Islas Ballestas – die „Galapagos Inseln“ Perus

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Schon bei der Planung unserer dreimonatigen Südamerika-Reise war klar: wir werden Abstriche machen müssen. Unser Fokus auf den Süden des Kontinents bedeutete, dass wir im Norden einiges auslassen würden – so auch die Galapagos-Inseln, die eigentlich auch auf unserer Wunschliste standen. Als wir unterwegs dann von den sogenannten „Galapagos-Inseln für Arme“ in Peru, südlich von Lima erfuhren stand fest: wenn schon nicht die echten, dann wollen wir wenigstens ihre kleineren Verwandten besuchen, die noch dazu sogar an unserer Hauptroute lagen.

Stopover in Paracas

Bevor wir also in Lima unsere Reise beenden werden, legen wir von Nasza kommend noch einen Zwischenstopp in Paracas ein, von wo aus die tierreichen Inseln innerhalb weniger Bootsminuten zu erreichen sind. Hier empfiehlt es sich (ausnahmsweise) auf den teuersten Busanbieter Cruz del Sur zurückzugreifen, da er als einziger direkt in Paracas hält.

Umgerechnet rund 25 USD kostet eine gut zweistündige Tour von Paracas (was auch sonst ein netter Strandort ist) mit dem Schnellboot zu den Inseln. Schon im Hafen begegnen uns die ersten Pelikane, die den Fischern ihren Fang streitig machen wollen. Unser Boot ist gerade mal zu einem Drittel voll, als wir ablegen und die Inseln am Horizont ansteuern. Noch liegen sie im Morgendunst. Sobald das Boot Fahrt aufnimmt, beginne ich zu frösteln. Es ist kurz nach 8 Uhr morgens und entsprechend kühl. Doch die Aussicht auf Delfine, die sich hier manchmal zeigen und der Blick auf die Vogelkolonien, die ein paar Schiffswracks im Hafen besiedeln, lenkt mich schnell ab.

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Mit voller Kraft steuern wir aufs offene Meer zu. Wir nehmen Kurs auf eine Insel, die sich allerdings nicht als Ballesta-Insel sondern die Paracas-Halbinsel entpuppt. Hier dürfen wir einen Blick auf die Umrisse eines riesigen Candelabers werfen, der ähnlich wie die Nazca-Linien, allerdings zu einer anderen Zeit, entstanden sein soll. Man kann ihn (anders als die berühmten Linien in Nazca) ganz einfach vom Wasser aus betrachten.

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Rund eine halbe Stunde nachdem wir aufgebrochen sind, wird das Vogelgeschrei immer lauter und die Felsen am Horizont immer größer und dann sind wir schließlich da. Meine Sinne fahren Achterbahn. Ich weiß garnicht wo ich zuerst hingucken soll: zu den riesigen Schwärmen von Perutölpeln, den „Hauptlieferanten“ des berühmten Guano-Düngers, die sich auf den Felsen tummeln und dicht über unseren Köpfen kreisen, zu den Seelöwen und Seebären (keine Ahnung wie ich die auseinander halten soll), die sich nicht nur am seichten Ufer vergnügen, sondern auch das Sonnenbad in den Felsen genießen, zu der Kolonie Humboldpinguine, die dort rechts über den kleinen Hügel watschelt, oder doch lieber zu den Chilepelikanen, die es mir mit ihrer putzigen Art irgendwie angetan haben. Gerade als meine Sinne etwas zur Ruhe kommen, entdecke ich eine Gruppe Kormorane auf einem alten Schiffswrack und ein Inkaseeschwalben-Pärchen, das sich mit seinen roten Schnäbeln gegenseitig das Gefieder putzt.

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Viel zu schnell für meinen Geschmack dreht das Boot eine letzte Schleife durch das Archipel und steuert wieder auf das offene Meer zu. Ich hätte noch stundenlang auf dem Boot im Wasser treiben und das Tohuwabohu um mich herum beobachten können. Und ich muss feststellen: Anstatt nun befriedigt zu sein, trauere ich nur noch mehr, dass wir in ein paar Tagen den Heimweg antreten und keine Zeit (und auch kein Geld) mehr für die Galapagos-Inseln übrig haben, die sicher noch um einiges eindrucksvoller sind. Und anders als hier, wo man aus Tierschutzgründen nicht an Land gehen darf, kann man auf den „richtigen“ Galapagos-Inseln die Tierwelt vielerorts zu Fuß auf eigene Faust erleben.

Allen, denen es aber wie uns an Zeit und/oder Geld für einen Besuch der Galapagos-Inseln fehlt und durch Peru reisen, dem kann ich die Islas Ballestas nur ans Herz legen. Naja und eigentlich auch allen anderen, denn von Tierbeobachtungen bekommt man ja schließlich nie genug, oder?

PS: Wer mit wenig Geld auskommen muss und trotzdem nicht auf die Galapagos-Insel verzichten möchte, findet bei meiner lieben Bloggerkollegin Carina alle Tipps für einen „Low-Budget“-Trip. Und bei Puriy findest du sogar eine Gegenüberstellung von Galapagos- und Ballestas-Inseln.

PPS: Du möchtest auch mal nach Südamerika reisen? Hier findest du meine Südamerika-Route zum Nachreisen

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Schonmal vorher von den Islas Ballestas gehört? Wäre das für dich eine Alternative zu den echten Galapagos-Inseln? Schreib mir deine Meinung in die Kommentare!

1 Kommentar

  • neni sagt:

    Ich war so fasziniert von den Fotos, dass ich jetzt ein paar Mal hoch- und runtergescrollt habe, ohne den Text zu lesen.
    Gerne mehr bilderlastige Beiträge!

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