Auf dem Lares Trek nach Machu Picchu

Die Inkas glaubten, sie müssen lange und beschwerliche Wege zurücklegen um rein und pur in ‪Machu Picchu‬ anzukommen. Vielleicht ist gerade das der Grund, warum der Machu Picchu Trek heute so beliebt ist. Wir wollen voll und ganz eintauchen in die Welt der Inkas, eine Kultur, die uns so fremd und doch vertraut ist. Auf den Spuren der alten Hochkultur pilgern jedes Jahr tausende Menschen über schmale Pfade und alte Steintreppen zur weltberühmten Ruinenstätte. Fünf Tage ohne fließend Wasser, ohne Komfort, ohne Bett.

Das auch ich Machu Picchu zu Fuß erreichen möchte stand schnell fest. Ebenso schnell wusste ich, das dies nicht über den Inka Trail geschehen würde. Denn zum einen ist der Trek besucherlimitiert und schon Monate vorher ausgebucht, und zum anderen kam es für mich nicht in Frage, dieses besondere Erlebnis mit tausenden anderen Reisenden teilen zu müssen. Glücklicherweise ist der Inka Trail nur einer von zahlreichen Inka Pfaden, die von der Gegend um Cusco herum zur Ruinenstand führen. Meine Wahl fiel auf den Lares Trek, der nur sehr wenig frequentiert ist und einen Einblick in das Leben der peruanischen Landbevölkerung verspricht. Der Pfad führt in drei Tagen vom Dorf Lares, dem der Trek auch seinen Namen verdankt, bis nach Ollantaytambo, von wo aus Machu Picchu nur noch eine kurze Zugfahrt entfernt ist.

Tag 1 – Cuzco – Lares – Wacawasi

Bereits früh morgens werden wir in Cusco abgeholt und lassen die Stadt hinter uns. Per Taxi geht es über atemberaubende Panoramastraßen in den Ort Lares im sogenannten Heiligen Tal, der nicht nur der Ausgangspunkt unserer Wanderung ist, sondern auch ein paar herrliche heiße Quellen beherbergt. Und so starten wir den ersten Trekkingtag erst einmal ganz entspannt mit einem gemütlichen Bad – das letzte, was wir für die nächsten drei Tage werden genießen können.

Es wartet eine relativ entspannte Halbtagesetappe auf uns, die im Dorf Wacawasi endet. Hier übernachten wir im Garten einer Bauernfamilie in einem Zelt – was wir dieses Mal glücklicherweise nicht selbst tragen müssen. Denn auf unserem Trek werden wir von einer Horde Pferden begleitet, die das Tragen unserer Sachen übernehmen. Mit leichten Gepäck geht es sich doch gleich viel leichter. Denn eins darf man nicht vergessen: Auch wenn der Lares Trek technisch eher wenig anspruchsvoll ist, darf man eine Wanderung, die über 4.000 Meter führt grundsätzlich nicht auf die leichte Schulter nehmen. Was einem auf dem Meeresspiegel kaum ins Schwitzen bringen würde, wird hier zur Zerreißprobe. Aber dazu mehr an Tag 2.

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Tag 2 – Wacawasi – Epsaycocha – Pumamarca

Der zweite Tag startet zunächst mit einem Spaziergang durchs Dorf, den wir am Vorabend wegen starken Regens abbrechen mussten. Überhaupt scheint der Regen uns auf dem ganzen Trek ein treuer Begleiter zu sein und das Regencape, was wir uns noch einen Tag vor der Abreise gekauft haben, der beste Freund. Okay es ist April und damit Regenzeit, aber selbst da regnet es normalerweise nicht ununterbrochen.

Nachdem der Weg erst relativ ebenerdig im Tal entlang führt, wird es dann doch schnell anstrengend. Immer höher, immer höher, immer höher geht es und aus dem Regen wird Schnee. Ein eisiger Wind fegt uns um die Nase und mit jedem Höhenmeter bekomme ich weniger Luft, bis ich schließlich erschöpft zusammenbreche. Nein an Filmen war in diesem Moment nicht zu denken. Und so könnte leicht der Eindruck entstehen, dass ich den Trek mit links geschafft habe. Ganz ehrlich: wenn der Weg nach vorn nicht inzwischen kürzer wäre als zurück, hätte ich ernsthaft ans Aufgeben gedacht. Nachdem die Passhöhe nach mühsamen sechs Stunden erreicht ist, wird es leichter. Doch trotzdem liegen noch weitere vier Stunden Weg vor uns, bis wir endlich kaputt aber glücklich unser Camp oberhalb von Pumamarca erreichen.

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Tag 3 – Pumamarca – Ollantaytambo

Am Vortag waren wir zu kaputt es zu merken, aber in Pumamarca ist aus der schroffen Bergwelt eine dichte Dschungellandschaft geworden. Wilde Orchideen, Lianen und ein dichtes Blätterdach säumen den Weg. Der ist an diesem Tag nur ein sehr kurzer. Denn wir müssen lediglich hinab in den Ortskern wandern von wo aus uns der Bus nach Ollantaytambo bringt. So bleibt noch genug Zeit einen Aussichtspunkt zu besuchen, von dem aus sich ein herrlicher Blick auf das heilige Tal bietet.

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Tag 4 – Ollantaytambo – Aguas Calientes

Zurück in der Zivilisation! Nach drei Tagen ohne fließend Wasser ist die erste Dusche ein Segen. Nach der Abgeschiedenheit der letzten Tage, werden wir vom Trubel in Ollantaytambo überrascht. Wie muss es sich da erst in Machu Picchu anfühlen? Das letzte Stück bis zur heiligen Ruinenstadt legen wir wie alle anderen Besucher auch mit dem Zug zurück. Nach all der Anstrengung ist es herrlich im warmen Abteil zu sitzen und die Landschaft an sich vorbeiziehen zu lassen. Wenn es einen Preis für die spektakulärste Zugstrecke gäbe – der Inka Rail hätte es verdient. Durch den dichten Blätterwald, vorbei an Flüssen und durch enge Schluchten führt uns der Zug immer weiter in den Dschungel hinein, bis wir Aguas Calientes erreichen, das gerne auch als Machu Picchu Town bezeichnet wird.

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Tag 5 – Machu Picchu

Der Tag beginnt früh. Sehr früh. Schon um 4 Uhr klingelt der Wecker, wir versuchen ein paar Bissen zu frühstücken (ja Frühstück gibt es hier bereits ab 4 Uhr) und dann einen der ersten Busse zur Ruinenstätte zu bekommen. Schließlich ist es morgens kurz nach Sonnenaufgang noch verhältnismäßig leer dort. Das Gefühl Machu Picchu zum ersten Mal mit eigenen Augen zu sehen ist überwältigend. Vielleicht liegt es an all den Strapazen der letzten Tage, vielleicht an dem mystischen Morgennebel, der sich sanft über die Ruinen legt, oder vielleicht auch an der frühen Uhrzeit – jedenfalls kommen mir beim Anblick des gewaltigen Areals vor Staunen fast die Tränen.

Die acht Stunden in der Stätte vergehen wie im Flug. Wir haben uns eines der begehrten Tickets für den Aufstieg auf dem Wayna Picchu (den berühmten Berg, der auf keiner Postkarte fehlt) reserviert und so vergeht auch der fünfte Tag unseres Machu Picchu Abenteuers nicht ohne Anstrengung. Als uns der Zug gegen Nachmittag wieder zurück nach Cusco bringt, lassen wir uns erschöpft und müde in unsere Sitze plumpsen.

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Ob ich es wieder machen würde?

Wenn die Inkas glaubten, dass man große Anstrengungen vollbringen muss um rein in Machu Picchu anzukommen, dann waren wir aber sehr rein. Nicht nur die normalen Anstrengungen einer Mehrtageswanderung, sondern auch Höhe und Wetter nagten echt an unserem Gemüt. Schließlich haben wir in den vier Tagen nicht einmal die Sonne gesehen! Ich habe mich schon öfter gefragt, ob ich den Lares Trek auch dann noch gemacht hätte, wenn ich gewusst hätte, was mich erwartet. Ich weiß es nicht. Vermutlich schon. Denn irgendwie sind es doch genau die Grenzerfahrungen, von denen wir später noch unseren Kindern erzählen. Und im Nachhinein war irgendwie dann doch alles gar nicht so schlimm…

Du planst eine Reise nach Peru und interessierst dich für den Lares Trek? Und du hast keine Lust den Stress mit der Buchung vor Ort zu haben oder dass der Trek und die Eintrittskarten für Machu Picchu im schlimmsten Falle bereits ausgebucht ist? Dann schau mal bei Erlebe Peru vorbei. Hier kannst du den Trek schon im voraus online buchen oder gleich deine ganze Peru-Reise individuell zusammenstellen. Es gibt also keine Ausreden mehr, warum du nicht dein persönliches Peru-Abenteuer angehen solltest!

Erlebe Peru ist Teil von Erlebe Fernreisen, einem Reiseveranstalter, der sich voll und ganz auf bausteinbasierte individuelle Fernreisen spezialisiert hat und mich auf dieses Abenteuer eingeladen hat. Meine Meinung ist davon natürlich wie immer nicht beeinflusst.

Hast du noch Fragen zum Lares Trek oder zu Machu Picchu? Dann stell sie doch in den Kommentaren und ich versuche sie in einem gesonderten FAQ-Post zu beantworten.

Und vergiss nicht, dir das Video anzusehen, mir einen „Daumen hoch“ zu geben und meinen Kanal zu abonnieren wenn es dir gefallen hat. Vielleicht setze ich mich dann ja in Zukunft sogar mal richtig vor die Kamera…

8 Kommentare

  • Jutta sagt:

    Ganz toll! Jeder hat wohl seine persönlichen Grenzen, aber Nässe finde ich immer arg. In Kombination mit Höhenluft und Kälte umso mehr. Wir waren einmal zu viert in Las Cajas in Ecuador wandern und wir haben uns ein verirrt. Einer ist knietief in ein Wasserloch eingesackt und hatte dann wirklich mit der Kälte zu kämpfen. Eine andere ist daraufhin und wegen unsere Orientierungslosigkeit hysterisch geworden. Das war insgesamt beklemmend. Wir waren damals reichlich naiv und nur unzureichend mit Karten ausgestattet. Schlussendlich hat sich alles aufgelöst, weil drei von vieren einen kühlen Kopf behalten haben. Das Erlebnis hat mir oft zu denken gegeben. Man kann sich nicht gegen alles absichern, aber gute Planung und eine gute Ausrüstung stehen heute bei mir oben auf der To-do-Liste! Sonnige Grüße, Jutta

    • Jana sagt:

      Danke Jutta! Ja du hast Recht, die richtige Ausrüstung ist für mich auch das A&O – besonders wenn man alleine in der Ferne unterwegs ist! Wir hatten ja Glück und einen Guide dabei – so war zumindest die Wegfindung nicht gar so „abenteuerlich“ 😉

  • Jessi sagt:

    Was für tolle Bilder!

    Wahnsinn, wenn du schon ans Aufgeben gedacht hast, dann möchte ich gar nicht wissen, wie es mir ergangen wäre… Ich ziehe mal wieder den Hut vor dir!

    Liebest Grüße aus Aachen
    Jessi

    • Jana sagt:

      Danke Süße, man muss ja nicht gleich mit einem Trek anfangen – jetzt da du Wandern ja nicht mehr ganz so doof findest, können wir ja mal mit einer gemeinsamen Wanderung hier in der Region starten. Am besten in Kombination mit leckerem Wein <3

  • *thea sagt:

    Das sieht toll und sehr beeindruckend aus! Ich bin ja immer die erste die hier schreit, wenns ums Wandern geht und die, die als erste keine Kondition mehr hat und am meisten schnauft…aber lust auf so einen Treck hätte ich auf jeden Fall.lg

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