Die Leere in mir – und was das Reisen damit zu tun hat

Depression-Reisen

Es gibt da diesen einen Artikel in meinem Entwurfsordner, den vor ich langer Zeit einmal angelegt habe. Einen Artikel, den ich schon seit Jahren schreiben wollte und es dann doch immer wieder gelassen habe. Vielleicht aus Angst zu viel von mir preiszugeben? Vielleicht weil er nicht der perfekten, lebenslustigen Version von mir selbst auf diesem Blog entsprechen könnte? Vielleicht aber auch deshalb, weil ich finde, dass es schon genug traurige Themen gibt, die in der Weltgeschichte kursieren, dass dieser Blog für mich und dich eine kleine Oase der schönen Dinge sein soll? Vielleicht von allem ein wenig und eigentlich ist es auch gar keine traurige Geschichte, sondern eine aus dem Leben, eine Geschichte der Hoffnung und der Grund, warum ich das Reisen gefunden habe – oder das Reisen mich?

Das Reisen und ich.

Auch wenn man es vielleicht nicht denken würde: nein, ich bin nicht schon immer viel gereist und schon gar nicht hätte man mich nur im Entferntesten als abenteuerlustig bezeichnen können. Echt nicht. Als Kind hatte ich quasi vor allem Angst was neu und unbekannt war. Außer dem Wandern, das mochte ich schon immer. Das wohl größte Abenteuer meiner Kindheit waren die gemeinsamen Mehrtageswanderungen mit meinem Papa – durch Deutschland oder durch die Alpen. Nur Papa, mein Rucksack, meine Kamera und ich. Na gut, Mama war auch manchmal mit dabei. Naja irgendwann, der Pubertät sei Dank, war damit dann auch Schluss und meine Abenteuerlustigkeit beschränkte sich gerade mal darauf, dass ich nach dem Abi einen spontanen Roadtrip durch Osteuropa unternommen habe und eben nicht in der nächstgrößeren Stadt mein Studium angefangen habe, sondern im 300 Kilometer entfernten Gießen. Boohoo!

Es wäre falsch zu sagen, dass ich nicht gerne gereist wäre, aber es hatte eben keine hohe Priorität. Und so verbrachte ich die langen Jahre meines Studiums in Gießen mit kurzen Heimatsurlaubsunterbrechungen, während meine Freundinnen in Australien, Kuba und Bali herumirrten. Klar war ich ab und an mal neidisch und zwar ganz schön, aber irgendwie konnte ich mir das für mich nicht vorstellen. Ich hatte viel zu viel Angst vor der Fremde, schließlich traute ich mich hier in Deutschland schon kaum Englisch zu sprechen, wenn mal internationaler Besuch da war.

Wirklich unglücklich war ich mit der Situation aber nicht, bis zu jenem Tag.

Wenn plötzlich alles schwarz wird

Es war diese Nacht, in der ich plötzlich wach lag, und einfach nicht schlafen konnte. Als ich mich am nächsten Morgen zur Uni schleppte, war es als hätte jemand im Kopf einen Schalter umgelegt. Lebenslust aus. Freude aus. Alles aus. Zurück blieb die Leere. Und die Frage, ob ich wohl an diesem Abend schlafen könnte. Nein konnte ich nicht. Und auch am darauf folgenden Tag nicht. Jeden Tag wuchs die Angst ins Bett zu gehen und jeden Tag wurde die Leere in mir größer und größer. Es war nur eine Woche, doch es kam mir vor wie Jahre. Nachts drehten sich meine Gedanken im Kreis, die meisten kreisten um die Angst. Angst und Leere wurden zu dein einzigen Begleitern in meinem Leben. Weder Freunde noch Familie konnten zu mir durchdringen.

Keiner schien mich zu verstehen, nur eine gute Freundin hatte so etwas ähnliches schon erlebt. Erleichterung. Ich bin also nicht der einzige durchgeknallte Mensch auf Erden, der so verrückt ist. Inzwischen ging es ihr wieder gut und in mir keimte ein Fünkchen Hoffnung, dass ich vielleicht nicht bis an mein Lebensende wach und traurig bleiben würde. Was heute total logisch klingt, war für mich damals eine große Sache. Und nach nunmehr als einer Woche ohne Schlaf, beschloss ich das Problem anzugehen und mich nicht einfach meinem Schicksal zu ergeben.

Fake it till you make it!

Allerdings ist es leichter gesagt als getan ein Problem anzugehen, dessen Ursache man nicht kennt. Und sich fühlt wie ein Schatten seiner selbst. Ich erinnerte mich an einem Artikel, den ich mal gelesen hatte – darüber dass man, wenn man so tun würde, als lachte man, tatsächlich fröhlicher würde.

Und das wollte ich versuchen.

Ich begann damit, wieder jeden Tag zur Uni zu gehen.

Ich legte mir eine Playlist an mit meinen Lieblingssongs für gute Laune und sang zu Hause und unterwegs (jedenfalls dann wenn man mich nicht hören konnte) lauthals mit, auch wenn mir absolut und ganz und gar nicht nach Singen zu Mute war.

Ich begann mich nachts zu beschäftigen, statt nur da zu liegen und auf das Einschlafen zu warten.

Ich fing an wieder regelmäßig Sport zu machen – vor allem, die Dinge, die mir Spaß machten.

Ich begann mich an Strohhalmen festzuhalten, wie, dass ich wenigstens eine Stunde geschlafen habe.

Ich buchte eine Zugfahrt nach München zu einer guten Freundin, die dort gerade ein Praktikum absolvierte.

Und ich buchte meine erste richtige Reise nach Kreta – die erste gemeinsame Reise mit meinem Freund.

Ich hatte beschlossen, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Auch wenn ich bis zum Ende meines Lebens nicht mehr würde Durchschlafen können, würde ich mein Leben trotzdem genießen.

Mein Lebensmotto (und heute auch Blogmotto) war geboren: Die Welt gehört dem, der sie genießt.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass dann alles wieder gut war. Dass das alles einfach war. Und dass ich nicht auch heute noch manche Nacht wach liegen würde – nagut, das ist in den letzten Jahren tatsächlich fast vollständig verschwunden. Aber es war ein langer Weg. Ein steiniger Weg. Ein Weg, der mich viel Kraft gekostet hat und der mich doch stark und zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin.

Diagnose Depression?!

Heute weiß ich, dass das, was ich damals als „Hormonverstimmung“ abgetan habe, Anzeichen einer ausgewachsenen Depression waren. So richtig bewusst wurde mir das erst, als ich vor gut einem Jahr auf ein Video von Jason Davis stieß. Heute weiß ich, dass ich damit nicht alleine bin. Ich war rein zufällig auf seinen Kanal gestoßen. Unter dem Titel A Story of Hope beschreibt er seine Geschichte, seine Depression und wie er es aus dem Kreisel der Leere heraus geschafft hat. Ich bekam sofort eine Gänsehaut und konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil es so viele Erinnerungen an die Zeit damals in mir aufgeweckt hat. Und es war der Moment, an dem ich diesen Artikel hier angelegt habe. Weil ich mit der Welt auch meine Geschichte teilen wollte. Weil ich Menschen, denen es genauso geht sagen möchte:

Du schaffst das! Es wird besser! Dein Leben geht weiter!

Naja, und den Rest der Geschichte kennst du eigentlich.

Heute habe ich akzeptiert, dass diese Stimmungen zu mir gehören. Damals habe ich mir immer gewünscht, einfach einer dieser fröhlichen Menschen zu sein, die nicht über alles nachdenken und die Depressionen als Hirngespinste abtun. Heute will ich niemand anders sein, als ich. Meine sensible Seite gehört zu mir, sie macht mich aus. Ohne sie wäre ich nicht ich. Und mit der Akzeptanz habe ich auch noch den letzten Schritt in der Genesung getan.

Nein, ich bin meiner Depression sogar dankbar. Denn ohne sie hätte ich niemals das Leben, das ich heute führe, hätte nicht unzählige Länder bereist, spannende Abenteuer erlebt und diesen Blog ins Leben gerufen.

Reisen hat mir gezeigt, wie schön das Leben ist und wie dankbar wir für jede Sekunde sein müssen.

Reisen hat mir gezeigt, wie winzig ich und meine Probleme doch sind.

Und Reisen hat mir gezeigt, dass es anderen Menschen nicht immer so gut geht wie uns.

Die sich eher um ihre tägliche Kalorienversorgung kümmern als um Modeerscheinungen wie Schlafstörungen und Depressionen herumschlagen müssen.

Was ich dir und meinem damaligen Ich heute sagen möchte?

Mach weiter so. Akzeptiere was ein Teil von dir ist. Und scheue dich nicht, dir professionelle Hilfe zu suchen, wenn du alleine da nicht heraus kommst. Die brauchte ich glücklicherweise nicht, aber heute würde ich wohl nicht mehr so lange warten, um nach Hilfe zu rufen.

Und natürlich: Buch dir einen Flug und genieße die Welt und dein Leben. Denn du hast nur eins!

PS: Ashley Winkler hat auf Edition F einen tollen Artikel mit ihrem Schlachtplan gegen Depressionen geschrieben.

PPS: Kathrin Wesseling schreibt darüber, warum wir aufhören müssen uns für unsere psychischen Erkrankungen schuldig zu fühlen.

PPPS: Ein Buch das ich unbedingt mal lesen muss: Minusgefühle: Mein Leben zwischen Hell und Dunkel von Jana Seelig. Viele Texte zum Thema gibt es auch auf Ihrem Blog I SAY SHOTGUN.

Wenn du diesen Beitrag liest, habe ich tatsächlich auf den Veröffentlichen-Button gedrückt.

29 Kommentare

  • Ein sehr persönlicher Text und ich bin froh, dass du auf den Veröffentlichen-Button gedrückt hast. So kannst du vielleicht vielen anderen auch Mut machen für sich einen Weg aus der Leere zu finden. Dass es bei dir das Reisen geworden ist, was dich glücklich macht finde ich nur logisch, denn ich liebe es auch und zehre sehr viel aus meinen Reisen und fülle damit vielleicht keine Leere, aber einfach mein Herz! Und das kann mir keiner nehmen!

    • Jana sagt:

      Danke dir! Da glaubst du, du bist nach fünf Jahren in Sachen Bloggerdasein ein alter Hase, und dann ertappst du dich doch dabei sekündlich den Browser nach Kommentaren zu aktualisieren…

    • Stefanie Jakob sagt:

      Liebe Jana, danke vielmals dafür! Ich kann das wirklich nachvollziehen, das Reisen war und ist nach wie vor meine Therapie. Ebenso möchte ich diesen Teil von mir nicht missen, da er mich zu dem Menschen macht der ich bin. Fühl dich gedrückt

  • Yvonne sagt:

    Liebe Jana,

    ein schöner Artikel über deine Entwicklung zu dem Menschen, der Du heute bist. Ich glaube für viele, die heute bewusst ihr Leben genießen, gab es irgendwann einmal einen solchen „Schlüsselmoment“. Ohne diesen wäre auch ich heute nicht so, wie ich heute bin. Mir gibt das Reisen ebenfalls sehr viel und mit jeder Reise entwickle ich mich wieder ein Stück weiter. Die nächste große Herausforderung für mich heißt: Alleine Reisen. Auch wenn ich ein wenig Angst habe, freue ich mich riesig auf dieses Abenteuer!

  • Jessi sagt:

    Hui, krass, das habe ich so gar nicht richtig mitbekommen… 🙁

    Ich bin froh, dass du bist, wie du bist. Sonst wäre unsere Freundschaft auch nicht das, was sie ist.

    Mir ging es vor ein paar Jahren so ähnlich, als ich am Institut überhaupt nicht glücklich war. Und dann noch der Griff ins Klo mit der Agentur… Aber, du hast Recht: Da kommt man auch wieder raus und das Leben wird wieder schön! Man muss es nur anpacken!

    :-*

    • Jana sagt:

      Naja Depressionen sind leider immer noch ein Tabuthema und ich bin froh, dass ich es heute schaffe, offen darüber zu reden (bzw. schreiben – wenn auch mit viel Bauchschmerzen und drei Mal nach hinten herausschieben bis zur tatsächlichen Veröffentlichung)
      Und ja man kann froh sein, wenn man noch genug man selbst ist, dass man sich da alleine herausholen kann!
      Und natürlich: Danke für deine lieben Worte :-*

  • Janett sagt:

    Diese Novemberthemen… Boaah. Aber irgendwie weiss ich was du meinst. Und ehrlich? Ich glaube, die, die immer so „Yeaaaah alles Geil, alles super“ sagen, denen geht es oftmals viel schlechter als dir und mir. Bad Days hat jeder mal (und ich kann dieses Jahr eine Kette daraus basteln). Und doch muss man sich da raus hangeln, etwas dagegen tun – ist immer besser als einfach nur abzuwarten, das diese Depressionen, das diese Ängste einfach gehen….

    • Jana sagt:

      Danke für deine lieben Worte Janett! Ja genau das meinte ich auch: Nur wer „ganz unten“ war, kann ganz oben sein. Ich bin halt sehr emotional in beide Richtungen und das hab ich akzeptiert beziehungsweise weiß das mittlerweile zu schätzen…

  • inka sagt:

    Wenn Leute nicht kommentieren, heißt das übrigens nicht, dass sie den Artikel nicht gemocht haben oder komisch fanden oder so. Vielleicht ist Dein Artikel auch einfach so „rund“ (im positiven Sinn), dass es dazu gar nicht viel zu sagen gibt außer Beifall zu klatschen, und das reicht manchmal nicht gerade für einen intelligenten Kommentar. 😉
    Ich klatsche hier also virtuell einfach ein bisschen Beifall mit einem Stulle-Kommentar.

    Meine Erfahrung ist übrigens, dass Persönliches immer sehr gut ankommt – wenn’s denn nicht gerade um die geschmierte Butterstulle geht. Da würde ich mir also keine Sorgen machen. Wer glaubt denn schon jemandem, der weismachen will, er sei immer gut drauf gewesen sein Leben lang?
    Die glücklichsten Menschen der Welt sind durch den tiefsten Mist gelatscht, ist meine Überzeugung. Es ist eben alles immer für was gut.

    Liebe Grüße
    /inka

  • Tobias sagt:

    Hallo Jana.
    Danke das du den Artikel fertiggestellt und geteilt hast. Ich kann sehr gut mit dir mitfühlen. Mir ging es vor jetzt fast 2 Jahren sehr ähnlich. In meinem Blog ging es ursprünglich um meine damals endlich diagnostizierte Krankheit. Als mir gesagt wurde ich habe Hashimoto und das nur noch ca 10% meiner Schilddrüse aktiv sind viel mir trotz allem erst mal ein Stein vom Herzen. Endlich wusste ich woher die bleierne Müdigkeit, die Unverträglichkeiten auf Lebensmittel und Medikamente kommen. 20 Jahre haben die Ärzte nur das jeweilige Symptom gesehen und keiner hat ganzheitlich geschaut. Die ganze Geschichte wäre jetzt hier falsch, die kann man auf meinem Blog lesen.
    Aber nachdem ich dann gut ein halbes Jahr lang meine Tabletten nahm und sich mein Körper und der Stoffwechsel umstellten geriet plötzlich alles in mir durcheinander. Es entstand eine leere die mir Angst machte. Ich hatte plötzlich totale Angst vor allem. Angst zu versagen, Angst zu leben, einfach vor allem. Ich habe es versteckt, keiner hat es gemerkt wenn ich das nicht wollte, aber verstecken war nicht die Lösung. Ich war beim Arzt und bekam Tabletten die mich schon nach der ersten komplett außer Gefecht setzten. Das wollte ich nicht. Ich habe dann auf ein Pflanzliches Medikament umgestellt. Das musste ich zwar selber kaufen aber es hat geholfen. Und, und das war der schwerste aber wichtigste Schritt, ich habe es nicht mehr verheimlicht.
    Ich habe das wandern für mich entdeckt, das ist mein Ausgleich und meine Ruhepol.
    Danke noch mal das du auch den Schritt gegangen bist und deinen Lesern Mut machst die den Schritt vielleicht noch vor sich haben ihn auch zu gehen.

    Mach bitte so weiter.
    Liebe Grüße
    Tobias

    • Jana sagt:

      Danke Tobias, für deine ehrlichen Worte und das Teilen deiner Erfahrungen – hier und auf deinem Blog. Wie ich schon sagte: Manchmal muss es einfach raus und es hilft einem nicht nur selbst zur Verarbeitung, sondern vielleicht auch anderen, die das lesen und selbst betroffen sind.

  • Ein mutiger und Mut machender Artikel! Gut, dass Du den Veröffentlichen-Button gedrückt hast und vielen Dank dafür. Wie schön, dass Dir das Reisen und das Bloggen hilft und Dich erfüllt! Gut, dass Du das herausgefunden hast und das so intensiv Leben kannst. Auch mir bedeutet das Reisen so viel. Ich bin auch manchmal verzagt und habe trübe Phasen. Doch dann ist es wieder so: Wenn ich reise, bin ich glücklich. Also, auf noch viele schöne Reisen und schöne Geschichten darüber! Liebe Grüße, Meike

    • Jana sagt:

      Danke Meike! Ja mit dem Reisen und Bloggen habe ich meine Bestimmung gefunden und ich denke so etwas ist das wichtigste um langfristig im Leben glücklich zu sein. <3

  • Michaela sagt:

    Liebe Jana, ich habe deinen Artikel gelesen und er hat mich sehr berührt. Danke daß du so ehrlich darüber geschrieben hast und letzendlich doch noch auf den Veröffentlichen-Buttom gedrückt hast. Deine Geschichten über das Reisen, das Leben…werden so noch viel authentischer. Sonne und Wolke, ergibt einen schönen Himmel, aber manchmal auch Schatten. Irgendwo habe ich einmal gehört, dort wo nur die Sonne scheint, dort ist Wüste und dort gibt kein Leben. Danke für deinen Mut und dafür ihn mit der Welt zu teilen. Alles Liebe aus ganzem Herzen und weiterhin einen wundervolle Reise, M.

  • Kirsten sagt:

    Liebe Jana,
    vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Und danke, dass du den Veröffentlichen-Knopf gedrückt hast.
    Das war sehr mutig & Mut gehört zum Reisen dazu. Sich auf den Weg begeben, sich seinen Ängsten, dem Unbekannten, der Welt zu stellen.
    Und klar, manchen Menschen geht es viel schlechter, aber wenn Mensch beispielsweise in einer Depression steckt, hilft das dann gerade sehr wenig. Entweder man begegnet dieser Angst und schafft es allein raus wie du riesigen Respekt an dieser Stelle oder holt sich professionelle Hilfe.
    Danke auch für die Buchtipps.

    • Jana sagt:

      Das stimmt, dieser Artikel an sich war schon eine „lange Reise“! Wenn man richtig tief drin steckt, kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass alles um einen herum nebensächlich ist, aber mir persönlich hat der Gedanke daran, wie schlecht es anderen geht wirklich viel geholfen! Ich bin stolz, dass ich es damals alleine geschafft habe, aber wenn man schlimmer betroffen ist, dann hilft nur professionelle Hilfe!

  • Sehr mutig, liebe Jana und es gibt aus meiner Sicht nichts wofür Du Dich schämen oder verstecken müsstest. Ich kenne diese dunklen Gefühle zwar nicht, weiß aber aus eigener Erfahrung mit meiner Mutter wie so was ist. Ich wünsche Dir ganz viele genußvolle Momente in Deinem Leben. Auf Reisen als auch zuhause. LG/ Nadine

  • Gudrun sagt:

    Vielen Dank für den Artikel und dass Du den Mut hattest auf Veröffentlichen zu drücken. Ich selbst bin nicht betroffen, kenne aber Freunde und Bekannte, denen ich Deinen Blogpost weiterschicken werde. Es wird uns doch so oft vermittelt, dass die Welt da draußen immer rosarot ist und zu sein hat. Dass man jeden Tag gut gelaunt sein muss und dass dunkle Gedanken keinen Platz im Leben haben. Stimmt aber nicht! Daher wünsche ich mir mehr Menschen so wie Du, die das Thema Depression beim Namen nennen und anderen Menschen Mut machen. Denn das machst Du mit Deinem Artikel. Danke dafür!

    • Jana sagt:

      Ja, das stimmt. Besonders auf Blogs ist alles immer supergeil und wunderschön! Aber ich finde: supergeil und wunderschön gibt es nur, wenn es auch scheiße gibt 😉 Ich freu mich, wenn du meinen Artikel weiterleitest! Liebe Grüße, Jana

  • Iwona sagt:

    Hallo Jana,

    das ist wirklich sehr mutig, dass du den Artikel geschrieben hast…
    Das Thema der Depression kenne ich selbst sehr gut. Stimmungsschwankungen hatte ich schon immer, aber nach der Geburt meines Sohnes vor fast 10 Jahren ist es extrem geworden. Ich habe gedacht, dass ich meine Leidenschaft Reisen mit einem Baby nicht mehr ausleben kann und das normale Leben war mir zu langweilig. Ziemlich schnell habe ich jedoch eine Lösung gefunden und 5 Jahre lang unzählige Urlaube auf den Kanaren und am Mittelmeer mit meinem Sohn gemacht. Dort habe ich mich sehr glücklich gefühlt und die wunderschönen Landschaften, das Meer und die Sonne genossen.

    Jetzt weiß ich, dass es keine gute langfristige Lösung für mich war. Nach einem Urlaub habe ich schon den nächsten geplant und habe mich zu Hause nicht wohl gefühlt. Mittlerweile geht mein Sohn in die Schule, meine Online-Firma verdient nicht mehr so gut wie damals und mehr als 3 Wochen Urlaub im Jahr kann ich nicht machen.
    Zum Glück habe ich meinen Weg gefunden, mich auch zu Hause glücklich zu fühlen. Vor 5 Jahren habe ich mit Sport angefangen und mittlerweile hilft mir sogar in der kalten Jahreszeit 1 Stunde Sport (regelmäßig Laufen, Schwimmen oder Training auf dem Crosstrainer). Seit ich mit meinem Freund zusammen bin (schon 2,5 Jahre) probiere ich immer was neues aus und mittlerweile unternehme ich tolle Sachen inmitten der wunderschönen Natur vor der Haustür wie Rennrad- und Mountainbike-Touren, Laufen, Wandern, im Winter Langlaufen oder mal ein Laufwettkampf. In Südbayern hat man dazu hervorragende Möglichkeiten, aber auch die Reiseziele wie Südtirol, Gardasee oder Ligurien sind schnell mit dem Auto erreichbar. Statt viele teure Urlaubsreisen mache ich jetzt viele günstigere Kurzurlaube und Tagestrips und erlebe immer wieder unvergessliche Momente und Abenteuer vor der Haustür.

    Irgendwann möchte ich auch ab und zu 3 Wochen in Südamerika, auf Bali oder in Neuseeland verbringen, die Reiseziele zu Fuß und auf dem Rad erkunden. Momentan ist das nicht möglich, aber es macht mich auch nicht unglücklich.

    Insgesamt bin ich der Meinung, dass es sehr viele Menschen gibt, die das normale Leben nicht glücklich machen kann und die sehr viel erleben müssen, um sich glücklich zu fühlen. Es ist nichts schlimmes, ganz in Gegenteil. Eines meinen Lieblingszitate ist „Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt – und nicht, was wir ersehnt haben.“ (Arthur Schnitzler).

    LG
    Iwona

    • Jana sagt:

      Danke für deinen lieben und ausführlichen Kommentar! Ich freue mich, wenn ich auch andere ermutigen kann, auch offen über ihre Gefühle zu sprechen/schreiben! Und ja, Sport hat mir auch immer sehr geholfen und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil in meinem Leben. Du hast recht, wegrennen ist keine Lösung, man muss zu Hause ebenso glücklich sein können wie unterwegs! Liebe Grüße, Jana

  • Hagen sagt:

    Danke für den schönen Artikel. 🙂
    Gerade selbst im Burnout kann ich das gut nachvollziehen und arbeite gerade an einer ähnlichen „Bewältigungsstrategie“. Es macht Mut, dass man nicht alleine ist und auch andere Menschen durch eine ähnliche Strategie Erfolg hatten.
    Jetzt muss ich nur noch – um auf Deinen heutigen Artikel zurück zu kommen – diese „Abers“ verschwinden lassen 😉
    Liebe Grüße, Hagen.

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