Wildes Brandenburg: Mit dem Rad um die Potsdamer Havelseen

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Anfang März hatte ich wettertechnisch in Berlin ja mit allem gerechnet – nur nicht mit 18 Grad und Sonnenschein.  Perfektes Wetter um spontan die Stadt hinter sich zu lassen, ein Fahrrad zu mieten und raus nach Brandenburg zu fahren. Und was liegt da näher als Potsdam, das idyllisch von Seen und Wäldern umgeben ist. Der Radweg F1 führt auf einer Strecke von rund 35 Kilometern von Potsdam um die Havelseen Templiner See und Schwielowsee. Und ich musste mal wieder feststellen, wie schön es doch in Deutschland sein kann.

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So sehr es mich auch noch in der Ferne zieht, so schön kann es auch manchmal im eigenen Land sein. Auch wenn ich behaupten würde, dass ich schon viel von Deutschland gesehen habe, gibt es doch noch einige weiße Flecken auf meiner persönlichen Deutschlandkarte. Brandenburg ist einer davon. Selten hat eine Region in Deutschland in mir ein so starken „Muss-ich-hin“-Gefühl ausgelöst. Die unzähligen Seen und die unbewohnte, unbebaute und  unberührte Natur lässt mich ins Schwärmen geraten und macht das Bundesland deutschlandweit einzigartig. Auch wenn man sicherlich ursprünglichere Fleckchen in Brandenburg besuchen kann – für einen ersten Eindruck und Ausflug von Berlin aus bietet sich die Fahrt ins 30 Kilometer entfernte Potsdam an. Und so kommt es, dass ich an diesem sonnigen Sonntag im März mit einem Leihfahrrad in den Zug nach Potsdam steige.

Von Potsdam nach Geltow

Wie gut, dass ich nicht die einzige Fahrradfahrerin bin, die das herrliche Wetter für einen Radausflug nutzt. Denn sonst hätte ich vom Potsdamer Bahnhof den Einstieg in den Fahrradweg F1, der einmal rund um den Templiner- und den Schwielowsee führt, wohl nicht gefunden. Ein freundlicher Familienvater bringt mich schließlich auf die richtige Spur, was mir einen ungemütlichen aber schönen Abstecher durch die kopfsteingepflasterten Straßen der Stadt einbringt. Einmal auf F1 angekommen, führt dieser fast immer am Templiner Seeufer entlang nach Geltow.

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Leider sind die meisten Bootsanleger in Privatbesitz und so hat man auf der Strecke nur an einigen Badestränden die Gelegenheit ans Wasser zu kommen. Einen besonders schönen öffentlichen Bootsanleger gibt es jedoch in Geltow kurz vor der Baumgartenbrücke. Hier kann man den ungestörten Blick aufs Wasser genießen und Enten und Kanuten bei ihrem Kampf mit den „Wellen“ zuschauen.

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Inzwischen ist es früher Nachmittag geworden, und es wird Zeit für eine Mittagspause. Direkt gegenüber des Stegs gibt es ein kleines Restaurant namens „Baumgartenbrück“, das in einem alten Bauernhaus untergebracht ist. Eigentlich hatte ich das Lokal nur auf Grund des schönen Biergartens ausgewählt, aber auch das Essen – in meinem Fall ein Zanderfilet mit Lauch-Apfelsoße, wohl die Spezialität der Region – war absolut empfehlenswert. Am liebsten wäre ich noch lange sitzen geblieben, aber es liegt noch mehr als Zweidrittel der Strecke vor mir und mein Handyakku hat zu allem Übel noch den Geist aufgegeben.

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Von Geltow nach Ferch

Nach der Überquerung der Baumgartenbrücke führt der Weg NICHT nach rechts entlang der Havel Richtung Werder, sondern nach links Richtung Ferch um den Schwielowsee herum. Ab hier wird die Wegmarkierung auch etwas schlechter und so kommt es, dass ich mich auf diesem Teilstück mehrmals verfahre bis ich schließlich die Straße nach Ferch nehme.

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Von Ferch um den Schwielowsee nach Caputh

Hat man Ferch erreicht, führt der F1 ziemlich schnurgerade auf der anderen Seite der beiden Seen zurück nach Potsdam. Und das ist auch gut so – denn die zahlreichen Umwege haben ziemlich viel Zeit gefressen (mal abgesehen von den vielen Fotostopps). Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir auf diesem Teilstück ruhig ein bisschen mehr Zeit nehmen können. So fahre ich an den langen Badestränden und Ufercafés einfach nur vorbei.

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In Caputh sollte man sich die Zeit nehmen und den Radweg verlassen um das Schloss Caputh zu besuchen. Der Bootssteg am Schloss ist ein herrlicher Platz um den Sonnenuntergang zu genießen und auf jeden Fall einen Abstecher wert.

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 Von Caputh zurück nach Potsdam

Der restliche Weg zurück nach Potsdam ist weniger spektakulär. Es führt teilweise auf – teilweise neben der Straße K6909 zurück in der Stadt. Wenn noch genug Zeit ist, lohnt sich ein Abstecher auf die Halbinsel Hermannswerder im Templiner See. Hier war ich bereits vor ein paar Jahren auf einer Tagung und war da schon begeistert von der idyllischen Lage.

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Kurz vor Sonnenuntergang erreiche ich den Bahnhof von Potsdam und keine drei Stunden später geht es auch schon wieder mit dem Flieger zurück nach Frankfurt. Brandenburg wird mich auf jeden Fall mal wiedersehen. Schon lange träume ich von einer Tour mit dem Hausboot über die Seen und Kanäle. Dann aber im Hochsommer, wenn man zwischendurch ein erfrischendes Bad nehmen, Eis essen, Grillen und Abends so lange am Wasser sitzen kann, bis man total von den Mücken zerstochen ist. Hach, Urlaub in Deutschland kann manchmal viel schöner sein als eine Fernreise ans andere Ende der Welt.

Nachfahren

Wer in Berlin mal die Nase voll von der Stadt hat, dem kann ich die Radtour um die Potsdamer Havelseen nur ans Herz legen. Am Potsdamer Hauptbahnhof hält man sich rechts in Richtung Templiner See, bis man auf ein weißes Schild mit der grünen Beschriftung „F1“ trifft. Die gesamte Strecke ist rund 35 Kilometer lang und kann auch mit einem klapprigen Leihfahrrad gut an einem halben Tag bewältigt werden. Weitere Informationen gibt es HIER.

Welche Orte in Brandenburg sollte ich unbedingt mal besuchen? Was ist eure liebste Urlaubsregion in Deutschland?

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