Auf unseren Wunsch wurden unsere Betten, nach einer Begegnung im Zelt mit einer riesigen weißen Spinne, nach draußen gezogen.
    Ich konnte jedoch kaum schlafen, weil ich die Augen nicht von dem beeindruckenden Geglitzer am Himmel lassen konnte. Im Sonnenaufgang am nächsten Morgen konnte ich die Weite der Wüste erst richtig genießen. So stieg ich, bevor meine Mutter und auch die „Nomaden“ wach waren auf die Dünen und beobachtete das Lichtspiel.
    Wenig später stoß meine Mutter hinzu und wir begaben uns zum Frühstück. Aus dem „Wohnzimmerzelt“ konnten wir bereits die Dromedare sehen, die auf uns warteten.
    Dann ging es schaukelnd los, durch das Sandmeer. Besonders schön fand ich, was wohl vor dem Fakt zu verdanken ist, dass bereits die Off-Season begonnen hatte, dass wir nur zu zweit waren. So störte keine große Gruppe die Stille.
    Angekommen in einer kleinen Wüstenstadt im Anschluss fuhren wir dann in die Wüste Erg Chegaga. Durch die holprige Steinwüste ging es zunächst bis zu einer Oase. Dort wurden wir wieder verköstigt.
    Dann, frisch gestärkt, kamen wir schließlich bei den riesigen Sandbergen an. Es war heiß und ich kam mir plötzlich sehr klein vor. Vor allem meine Mutter war beeindruckt und wollte gar nicht mehr wegfahren. Nachdem sie sich aber doch losreißen konnte, ging es zurück zum Camp und die letzte Nacht in der Wüste startete, diesmal jedoch wegen der doch kühleren Temperaturen im Zelt. Der nächste Morgen verging sehr schnell und schon begaben wir uns auf den Rückweg. Wieder ging es 10 Stunden bergauf und bergab. Mittlerweile freute ich mich dann schon auf das Gegenteil der stillen Wüste, die hektische Stadt Marrakesch. Dort verbrachten wir dann noch die letzten 1,5 Tage, bummelten durch die Souks, besuchten die ehemalige Koranschule, den Majorelle Garten und eine Afrika Ausstellung. Am liebsten saß ich jedoch mit einem Minztee am Rande des Geschehens und beobachtete das Treiben.
    Insgesamt würde ich Rückblick sagen, es war die perfekte Mischung aus Stille und Trubel und auch nur durch diese Mischung habe ich das Gefühl, die marokkanische Lebensart wirklich ein wenig kennen gelernt zu haben, statt nur davon zu hören oder zu lesen.

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