Kambodscha – Auf den Spuren der Khmer: Mein Reise Guide

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Wie sicher ist ein Kambodscha Urlaub? Wie kommt man von A nach B? Welche Jahreszeit eignet sich am besten? Vor jeder Reise steht erst einmal ein großes Fragezeichen. Auch mir geht es immer wieder so, wenn ich mir ein neues Reiseziel in den Kopf gesetzt habe. Kambodscha sollte es dieses Jahr also sein. Die Tempelruinenstadt Angkor Wat stand schon lange auf meiner Reisewunschliste und auch sonst hat mich das Land einfach begeistert. Was man vor eine Reise nach Kambodscha wissen sollte, erzähle ich euch heute in meinem kleinen Reise Guide.

Kambodscha: Visum, An- und Einreise

Kambodscha liegt eingekesselt zwischen Thailand, Laos und Vietnam in Südostasien. Es gibt keine Direktflüge nach Kambodscha. Von Europa aus reist man am besten über Bangkok ein. Von dort aus gibt es Flugverbindungen die einen innerhalb einer guten Stunde nach Phnom Penh (der Hauptstadt) oder Siem Reap (Angkor Wat) bringen. Einen Direktflug nach Bangkok gibt es je nach Saison ab 600 Euro, Flüge von Bangkok nach Kambodscha bekommt man schon für rund 50 Dollar. Reisende mit deutschem Pass können ganz einfach mit einem 30-Tage-Visa-on-Arrival nach Kambodscha einreisen. Dafür benötigt man lediglich einen Reisepass* und ein Passfoto. Das ganze ist ruckzuck erledigt und gar kein Problem.

*Reisepass verloren im Ausland? So gehst du vor!

Kambodscha Urlaub: Geld

Die offizielle Landeswährung ist Riel. Da 4000 Riel gerade mal ein Dollar sind, gibt es keine Riel Münzen. Damit man sein Geld nicht mit der Schubkarre vom Bankautomaten abholen muss, bekommt man dort Dollar ausgezahlt. Ja richtig gehört, normale amerikanische Dollar. Man bezahlt so gut wie alles in Dollar. Alles Wechselgeld, was kleiner ist als ein Dollar bekommt man in Riel zurück. Im Endeffekt habe ich während der ganzen Reise nie Dollar in Riel getauscht, weil sich das beim Einkaufen quasi immer von selbst erledigt hat. Geldautomaten gibt es übrigens an jeder Ecke. Nur auf den Inseln sollte man sich mit genügend Bargeld versorgen.

Mein Tipp: Kostenlos Geld abheben in Kambodscha? Mit der kostenlosen Kreditkarte der DKB kannst du weltweit kostenlos Geld abheben – mein Reisebegleiter seit 2009!

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Dollar und Riel – damit zahlt man in Kambodscha

Kambodscha Urlaub: Gesundheit

Glücklicher Weise musste ich während meiner Reise durch Kambodscha nie einen Arzt aufsuchen. Das ist natürlich einerseits großes Glück – andererseits kann man Impfungen sowie einer gut ausgestatteten Reiseapotheke so manchen Arztbesuch vermeiden.

Kambodscha: Sicherheit

Ich muss zugeben: Ich bin ein ganz schöner Schisser. Aber ich habe mich zu keiner Zeit in Kambodscha unwohl gefühlt. Auch als Frau kann man prima alleine Reisen, wenn man die üblichen Grundregeln beherzigt: Nicht mehr alleine Nachts auf die Straße etc. In Phnom Penh habe ich viel von Raubüberfällen gelesen, habe aber selbst nichts dergleichen erlebt.

Was man jedoch im Kambodscha NIEMALS machen darf ist abseits der Wege durch das Gelände streifen. Denn es liegen überall noch alte Landmienen rum, die beim Drauftreten plötzlich explodieren können. Deshalb immer schön auf den Wegen bleiben – auch wenns schwerfällt!

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Vorsicht Landmienen: Immer auf den Wegen bleiben!

Kambodscha Reisezeit

In Kambodscha kennt man sowie in ganz Südostasien zwei Jahreszeiten: die Regenzeit und die Trockenzeit. Die Regenzeit geht von Juni bis Oktober, die Trockenzeit von November bis Mai. Die meisten Europäer meiden die Regenzeit wie der Teufel das Weihwasser, ich dagegen bin ein absoluter Fan der Regenzeit. Denn Regenzeit ist nicht wie November bei uns. Häufig gibt es kurze starke Regenschauer und den Rest des Tages scheint wieder die Sonne. Und wenn doch mal Wolken da sind, umso besser. Denn dann ist die Sonne nicht ganz so sengend heiß. Wir waren zu beginn der Regenzeit im Juni dort. Das ist perfekt, da die Straßen noch gut befahrbar und die Touristenmassen bereits fort sind.

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Monsunregen in Angkor Wat: so schnell wie er gekommen ist, ist er auch wieder vorbei

Kambodscha Urlaub: Verhalten vor Ort

Wie so ziemlich für jedes Reiseziel außerhalb Europas gilt: pass dich Umgebung an. Die Kambodschaner hüpfen nicht halb nackt durch die Straßen – dann tu es auch nicht. Die Kambodschaner schreien nicht laut –  dann tu es auch nicht. Natürlich muss man nicht gleich total vermummt herumlaufen, aber ein bisschen Anpassung kann nicht schaden. Und das sollten sich 80 Prozent der supercoolen Backpacker besonders im Süden mal zu Herzen nehmen. Gut geeignet sind luftige Hosen und Röcke die übers Knie gehen und schlichte T-Shirts. In die Handtasche gehört dann noch ein Sarong, den man sich zum Beispiel für den Tempelbesuch über die Schultern hängen kann. Ebenfalls sollte man sich tunlichst nicht lauthals auf der Straße streiten. Aus der Haut fahren gilt nämlich in Kambodscha als äußerst unschicklich.

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Angemessene Kleidung in Kambodscha sollte Knie und Schultern bedecken

Kambodscha Urlaub: Von A nach B

Das einfachste und preiswerteste Verkehrsmittel in Kambodscha sind Busse. Quasi in jedem Hostel hängt ein Fahrplan wann man welche Orte wie erreichen kann. Die Preise liegen je nach Entfernung zwischen 5 und 10 Dollar. Wir sind mit dem Bus quer durchs Land gereist und es hat immer alles geklappt. Außer dass wir jedes Mal fast doppelt so lang gebraucht haben, wie eigentlich angegeben. Das muss man halt einfach einplanen. Von Komfort sind die Busse eigentlich alle ziemlich okay. Für die Fahrt sollte man unbedingt dicke Sachen (Socken!!) anziehen, weil die Busse oft aufs übelste runterklimatisiert sind. Um Essen braucht man sich nicht zu sorgen: der Bus hält auf jeder längeren Strecke mindestens einmal für Toilettengänge und Essensbesorgungen an einem „Imbiss“ an der Strecke.

Die etwas teureren VIP-Busse bieten riesig viel Beinfreiheit und einen breiten Sitz – Nachtbusse sind mit Liegesitzen ausgestattet. Vorsicht: Auch wenn der Bus schon um 20 Uhr losfährt, gilt absolute Nachtruhe. Das kann schon mal ganz schön irritierend sein, wenn man mal eben zwischen 20 und 24 Uhr von Sihanoukville nach Phnom Penh fahren möchte.

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Mit dem Bus durch Kambodscha

Neben den Bussen fahren auf den meisten Strecken Minivans, die besonders gerne von Einheimischen genutzt werden. Der Komfort ist hier deutlich eingeschränkt, da immer deutlich mehr Leute mitfahren, als Sitzplätze verfügbar sind. Als Reisender hat man jedoch meistens Glück und wird nicht all zu stark gequetscht. Bei den Kambodschanern dagegen ist es üblich, dass sich Leute einen Sitz und damit auch den Fahrpreis teilen. Man sollte sich auch nicht wundern, wenn Scooter abenteuerlich mit Seilen hinten am Van befestigt werden oder Personen auf dem Dach mitfahren. Während der Fahrt – und das gilt eigentlich für alle Busse – wird man abwechselnd mit Kambodschanischer Karaoke, schnulzigen Musikvideos oder Kung Fu-Filmen beschallt. Ich kann so eine Fahrt im Minivan trotzdem nur empfehlen. Nie kommt man den Einheimischen so nah wie auf einer Minivanfahrt: Gemeinsames Pfefferminzpastillenlutschen und über Kung Fu-Filme lachen durchbricht einfach jede Kulturbarriere.

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Im Minivan unter lauter Einheimischen

Übernachten in Kambodscha

Generell ist Kambodscha ein sehr preiswertes Reiseland. Für rund 15 Dollar bekommt man immer ein 2-3-Bettzimmer im Hostel. Die Ausstattung variiert dabei stark. In Siem Reap haben wir für 18 Dollar (zu dritt) im wundervollen Jasmine Family Hostel mit Pool und gemütlicher Gemeinschaftsterrasse geschlafen – in Phnom Penh gab es für den Preis ein Zimmer im relativ großen Okay Guesthouse, dass seinen Namen alle Ehre macht – es war okay, mehr aber auch nicht.

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Mein Lieblingshostel in Kambodscha: Das Jasmine Family Hostel in Siem Reap

Auf den Inseln bekommt man Privatzimmer ebenfalls ab 5-10 Dollar. Wir haben uns auf Koh Rong jedoch ein günstiges Bungalow im Tree House Bungalow für 25 Dollar (zu dritt!!) „gegönnt“.

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Ein klein wenig „Luxus“: Unser Bungalow auf Koh Rong

Kambodscha Urlaub: Highlights und Reinfälle

Meine persönlichen Highlights der zwei Wochen quer durch Kambodscha waren:

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Inseltraum Koh Rong

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Mit dem Tuktuk durch den Dschungel – eines meiner Highlights

Meine persönlichen Reinfälle waren:

  • Eine Bootsfahrt zu den schwimmenden Dörfern auf dem Tonle Sap, dem größten Süßwassersee Südostasien, die sich als reine Touristenabzocke herausstellte. Zu den 20 Dollar (pro Person!!!) für die Tour sollte man noch „Sachspenden“ in Form von Reissäcken für völlig überteuerte 50 Dollar für den Besuch im Waisenhaus kaufen. Gerne hätten wir die Dörfer weiter abseits von Siem Reap besucht, nur leider waren diese zu der Zeit ausgetrocknet und nicht passierbar.
  • Eine angeblich traditionelle Tanzaufführung in einem Restaurant, was mehr einem Schnellimbiss glich. Schlechte Performance, schlechtes Essen und miese Atmosphäre – da bin ich aus Bali anderes gewöhnt.

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Show für die Touristen: Die Floating Villages am Tonle Sap

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Der obligatorische Besuch im „Waisenhaus“ – ob die Kinder tatsächlich Weisen sind?

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Tanzperformance aller Mc Donalds

Kambodscha Urlaub: Meine Reiseroute

Kambodscha ist weit mehr als nur ein „kurzer Zwischenstopp in Angkor Wat“. Das Land ist unheimlich vielseitig, bietet tolle Landschaft, wundervolle Strände und noch viel mehr bedeutende Tempel. In zwei Wochen kann man schon einen guten Einblick in das Land bekommen. Sicherlich kann man sich dort auch deutlich länger aufhalten. Auf der Karte seht ihr die Stationen, die wir in unseren zwei Wochen besucht haben:

Die perfekte Reiselektüre für Kambodscha

Ich war zum ersten Mal mit einem Reiseführer von Stefan Loose unterwegs und war wirklich zufrieden damit. Vom Reisestil her ist er ähnlich wie der Lonely Planet mit dem Vorteil, dass die Tipps oft nicht ganz so überlaufen sind, weil der Reiseführer eben nur deutschsprachig ist. Noch dazu finde ich ihn deutlich übersichtlicher. Kann ich also nur empfehlen! Ich liebe es ja auf Reisen Bücher zu lesen, die sich thematisch mit dem Reiseland beschäftigen. Die perfekte Lektüre für eine zwölfstündige Busfahrt sind die Bücher Wohin Du auch gehst: Die Geschichte einer fast unmöglichen Liebe sowie Gebrauchsanweisung für Vietnam, Laos und Kambodscha. Beide sind von dem deutschen Autor Benjamin Prüfer geschrieben, der sich während seiner Weltreise in eine kambodschanische Prostituierte verliebt hat. Noch mehr Hintergrundinformationen über Kambodscha liefert das Buch Reise Know-How KulturSchock Kambodscha: Alltagskultur, Traditionen, Verhaltensregeln, …, das ich vor Ort in einer Hostelbibliothek fand und sofort mitnehmen musste.

Noch mehr Kambodscha: Meine Reiseberichte

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann hier noch einmal meine Eindrücke aus Kambodscha miterleben.

Habt ihr noch Fragen oder Ergänzungen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

PS: Kambodscha nur mit Handgepäck? Kein Problem finde ich! Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie und warum ich nur mit Handgepäck reise, dann leg ich dir meine Video-Reihe Nur mit Handgepäck reisen ans Herz!

PPS: Du willst wissen, was meine Top Tools für jede Reise sind? Dann schau dir meine 10 Must Haves für jedes Reiseabenteuer an!

23 Kommentare

  • susi sagt:

    schöner bericht. die schwimmenden dörfer habe ich ähnlich erlebt, zum glück ohne die reis kaufen story.
    kambodscha ist ein wirklich tolles land und wenn man die leute mal näher kennenlernt stellt man fest dass sie absolut herzliche und nette menschen sind. würde fürs nächste mal battambang & umgebung empfehlen, ist wirklich eine tolle gegend mit nicht zu verachtenden tempeln.
    für mich gehts morgen erst mal nach chiang mai zu loy krathong. und am montag endlich wieder nach kambodscha:)
    hab noch eine tolle reise, take care

  • Jessi sagt:

    Solche Zusammenfassungen finde ich immer sehr hilfreich! Super Bericht!
    Ich schätze mal, das ist dann der letzte über Kambodscha!?

    Sonnige Grüße
    Jessi

  • Flo sagt:

    Angkor Wat steht auch ganz oben auf unserer Liste für die Weltreise nächstes Jahr. Danke auch, dass du deine Lowlights geteilt hast. Da weiß man wenigstens, was man sich (er-)sparen kann.

  • Nadine sagt:

    Hallo Jana,

    dein Blog ist toll!
    Da ich nächstes Jahr eine Südostasien Reise plane, bin ich auf deinen Blog gestoßen. Kambodscha wird auch eines meiner Ziele sein! Warst du auch auf Koh Rong tauchen?

    Liebe Grüße,
    Nadine

    • Jana sagt:

      Hallo Nadine, wir waren nur schnorcheln weil ich leider noch keinen Tauchschein habe – aber ich hab viel gutes gehört 🙂 Viel Spaß bei deiner Reise!!! LG Jana

  • Pingback: Fundstücke der Woche: Buddhistisches Laternenfest, Sticky Rice und der schnellste Weg zur SIM-Karte › Indonesien, Kambodscha, Laos, Philippinen, Thailand › Faszination Südostasien
  • Ramona sagt:

    Ein wirklich toller und sehr hilfreicher Artikel über Kambodscha! Däumchen hoch! 😀

  • Katharina Brichetti sagt:

    Vielen Dank für den tollen Reisebericht. Ich plane gerade meinen nächsten Urlaub und ich glaube das kommt in meine engere Auswahl :-). Viele Grüße

  • Sarah Althaus sagt:

    Schöne Zusammenfassung über Kambodscha! 🙂 Ich habe mich voll und ganz in das Land und seine Leute verliebt und fand es wunderbar. Ich würde sofort wieder dorthin reisen.

    Deine Auffassung mit der Monsunzeit teile ich voll und ganz. Ich habe das in Thailand so erlebt, einmal war ich dort während der Monsunzeit und einmal im Dezember während der Hochsaison. Die Monsunzeit war einiges besser und hat mir sehr gut gefallen. Abgesehen davon, dass das Land dann viel weniger überrannt wird, ist es wunderschön grün! 🙂

    • Jana sagt:

      Hey Sarah, vielen Dank 🙂 Ich war auch total begeistert und will unbedingt irgendwann einmal zurückkehren! Liebe Grüße, Jana

  • Flo sagt:

    Hallo Jana,

    wir sind gerade auch durch Kambodscha unterwegs und sind total begeistert, vor allem wie relaxed die Einheimischen hier vielerorts sind. Falls du nochmal hierher kommst, empfehle ich dir eine Fahrt mit dem Boot von Siem Reap nach Battambang. Die geht zwar nur ein Stueck ueber den Tonle Sap, aber dafuer stundenlang ueber Sangker River, wo es ebenfalls schwimmende Doerfer gibt – ganz ohne Waisenhaus und Touristenabzocke, dafuer mit vielen Eindruecken ueber die Bewohner, die mal schnell vom Longtailboot auf unseres rueber huepfen und sich Stueck weit mitnehmen lassen etc.

    Liebe Gruesse aus Phnomh Penh,
    Flo

  • Yoyó sagt:

    Ich war letzten September in Kambodscha und kann dir nur zustimmen. Die Regenzeit ist viel angenehmer als die Hochsaison, denn selbst im Herbst war es noch teilweise unerträglich heiß.
    Wir haben uns im Vorfeld zum Glück schon reichlich informiert und deswegen die Bootstour und die traditionelle Tanzaufführung nicht mitgemacht.
    Wenn du bisschen in meinen Urlaubsfotos stöbern möchtest 🙂 : http://www.eros-and-psyche.com/search/label/Cambodia

  • Corinna sagt:

    Hallo Jana,
    Wir planen für kommenden Winter auch einen Trip nach Kambodscha 😃 Koh Rong steht dabei auch auf unserer Bucketliste 😉 Magst Du mir verraten, wie das Hotel hieß, in dem Ihr dieses schöne Bungalow bekommen habt?
    Liebe Grüße und mach weiter so… Dein Blog ist echt klasse!!
    Corinna

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