Europäische Krankenversicherungs Karte (EHIC) – Alle Infos & Tipps

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Sein wir mal ehrlich: Das Thema Krankenversicherung ist eh schon ein ziemlich ödes. Und gerade wenn es ums Thema Reisen geht, gibt es tausende Themen, mit denen man sich lieber beschäftigt als mit Krankenrücktransporten, unterschiedlichen Gesundheitssystemen und Policen. Und damit man sich zumindest in Europa um das leidige Thema nicht mehr kümmern muss, gibt es die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC bzw. EKVK.

Was ist die Europäische Krankenversicherungskarte?

Bei der Europäische Krankenversicherungskarte handelt es sich um eine kostenlose Gesundheitskarte, mit der man in allen 28 EU-Länder sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen des öffentlichen Gesundheitswesens hat – und zwar zu den gleichen Bedingungen und Kosten wie die Versicherten des jeweiligen Landes. Das bedeutet beispielsweise, dass EU-Bürger mit EHIC bzw. EKVK bei einer Reise nach Dänemark auf das kostenlose Gesundheitssystem zurückgreifen können. Welche Bedingungen für die einzelnen Länder gelten, verrät die Europäische Kommission. Darüber hinaus gibt es eine App, welche die Bestimmungen in den einzelnen Urlaubsländern auflistet zum Download via Itunes, Google Playstore und Windows Phone Store.

Für wen lohnt sich die Europäische Krankenversicherungskarte?

Die Europäische Krankenversicherungskarte lohnt sich für jeden, denn sie kostet nichts und kann einem besonders in Notfällen auf Reisen viel Ärger ersparen.

Wie bekomme ich eine eine Europäische Krankenversicherungskarte?

Du kannst die Karte direkt und ganz einfach bei deiner normalen Krankenversicherung beantragen und ausstellen lassen. Einzige Bedingung: Man muss in einem staatliches System der sozialen Sicherheit in einem EU-Mitgliedstaat, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz versichert sein. So können beispielsweise auch Personen aus anderen Ländern außerhalb der EU eine EHIC erhalten, wenn sie ihren rechtmäßigen Wohnsitz in der EU haben und über ein staatliches System versichert sind. Dann gilt die Karte allerdings nicht für medizinische Behandlungen in Dänemark, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz verwenden.

In welchen Ländern wird die EHIC anerkannt?

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern (griechischer Teil)

Zusätzlich:

Azoren, Ceuta, Französisch-Guayana, Gibraltar, Gozo, Guadeloupe, Madeira, Martinique, Mayotte, Melilla, Réunion, Saint Barthelmy, Saint Martin (französischer Teil)

Was  tun, wenn die EKVK/EHIC im Ausland nicht anerkannt wird?

Wenn die eigene Europäische Krankenversicherungskarte von den Behörden im Ausland nicht anerkannt wird, bitte deine Krankenkasse, mit dem entsprechenden Arzt oder Krankenhaus Verbindung aufzunehmen. Dann wird sich das Problem sicher schnell klären!

Brauche ich zusätzlich eine private Auslandskrankenversicherung?

Auch wer im Besitz einer Europäischen Krankenversicherungskarten ist, sollte – unabhängig vom Reiseziel – zusätzlich private Krankheitskosten- und Rücktransportversicherung abzuschließen. Denn natürlich greift die EHIC im Falle eines medizinisch notwendigen Rücktransports nicht und es können horrende Kosten anfallen. Und natürlich gilt eine Zusatzkrankenversicherung auch für weitere Länder außerhalb der EU.

Wie versicherst du dich auf Reisen? Oder hast du noch Fragen? Ab in die Kommentare damit!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission.

5 Kommentare

  • Saskia sagt:

    Ich bin bis vor zwei Jahren leider sehr unbedarft an das Thema herangegangen und dachte mir immer, dass ich mit dieser europäischen Karte innerhalb der EU überhaupt keine Auslandskrankenversicherung bräuchte. Blöd war nur, als ich einen Skiunfall in Österreich hatte, von der Piste und zum Arzt transportiert wurde, dort geröntgt wurde und im Endeffekt auf 200 von 300 Euro sitzen geblieben bin. Meine Versicherung hat sich damit rausgeredet, dass die Abrechnungssätze wohl über denen in Deutschland lagen und die deshalb nicht zur Leistung verpflichtet wären. Ziemlich ärgerlich, aber deshalb ist es echt doppelt wichtig, zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung zu haben. Viele Grüße und gesunde Reisen, Saskia

  • Liebe Jana,

    Ich habe auch schlechte Erfahrungen in Österreich. Und zwar muss man bei jedem Arztbesuch einen A4-Fragebogen ausfüllen und alle möglichen Nummern eintragen. Das macht besonders Spaß, wenn man mit 41 Grad Fieber gerade kurz vor dem Zusammenbruch steht. Dann kommt es auf das Wohlwollen der Ärzte ab, ob sie dich behandeln. Oft muss man dafür kämpfen und argumentieren, dass sie verpflichtet dazu sind. Was echt anstrengend ist, wenn man wirklich krank ist.
    Oftmals ist das Personal der Ansicht, dass jeder, der eine Versicherung hat auch eine Ecard (die österreichische Versicherungskarte) hat. Man zweifelte jedes Mal die Gültigkeit meiner EHIC an. Es fielen Sätze wie „Sowas haben wir noch nie gesehen“ Am Ende haben mich zwar immer alle behandelt, aber es war echt nicht angenehm immer zu betteln. Wenn ich mir vorstelle, dass ich in einem anderen Land vielleicht nicht die Sprache spreche, ist das sicher noch katastrophaler.
    Ich schätze der Grund dafür ist der Mehraufwand, es muss alles extra eingetragen werden und dann an den Krankenversicherungsträger nach Deutschland geschickt werden, die dem Arzt das Ganze dann zurückverrechnet, wenn ich das richtig verstehe. Bei den Apotheken das selbe Theater. Ich kam mir echt vor, als ob ich der einzige Mensch bin, der so eine europäische Versicherung in Österreich hatte.
    Ich war echt froh, als ich endlich eine Versicherung in Österreich hatte.

    • Jana sagt:

      Danke für deinen Hinweis. Ich hätte ja gedacht, dass sich die anfänglichen Probleme inzwischen behoben hätten. Das stelle ich mir wirklich schlimm vor, wenn man richtig krank ist (und nur dann geht man ja schließlich auch zum Arzt…) Ich hoffe an der Akzeptanz arbeiten sie noch!!!

  • Anja sagt:

    Hallo Jana, der Post ist gut recherchiert! Ich selbst arbeite bei einer Krankenkasse und kenne mich also ein bisschen aus 😉
    Das Problem mit EHIC ist nur, das niedergelassene Ärzte im Ausland nicht über diese Karte abrechnen (wollen), da kann die Krankenkasse auch nix ausrichten. Für die Ärzte ist es ein höherer Aufwand und sie können auch weniger abrechnen. Sie stellen lieber schnell eine Privatrechnung aus (bei der sie wesentlich mehr einnehmen können). Man kann sich nach Reiserückkehr dann ein Teil der Kosten von seiner Krankenkasse erstatten lassen (deutsche Vertragssätze), den Rest erstattet dann die Zusatzversicherung.
    In Krankenhäusern wird die EHIC in der Regel anerkannt.

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